ICB international Ministry Training: Grundlagen / Vielfalt in Ordnung – Leiter ergänzen einander – Christine Gräbnitz
ICB international Ministry Training: Grundlagen der Leiterschaft
- Vielfalt in Ordnung – Leiter ergänzen einander
- Christine Gräbnitz
Vielfalt in Ordnung – Leiter ergänzen einander
- Korinther 12,12
„So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so ist es auch bei Christus: Sein Leib, die Gemeinde, besteht aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib.“
Einleitung
- Wir leben und dienen in einer internationalen Gemeinde.
- Unterschiedliche Nationen, Sprachen, Kulturen, Prägungen, Temperamente und geistliche Hintergründe kommen zusammen.
- Was für eine Schönheit!
- Und gleichzeitig: Was für eine Herausforderung!
- Vielfalt ist ein Geschenk Gottes – aber ohne Ordnung wird Vielfalt schnell zu Verwirrung. Ohne gemeinsame Ausrichtung, Vision entsteht Nebeneinander statt Miteinander.
Vers 14-18
14Nun besteht ein Körper aus vielen einzelnen Gliedern, nicht nur aus einem einzigen. 15Selbst wenn der Fuß behaupten würde: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich keine Hand bin!«, er bliebe trotzdem ein Teil des Körpers. 16Und wenn das Ohr erklären würde: »Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib!«, es gehörte dennoch dazu. 17Angenommen, der ganze Körper bestünde nur aus Augen, wie könnten wir dann hören? Oder der ganze Leib bestünde nur aus Ohren, wie könnten wir dann riechen?
18Deshalb hat Gott jedem einzelnen Glied des Körpers seine besondere Aufgabe gegeben, so wie er es wollte.
- Paulus: Bild Leib.
- Nicht von vom einem Haufen einzelner Körperteile,
- sondern von einem geordneten, verbundenen Organismus.
Leitungskultur in einer internationalen Gemeinde bedeutet:
Vielfalt in göttlicher Ordnung – Leiter ergänzen einander.
Beispiel: Kollegium
Beispiel: Gaben in Kindern
- Gott liebt Vielfalt – sie ist kein Problem, sondern sein Plan
„Der Leib ist einer und hat doch viele Glieder.“
- Gott hätte Einheit auch durch Gleichförmigkeit.
- Aber er wollte Vielfalt.
- Unterschiedliche Gaben, Persönlichkeiten, Kulturen und Sichtweisen spiegeln die Größe Gottes wider.
- Schöpfung
In einer internationalen Gemeinde bedeutet das:
- Unterschiedliche Leitungsstile
- Unterschiedliche Kommunikationsweisen
- Unterschiedliche Konfliktkulturen
- Unterschiedliche Frömmigkeitsstile
Manche Kulturen sind direkt, andere indirekt.
Manche sind stark hierarchisch geprägt, andere basisdemokratisch.
Manche planen langfristig, andere handeln spontan.
- Aber nicht nur Kulturen: Jeder Mensch ist besonders
- Bild: Fingerabdruck
- Die Versuchung ist:
„So wie wir es machen, ist es richtig.“ - „So war es schon immer“
- Aber Gott sagt: Viele Glieder – ein Leib.
- Vielfalt ist nicht das Hindernis der Einheit – Stolz ist es.
- Ordnung ist kein Gegensatz zur Vielfalt – sie schützt sie
- Körper funktioniert nicht chaotisch. Das Herz entscheidet nicht plötzlich, die Rolle der Lunge zu übernehmen. Die Hand sagt nicht: „Ich will heute Auge sein.“
- Ordnung bedeutet nicht Kontrolle.
Ordnung bedeutet Funktionalität.
In der Leitung heißt das:
- Klare Verantwortlichkeiten
- Geklärte Entscheidungswege
- Transparente Kommunikation
- Gegenseitige Rechenschaft
In einer internationalen Gemeinde ist Ordnung besonders wichtig, weil kulturelle Missverständnisse sonst schnell zu Verletzungen führen.
