Jesus – Wir haben seine Herrlichkeit gesehen! 5: Jesus Wir sahen seine Weisheit Christine Gräbnitz

Mario Wahnschaffe

29. Dezember 2025
21 Minuten

Jesus – Wir haben seine Herrlichkeit gesehen!

Teil 5: Jesus im Tempel – Wir sahen seine Weisheit Luk 2, 39-51

Nachdem Josef und Maria alle Vorschriften erfüllt hatten, die das Gesetz des

Herrn fordert, kehrten sie nach Nazareth in Galiläa zurück. 40Das Kind wuchs

gesund heran, erfüllt mit göttlicher Weisheit, und Gottes Segen ruhte sichtbar

auf ihm.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

41Jahr für Jahr besuchten Josef und Maria das Passahfest in Jerusalem. 42Als

Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie wie gewohnt dorthin und nahmen ihn

mit. 43Nach den Festtagen machten sich die Eltern wieder auf den Heimweg.

Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass sie es bemerkten. 44Denn sie dachten,

er sei mit anderen Reisenden unterwegs. Nachdem sie einen Tagesmarsch weit

gekommen waren, begannen sie, bei ihren Verwandten und Freunden nach ihm

zu suchen. 45Als sie ihn aber dort nicht fanden, kehrten sie besorgt um und

suchten ihn überall in Jerusalem.

46Endlich, nach drei Tagen, entdeckten sie Jesus im Tempel. Er saß mitten unter

den Gesetzeslehrern, hörte ihnen aufmerksam zu und stellte Fragen.

47Alle wunderten sich über sein Verständnis und seine Antworten.

48Die Eltern waren fassungslos, als sie ihn dort fanden. »Kind«, fragte ihn

Maria, »wie konntest du uns nur so etwas antun? Dein Vater und ich haben dich

überall verzweifelt gesucht!«

49»Warum habt ihr mich gesucht?«, erwiderte Jesus. »Habt ihr denn nicht

gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« 50Doch sie begriffen

nicht, was er damit meinte.

51Dann kehrte Jesus mit seinen Eltern nach Nazareth zurück, und er war ihnen

gehorsam. Seine Mutter aber dachte immer wieder über das nach, was

geschehen war.

0. Orientierung

In der Bibel: Fast nichts über Jesu Kindheit – Aber: als 12 Jähriger im

Tempel

Judentum: Bar-Mizwa, Bat Mizwa): 12-13 Jahre, ab 200 n.Chr., Sohn des

Gebotes, religiöse Mündigkeit

Diese Geschichte nicht zufällig. Sie handelt von

o Reifung

o Verantwortung

o Loslassen

o Berufung

Nicht abstrakt, sondern:

o konkret am Übergang vom Kindsein zur Verantwortung

o sichtbar an Jesus selbst

Lukas 2 ist:

o keine Kindergeschichte

o sondern eine Schwellenerzählung,

o handelt von Übergangszeit Kindsein

zum Erwachsenenalter

1. Als Kind lebt ein Mensch getragen, geschützt

Kindsein bedeutet:

o getragen sein von Erwachsenen, im besten Fall von seinen Eltern

o geschützt sein

o noch nicht verantwortlich im vollen Sinn

o Der Mensch lebt aus Gnade, bevor er antwortet

Psalm 22,10–11

Du, Herr, hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen.

Schon an ihrer Brust hast du mich Vertrauen gelehrt.

11Du bist mein Gott, seitdem mein Leben begann.

Seit der Stunde meiner Geburt bin ich auf dich angewiesen.

In Beziehung mit den Eltern Vertrauen lernen

Angewiesensein auf Gott und die Eltern

Psalm 127,3

Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn,

die Leibesfrucht ist eine Belohnung.

Kinder sind eine Gabe, kein Besitz!

Belohnung (manchmal anstrengend!)

Markus 10,14

Als das Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder

zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solcher ist das Reich

Gottes! 15Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt

wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!

Jesus nimmt die Kinder in den arm

Ihnen gehört das Himmelreich

Kindlicher Glaube

2. Die Illusion der Gewissheit zerbricht

Lukas 2,44

Sie meinten, er sei unter den Mitreisenden

Maria und Josef:

o glauben zu wissen, wo Jesus ist

o verlieren ihn trotzdem

o Angst, etwas falsch gemacht zu haben

o Waren bestimmt ärgerlich

Reifung beginnt oft mit Kontrollverlust

Sprüche 16,9

Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte.

o Manchmal kommt alles ganz anders

o Sein Wille geschieht

o Keine Kontrolle, trotzdem Wachstum

o Beispiel: Meine Lebensplanung

Psalm 139,7–10

Wie könnte ich mich dir entziehen;

wohin könnte ich fliehen, ohne dass du mich siehst?

8Stiege ich in den Himmel hinauf – du bist da!

Wollte ich mich im Totenreich verbergen – auch dort bist du!

9Eilte ich dorthin, wo die Sonne aufgeht,

oder versteckte ich mich im äußersten Westen, wo sie untergeht,

10dann würdest du auch dort mich führen

und nicht mehr loslassen.

Gott entzieht sich menschlicher Verfügbarkeit

Reifung beginnt, wo Gewissheit endet: Glaube

Er ist allgegenwärtig

Immer für mich da

Manchmal hat er ganz andere Pläne als wir

Gott vertrauen auch in Unsicherheit

3. Suchen ist kein Mangel, sondern gehört zum Wachstum!

Maria und Josef suchen 3 Tage nach Jesus!

