Jesus – Wir haben seine Herrlichkeit gesehen! 5: Jesus Wir sahen seine Weisheit Christine Gräbnitz
Jesus – Wir haben seine Herrlichkeit gesehen!
Teil 5: Jesus im Tempel – Wir sahen seine Weisheit Luk 2, 39-51
Nachdem Josef und Maria alle Vorschriften erfüllt hatten, die das Gesetz des
Herrn fordert, kehrten sie nach Nazareth in Galiläa zurück. 40Das Kind wuchs
gesund heran, erfüllt mit göttlicher Weisheit, und Gottes Segen ruhte sichtbar
auf ihm.
Der zwölfjährige Jesus im Tempel
41Jahr für Jahr besuchten Josef und Maria das Passahfest in Jerusalem. 42Als
Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie wie gewohnt dorthin und nahmen ihn
mit. 43Nach den Festtagen machten sich die Eltern wieder auf den Heimweg.
Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass sie es bemerkten. 44Denn sie dachten,
er sei mit anderen Reisenden unterwegs. Nachdem sie einen Tagesmarsch weit
gekommen waren, begannen sie, bei ihren Verwandten und Freunden nach ihm
zu suchen. 45Als sie ihn aber dort nicht fanden, kehrten sie besorgt um und
suchten ihn überall in Jerusalem.
46Endlich, nach drei Tagen, entdeckten sie Jesus im Tempel. Er saß mitten unter
den Gesetzeslehrern, hörte ihnen aufmerksam zu und stellte Fragen.
47Alle wunderten sich über sein Verständnis und seine Antworten.
48Die Eltern waren fassungslos, als sie ihn dort fanden. »Kind«, fragte ihn
Maria, »wie konntest du uns nur so etwas antun? Dein Vater und ich haben dich
überall verzweifelt gesucht!«
49»Warum habt ihr mich gesucht?«, erwiderte Jesus. »Habt ihr denn nicht
gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« 50Doch sie begriffen
nicht, was er damit meinte.
51Dann kehrte Jesus mit seinen Eltern nach Nazareth zurück, und er war ihnen
gehorsam. Seine Mutter aber dachte immer wieder über das nach, was
geschehen war.
0. Orientierung
• In der Bibel: Fast nichts über Jesu Kindheit – Aber: als 12 Jähriger im
Tempel
• Judentum: Bar-Mizwa, Bat Mizwa): 12-13 Jahre, ab 200 n.Chr., Sohn des
Gebotes, religiöse Mündigkeit
• Diese Geschichte nicht zufällig. Sie handelt von
o Reifung
o Verantwortung
o Loslassen
o Berufung
• Nicht abstrakt, sondern:
o konkret am Übergang vom Kindsein zur Verantwortung
o sichtbar an Jesus selbst
• Lukas 2 ist:
o keine Kindergeschichte
o sondern eine Schwellenerzählung,
o handelt von Übergangszeit Kindsein
zum Erwachsenenalter
1. Als Kind lebt ein Mensch getragen, geschützt
• Kindsein bedeutet:
o getragen sein von Erwachsenen, im besten Fall von seinen Eltern
o geschützt sein
o noch nicht verantwortlich im vollen Sinn
o Der Mensch lebt aus Gnade, bevor er antwortet
Psalm 22,10–11
Du, Herr, hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen.
Schon an ihrer Brust hast du mich Vertrauen gelehrt.
11Du bist mein Gott, seitdem mein Leben begann.
Seit der Stunde meiner Geburt bin ich auf dich angewiesen.
• In Beziehung mit den Eltern Vertrauen lernen
• Angewiesensein auf Gott und die Eltern
Psalm 127,3
Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn,
die Leibesfrucht ist eine Belohnung.
• Kinder sind eine Gabe, kein Besitz!
• Belohnung (manchmal anstrengend!)
Markus 10,14
Als das Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder
zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solcher ist das Reich
Gottes! 15Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt
wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!
• Jesus nimmt die Kinder in den arm
• Ihnen gehört das Himmelreich
• Kindlicher Glaube
2. Die Illusion der Gewissheit zerbricht
• Lukas 2,44
Sie meinten, er sei unter den Mitreisenden
• Maria und Josef:
o glauben zu wissen, wo Jesus ist
o verlieren ihn trotzdem
o Angst, etwas falsch gemacht zu haben
o Waren bestimmt ärgerlich
Reifung beginnt oft mit Kontrollverlust
Sprüche 16,9
Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte.
o Manchmal kommt alles ganz anders
o Sein Wille geschieht
o Keine Kontrolle, trotzdem Wachstum
o Beispiel: Meine Lebensplanung
Psalm 139,7–10
Wie könnte ich mich dir entziehen;
wohin könnte ich fliehen, ohne dass du mich siehst?
8Stiege ich in den Himmel hinauf – du bist da!
Wollte ich mich im Totenreich verbergen – auch dort bist du!
9Eilte ich dorthin, wo die Sonne aufgeht,
oder versteckte ich mich im äußersten Westen, wo sie untergeht,
10dann würdest du auch dort mich führen
und nicht mehr loslassen.
• Gott entzieht sich menschlicher Verfügbarkeit
• Reifung beginnt, wo Gewissheit endet: Glaube
• Er ist allgegenwärtig
• Immer für mich da
• Manchmal hat er ganz andere Pläne als wir
• Gott vertrauen auch in Unsicherheit
3. Suchen ist kein Mangel, sondern gehört zum Wachstum!
Maria und Josef suchen 3 Tage nach Jesus!
