IMT 4 Himmelsrichtungen der Leitung: „Meine Leiter leiten“ Konstruktive Konfliktlösung – Mario Wahnschaffe

Mario Wahnschaffe

24. Juni 2026
34 Minuten

„Meine Leiter leiten“

International Ministry Training
Die 4 Himmelsrichtungen der Leitung Teil 3: „Meine Leiter leiten“ Konstruktive Konfliktlösung

Hier geht es um die Kunst, „nach oben“ zu leiten.

Eine große und wachsende Gemeinde bringt größere Heraus­forderungen und Bedürfnisse mit sich. Die Leiter von Arbeitszweigen brauchen deswegen mehr …

  • Ermutigung durch die Ältestenschaft
  • Unterstützung bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter
  • Finanzen für größere Projekte
  • Erweiterung ihrer Kompetenzen.

Gleichzeitig werden durch die Ausweitung eines oder mehrerer Arbeitszweige auch andere ‚angrenzende’ Arbeitszweige betroffen. Ein begrenztes Maß an Raum, Zeit, Kraft, Finanzen und potentiellen Mitarbeitern führt unweigerlich und automatisch zu Interessenkon­flikten.

Der ‚übliche’ Weg der Konfliktbewältigung unter Christen:

 

Biblisches Beispiel: Die Erbitterung zwischen Paulus und Barnabas (Apostelgeschichte 15,39).

1.1.1                    Konflikte mit der Leiterschaft konstruktiv klären

Falls ein Konflikt unlösbar erscheint, ist es hilfreich, Vermittler (Media­toren) einzuschalten. Wenn wir Konflikte innerhalb eines Teams mit Hilfe von Mediatoren zu bewältigen suchen, bringt dies mehr Sachlichkeit und Objektivität. Um Vorverurteilung und Verletzung vorzubeugen, ist eines der Ziele eines Konfliktgesprächs, sich auf die sachliche Ebene zu beschränken und die persönliche Ebene zu meiden.

 

Biblisches Beispiel (1): Das Apostelkonzil und der erste große Streit der Gemeinde in Jerusalem (Apostelgeschichte 15,1-33).

Die Apostel in Jerusalem fordern von den Gläubigen in Antiochia, neben ihrem Glauben an Jesus auch den jüdischen Gesetzen zu folgen (Beschneidung, Speisevorschriften). Petrus und Jakobus schal­ten sich vermittelnd in den Konflikt zwischen der Leiterschaft in Jerusalem und den Brüdern Paulus und Barnabas ein (V. 6 und 13[1]).

Durch die gründliche Darlegung von Fakten durch Paulus und Barnabas (V. 12)[2], biblischer Argumente durch Petrus (V. 8-9)[3] und Vision durch Jakobus (V. 15-17) werden die Apostel und die Ältesten samt der ganzen Gemeinde zu Jerusalem davon überzeugt, den Gläubigen zu Antiochia einen einigenden Lösungsvorschlag zu machen (V. 19-21)[4].

Dieses Beispiel gibt uns einen Leitfaden für einen möglichen Konflikt­verlauf in Interessenstreitigkeiten mit der Leiterschaft:

 

 

Informationen

Paulus und Barnabas berichten der Versammlung in Jerusalem aus­führlich von Gottes Wirken unter den Nationen. „Die ganze Menge aber schwieg und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott unter den Nationen durch sie getan habe“ (Apostelgeschichte 15,12).

Fakten

Petrus erinnert seinerseits die Versammlung von den lange vergan­genen und bekannten Erfahrungen mit den ersten Heiden, die aus den Nationen zum Glauben gekommen und mit dem Heiligen Geist erfüllt worden waren.

Vision

Zum Abschluss erinnert Jakobus die Versammlung an die prophe­tischen Worte der Schrift und die Vision der Gemeinde, nämlich alle Nationen mit dem Evangelium zu erreichen: „… damit die übrigen der Menschen den Herrn suchen und alle Nationen, über die mein Name ausgerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut.“ (V. 17)

Lösung des Konflikts

Nicht nur die Apostel, sondern auch die Ältesten und die Gemeinde sind während des gesamten Prozesses überzeugt worden (V. 22). Man kommt zu einer für alle akzeptablen Lösung (V. 20-21).

