ICB Israeltag – „Woher kommt der Hass? Antisemitismus – Warum?“
ICB Israeltag – Gottesdienst mit Mario Wahnschaffe 26.04.2026
„Woher kommt der Hass? Antisemitismus – Warum?“
- Was ist Antisemitismus? Woher kommt der Hass? Die Frage bleibt.
- Das Buch Ester: Eine antike Geschichte über den Judenhass:
- Exil in Persien: Gottes Gericht über die Juden
- Der Segen der Juden für die Völker
- Der Anstoß der Juden für die Völker
- Die Rettung vor der Vernichtung der Juden
1.Was ist Antisemitismus? Woher kommt der Hass? Die Frage bleibt.
Tausende von Büchern wurden von Wissenschaftlern, Historikern, Politikern, Psychologen und Geistlichen geschrieben, um das Phänomen des Judenhasses, bzw. des „Antisemitismus“ zu erklären. Und doch bleiben wir ratlos über den Hass gegen die Juden?
Ist es Hass gegen ein Volk?
Hass gegen eine Religion?
Hass gegen eine Nation?
Die politisch-historische Wissenschaft versucht das Unerklärliche zu erklären und klassifiziert den Judenhass in verschiedene Kategorien:
- Moderner Antisemitismus ist Antizionismus: Niedersachsen-Beschluss im März 26:Der niedersächsische Landesverband der Linken verabschiedete einen Beschluss, der „real existierenden Zionismus“ ablehnt, was der Zentralrat der Juden als Angriff auf das Existenzrecht Israels verurteilte.
- Post-Holocaust-Antisemitismus 1945 bis Heute: Vorwurf der „Holocaustausbeutung“ durch Wiedergutmachungszahlungen, angebl. Diffamierung der deutschen Identität, einer verfehlten Staatsräson, die die angebl. Appartheitspolitik Israels.
- Neuzeitlicher Antisemitismus 1737-1945: Die Juden insb. Rothschild sind die Verursacher der weltweiten Finanzkrisen. Im europäischen Nationalismus war die Überzeugung einer jüdischen Weltverschwörung verbreitet.
- Antijudaismus 30 – 1945: Feindschaft zwischen Juden und Christen bis zur Shoah.
- Antike Judenfeindlichkeit 586 v.Chr. bis 167v.Chr.: Von der Zerstörung des ersten Tempels in Jerusalem bis zum griech. Seleukidischen Reich.
- Sklaverei in Ägypten: Chr.
Wir haben es mit einem Phänomen zu tun, dass weder politisch, noch ethnisch noch religiös beantwortet werden kann, trotz tausender Bücher.
Die Frage bleibt: Woher kommt der Hass? Was ist Antisemitismus?
Was sagt Gottes Wort zu diesen unbeantworteten Fragen?
2.Das Buch Ester: Eine antike Geschichte über den Judenhass:
- Exil in Persien: Gottes Gericht über die Juden
Nehemia, der Mundschenk des großen Perserkönigs Artaxerxes / Artasasta in einer der größten Paläste der damaligen Welt: In Susa
Wusste den Grund für die 70 jährige Gefangenschaft Judas in Babylon!
Schuld war nicht Nebukadnezar
Schuld war nicht der Teufel
Es waren die Sünden des Volkes Israels!
„Sehr böse haben wir gegen dich gehandelt und haben nicht die Gebote und die Ordnungen und die Rechtsbestimmungen bewahrt, die du deinem Knecht Mose geboten hast. 8 Denke doch an das Wort, das du deinem Knecht Mose geboten hast, indem du sprachst: Werdet ihr treulos handeln, dann werde ich euch unter die Völker zerstreuen!“
Nehemia 1,7.8
Weil Israel nicht Gott die Ehre gab sondern den Götzen der Völker spuckte Gott sie aus dem Land der Gegenwart Gottes aus.
Doch obwohl die Väter der Juden ungehorsam waren, hörte Gott nicht auf ihre Kinder zu segnen, aufgrund seiner Verheißung zu David, und machte sie zum Segen selbst in Babylon und später im Medo-Persien.
„Denn so spricht der HERR: Erst wenn siebzig Jahre für Babel voll sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort, euch an diesen Ort zurückzubringen, an euch erfüllen.“
Jeremia 29,10
„Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch gefangen weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN! Denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben.“
Jeremia 29,7
Lesson learned:
Gottes erwähltes Volk zu sein, ist ein Bild auf Ehe.
Auserwählung hatte viele Vorzüge: Verheißenes Land, Reichtum. Untreue aber Gericht.
Nicht der Segen, nicht das Land stärkte Ihren Glauben.
Gottes Verheißung segnete sie sogar in der Fremde, nach ihrer Umkehr.
- Der Segen der Juden für die Völker
- Der Anstoß der Juden für die Völker
Die Berufung der Juden ist ähnlich, wie die Berufung der Christen:
Salz und Licht zu sein!
Die Berufung Abrahams kurz gesagt:
„Ich will Dich segnen und du wirst ein Segen sein.
