Neuer Wein in neuen Schläuchen! 7 tödliche Haltungen erneuern – Teil 2: Bitteres Bedauern Mobin Zeitler
Gott spricht: »Sieh doch, ich mache alles neu!« Offenbarung 21:5
Predigtreihe: Neuer Wein in neuen Schläuchen!
7 tödliche Haltungen erneuern
Teil 1: Negativität
Teil 2: Bitteres Bedauern
Teil 3: Vergleichen
Teil 4: Voreingenommenheit
Teil 5: Engstirnigkeit
Teil 6: Gleichgültigkeit
Teil 7: Anderen die Schuld geben
’21Niemand flickt ein altes Kleid mit einem neuen Stück Stoff. Der alte Stoff würde
sonst an der Flickstelle doch wieder reißen, und das Loch würde nur noch größer.
22Ebenso füllt niemand jungen, gärenden Wein in alte, brüchige Schläuche. Sonst
bringt er sie zum Platzen. Dann läuft der Wein aus, und die Schläuche sind
unbrauchbar. Nein, jungen Wein füllt man in neue Schläuche!« ‚ Markus 2:21-22
Einführung: Erklärung Gotteswort in Markus 2:21-22
Die Bilder sind aus dem Alltag der damaligen Zeit:
Neues Stück Stoff auf altem Kleid
Neuer Stoff zieht sich beim Waschen zusammen → der alte Stoff reißt noch mehr.
Bild: Man kann Altes nicht einfach mit etwas völlig Neuem „reparieren“, ohne dass
es schlimmer wird.
Neuer Wein in alte Schläuche
Frischer Wein gärt noch und erzeugt Druck → alte, spröde Schläuche platzen.
Bild: Das Neue braucht einen passenden Rahmen, sonst geht beides kaputt.
Lehrlektion:
Biblische Sprache für Kleid: Neue geistliche Identität vor Gott
’22Ihr sollt euer altes Leben wie alte Kleider ablegen. Folgt nicht mehr euren
Leidenschaften, die euch in die Irre führen und euch zerstören. 23Lasst euch in
eurem Denken verändern und euch innerlich ganz neu ausrichten. 24Zieht das neue
Leben an, wie ihr neue Kleider anzieht. Ihr seid nun zu neuen Menschen geworden,
die Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Jeder soll erkennen, dass ihr jetzt
zu Gott gehört und so lebt, wie es ihm gefällt. ‚ Epheser 4:22-24
Biblische Sprache für Wein: Neues geistliches Leben / Neuer Bund
‚Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein, reichte ihn den Jüngern
und sagte: »Dieser Becher ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch
mein Blut besiegelt wird. Es wird zur Vergebung eurer Sünden vergossen. ‚ Lukas
22:20
Fakt:
Die bekannten Religionen der Welt, egal ob Islam, Buddha oder sogar Atheismus,
versprechen ein „besseres Verhalten“ (Flicken).
Christus spricht von einem komplett neuen Inneren (Kleid).
Und dieses neue Leben / neuer Bund (Wein) braucht einen neuen Menschen (neue
Schläuche).
Flashback:
Letzte Woche haben Michel und Johanna über Negativität gepredigt. Ein echtes
Problem in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz und sogar in der Kirche.
Ich habe die Predigt unterwegs im Auto auf dem Weg von BFP Konferenz in
Karlsruhe nach Bonn gehört, und ich fand sie sehr beeindruckend – besonders die
Geschichte über die 12 Kundschafter, die Mose in das verheißene Land geschickt
hat.
Es steht im 4. Mose, Kapitel 13 und 14, wie zehn der Kundschafter extrem negativ
berichteten und sogar große Angst unter dem Volk verbreiteten. Nur zwei Männer
blieben standhaft in dieser Geschichte: Kaleb und Josua.
Ich lade dich ein, dass du dir die Predigt von letzter Woche zu Hause anhörst – sehr
lehrreich, vielen Dank an Michel und Johanna.
