ICB International Ministry Training: Das Herz verstehen Teil 9: Tiefe Wasser ergründen – Christine Gräbnitz
ICB Ministrytraining 07.12.2025
Das Herz verstehen Teil 9 – Tiefe Wasser ergründen
Sprüche 20,5
„Der Ratschluss im Herzen eines Mannes ist wie tiefes Wasser; aber ein verständiger Mann schöpft daraus.“
Wer Menschen führt, führt immer auch Herzen. – Verantwortung!
Wir brauchen:
- Weisheit,
- geistliches Urteilsvermögen,
- Demut
- tiefes Vertrauen in den Herrn
Heute wollen wir gemeinsam schauen, wie Gott uns befähigt, dieses
- „tiefe Wasser“ menschlicher Herzen zu ergründen,
- ohne misstrauisch oder
- naiv zu werden –
- eine Fähigkeit, die für jeden geistlichen Leiter unverzichtbar ist.
- Die Basis aller geistlicher Leiterschaft: Gottes Weisheit
Sprüche 2,6 erinnert uns:
„Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.“
Leiterschaft beginnt nicht bei Methoden, Strategien oder Menschenkenntnis – sie beginnt bei Gott.
- Nicht: Wie viel Erfahrung, Ausbildung, Wissen?
Sondern: Von wem lasse ich mich leiten?
Sprüche 9,10
„Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit.“
- Furcht des Herrn: Nicht Angst, sondern Bewusstsein:
Ich stehe unter der Autorität eines vollkommen weisen Gottes, und ich brauche Ihn jeden Tag. - Motto für christliche Schule
Was bedeutet das für Leiter:
- Triff wichtige Entscheidungen immer mit Gebet.
- Versuche bei Gesprächen Gottes Perspektive zu sehen, nicht nur analytische Klarheit.
- Beispiel: Elterngespräche
- Erkenne: Weisheit ist nicht erworben, sondern ein Geschenk
- Demut, König Salomo
- Das eigene Herz prüfen bevor wir andere beurteilen
Sprüche 16,2
„Alle Wege des Menschen sind rein in seinen Augen, aber der HERR prüft die Geister.“
- Wir alle halten unsere Motive oft für besser, als sie tatsächlich sind.
Gott aber sieht tiefer – und er lädt uns ein, uns prüfen zu lassen. - Für einen Leiter ist das entscheidend:
Nur wer sein eigenes Herz kennt, kann gesund mit den Herzen anderer umgehen. - Wenn wir unsere eigenen Schwächen, Ängste oder Ambitionen nicht reflektieren, rutschen wir schnell in folgende Fallen:
- zu strenge Urteile über andere
- unbemerktes Machtstreben
- „Bauchurteile“, die eigentlich aus Verletzungen entstehen
- eine ungesunde Härte oder eine naive Gutmütigkeit
Was kann ich als Leiter tun?
- Pflege regelmäßige Zeiten der Selbstprüfung und Seelsorge.
- Am besten: Suche dir ein Coaching.
- Eigenes Beispiel
- Frage Gott: „Was sind meine blinden Flecken als Leiter?“
- Baue ein Team, das dir ehrliches Feedback geben darf.
- Der schmale Grade zwischen Naivität und Misstrauen
- Ein Leiter begegnet ständig neuen Menschen – Mitarbeitenden, Interessierten, Suchenden, Problemfällen, starken Persönlichkeiten.
- Gefahr: zu schnell zu vertrauen oder zu schnell zu misstrauen.
Sprüche 28,1
Das Herz des Misstrauischen:
„Der Gottlose flieht, obwohl niemand ihn verfolgt…“
- Misstrauen macht uns innerlich gehetzt, kontrollierend, ängstlich.
- Beispiel: Schülerin hatte Angst vor Mobbing
- Manchmal bezieht man Dinge auf sich selbst, die gar nicht so gemeint waren.
- Egal!
Auf der anderen Seite sagt Paulus über die Liebe:
- Kor 13,7
„Sie glaubt alles, hofft alles.“
- Nicht Leichtgläubigkeit
- Grundhaltung des Wohlwollens
- Leiter brauchen ein geprüftes Herz
- das wachsam ist – aber nicht hart.
