Psalm 84 – Grenzenlose Freude Teil 1: Sehnsucht als Schlüssel zur Freude – Nicole Grunewald

Mario Wahnschaffe

9. Februar 2026
31 Minuten

Psalm 84 – Grenzenlose Freude Teil 1: Sehnsucht als Schlüssel zur Freude – Nicole Grunewald

 

  1. Einleitung

Ich glaube viele von uns kennen das: Wir lieben Jesus. Wir glauben. Wir sind gerettet. Und trotzdem fühlt sich das Leben mit Gott für uns manchmal schwer an. Nicht falsch oder leer, aber wir fühlen uns müde.

Wir beten aber spüren das Feuer nicht. Wir singen aber würden grad eigentlich lieber ganz leise sein. Wir machen weiter unseren Dienst aber diese Freude, die wir ja eigentlich haben müssten, ist irgendwie weit weg.

Und es ist egal wie lange man schon Christ ist, das kennt jeder.

Psalm 84 und vor allem die ersten Verse, sprechen genau da rein.

Wir denken dann nämlich oft, wir müssten mehr leisten oder uns anstrengen. Aber meistens ist diese fehlende Freude deine Seele in dir, die sich nach etwas sehnt. Und diese Sehnsucht, ist der Anfang von echter Begegnung.

Aber wir gehen direkt man rein in den Text:

  1. Psalm 84 2-3 SCH2000
  2. a) „Wie lieblich sind deine Wohnungen, o HERR der Heerscharen!

Meine Seele verlangte und sehnte sich nach den Vorhöfen des HERRN;

Nun jubeln mein Herz und mein Leib dem lebendigen Gott zu!“

  • Diese Verse lesen sich schnell und man denkt sich im ersten Moment vllt „ja ist schön“ und liest weiter. Aber so kann man leicht übersehen, wie tief und ausdrucksstark der Psalmist hier eigentlich schreibt -> Deswegen schauen wir uns mal genauer an welche Worte verwendet wurden

 

  1. b) „Meine Seele verlangte“

– hebr. kasaf = verzehrendes Verlangen / Heimweh / inneres Brennen

– sehr starker Ausdruck

 

 

  1. c) „sehnt sich“

– hebr. kalah = verzehren / schwach vor Sehnsucht

-> kein „ich hätte gerne mehr von Gott“, sondern existenzielle Sehnsucht / Schmerz

-> keine religiöse Distanz -> Nähe / Gegenwart / Beziehung

 

  1. d) „Vorhöfe des HERRN“

– Psalmist meint ganz bewusst nicht das Allerheiligste, sondern er sehnt sich nach dem Außenbereich

– Das Allerheiligste war damals im Tempel der innerste Raum, wo sich die Bundeslade befand -> unmittelbare Gegenwart Gottes

–  Vorhöfe -> Übergangsbereich (Gegenwart / Zukunft)  -> äußere Bereich -> Ort der Annäherung

– da geht man nicht zufällig hin -> bewusst

– steht symbolisch für einen Moment, in dem etwas in Bewegung kommt -> hier beginnt Begegnung

– Psalmist sehnt sich nach Begegnung mit Gott nicht erst im „Perfekten“ sondern Dazwischen.

– Seit Jesus sind wir der Tempel / Herz ist Begegnungsraum 1. Kor. 3,16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt? 

– Herz = Zentrum der Entscheidung

– daraus fließt Leben  -> Sprüche 4,23:  Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.

– Menschliches Herz = Vorhöfe

-Wusstet ihr, dass der Takt unseres Herzens nicht in der Hauptkammer entsteht, sondern im Vorhof (Reizweiterleitungssystem)? Der Sinusknoten, der den Rhythmus steuert, sitzt im rechten Vorhof. Der Empfangsraum, bestimmt den Takt… Wenn unser innerer Vorhof und damit unser Herz auf Gott ausgerichtet ist, finden wir in unserem Leben Gottes Rhythmus 😀

 

 

  1. e) „Herz und Leib“

– Herz steht biblisch für unser ganzes Inneres: Denken, Willen, Entscheidungen

– Körper für Leib, Nervensystem, Atmung etc.

– Gottesbeziehung umfasst alles!

