Die Psalmen – Beten mit Jesus2. Beten mit dem Auferstandenen Psalm 16 – Christine Gräbnitz
Predigtreihe: Die Psalmen – Beten mit Jesus
2. Beten mit dem Auferstandenen Psalm 16
16.12.2025 Christine Gräbnitz
Predigtreihe: Die Psalmen – Beten mit Jesus
1Ein Juwel (Miktam) Davids. Bewahre mich, Gott; denn ich suche Zuflucht bei
dir. 2Ich habe zu dem HERRN gesagt: Du bist mein Herr; es gibt kein Glück für
mich außer dir.
3An den Heiligen, die auf Erden sind, und an den Auserwählten habe ich all
mein Gefallen.
4Aber jene, die einem andern nacheilen, werden viele Schmerzen haben. Ich
will ihre blutbefleckten Trankopfer nicht opfern und ihren Namen nicht
aussprechen.
5Der HERR aber ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mein Erbteil. 6Durch das
Los ist mir ein schöner Anteil zugefallen; ja, mir ist ein wunderschönes Erbe
zugeteilt worden.
7Ich lobe den HERRN, der mich belehrt hat; auch in der Nacht weist mich mein
Inneres zurecht. 8Ich habe den HERRN immer vor Augen; weil er zu meiner
Rechten ist, werde ich nicht stolpern.
9Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein Leib wird
sicher liegen. 10Denn du wirst mein Leben nicht dem Totenreich überlassen
und nicht zulassen, dass dein Heiliger die Grube sehe. 11Du zeigst mir den Weg
zum Leben; vor dir herrscht Freude in Fülle und zu deiner Rechten ewiges
Glück.
1. Text und Aufbau
• Psalm 16 ist ein Vertrauenspsalm
• „Ein Miktam Davids“ – ein kostbares Lied, ein
geprägtes Gedicht, oder (von der Wurzel „ktm“)
etwas Eingraviertes, also etwas Bleibendes,
Unvergängliches.
Schon im Titel liegt also ein Hinweis: Hier spricht
ein Glaube, der sich einprägen soll – ein bleibendes Bekenntnis in Zeiten
der Unsicherheit.
• Gebet
• Der Psalm gliedert sich in vier Teile:
1. 2. 3. 4. V.1–2: Bitte um Bewahrung und Ausdruck des Vertrauens
V.3–4: Abgrenzung von fremden Göttern und Bekenntnis zu Gott allein
V.5–8: Bekenntnis zu Gottes Führung und Schutz
V.9–11: Jubel über Gottes Bewahrung und die Gewissheit des Lebens über
den Tod hinaus
• Von der Bitte zum Jubel – ist typisch für die Psalmen des Vertrauens, aber
in Psalm 16 besonders dicht formuliert:
Er beginnt mit der Angst vor dem Tod und endet mit der Freude am
Leben.
2. Ein Gebet aus der Tiefe
Vers 1
„Bewahre mich, Gott, denn ich traue auf dich.“
• menschlich
• Wer so betet, steht mitten im Leben – und zugleich am Rand.
• Zwischen Vertrauen und Furcht, zwischen Leben und Tod.
• Gefühl: Leben unsicher wird, die Zukunft brüchig erscheint, Ich habe
nicht alles im Griff.
• Dort beginnt der Psalm.
Nicht in Stärke, sondern in Bedürftigkeit.
2Predigtreihe: Die Psalmen – Beten mit Jesus
2. Beten mit dem Auferstandenen Psalm 16
16.12.2025 Christine Gräbnitz
Nicht mit der Gewissheit, sondern mit der Bitte:
Bewahre mich.
• Aber es ist kein ängstliches Bitten, sondern ein Gebet des Vertrauens:
„Ich traue auf dich.“ – Ich werfe mich in deine Hände.
Nicht weil ich alles verstehe, sondern weil ich dich kenne.
• Zeugnis: Heilung schwere Grippe
3. Du bist mein Herr; es gibt kein Glück für mich außer dir. Vers 2
• Das hebräische „tov“ – „mein Gut“ – bedeutet nicht nur Besitz,
sondern alles, was das Leben gut macht.
David sagt: Das Gute meines Lebens ist nicht mehr in mir selbst, sondern
in Gott.
• Nicht meine Selbstverwirklichung, sondern Gott ist der Mittelpunkt
In einer Welt, die ständig „Selbstverwirklichung“ predigt, klingt das
fremd.
Aber der Psalm zeigt: Wer sich selbst festhält, verliert sich.