Stell dir vor, das würde dir passieren

Beispiel: Hannah war 5 min weg

Drei Tage Suche: Angst, Ohnmacht, Ungewissheit

Auch geistliche Suche kann schmerzhaft sein

Psalm 34,19

Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind,

und rettet diejenigen, die alle Hoffnung verloren haben.

Psalm 42,2

Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt, so sehne ich mich nach dir, o

Gott! 3Ja, ich dürste nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Geistliches und auch psychisches Wachstum ist mit Suche verbunden. Oft

mit Schmerzen, sonst bewegt man sich nicht.

Komfortzone verlassen

Fitnessstudio: Ermutigungsschild

Suchen ist nicht Unglaube,

sondern der Ort, an dem Gott gefunden wird

Mein Zeugnis

4. Mit etwa 12 Jahren: Der Mensch verändert sich tiefgreifend

Anthropologisch:

Große Veränderung, Pubertät, Gehirn,

Abstraktes Denken

Beginn innerer Verantwortung

Gewissen erwacht

Theologisch:

Der Mensch wird antwortfähig

5.Mose 30,19

Himmel und Erde sind meine Zeugen, dass ich euch heute vor die Wahl

gestellt habe zwischen Leben und Tod, zwischen Segen und Fluch. Wählt

das Leben, damit ihr und eure Kinder nicht umkommt!

Wahl für Gott oder auch dagegen

Krachende Türen

Schwierige Zeit für Eltern

Römer 14,12

Jeder von uns wird also für sich selbst Rechenschaft vor Gott ablegen

müssen.

Zeit loszulassen

Jeder Mensch dar eigene Entscheidung treffen

Freier Wille

Eigene Verantwortung: Ausdruck von Würde

5. Jesus als der Reifende – nicht der fertige Held

Auch Jesus als Teen: fragt, hört zu, lernt

Er weiß um seine Bindung an Gott,

Aber lebt sie wachsend

Auch Jesus lernt und reift, wie wir

Hebräer 5,8

Dennoch musste auch Jesus, der Sohn Gottes, durch sein Leiden

Gehorsam lernen. 9Als er darin vollendet war, ist er für alle, die ihm

gehorsam sind, zum Retter und Erlöser geworden.

Jesus ist wirklich Mensch

Reifung gehört zu seiner Sendung

Er ist darin unser Vorbild

6. „Ich muss sein…“ – Berufung im Keim

Jesu erstes „Ich muss“

Seine Berufung, noch tasten, fragil aber real

kein Trotz

keine Abwertung der Eltern

Berufung zeigt sich früh, aber nicht vollständig

Jeremia 1,5

»Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und

ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt, um mir allein zu dienen.

7. Nicht-Verstehen

Vers 48-50

Die Eltern waren fassungslos, als sie ihn dort fanden. »Kind«, fragte ihn Maria,

»wie konntest du uns nur so etwas antun? Dein Vater und ich haben dich

überall verzweifelt gesucht!«

49»Warum habt ihr mich gesucht?«, erwiderte Jesus. »Habt ihr denn nicht

gewusst, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« 50Doch sie begriffen

nicht, was er damit meinte.

Eltern-Kinder: Andere Berufung

Beispiel: Mein Papa

Reifung geschieht im Aushalten von Spannung

Loslassen!

8. Zwischen Loslassen und Bleiben

Luk 2, 51

51Dann kehrte Jesus mit seinen Eltern nach Nazareth zurück, und er war

ihnen gehorsam. Seine Mutter aber dachte immer wieder über das nach,

was geschehen war.

Jesus kehrt zurück nach Nazareth

Berufung ≠ Flucht

Alltag ist heiliger Raum

Matthäus 6,33

Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner

Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! 34Darum sollt

ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird

für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.

Rut 1,16

Aber Ruth erwiderte: »Besteh nicht darauf, dass ich dich verlasse! Ich will

mich nicht von dir trennen. Wo du hingehst, da will auch ich hingehen.

Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott

ist mein Gott.

Reife zeigt sich nicht nur im Aufbruch,

sondern im verantworteten Bleiben

Eltern Kinder: Loslassen, Akzeptanz

Beziehung kann bestehen bleiben

9. Wachstum braucht Zeit – auch bei Jesus

Lukas 2,52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und

den Menschen.

Kein Sprung, kein Wunderwachstum

Entwicklung vor Gott und Menschen

Psalm 1,3

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der

Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder,

noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2sondern seine

Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.

3Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu

seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.

Wachsen im Verborgenen

Gott wirkt langsam – aber zuverlässig

Reifung heißt antworten dürfen, scheitern dürfen, getragen bleiben

11. Schluss: Einladung zur geistlichen Reife

Für Jugendliche:

o Deine Fragen sind erlaubt

o Deine Verantwortung wächst

Für Erwachsene:

o Loslassen ist geistliche Arbeit

Für alle:

o Gott geht mit durch Übergänge

Gebet eines Kindes

„Lieber Vater im Himmel, ich komme jetzt zu Dir!

Vergib mir meine Schuld! Lieber Herr Jesus,

Du bist für mich gestorben und auferstanden!

Ich wähle Dich heute als meinen Retter und Herrn!

Dir will ich gehören! Dir will ich folgen.“



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