Neuer Wein in neuen Schläuchen! 7 tödliche Haltungen erneuern Teil 6: Gleichgültigkeit! – Mario Wahnschaffe
Gott spricht: „Siehe! Ich mache alles neu!“ Offenbarung 21,5
Neuer Wein in neuen Schläuchen! 7 tödliche Haltungen erneuern
14.06. Teil 6: Gleichgültigkeit –
Jona: Der unwillige Missionar und der unverschämt barmherzige Gott!
Gott liebt die Menschen, die Du nicht magst!
Gott gebraucht fehlerhafte und gleichgültige Menschen (Mario)
Predigttext:
„Eines Tages empfing Jona, Amittais Sohn, eine Botschaft vom HERRN. Gott sprach zu ihm:
2 »Geh in die große und mächtige Stadt Ninive und kündige ihren Bewohnern mein Strafgericht an! Denn ihre Bosheit schreit zum Himmel, ich kann sie nicht länger mit ansehen!«
3 Jona machte sich auf den Weg – aber in die entgegengesetzte Richtung! Er floh vor dem HERRN und kam zunächst in die Hafenstadt Jafo. Dort fand er ein Schiff, das gerade nach Tarsis segeln sollte. Er bezahlte das Geld für die Überfahrt und ging an Bord.“
Jona 1:1-3
- Jona – Der Gleichgültige Missionar
Das Buch Jona wird von Atheisten oft belächelt als Märchenbuch: Jona im Bauch des Wales. Das muss eine Erfindung sein!
Das Buch Jona wird von Christen oft identifiziert als die wundersame Geschichte aus der Kinderstunde.
Tatsächlich ist das Buch Jona eine der provokativsten Geschichten der Bibel:
Schonungslos stellt das Buch:
- Die Hartherzigkeit der Gläubigen und ihre Gleichgültigkeit dar:
Ihren Rassismus
Ihren Hass und Verurteilung gegenüber den Ungläubigen – Sie hatten ihre Mission verloren: Licht für die Völker zu sein! –
„Steh auf, werde Licht!… Es ziehen die Nationen hin zu Deinem Licht!“
Jesaja 60,1-3
- Aber auch die unverschämte Barmherzigkeit Gottes
Gott liebt Menschen, die ich nicht mag! Seine brennende Passion für die Verlorenen!
Gott entspricht nicht meinem Gottesbild:
Er bestraft die Bösen, er segnet die Frommen!
Gottes Liebe zu den Völkern außerhalb der der Gemeinschaft von Gottes Familie
Gottes Ablehnung von zerstörerischen Nationalismus
Gottes Mission versus Überlegenheitsevangelium
Gottes Herz für die Nationen versus Hass auf fremde Völker
Der „fremde“ Gott! – (Für Jona)
„Apathie“ der heidnischen Götter. Unbewegte Beweger.
„Passion“ des lebendigen Gottes. Der bewegte Gott.
- Wer ist Jona? – Der falsche Mann für die falsche Mission!
Jona ist der Inbegriff von Gleichgültigkeit gegenüber der Berufung Gottes und gegenüber den Verlorenen.
Er floh – weg von dem Angesicht des Herrn! (Elberfelder)
Er floh vor dem Herrn – in die entgegengesetzte Richtung! (Hoffnung für alle)
Die Berufung Gottes nach Ninive zu gehen war ein Schock für den Propheten Jona!
Bild von Jürgen Todtenhöfer und Christian Emde in Mossul. 2016
Ein Beispiel für die Brutalität der Assyrer unter dem König Salmanasser III. gegen ihre Feinde:
Zogen ihnen bei lebendigen Leib die Haut ab.
Die Assyrer schlugen ihren Feinden beide Beine und einen Arm ab, um ihnen danach die Hand zu schütteln um sie zu demütigen.
Jona flieht vor Gott, weil die Berufung, nach Ninive zu gehen, seinen sicheren Tod bedeutete!
Tim Keller vergleicht es in seinem Buch „Jona und der unverschämt barmherzige Gott“ mit einem Rabbi, der 1943 in den Straßen des Warschauer Ghettos, die Soldaten der deutschen SS zur Busse rufen würde! Er wäre sofort erschossen worden!