Wer sich Gott überlässt, findet Freiheit.
So beginnt das geistliche Leben: nicht mit dem Anspruch, sondern mit
dem Loslassen.
Joh 12, 24 – 26
Ich sage euch die Wahrheit: Ein Weizenkorn, das nicht in den Boden
kommt und stirbt, bleibt ein einzelnes Korn. In der Erde aber keimt es
und bringt viel Frucht, obwohl es selbst dabei stirbt. 25Wer an seinem
Leben festhält, wird es verlieren. Wer aber sein Leben in dieser Welt
loslässt, wird es für alle Ewigkeit gewinnen. 26Wer mir dienen will, der
soll mir nachfolgen. Wo ich bin, soll er auch sein. Und wer mir dient, den
wird mein Vater ehren.«
• Bild auf Jesus
• Loslassen: Ideen, Lebensplanung, Menschen Kinder, was hindert
4. Der innere Altar – „Der Herr ist mein Erbteil und mein Becher“
4. Mos 18, 23+24
Nur die Leviten dürfen die Arbeiten am
Heiligtum verrichten, sie sind dort für alles
verantwortlich. So soll es immer bleiben,
heute und für alle künftigen Generationen.
Die Leviten erhalten also kein eigenes
Stammesgebiet in Israel, 24sondern
bekommen stattdessen den zehnten Teil der Ernte, den die Israeliten mir als
Abgabe bringen.«
• Im Alten Israel wurde das Land gerecht verteilt: Jeder bekam seinen
Erbteil, sein Stück Zukunft. Es wurde gelost.
• Leviten, die Priester, bekamen kein Land – ihr Erbteil war der Dienst am
Heiligtum.
• Bild nimmt David hier auf: „Der Herr ist mein Erbteil.“
Er sagt damit: Ich bin wie ein Levit – meine Heimat, mein Besitz, mein
Erbe ist Gott selbst.
• Das Herz, das sich an Gott verschenkt, wird selbst zu einem Ort seiner
Gegenwart.
Gott ist nicht mehr ein äußerer Schutzwall, eine innere Quelle.
Darum sagt David:
• „Du hältst mein Los in der Hand.“
Das ist kein Fatalismus, sondern Hingabe.
• Mein Leben ist nicht zufällig
• Gott hat dein Leben schon vor Anbeginn der Zeit gesehen
• Du bist berufen
• Du bist gewollt!
• Dein Leben hat im Herrn einen Sinn und einen Zweck
• Zeugnis Freundin
5. Nacht und Licht – „Auch bei Nacht unterweist mich mein Herz“
• Bibel ist die Nacht oft der Ort der
Prüfung – aber auch der Offenbarung.
Abraham schaut in der Nacht die Sterne,
Jakob ringt in der Nacht mit Gott, und
David hört in der Nacht die Stimme seines
Herzens. Garten Gethsemane
• Das Herz, das in Gott ruht, bleibt
nicht leer in der Nacht.
Es wird „unterwiesen“ – das hebräische Wort yassar bedeutet
zugleich erziehen, korrigieren, formen
• Das Dunkel wird zur Schule des Vertrauens.
Vielleicht ist das einer der wichtigsten Sätze des Psalms:
Das Herz, das auf Gott vertraut, wird selbst zum Ort, an dem Gott spricht.
Nicht äußerlich, sondern still, innerlich, in der Tiefe.
Spiritualität beginnt dort, wo das Herz in der Nacht still wird und hört.
6. Der Sieg des Lebens – Die Auferstehung
Vers 9 und 10
9Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein
Leib wird sicher liegen. 10Denn du wirst mein Leben nicht dem
Totenreich überlassen und nicht zulassen, dass dein Heiliger die Grube
sehe.
• Dimension, die über David hinausweist.
• Das hebräische Wort für „Tod“ ist Scheol – das Reich der Toten, das
Dunkel, die Grenze des Lebens.
• David sagt: Du lässt mich nicht in dem Scheol bleiben.
Er spricht eine Hoffnung aus, die im Alten Testament erst im Entstehen
war: die Hoffnung auf eine Gemeinschaft mit Gott, die stärker ist als der
Tod.
• Wie eine beschlagene Brille (Zitat Mario)
1. Kor 13, 11-13
11 Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie
ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann
wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört. 12Denn wir sehen jetzt
mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht;
jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich
erkannt bin. 13Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die
größte aber von diesen ist die Liebe.
• Diese Hoffnung erfüllt sich im Neuen Testament.
