ICB International Ministry Training: Das Herz verstehen Teil 9: Tiefe Wasser ergründen – Christine Gräbnitz

Mario Wahnschaffe

10. Dezember 2025
17 Minuten

ICB Ministrytraining 07.12.2025

Das Herz verstehen Teil 9 – Tiefe Wasser ergründen

Sprüche 20,5
„Der Ratschluss im Herzen eines Mannes ist wie tiefes Wasser; aber ein verständiger Mann schöpft daraus.“

Wer Menschen führt, führt immer auch Herzen. – Verantwortung!

Wir brauchen:

  • Weisheit,
  • geistliches Urteilsvermögen,
  • Demut
  • tiefes Vertrauen in den Herrn

Heute wollen wir gemeinsam schauen, wie Gott uns befähigt, dieses

  • „tiefe Wasser“ menschlicher Herzen zu ergründen,
  • ohne misstrauisch oder
  • naiv zu werden –
  • eine Fähigkeit, die für jeden geistlichen Leiter unverzichtbar ist.

 

  1. Die Basis aller geistlicher Leiterschaft: Gottes Weisheit

Sprüche 2,6 erinnert uns:
„Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.“

Leiterschaft beginnt nicht bei Methoden, Strategien oder Menschenkenntnis – sie beginnt bei Gott.

  • Nicht: Wie viel Erfahrung, Ausbildung, Wissen?
    Sondern: Von wem lasse ich mich leiten?

Sprüche 9,10
„Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit.“

  • Furcht des Herrn: Nicht Angst, sondern Bewusstsein:
    Ich stehe unter der Autorität eines vollkommen weisen Gottes, und ich brauche Ihn jeden Tag.
  • Motto für christliche Schule

Was bedeutet das für Leiter:

 

  • Triff wichtige Entscheidungen immer mit Gebet.
  • Versuche bei Gesprächen Gottes Perspektive zu sehen, nicht nur analytische Klarheit.
  • Beispiel: Elterngespräche
  • Erkenne: Weisheit ist nicht erworben, sondern ein Geschenk
  • Demut, König Salomo

 

  1. Das eigene Herz prüfen bevor wir andere beurteilen

Sprüche 16,2
„Alle Wege des Menschen sind rein in seinen Augen, aber der HERR prüft die Geister.“

  • Wir alle halten unsere Motive oft für besser, als sie tatsächlich sind.
    Gott aber sieht tiefer – und er lädt uns ein, uns prüfen zu lassen.
  • Für einen Leiter ist das entscheidend:
    Nur wer sein eigenes Herz kennt, kann gesund mit den Herzen anderer umgehen.
  • Wenn wir unsere eigenen Schwächen, Ängste oder Ambitionen nicht reflektieren, rutschen wir schnell in folgende Fallen:
  • zu strenge Urteile über andere
  • unbemerktes Machtstreben
  • „Bauchurteile“, die eigentlich aus Verletzungen entstehen
  • eine ungesunde Härte oder eine naive Gutmütigkeit

 

 

Was kann ich als Leiter tun?

  • Pflege regelmäßige Zeiten der Selbstprüfung und Seelsorge.
  • Am besten: Suche dir ein Coaching.
  • Eigenes Beispiel
  • Frage Gott: „Was sind meine blinden Flecken als Leiter?“
  • Baue ein Team, das dir ehrliches Feedback geben darf.

 

  1. Der schmale Grade zwischen Naivität und Misstrauen
  • Ein Leiter begegnet ständig neuen Menschen – Mitarbeitenden, Interessierten, Suchenden, Problemfällen, starken Persönlichkeiten.
  • Gefahr: zu schnell zu vertrauen oder zu schnell zu misstrauen.

Sprüche 28,1

Das Herz des Misstrauischen:
„Der Gottlose flieht, obwohl niemand ihn verfolgt…“

  • Misstrauen macht uns innerlich gehetzt, kontrollierend, ängstlich.
  • Beispiel: Schülerin hatte Angst vor Mobbing
  • Manchmal bezieht man Dinge auf sich selbst, die gar nicht so gemeint waren.
  • Egal!

Auf der anderen Seite sagt Paulus über die Liebe:

  1. Kor 13,7
    „Sie glaubt alles, hofft alles.“
  • Nicht Leichtgläubigkeit
  • Grundhaltung des Wohlwollens
  • Leiter brauchen ein geprüftes Herz
  • das wachsam ist – aber nicht hart.
  • Offen – aber nicht gutgläubig.
  • Liebevoll – aber nicht blind.