Jona flieht vor Gott, weil Gott zuvor noch nie einen Propheten zu den Heiden gesandt hatte!
Normal war:
Gott hatte Propheten nur zu seinem Volk Israel gesandt, aber nicht zu fremden Völkern!
Propheten hatten gegen andere Nationen prophezeit, aber nur verbal, ohne zu diesen fremden Völkern gehen zu müssen.
Ninive – die Hauptstadt von Assyrien – Dieser Staat war gefürchtet als Terrorstaat!
Juden fürchteten und hassten Ninive zur gleichen Zeit!
Jona flieht vor Gott, weil er Gott und seine Barmherzigkeit als fremd empfindet!
Der wahre Gott ist für Jona ein Rätsel: Jona kann Gottes Gnade und Gottes Gerechtigkeit nicht zusammen bringen.
Für Jona erscheint Gottes Barmherzigkeit und Rettungswille für eine solch gottlose und gewalttätige Nation nicht nachvollziehbar.
Gottes Gnade mit den Bösen ist unverschämt barmherzig! Gottes Berufung des lieblosen Missionars ist unverschämt barmherzig!
Jona war ein nicht vertrauenswürdiger Charakter unter den Propheten.
Während der militärisch ambitionierten und gewalttätigen Herrschaft Jerobeams II, (786-746), dessen Gottlosigkeit von den Propheten Amos und Hosea angeprangert werden, prophezeit ihm Jona militärische Erfolge (1.Kön.14:25), die aber kurz nach dem Tod Jerobeam‘s wieder zu Nichte wurden.
Jona erscheint hier als ein patriotischer Nationalist.
Das wäre so, als wenn Gott einen Politiker vom rechten Lager, der gegen Ausländer polemisiert, dazu beruft, Missionar in einem Entwicklungsland zu werden.
Jona ist das schlechte Beispiel für nationalistisch motivierter Mission, motiviert von Geringschätzung gegenüber anderen Kulturen.
Jona flieht vor einem fremden Gott, mit einer für ihn fremden Barmherzigkeit!
Jona ist DER Antityp zu Jesus!
Als Jesus von einem Pharisäer gefragt, was das höchste Gebot sei und wie man praktisch seinen Nächsten lieben solle?: „Wer ist mein Nächster?“ Lukas 10:25ff.
Der Levit und der Priester gingen an dem Verletzten vorbei, weil sie Angst hatten oder gleichgültig waren.
Der Protagonist für die Erfüllung des höchsten Gebotes, den Jesus wählt ist ein Nichtjude! Ein Ausländer! Ein von Juden Gehasster!
- Er wird innerlich bewegt von Barmherzigkeit
- Er hilft dem Verletzten praktisch, verbindet ihn
- Trägt finanziell zu seiner Genesung bei
- Und verpflichtet sich langfristig finanziell für die Zukunft des Verletzten.
Jona erfüllt definitiv kein einziges dieser Kriterien, die Jesus als Vorbild für Nächstenliebe stellt.
Es bleibt rätselhaft, warum Gott, einen Propheten mit einem fragwürdigen Charakter und einem Hass auf Ausländer wählt, um ihn zu einem fremden Volk zu senden…
Warum erwählt Gott einen Mann, der:
- Ungehorsam ist
- Dem Gottes Barmherzigkeit fremd ist
- Der Ausländer hasst?
Warum erwählt Gott inkompetente Menschen?
- Jona – Transformation der Gleichgültigkeit
Jonas Geschichte lässt sich in zwei Teile unterteilen.
- Teil: Gottes Ruf und Jona’s offener Ungehorsam
- Teil: Gottes Ruf und Jona’s Gleichgültigkeit gegenüber Gottes Gnade
Das Buch Jona ist ein Spiegel der „Geschichte der beiden verlorenen Söhne“
Lukas 15,11-32
Offene Gleichgültigkeit gegenüber dem Vater: 1. Sohn geht in die Welt
Verborgene Gleichgültigkeit: 2. Sohn ist äußerlich gehorsam, aber innerlich bitter
Beides mal reagieren die Heiden besser gegenüber Gottes Ruf, als der Prophet Jona.