• Stell dir vor, das würde dir passieren
• Beispiel: Hannah war 5 min weg
• Drei Tage Suche: Angst, Ohnmacht, Ungewissheit
• Auch geistliche Suche kann schmerzhaft sein
Psalm 34,19
Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind,
und rettet diejenigen, die alle Hoffnung verloren haben.
Psalm 42,2
Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, o
Gott! 3Ja, ich dürste nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
• Geistliches und auch psychisches Wachstum ist mit Suche verbunden. Oft
mit Schmerzen, sonst bewegt man sich nicht.
• Komfortzone verlassen
• Fitnessstudio: Ermutigungsschild
• Suchen ist nicht Unglaube,
• sondern der Ort, an dem Gott gefunden wird
• Mein Zeugnis
4. Mit etwa 12 Jahren: Der Mensch verändert sich tiefgreifend
• Anthropologisch:
Große Veränderung, Pubertät, Gehirn,
Abstraktes Denken
• Beginn innerer Verantwortung
• Gewissen erwacht
• Theologisch:
Der Mensch wird antwortfähig
5.Mose 30,19
Himmel und Erde sind meine Zeugen, dass ich euch heute vor die Wahl
gestellt habe zwischen Leben und Tod, zwischen Segen und Fluch. Wählt
das Leben, damit ihr und eure Kinder nicht umkommt!
• Wahl für Gott oder auch dagegen
• Krachende Türen
• Schwierige Zeit für Eltern
Römer 14,12
Jeder von uns wird also für sich selbst Rechenschaft vor Gott ablegen
müssen.
• Zeit loszulassen
• Jeder Mensch dar eigene Entscheidung treffen
• Freier Wille
• Eigene Verantwortung: Ausdruck von Würde
5. Jesus als der Reifende – nicht der fertige Held
• Auch Jesus als Teen: fragt, hört zu, lernt
• Er weiß um seine Bindung an Gott,
• Aber lebt sie wachsend
• Auch Jesus lernt und reift, wie wir
Hebräer 5,8
Dennoch musste auch Jesus, der Sohn Gottes, durch sein Leiden
Gehorsam lernen. 9Als er darin vollendet war, ist er für alle, die ihm
gehorsam sind, zum Retter und Erlöser geworden.
• Jesus ist wirklich Mensch
• Reifung gehört zu seiner Sendung
• Er ist darin unser Vorbild
6. „Ich muss sein…“ – Berufung im Keim
• Jesu erstes „Ich muss“
• Seine Berufung, noch tasten, fragil aber real
• kein Trotz
• keine Abwertung der Eltern
• Berufung zeigt sich früh, aber nicht vollständig
Jeremia 1,5
»Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und
ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt, um mir allein zu dienen.
7. Nicht-Verstehen
Vers 48-50
Die Eltern waren fassungslos, als sie ihn dort fanden. »Kind«, fragte ihn Maria,
»wie konntest du uns nur so etwas antun? Dein Vater und ich haben dich
überall verzweifelt gesucht!«
49»Warum habt ihr mich gesucht?«, erwiderte Jesus. »Habt ihr denn nicht
gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« 50Doch sie begriffen
nicht, was er damit meinte.
• Eltern-Kinder: Andere Berufung
• Beispiel: Mein Papa
• Reifung geschieht im Aushalten von Spannung
• Loslassen!
8. Zwischen Loslassen und Bleiben
Luk 2, 51
51Dann kehrte Jesus mit seinen Eltern nach Nazareth zurück, und er war
ihnen gehorsam. Seine Mutter aber dachte immer wieder über das nach,
was geschehen war.
• Jesus kehrt zurück nach Nazareth
• Berufung ≠ Flucht
• Alltag ist heiliger Raum
Matthäus 6,33
Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner
Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! 34Darum sollt
ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird
für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.
Rut 1,16
Aber Ruth erwiderte: »Besteh nicht darauf, dass ich dich verlasse! Ich will
mich nicht von dir trennen. Wo du hingehst, da will auch ich hingehen.
Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott
ist mein Gott.
• Reife zeigt sich nicht nur im Aufbruch,
• sondern im verantworteten Bleiben
• Eltern Kinder: Loslassen, Akzeptanz
• Beziehung kann bestehen bleiben
9. Wachstum braucht Zeit – auch bei Jesus
Lukas 2,52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und
den Menschen.
• Kein Sprung, kein Wunderwachstum
• Entwicklung vor Gott und Menschen
Psalm 1,3
Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der
Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder,
noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2sondern seine
Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.
3Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu
seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.
• Wachsen im Verborgenen
• Gott wirkt langsam – aber zuverlässig
Reifung heißt antworten dürfen, scheitern dürfen, getragen bleiben
11. Schluss: Einladung zur geistlichen Reife
• Für Jugendliche:
o Deine Fragen sind erlaubt
o Deine Verantwortung wächst
• Für Erwachsene:
o Loslassen ist geistliche Arbeit
• Für alle:
o Gott geht mit durch Übergänge
Gebet eines Kindes
„Lieber Vater im Himmel, ich komme jetzt zu Dir!
Vergib mir meine Schuld! Lieber Herr Jesus,
Du bist für mich gestorben und auferstanden!
Ich wähle Dich heute als meinen Retter und Herrn!
Dir will ich gehören! Dir will ich folgen.“