• Person Petrus in der Pfingstpredigt
Apostelgeschichte 2,25–28
Doch genau das hatte Gott geplant. Er wusste, was geschehen würde.
24Diesen Jesus hat Gott auferweckt und damit die Macht des Todes
gebrochen. Wie hätte auch der Tod über ihn Gewalt behalten
können! 25Schon David sprach von ihm, und was er sagt, sind eigentlich
die Worte von Jesus:
›Ich sehe immer auf den Herrn. Er steht mir zur Seite, damit ich nicht
falle. 26Darüber freue ich mich von ganzem Herzen, mein Mund bricht in
Jubel aus. Selbst dann, wenn mein Körper im Grab liegt, hoffe ich auf
dich, Herr! 27Denn du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen und
mich nicht der Verwesung preisgeben, ich gehöre ja zu dir. 28Du zeigst
mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn
du bist bei mir.‹
• In Jesus Christus ist dieses Wort (Psalm) wahr geworden.
• Gott hat ihn nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt.
• Dasselbe passiert mit uns!
• Das, was David geglaubt hat, ist in Christus sichtbar geworden:
Der Weg zum Leben führt durch den Tod hindurch, nicht an ihm vorbei.
• Nicht nur AT, sondern auch für uns
• Zeugnis: Angst vor dem Autofahren
• Wir wissen es immer noch nicht
• Aber Vertrauen auf Gott
• Vertrauenspsalm
• Vertrauen: Himmel
• Vorangegangene
wiedersehen
• Zeugnis: Kind will seinen
Opa treffen
• Meine Eltern, Albtraum
7. Freude in Fülle – das Ziel des Weges
„Du zeigst mir den Weg zum Leben; vor deinem Angesicht ist Freude in
Fülle.“
• Das ist das Ziel aller Wege mit Gott: die Freude.
Aber nicht die oberflächliche Freude des Augenblicks, sondern die
Freude, die aus der Nähe Gottes kommt.
• Das hebräische Wort für „Fülle“ – sova – bedeutet auch „Sättigung“.
Es ist die Freude, die satt macht, weil sie nichts mehr braucht.
• Diese Freude ist nicht das Ende des Weges, sie ist der Weg selbst:
Denn wer in Gottes Gegenwart lebt, erfährt schon jetzt die Anfänge des
ewigen Lebens.
Gott ist nicht nur das Ziel, sondern die Gegenwart selbst, die trägt.
Ps 91, 16
Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will
ihn herausreißen und zu Ehren bringen. 16Ich will ihn sättigen mit langem
Leben und will ihm meine Hilfe zeigen.“
• Sättigen mit langen Leben
• Beschreibung
Hi 42,15
Und es wurden im ganzen Land keine so
schönen Frauen gefunden wie Hiobs Töchter; und
ihr Vater gab ihnen ein Erbteil unter ihren
Brüdern. 16Hiob aber lebte danach noch 140
Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder bis
in das vierte Geschlecht. 17Und Hiob starb alt und
lebenssatt.
Jesus am Kreuz – Auferstehung mit ihm
8. Der Weg zum Leben
Psalm 16 ist kein Psalm für Helden, sondern für Menschen, die gelernt haben,
loszulassen.
Er lädt uns ein, unser Vertrauen fest zu gründen – nicht auf äußere
Sicherheiten, sondern auf die lebendige Beziehung zu Gott.
• Wenn du Angst hast um deine Zukunft – dann bete: „Du hältst mein Los
in der Hand.“
• Wenn du nicht weißt, wohin dein Leben geht – dann bete: „Du zeigst mir
den Weg zum Leben.“
• Wenn du im Dunkel bist – dann bete: „Auch bei Nacht unterweist mich
mein Herz.“
Dieser Psalm verändert nicht die Umstände, aber er verwandelt das Herz.
Und manchmal ist das das größere Wunder.
• Psalm 16 ist das Gebet eines Menschen, der sich ganz in Gott hineinfallen
lässt – und darin das Leben findet.
Er hat verstanden:
Sicherheit liegt nicht in Besitz, Freude nicht im Erfolg, Zukunft nicht im
Plan.
Alles liegt in der Gegenwart Gottes.
• Beziehung zum lebendigen Gott!
• Jesus ist der Weg zum Leben!
9. Gebet eines Kindes
„Lieber Vater im Himmel, ich komme jetzt zu Dir!
Vergib mir meine Schuld! Lieber Herr Jesus,
Du bist für mich gestorben und auferstanden!
Ich wähle Dich heute als meinen Retter und Herrn!
Dir will ich gehören! Dir will ich folgen.“