Heute beschäftigen wir uns mit der zweiten tödlichen Haltung: bitteres Bedauern.
Teil I: Bitteres Bedauern aus Perspektive der Welt
Teil II: Bitteres Bedauern aus Perspektive der Bibel
Teil III: Der Geist Gottes ruft uns zur Freiheit & Gerechtigkeit
Teil I: Bitteres Bedauern aus Perspektive der Welt
Es gibt eine Stimme in dieser Welt. Sie lebt unter den Menschen und flüstert ihnen
ständig ins Ohr. Diese Stimme will uns immer wieder einreden, dass die
Vergangenheit besser oder sogar schöner war als heute.
Diese Stimme blockiert uns nicht nur, sondern macht uns blind für das, was Gott für
uns getan hat.
‚In Ägypten war das anders! Da bekamen wir umsonst so viel Fisch, wie wir wollten,
da gab es Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch. Aber hier haben wir
nichts außer jeden Tag dieses Manna. Darauf ist uns der Appetit gründlich
vergangen!« ‚ 4. Mose 11:5-6
Das Volk hat vergessen, aus welcher Sklaverei Gott sie befreit hat.
Kennst du solche Gedanken? Dass man denkt: „Ach, unser altes Zuhause war viel
schöner“ oder „Nirgendwo ist es so schön wie mein Heimatland“ – und dabei
vergisst man, dass es ernsthafte Gründe gab, warum man es verlassen hat.
Kennt ihr das Lied, das wir zu Jesus singen?
„Keiner ist wie du! Niemand sonst berührt mein Herz so wie Du“
Doch anstatt nach vorne zu schauen und zu Jesus zu singen, schauen wir nach
hinten und singen:
„Keiner ist wie du …“ – und umarmen unsere Vergangenheit mit Emotionen und
Tränen.
Ich habe ein Wort für Christen – ich nenne es „hart aber fair“, wie in der
Fernsehsendung von Markus Lanz.
Viele Christen verlassen eine Gemeinde, gehen in eine neue – und bedauern ständig
die alte Gemeinde, obwohl sie ernsthafte Gründe hatten, sie zu verlassen.
Und dann singen sie in der neuen Gemeinde mit Blick in die Vergangenheit:
„Keiner ist wie du …“ (Witz: Winken) – es reicht jetzt.
Bitteres Bedauern ist ein Lifestyle dieser Welt, der sich gefährlich in unser Leben
einschleichen, festsetzen und langfristig ausgelebt werden kann.
Als meine Frau und ich monatelang gebetet haben, damit Gott uns zeigt, wo wir
leben und in welcher Gemeinde wir sein sollen, hat er uns klar Richtung Bad
Godesberg geführt.
Tatsächlich klingt es sehr fromm, aber wir haben zuerst die Gemeinde festgelegt
und danach Wohnung und Arbeit gesucht – und sind schließlich nach Bad
Godesberg Heiderhof umgezogen.
Was haben wir praktisch gemacht?
Ich habe meinen unbefristeten Arbeitsvertrag im Krankenhaus in Siegen gekündigt.
Ich habe meinen unbefristeten Mietvertrag in einer neuen Top Wohnung gekündigt.
Ich habe mich von meiner Mutter verabschiedet und bin nach Bonn gezogen.
Und dann kam diese Stimme:
„Keiner ist wie du …“
BILD KÜCHE: Plötzlich vermisse ich meine wunderschöne Küche in Siegen –
türkisgrün, mit Walnussholz-Optik kombiniert, mit fancy schwarzen Griffen. Richtig
schön.
Ich nenne das: bitteres Bedauern.
Du vergisst, dass Gott dich in ein neues Kapitel deines Lebens geführt hat – für
einen bestimmten Auftrag – und denkst an deine türkisgrüne Küche mit fancy
schwarzen Griffen.