 

Biblisches Beispiel (2): Der „treue Mitarbeiter“ (Übersetzung „Hoffnung für alle“) als Vermittler im Streit zwischen Evodia und Syntyche (Philipperbrief 4,1-3)[5].

Die Evodia ermahne ich, und die Syntyche ermahne ich, diesel­be Gesinnung zu haben im Herrn! Ja, ich bitte auch dich, mein rechter Gefährte, stehe ihnen bei, die in dem Evangelium zusammen mit mir gekämpft haben, …

Philipperbrief 4,2-3a

Ein Beispiel aus unserer Kirche: Ein konstruktiv gelöster Konflikt zwi­schen Dolmetschern bzw. internationalen Kleingruppenleitern und der Gemeindeleitung bzw. den Ältesten.

1.1.2                   Reaktion der Leiterschaft auf Konflikte

Wenn ich mir als Leiter bewusst mache, dass konstruktiv gelöste Kon­flikte innerhalb der Gemeinde immer zum Wohl der Gemeinde sind, sehe ich Konflikte nicht als Bedrohung an, sondern als Chance zur Verbesserung.

Um so mehr ist es meine Verantwortung, die mir unterstellten Arbeitskreisleiter darin zu schulen, wie sie Bedürfnisse nach oben leiten können. Viele Mitarbeiter sind frustriert und geben schnell und verärgert auf, weil ihren Bedürfnissen von der Leiterschaft nicht entsprochen wurde.

Als Leiter sollte ich sie schulen und ermutigen, mein erstes „Nein“, nicht als entgültiges „Nein“ zu akzeptieren. Ihnen muss bewusst sein, dass sie bestrebt sein sollten, mich für ihre Projekte zu gewin­nen und mich von diesen Projekten durch …

  • Informationen
  • Fakten
  • Vision

zu überzeugen.

Aufgabe:

Denke über die folgenden Fragen nach:

  • Wie habe ich bei Meinungsverschiedenheiten mit meinen Leitern Konflikte lösen können?
  • Wie war meine emotionale Reaktion, wenn ich eine Absage von meiner Leiterschaft für mein Projekt erhielt?
  • Bin ich harmoniesüchtig oder habe ich grundsätzlich Probleme mit Autoritäten?
  • Was sind die Gründe für meine Reaktion?
  • Was könnte ich praktisch verändern, um mit meiner Leiterschaft im Gespräch zu bleiben?

[1] „Die Apostel aber und die Ältesten versammelten sich, um diese Angelegenheit zu besehen.“ „Als sie aber schwiegen, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Brüder, hört mich!“ Apostelgeschichte 15,6.13)

[2] „Die ganze Menge aber schwieg und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott unter den Nationen durch sie getan habe.“ (Apostelgeschichte 15,12)

[3] „Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab wie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte.“ (Apostelgeschichte 15,8-9)

[4] „Deshalb urteile ich, man solle die, welche sich von den Nationen zu Gott bekehren, nicht beunruhigen, sondern ihnen schreiben, dass sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut. Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn predigen, da er an jedem Sabbat in den Synagogen gelesen wird.“ (Apostelgeschichte 15,19-21)

[5] „Daher, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und mein Siegeskranz, steht in dieser Weise fest im Herrn, Geliebte! Die Evodia ermahne ich, und die Syntyche ermahne ich, dieselbe Gesinnung zu haben im Herrn! Ja, ich bitte auch dich, mein rechter Gefährte, stehe ihnen bei, die in dem Evangelium zusammen mit mir gekämpft haben, auch mit Klemens und meinen übrigen Mitar­beitern, deren Namen im Buch des Lebens sind.“ (Philipperbrief 4,1-3)



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