– Bsp.: Anbetung – Zittern, Weinen, Jubeln

– Generell: Seele, Geist, Körper

 

  1. f) „jubeln“

– hebr. ranan = laut rufen, jauchzen, singen

– Ausdruck von großer Freude

 

  1. g) „dem lebendigen Gott“

– hier könnte auch „heiliger“ oder „mächtiger“ stehen

 

  1. h) Abschluss

– Wir erkennen hier einen geistlichen Weg: Sehnsucht -> Annäherung-> Freude-> Beziehung =Lebendige Reaktion/ Beziehung -> Seele und Leib reagieren

– Nähe zu Gott entsteht oft aus Hunger / tiefer Sehnsucht

 

  1. Sehnsucht

– tiefes, inneres Verlangen nach etwas oder jemandem, das man vermisst -> etwas/jemand fehlt auch wenn wir es nicht sofort benennen können

– kann Energie / Motivation freisetzen -> kann uns in Bewegung/Handlung bringen oder es wird zu Kummer, innerer Leere

– Sie ist kein Defizit, sondern ein Hinweis

– Jeder hat dieses Loch im Herzen, das nur Jesus füllen kann

– Wenn wir ihn kennen lernen, wird es gefüllt – ABER da ist mehr

– wie am Anfang: gerettet, aber müde, obwohl wir Jesus haben

– wir betäuben uns oft (Ablenkungen) und versuchen dieses Loch anderweitig zu füllen

– Nicht weil wir Gott ablehnen, sondern diese Sehnsucht manchmal nicht aushalten können

– wir müssen diese Leere (verschiedene Bereiche auch als Christen) erkennen, benennen und aushalten

– Erst wenn du weißt, was in dir los ist und du es benenne kannst, kannst du es beherrschen

– Psalmist spricht es aus und bleibt darin -> Mediopassiv, er lässt sich davon „treffen“ löst das Gefühl nicht direkt auf oder handelt direkt dadurch geleitet

– DANN können wir unseren Blick auf Christus richten

– alleine die Ausrichtung / der Weg zu Christus bereiten FREUDE

 

  1. Freude (geistlich)

– denn Freude gibt dir einen klaren Blick

– durch sie sind wir in der Lage rauszuzoomen an den Ort wo wir EIGENTLICH wohnen

-> im Himmel. -> wir leben in dieser Welt aber sind nicht von hier -> Johannes 17;14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.

– DANN bekommen wir eine andere Perspektive und Handlungsebene (Strategie/Gebet)

-> Bsp. Für Freunde oder Familie für Rettung beten

– Sie bringt uns dazu so zu beten, als wäre es schon geschehen. Mit Zuversicht und Glaube

– Denns so wie Gott außerhalb der Schöpfung steht, wir mit ihm, sollen herrschen und uns nicht von Kummer und schweren Situationen beherrschen lassen.

– Kummer nimmt Schöpfungskraft -> Ziel des Teufels

– Und Freude äußert sich nicht immer so wie man es kennt (lautes Lachen etc.) sondern manchmal in Kriesen -> kurzes Innehalten und inneres lächeln. Trotzdem wissen, dass Gott die Macht hat (Bittersweet)

– Gottes Freude ist widerstandsfähig und unabhängig von allem, was hier passiert und was wir fühlen

– Hilft uns Schönheit auch im Leid zu sehen

– Bsp. König David Psalmen:

Psalm 51:14 Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist! -> David betet nach der Geschichte Bathseba. Er bittet nicht um Ansehen oder Vergebung, sondern um „die Freude deines Heils“. Tiefer als Umstände

Psalm 34-5-6 5 Als ich beim HERRN Hilfe suchte, erhörte er mich und befreite mich aus aller Angst. 6 Wer zu ihm aufschaut, der strahlt vor Freude, und sein Vertrauen wird nie enttäuscht. -> Freude kommt nicht aus Sicherheit, sondern Ausrichtung zum Herrn -> Psalm 84 Wie lieblich sind deine Wohnungen -> Blickrichtung

Psalm 30;6  Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel. -> Ganz ehrlich. Manchmal muss man wenn es einem schlechte geht auch einfach schlafen gehen und den nächsten Tag abwarten. Ihr kennt das…

– Wie bei Elia als er vor Isebel flüchtet -> Gott gibt ihm Schlaf und Essen und dann kommt neue Klarheit

– Tränen sind wichtig und richtig aber sie haben die das letzte Wort. Denn Gott macht aus Tiefpunkten Wendepunkte.