Ich frage dich heute ganz provokant:
Über was bedauerst du so bitterlich, obwohl du froh warst, es verlassen zu haben?
Welche „fancy Bilder“ aus deiner Vergangenheit blenden dich heute?
Teil II: Bitteres Bedauern aus Perspektive der Bibel
Geschichte aus dem Alten Testament: Der alte und der neue Tempel (Esra 3)
• Der erste Tempel war der prachtvolle Tempel Salomos.
• Er wurde zerstört (babylonisches Exil).
• Danach kehrten die Israeliten zurück und bauten einen einfacheren Tempel.
Zwischen Zerstörung und Neubau liegen etwa 70 Jahre.
Eine neue Generation ist entstanden, die den ersten Tempel nie gesehen hat.
Und es steht in Gottes Wort:
‚Doch während die einen vor Freude jubelten, weinten die älteren Priester, Leviten
und Sippenoberhäupter laut, denn sie hatten den ersten Tempel noch gekannt. Man
konnte die Freudenschreie vom Weinen kaum unterscheiden. Der Lärm war so groß,
dass er noch in der Ferne zu hören war.’ Esra 3:12-13
Auf der einen Seite stehen die Älteren, die den alten Tempel bedauern.
Auf der anderen Seite jubelt die neue Generation voller Freude.
Und Gott spricht durch den Propheten Haggai:
‚Wer ist unter euch übriggeblieben, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit
gesehen hat? Und wie sehet ihr es jetzt? Ist es nicht wie nichts in euren Augen?
Und nun sei stark, Serubbabel, spricht Jehova; und sei stark, Josua, Sohn
Jozadaks, du Hoherpriester, und seid stark, alles Volk des Landes, spricht Jehova,
und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht Jehova der Heerscharen. Das Wort,
welches ich mit euch eingegangen bin, als ihr aus Ägypten zoget, und mein Geist
bestehen in eurer Mitte: Fürchtet euch nicht! Denn so spricht Jehova der
Heerscharen: Noch einmal, eine kleine Weile ist es, da werde ich den Himmel
erschüttern und die Erde und das Meer und das Trockene. Und ich werde alle
Nationen erschüttern; und das Ersehnte aller Nationen wird kommen, und ich werde
dieses Haus mit Herrlichkeit füllen, spricht Jehova der Heerscharen. ‚ Haggai 2:3-7
Zitat: Mobin Zeitler
Freunde, es ist der Geist des Herrn, der den Tempel ausmacht – nicht das Material.
Wiederholung:
„… und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit füllen …“ Haggai 2:7
Biblische Fakt:
Der Geist Gottes wohnt nicht in bitterem Bedauern über die Vergangenheit, sondern
im Hier und Jetzt – in uns.
Freunde, wusstet ihr, dass Gott sich bewusst entscheidet, nicht mehr an deine
Vergangenheit zu denken?
‚Und trotzdem: Ich werde euch alles vergeben – um meinetwillen. Ich werde all eure
Vergehen für immer vergessen. ‚ Jesaja 43:25 HFA
‚Ich, ich bin es, der deine Übertretungen tilgt um meinetwillen; und deiner Sünden
will ich nicht mehr gedenken. – ‚ Jesaja 43:25 ELB
BILD: Beichtstuhl
Vielleicht stellst du dir in deinen Gedanken einen Beichtstuhl vor.
Es fühlt sich bequem an – ich war selbst einmal drin. Eine dicke Gardine trennt dich
vom Priester. Keiner sieht dich (Du denkst Datenschutz 100%)
Aber darf ich dir etwas sagen?
In dieser Kabine sitzt nicht Gott – sondern du und ein Priester.
Deshalb: Steh auf!
Gott hat dir ein neues Kleid vorbereitet – auch wenn du dich nicht würdig fühlst.
Zeugnis:
Illustration: KAUTION
Ich erinnere mich an vor zwölf Jahren im Iran, als ich im politischen Gefängnis im
Kurdistan war.