Ich will segnen, die dich segnen.
Und wer dir flucht, den werde ich verfluchen.
Und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“
1.Mose 12:1-3
Mordechai war ein gesegneter Politiker, der durch seine Loyalität und Treue zuerst zu Gott einem gottlosen König vor einem Anschlag rettete, ohne dafür Dank zu erhalten.
Ester 2,22.23
Das Heil kommt aus den Juden!
Das habe nicht ich gesagt. Das ist ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium 4:22. Tatsächlich hat Jesus das gesagt!
Es gibt mindestens drei Gründe, warum wir das jüdische Volk segnen können und dankbar für sie sein dürfen:
- Wir sind dankbar für Gottes Wort. Wir haben es aus den Händen des jüdischen Volkes erhalten.
- Wir sind dankbar für Jesus Christus. Er ist aus dem Stamm Juda!
- Wir sind dankbar für den Segen des jüdischen Volkes in Europa. Viele Wissenschaftler und Künstler haben unser Land über die Jahrhunderte bereichert.
So wie Salz Verderbliches konserviert, so brennt es in einer Wunde!
So wie Licht dich bewahrt auf dem Weg in der Nacht, offenbart es den Schmutz Deiner Wohnung!
Mordechai war ein Segen für Persien, aber seine Gottesfurcht und seine Treue zum Ersten Gebot hielt Haman den Spiegel seiner sündhaften Selbstvergötterung und seinem krankhaften Narzismus vor.
Mordechai kniete nicht vor Haman. Ester 3,5.6
Haman war mit Zorn erfüllt und er wollte nicht nur Mordechai töten!
„Aber es war in seinen Augen zu gering, die Hand an Mordechai allein zu legen, da man ihm die Volkszugehörigkeit[2] Mordechais mitgeteilt hatte. So suchte Haman alle Juden, die im ganzen Königreich des Ahasveros waren, das Volk Mordechais zu vernichten.“
Ester 3,5.6
Mordechai wollte nicht nur Mordechai,
nicht nur das Volk der Juden töten,
sondern Ihre Gebote, ihr Gesetz, ihr Buch,
kurz: Den Gott ihres Buches!
Es war eben kein Kampf gegen Fleisch und Blut.
Antisemitismus ist kein Kampf gegen Juden, gegen eine Religion, gegen einen Staat,
es ist der Hass und der Kampf gegen Gott!
- Die Rettung vor der Vernichtung der Juden
Ein mal im Jahr stellt sich das ICB einer der schwierigsten Fragen in Deutschland und in der Kirche:
Wie ist eigentlich unser Verhältnis als Christen zu den Juden?
Wie ist unser Verhältnis zu Israel?
Warum segnen wir gerade Israel jeden Sonntag?
Ist Israel nicht ein faschistischer Staat, der die Araber unterdrückt?
In der Gegenwart, wo viel über die Fehlerhaftigkeit des Staates Israels und seiner zweifelhaften Entscheidungen diskutiert wird:
Gott rettet und segnet sein Volk nicht aufgrund seiner Vorzüglichkeit oder seiner religiösen Gerechtigkeit oder Leistung, sondern aufgrund seiner Gnade und seines Bundes mit Abraham willen.
„Nicht weil ihr mehr wäret, hat sich der Herr euch zugeneigt, sondern wegen seiner Liebe und dem Eid, den er den Vätern geschworen hat.
Er ist der treue Gott (el nääman), der seinen Bund auf tausend Generationen bewahrt.“
5.Mose 7:6-9
Israels Erwählung aus Gnade und nicht aus Verdienst, erinnert uns an das Evangelium: Unsere Errettung aus Gnade allein. Römer 3,23
Mordechai’s Plan zur Rettung der Juden war:
Eine schwache Frau, Ester, sollte das Volk der Juden in Persien retten.
„Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs[7] und ihrem Nachwuchs[8]; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.“
1.Mose 3,15
„Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau[7] wird schwanger werden und[8] einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel[9] nennen.“
Jesaja 7,14
Gott gibt Rettung durch eine schwache Frau, die voller Angst und Zweifel ist.
„Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt wirklich schweigst, so wird Befreiung und Rettung für die Juden von einem andern Ort her erstehen. Du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet umkommen.“
Ester 4,14
Dieses Symbol ist Offenbarung und Mahnung zugleich:
Offenbarung:
Der Retter Israels und der Welt kam in Schwachheit und Demut: Jesus
Mahnung:
Die Kirche ist berufen, für das Volk Gottes einzustehen und es zu Segnen: Psalm 122
Doch wurde es über die Jahrhunderte durch unbiblische Theologie zur Bedrohung der Juden.
Wie wird sich die Kirche des 21. Jahrhundert entscheiden?
Dem Rad in die Speichen fallen: Bonhoeffer vertrat die Haltung, dass die Kirche nicht nur die Opfer unter dem Rad verbinden, sondern dem Rad selbst (der staatlichen Verfolgung) in die Speichen fallen muss.
„Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen!“
— Dietrich Bonhoeffer