- Offen – aber nicht gutgläubig.
- Liebevoll – aber nicht blind.
Wie kann ich diese Erkenntnis als Leiter umsetzen?
- Begegne jedem neuen Mitarbeiter mit einer wohlwollenden Grundhaltung.
- Vertraue in Etappen – nicht alles sofort, aber auch nicht zu spät.
- Beispiel
- Bewerte nicht nur Worte, sondern Zuverlässigkeit und Tun über Zeit.
- Menschen verstehen ist wie tiefes Wasser schöpfen
Sprüche 20,5
„Der Ratschluss im Herzen eines Mannes ist wie tiefes Wasser; aber ein verständiger Mann schöpft daraus.“
- Geheimnis wirklich guter Leiterschaft
- Verstehen: Menschen sind komplex.
- Geschichte, Verletzungen, Stärken, Gaben, Ängste und verborgene Hoffnungen mit.
Timothy Keller (nach T. Keller: „Gottes Weisheit entdecken“, S. 104):
Einen Menschen zu verstehen bedeutet, geduldig hinter die äußeren Verhaltensweisen zu schauen – zu den Beweggründen, Sehnsüchten und inneren Kämpfen.
Das braucht Zeit, Fragen und Geistlichkeit.
Was bedeutet das für einen Leiter?
- Gib Menschen Raum, sich auszudrücken.
- Offene Fragen: „Was bewegt dich wirklich?“
- Höre länger zu, als du redest.
- Deute Verhalten nicht vorschnell – erkenne den Menschen dahinter.
- Bete regelmäßig für deine Mitarbeiter – so schenkt Gott Einsicht in ihr Herz.
- Beispiel: Neuer Schulleiter, aber auch weiterhin zuhören
- Vertrauen schenken – aber weise
- Ein Leiter muss Vertrauen „ernten“, nicht erzwingen.
Doch Vertrauen bedeutet nicht, Grenzen zu ignorieren.
Ein reifer Leiter wird:
- Vertrauen schenken, weil Liebe hofft.
- Verhalten beobachten, weil Weisheit prüft.
- Grenzen setzen, weil Verantwortung schützt.
- Verantwortung delegieren, weil Wachstum möglich ist.
- Konsequenzen ziehen, wenn es nötig ist – aber ohne Bitterkeit.
Leiter, die zu viel misstrauen, zerstören Teams.
Leiter, die zu viel vertrauen, zerstören sich selbst.
Gott ruft uns zur Balance.
- Praktische Werkzeuge für Leiter
Hier einige Fragen, die du dir selbst stellen kannst!
- Fragen an das eigene Herz
- Warum fällt es mir schwer, dieser Person zu vertrauen?
- Reagiere ich aus Erfahrung – oder aus verletzter Vergangenheit?
- Bin ich gerade liebevoll und klar – oder misstrauisch und hart?
- Fragen an das Herz des anderen
- Was treibt diese Person wirklich an?
- Welche Gaben sehe ich in ihr?
- Was sind ihre Ängste oder Unsicherheiten?
- Welche Verantwortung ist für sie förderlich – und welche gefährlich?
- Fragen für Teamleitung
- Wie können wir als Team transparent und ehrlich miteinander umgehen?
- Wie schaffen wir eine Kultur, in der Vertrauen wachsen kann?
- Wie schützen wir unsere Teams vor Naivität und gleichzeitig vor Zynismus?
- Schluss: Ein Herz wie das von Jesus
Jesus war der vollkommen weise Leiter:
- Er sah in Menschen tiefer als jeder andere.
- Er vertraute Menschen Verantwortung an – aber nie blind.
- Er liebte bedingungslos – ohne die Wahrheit zu relativieren.
- Er wusste, was im Menschen ist – und dennoch schenkte Er Hoffnung.
Jesus ist unser Vorbild!
Leiterschaft bedeutet:
Gott hören.
Menschen verstehen.
Weisheit empfangen.
Liebe üben.
Und Grenzen setzen, die schützen, nicht verletzen.