Mein Vater hat mich gesucht – und tatsächlich gefunden. Er brachte eine Kaution
mit: ein Grundstücksdokument, um mich freizukaufen.
Als ich ihn nach 63 Tagen im Gefängnis sah, hatte ich Handschellen an den Händen,
meine Beine waren gefesselt. Neben mir stand ein Polizeibeamter. Vor mir saß eine
Richterin ( ich muss ehrlich sage sie war nett zu mir).
In diesem Moment ging es um alles: Eine Entscheidung über 5 Jahre Gefängnis
oder der Tod (öffentliche Hinrichtung).
Dann trat mein Vater in den Gerichtssaal.
Ich habe mich geschämt. Ich wollte nie, dass mein Vater mich so sieht – gefesselt
und erniedrigt.
Doch als er meine Tränen sah, hob er meinen Kopf vor Polizeibeamte und Richterin
und sagte:
„Mein Sohn, schau nach oben. Dein Vater ist nicht tot.“
Er gab die Kaution – und ich wurde freigelassen.
Und genau so ist unser Vater im Himmel:
Er steht heute vor dir.
Die Kaution in seiner Hand ist Blut Jesu.
Er sagt dir der Schuldschein ist zerrissen.
Mein Sohn / Mein Tochter Du bist frei – im Namen Jesu.
Schau nach oben, dein Vater ist nicht Tot.
‚Den Schuldschein, der auf unseren Namen ausgestellt war und dessen Inhalt uns
anklagte, weil wir die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllt hatten, hat er für nicht
mehr gültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt.
‚ Kolosser 2:14 NGÜ
Teil III: Der Geist Gottes ruft uns zur Freiheit &
Gerechtigkeit
‚Mit dem »Herrn« ist Gottes Geist gemeint. Und wo der Geist des Herrn ist, da ist
Freiheit. ‚ 2. Korinther 3:17
Ergebnis:
Bitteres Bedauern ist für manche ein Lifestyle, für andere eine Gewohnheit – und es
gibt sogar ein Endstadium: Bitteres Bedauern als Kultur.
Man hört es überall: in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz, unter Freunden.
Ich nenne es: die Stimme der Welt.
Doch es gibt auch eine andere Stimme – die Stimme Gottes.
Sie formt eine andere Kultur: Kingdom-Kultur
‚Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in
euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Wenn aber
Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber
Leben der Gerechtigkeit wegen. Wenn aber der Geist dessen, der Jesum aus den
Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christum aus den Toten
auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in
euch wohnenden Geistes. So denn, Brüder und Schwestern, sind wir Schuldner,
nicht dem Fleische, um nach dem Fleische zu leben, denn wenn ihr nach dem
Fleische lebet, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen
des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet
werden, diese sind Söhne und Töchter Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der
Knechtschaft empfangen, wiederum zur Furcht, sondern einen Geist der
Sohnschaft / Tochterschaft habt ihr empfangen, in welchem wir rufen: Abba,
Vater! Der Geist selbst zeugt mit unserem Geiste, daß wir Kinder Gottes sind.
Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir
anders mitleiden, auf daß wir auch mitverherrlicht werden. ‚ Römer 8:9-17
Lass uns erklären und proklamieren:
Gottes Gerechtigkeit über uns als Gemeinde Christi heute,
der uns zu Brüdern und Schwestern gemacht hat,
und damit sind wir Söhne und Töchter Gottes geworden.
Lass uns unsere neue Identität, unsere Sohnschaft oder Tochterschaft in der
Familie Gottes wie ein neues Kleid anziehen,
und gemeinsam rufen wir zu unserem himmlischen Vater: Abba, Vater.
Lass uns erklären und proklamieren, dass wir Kinder Gottes sind –
hier, zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft.
Und mit der Hoffnung der Mitverherrlichung mit Christus selbst schließen wir den
Predigtteil
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
AMEN