Ordnung schafft Sicherheit.
Sicherheit schafft Vertrauen.
Vertrauen ermöglicht Vielfalt.
- Leiter ergänzen einander – niemand trägt alles allein
Vers 22
Darum kann das Auge nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: »Ihr seid überflüssig!«
Paulus macht deutlich: Kein Glied kann zum anderen sagen: „Ich brauche dich nicht.“
In gesunder Leitungskultur gibt es:
- Visionäre und Strukturierer
- Hirten und Strategen
- Lehrer und Pioniere
- Seelsorger und Organisatoren
Der Visionär braucht den Strukturierer.
Der Strukturierer braucht den Visionär.
Der Hirte braucht den Leiter mit administrativer Stärke.
Der Administrator braucht das Herz des Hirten.
Gefährlich wird es, wenn:
- Eine Gabe dominiert
- Eine Kultur sich über andere erhebt
- Ein Leiter alles kontrolliert
- Unterschiedlichkeit als Bedrohung gesehen wird
Reife Leitung erkennt:
Meine Stärke braucht deine Ergänzung.
- Demut ist die Grundlage gesunder Leitungskultur
Vielfalt funktioniert nur mit Demut.
Demut bedeutet:
- Ich höre zu, bevor ich urteile.
- Ich respektiere andere Perspektiven.
- Ich lasse mich korrigieren.
- Ich weiß: Ich sehe nur einen Teil.
Internationale Leitung fordert besonders Demut, weil wir ständig mit anderen Denkweisen konfrontiert werden.
Demut sagt:
„Vielleicht hat Gott durch deine Kultur etwas in mein Leben gelegt, das ich noch nicht verstanden habe.“
Stolz trennt.
Demut verbindet.
- Einheit entsteht durch gemeinsame Ausrichtung auf Christus
Paulus endet nicht beim Körper – er sagt: „So auch Christus.“
Die Einheit liegt nicht in:
- Gemeinsamer Sprache
- Gleicher Kultur
- Gleichem Temperament
Unsere Einheit liegt in Christus.
Je näher Leiter bei Jesus sind, desto näher kommen sie einander.
Leitungskultur ist letztlich eine Jesus-Kultur.
- Er diente.
- Er hörte.
- Er korrigierte liebevoll.
- Er lebte Wahrheit und Gnade.
Wenn Jesus das Haupt ist, dann ordnet sich der Leib gesund.
Praktische Schritte für unsere Gemeinde
- Bewusst Unterschiedlichkeit wertschätzen
Nicht tolerieren – wertschätzen. - Wir brauchen klare Strukturen
Unklarheit ist kein Zeichen geistlicher Freiheit. - Regelmäßig als Leitung beten
Geistliche Einheit ist wichtiger als organisatorische Perfektion. - Konflikte früh und direkt klären
Besonders in interkulturellen Teams. - Stärkenorientiert leiten
Nicht jeder muss alles können.
Schlussgedanke
Off 7,9
Jetzt sah ich eine riesige Menschenmenge, so groß, dass niemand sie zählen konnte. Die Menschen kamen aus allen Nationen, Stämmen und Völkern; alle Sprachen der Welt waren zu hören. Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm. Eine internationale Gemeinde ist ein prophetisches Bild des Himmels.
Offenbarung 7 zeigt Menschen aus allen Nationen vor Gottes Thron.
Wenn wir lernen, in Vielfalt geordnet zusammenzuarbeiten, dann leben wir schon jetzt etwas von dieser himmlischen Realität.
Der Leib ist einer – mit vielen Gliedern.
Nicht Uniformität, sondern göttlich geordnete Vielfalt.
Möge Gott uns eine Leitungskultur schenken, in der:
- Vielfalt geehrt wird
- Ordnung schützt
- Demut verbindet
- Jesus im Zentrum steht