– Freude ist eine Kraft / unser Anteil und Gottes Aufforderung!

– Leben mit Jesus macht Spaß. ->  du wirst zu keinem jemals eine engere Beziehung haben können als zu Jesus. Abenteuer. Geheimnisse. Offenbarungen.

– Gedenksteine -> für Gottes Eingreifen und Wunder, Rettung und Bewahrung, Siege…

– Bsp. Zettel mit Versen, Kreuz-Kette, Klamotten bei gewissen Ereignissen

– Wir brauchen das auch. Und einander, um uns Freude zuzusprechen und uns an Gottes Taten und wunder in unseren Leben zu erinnern

– Freude beeinflusst auch unsere Gesundheit

– wir als Gottes Kinder sollten mehr Freude haben als die Welt. Denn wir kennen WAHRE Freude. Die unabhängig ist von allem. Und NUR abhängig von dem einen der sie erschaffen hat. Alles war gut ist kommt von unserem Gott.

– Gott ist mit dir. Wenn du in einer Situation bist, ist Gott auch da. Er lebt in dir und wirkt durch dich, du bist sein Tempel. UNTERSCHÄTZE DAS NIEMALS

 

 

 

  1. Schwere

– Was steht uns oft diesem ganzen Prozess hin zu Freude und Freude generell im Weg?

-> Ganz oft ist  es Schwere / innere Last

– Kurz zurück zum Vorhof (Taktgeber/ Empfangsraum): Wenn unser innerer Vorhof voll ist (Schwere, Sorge etc.) geraten wir aus dem Rhythmus Gottes.

– Nicht nur geistliches Bild – Angst, Panik, dauerhafte Sorgen und Stress können tatsächlich zu Herzrhythmusstörungen führen.

– Das Herz schlägt weiter. Wir leben, funktionieren (die Hauptkammern leisten ja auch weiter ihre Arbeit) – aber es fließt keine Freude

– Der Psalmist sehnt sich nach Gottes Vorhöfen -> Gottes Takt – Einklang mit Gottes Takt

– Es gibt eine geistliche Art von Schwere

– Manche von uns tragen Lasten die Jesus für uns tragen will

– Wir lassen uns zu leicht und schnell Lasten auferlegen, die wir nicht tragen müssen

–  Sorgen, Zweifeln und Kummer  -> Dinge die längst besiegt sind bekommen Raum in unserem Herzen

– Das lähmt uns geistlich und macht unsere Körper schwach und krank

– Schwere öffnet dir Tür zu Depressionen -> man sieht alles schwarz

– Fokus auf das negative

– Keine Hoffnung keine Freude -> klagen, jammern, beschweren -> Atmosphäre für schwere

– Gegenmittel -> Gott preisen. Fokus auf Gottes Segen in deinem Leben

–  Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes. Lobpreis schafft eine Atmosphäre, in der du Gott und seine Güte erleben kannst.  Psalm 22;4 Aber du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels!

–  Und natürlich: Gottes Freude. In Körper, Geist und Seele.

 

 

 

 

  1. Abschluss

Freude ist Gottes Aufforderung:

Philipper 4;4: Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!

1 Thessalonicher 5;16: Freut euch allezeit! 

Johannes 15;11: Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.

Römer 14;17: Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist…

 

Freude ist dein Anteil. Das bedeutet nicht, dass es dir nie gut gehen darf, du darfst ekelhaft ehrlich sein vor Gott. Freude kann auch in schweren Zeiten herrschen.

Erkenne deine Sehnsucht. Lass dich davon leiten in die Vorhöfe Gottes und freue dich an unserem Herrn.

Ich habe es heute besonders auf dem Herzen, dass wir:

  1. Zusammen gegen diese Schwere beten
  2. Beten, dass Gottes Geist uns heute neu füllt mit seiner Freude und somit sein Licht und seine Perspektive scheinen lässt auf jede Situation und Herzensangelegenheit die du heute mit dir rumträgst. Jetzt ist dein Moment all die Lasten die du gar nicht tragen musst abzugeben. Dass du heute hier bist und dieses Wort hörst ist kein Zufall. Gott sieht dich. Er liebt dich. Er will dich frei machen.
  • Überleitung Gebet + Lobpreisteam
  • Übergabegebet
  • Letztes Lobpreislied mit FREUDE

Amen



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