 

 

Wie kann ich diese Erkenntnis als Leiter umsetzen?

  • Begegne jedem neuen Mitarbeiter mit einer wohlwollenden Grundhaltung.
  • Vertraue in Etappen – nicht alles sofort, aber auch nicht zu spät.
  • Beispiel
  • Bewerte nicht nur Worte, sondern Zuverlässigkeit und Tun über Zeit.
  1. Menschen verstehen ist wie tiefes Wasser schöpfen

Sprüche 20,5
„Der Ratschluss im Herzen eines Mannes ist wie tiefes Wasser; aber ein verständiger Mann schöpft daraus.“

  • Geheimnis wirklich guter Leiterschaft
  • Verstehen: Menschen sind komplex.
  • Geschichte, Verletzungen, Stärken, Gaben, Ängste und verborgene Hoffnungen mit.

Timothy Keller (nach T. Keller: „Gottes Weisheit entdecken“, S. 104):
Einen Menschen zu verstehen bedeutet, geduldig hinter die äußeren Verhaltensweisen zu schauen – zu den Beweggründen, Sehnsüchten und inneren Kämpfen.
Das braucht Zeit, Fragen und Geistlichkeit.

Was bedeutet das für einen Leiter?

  • Gib Menschen Raum, sich auszudrücken.
  • Offene Fragen: „Was bewegt dich wirklich?“
  • Höre länger zu, als du redest.
  • Deute Verhalten nicht vorschnell – erkenne den Menschen dahinter.
  • Bete regelmäßig für deine Mitarbeiter – so schenkt Gott Einsicht in ihr Herz.
  • Beispiel: Neuer Schulleiter, aber auch weiterhin zuhören

 

 

  1. Vertrauen schenken – aber weise
  • Ein Leiter muss Vertrauen „ernten“, nicht erzwingen.
    Doch Vertrauen bedeutet nicht, Grenzen zu ignorieren.

 

 

Ein reifer Leiter wird:

  • Vertrauen schenken, weil Liebe hofft.
  • Verhalten beobachten, weil Weisheit prüft.
  • Grenzen setzen, weil Verantwortung schützt.
  • Verantwortung delegieren, weil Wachstum möglich ist.
  • Konsequenzen ziehen, wenn es nötig ist – aber ohne Bitterkeit.

Leiter, die zu viel misstrauen, zerstören Teams.
Leiter, die zu viel vertrauen, zerstören sich selbst.
Gott ruft uns zur Balance.

 

  1. Praktische Werkzeuge für Leiter

Hier einige Fragen, die du dir selbst stellen kannst!

 

  1. Fragen an das eigene Herz
  • Warum fällt es mir schwer, dieser Person zu vertrauen?
  • Reagiere ich aus Erfahrung – oder aus verletzter Vergangenheit?
  • Bin ich gerade liebevoll und klar – oder misstrauisch und hart?

 

  1. Fragen an das Herz des anderen
  • Was treibt diese Person wirklich an?
  • Welche Gaben sehe ich in ihr?
  • Was sind ihre Ängste oder Unsicherheiten?
  • Welche Verantwortung ist für sie förderlich – und welche gefährlich?

 

  1. Fragen für Teamleitung
  • Wie können wir als Team transparent und ehrlich miteinander umgehen?
  • Wie schaffen wir eine Kultur, in der Vertrauen wachsen kann?
  • Wie schützen wir unsere Teams vor Naivität und gleichzeitig vor Zynismus?

 

  1. Schluss: Ein Herz wie das von Jesus

Jesus war der vollkommen weise Leiter:

  • Er sah in Menschen tiefer als jeder andere.
  • Er vertraute Menschen Verantwortung an – aber nie blind.
  • Er liebte bedingungslos – ohne die Wahrheit zu relativieren.
  • Er wusste, was im Menschen ist – und dennoch schenkte Er Hoffnung.

 

 

 

 

Jesus ist unser Vorbild!

Leiterschaft bedeutet:
Gott hören.
Menschen verstehen.
Weisheit empfangen.
Liebe üben.
Und Grenzen setzen, die schützen, nicht verletzen.

 

 



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