In Ninive kehren die Menschen um von ihren Taten. Jona 3,9
Auf dem Schiff beten die Heiden zu ihren Götzen im Sturm:
Außer einem: Jona! Jona 1,5.6
Jona ist auch spirituell der Anti-Typ von Jesus!
Während Jesus ein balanciertes Leben von Gebet und Dienst lebt,
scheint Jona geistlich tot zu sein. – Geistliche Gleichgültigkeit
Obwohl die Heiden den Sturm deuten können und anfangen zu beten, merken, sie sogar, dass er das Problem ist. Sie waren geistlicher als er!
Als Jona ihnen von seinem Ungehorsam erzählt und den Sturm deutet als Folge davon und ihnen erklärt, dass sie ihn opfern müssen für ihr Heil. Jona 1,12
Wohlgemerkt, er will sich nicht für sie opfern! Er bringt sie durch seinen Ungehorsam in Gefahr!
Die heidnischen Seeleute beweisen mehr Nächstenliebe als Jona, indem sie versuchen sein Leben zu retten und ans Land rudern wollen. Jona 1,13
Gott beruft jemanden zum Propheten, der moralisch uns geistlich schlechter ist als die Ungläubigen!!!
Ein unverschämt barmherziger Gott!
Je mehr wir diesen fragwürdigen Propheten mit einem noch fragwürdigeren Charakter studieren, durch den zweimal die Ungläubigen gerettet werden:
- Einmal die Seeleute auf dem Schiff
- Einmal eine ganze Großstadt
Desto mehr sind wir identifiziert mit seiner Fehlerhaftigkeit und gleich zeitig überrascht von Gottes unverschämter Barmherzigkeit.
Er gebraucht Menschen, die es nicht verdient haben – die es in unseren Augen nicht verdient haben!
Jona – Die Transformation seiner Gleichgültigkeit im Bauch des Fisches:
Erst, wenn ich selbst erkenne, dass ich als Sünder die Gnade Gottes nötig habe
Und die Gnade Gottes selber erfahren habe,
erst dann verstehe ich, dass Gott gleichzeitig gnädig gegenüber bösen Menschen sein kann und trotzdem gerecht sein kann.
„Ich rief aus meiner Bedrängnis zum HERRN, und er antwortete mir. Aus dem Schoß[2] des Scheol schrie ich um Hilfe – du hörtest meine Stimme.“ Jona 2:3
Dennoch bezieht sich Jesus auf Jona! In Matthäus 12,39.40 macht Jesus sogar eins mit diesem fragwürdigen Propheten:
„außer dem Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“
Matthäus 12,39.40
Jona ist mit seinem ganzen Charakter eher ein „Anti-Typ“ zu Jesus.
Tim Keller hat noch eine andere Parallele dar, wo Jona ungewollt Jesus sichtbar macht.
So wie Jona „im untersten Heck des Schiffes“ schlief während des Sturms. Jona 1,5
So schlief auch Jesus „hinten im Boot“ während des Sturms. Markus 4:38
In beiden Geschichten wecken die Seeleute sie auf.
In beiden Geschichten retten Jona und Jesus die Seeleute vor dem Untergang.
Der Unterschied:
Jona wird als Sühnung für seinen Ungehorsam in die Tiefen des Meeres geworfen
Und Jesus gebietet erst dem Sturm
Und wird am Kreuz zur Sühnung des Ungehorsams aller Menschen in die Tiefe des Zornes Gottes geworfen – für unsere Rettung!
Wenn wir an den Christenhasser Saulus und die ungläubigen Jünger denken, hatten sie die schlechteste Qualifikation Botschafter Jesu zu sein.
Transformation durch den neuen Wein, den wir in Jesus finden, so wie Jona im Wal:
„Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden,
11 damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.“
Philipper 3,10.11
Zusammenfassung der Message:
- Jona schafft einen Gott nach seinem Ebenbild:
Der die Bösen bestraft und die Guten segnet
- Das Rätsel der unverschämten Gnade Gottes
Jona versus der „Barmherzige Samariter“
- Gott gebraucht Menschen, die gleichgültig sind und transformiert sie
Dann kann er auch mich gebrauchen!
„Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen, dass er mich als treu erachtet und in den Dienst gestellt hat, der ich früher ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war; aber mir ist Barmherzigkeit zuteilgeworden.“
1.Timotheusbrief 1,12.13