Die Psalmen – Beten mit Jesus2. Beten mit dem Auferstandenen Psalm 16 – Christine Gräbnitz

Mario Wahnschaffe

17. November 2025
28 Minuten

Predigtreihe: Die Psalmen – Beten mit Jesus

2. Beten mit dem Auferstandenen Psalm 16

16.12.2025 Christine Gräbnitz

Predigtreihe: Die Psalmen – Beten mit Jesus

1Ein Juwel (Miktam) Davids. Bewahre mich, Gott; denn ich suche Zuflucht bei

dir. 2Ich habe zu dem HERRN gesagt: Du bist mein Herr; es gibt kein Glück für

mich außer dir.

3An den Heiligen, die auf Erden sind, und an den Auserwählten habe ich all

mein Gefallen.

4Aber jene, die einem andern nacheilen, werden viele Schmerzen haben. Ich

will ihre blutbefleckten Trankopfer nicht opfern und ihren Namen nicht

aussprechen.

5Der HERR aber ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mein Erbteil. 6Durch das

Los ist mir ein schöner Anteil zugefallen; ja, mir ist ein wunderschönes Erbe

zugeteilt worden.

7Ich lobe den HERRN, der mich belehrt hat; auch in der Nacht weist mich mein

Inneres zurecht. 8Ich habe den HERRN immer vor Augen; weil er zu meiner

Rechten ist, werde ich nicht stolpern.

9Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein Leib wird

sicher liegen. 10Denn du wirst mein Leben nicht dem Totenreich überlassen

und nicht zulassen, dass dein Heiliger die Grube sehe. 11Du zeigst mir den Weg

zum Leben; vor dir herrscht Freude in Fülle und zu deiner Rechten ewiges

Glück.

1. Text und Aufbau

Psalm 16 ist ein Vertrauenspsalm

„Ein Miktam Davids“ein kostbares Lied, ein

geprägtes Gedicht, oder (von der Wurzel „ktm“)

etwas Eingraviertes, also etwas Bleibendes,

Unvergängliches.

Schon im Titel liegt also ein Hinweis: Hier spricht

ein Glaube, der sich einprägen soll – ein bleibendes Bekenntnis in Zeiten

der Unsicherheit.

Gebet

Der Psalm gliedert sich in vier Teile:

1. 2. 3. 4. V.1–2: Bitte um Bewahrung und Ausdruck des Vertrauens

V.3–4: Abgrenzung von fremden Göttern und Bekenntnis zu Gott allein

V.5–8: Bekenntnis zu Gottes Führung und Schutz

V.9–11: Jubel über Gottes Bewahrung und die Gewissheit des Lebens über

den Tod hinaus

Von der Bitte zum Jubel – ist typisch für die Psalmen des Vertrauens, aber

in Psalm 16 besonders dicht formuliert:

Er beginnt mit der Angst vor dem Tod und endet mit der Freude am

Leben.

2. Ein Gebet aus der Tiefe

Vers 1

„Bewahre mich, Gott, denn ich traue auf dich.“

menschlich

Wer so betet, steht mitten im Leben – und zugleich am Rand.

Zwischen Vertrauen und Furcht, zwischen Leben und Tod.

Gefühl: Leben unsicher wird, die Zukunft brüchig erscheint, Ich habe

nicht alles im Griff.

Dort beginnt der Psalm.

Nicht in Stärke, sondern in Bedürftigkeit.

2Predigtreihe: Die Psalmen – Beten mit Jesus

2. Beten mit dem Auferstandenen Psalm 16

16.12.2025 Christine Gräbnitz

Nicht mit der Gewissheit, sondern mit der Bitte:

Bewahre mich.

Aber es ist kein ängstliches Bitten, sondern ein Gebet des Vertrauens:

„Ich traue auf dich.“ – Ich werfe mich in deine Hände.

Nicht weil ich alles verstehe, sondern weil ich dich kenne.

Zeugnis: Heilung schwere Grippe

3. Du bist mein Herr; es gibt kein Glück für mich außer dir. Vers 2

Das hebräische „tov“ – „mein Gut“ – bedeutet nicht nur Besitz,

sondern alles, was das Leben gut macht.

David sagt: Das Gute meines Lebens ist nicht mehr in mir selbst, sondern

in Gott.

Nicht meine Selbstverwirklichung, sondern Gott ist der Mittelpunkt

In einer Welt, die ständig „Selbstverwirklichung“ predigt, klingt das

fremd.

Aber der Psalm zeigt: Wer sich selbst festhält, verliert sich.

Wer sich Gott überlässt, findet Freiheit.

So beginnt das geistliche Leben: nicht mit dem Anspruch, sondern mit

dem Loslassen.

Joh 12, 24 – 26

Ich sage euch die Wahrheit: Ein Weizenkorn, das nicht in den Boden

kommt und stirbt, bleibt ein einzelnes Korn. In der Erde aber keimt es

und bringt viel Frucht, obwohl es selbst dabei stirbt. 25Wer an seinem

Leben festhält, wird es verlieren. Wer aber sein Leben in dieser Welt

loslässt, wird es für alle Ewigkeit gewinnen. 26Wer mir dienen will, der

soll mir nachfolgen. Wo ich bin, soll er auch sein. Und wer mir dient, den

wird mein Vater ehren.«

Bild auf Jesus

Loslassen: Ideen, Lebensplanung, Menschen Kinder, was hindert

4. Der innere Altar – „Der Herr ist mein Erbteil und mein Becher“

4. Mos 18, 23+24

Nur die Leviten dürfen die Arbeiten am

Heiligtum verrichten, sie sind dort für alles

verantwortlich. So soll es immer bleiben,

heute und für alle künftigen Generationen.

Die Leviten erhalten also kein eigenes

Stammesgebiet in Israel, 24sondern

bekommen stattdessen den zehnten Teil der Ernte, den die Israeliten mir als

Abgabe bringen.«

Im Alten Israel wurde das Land gerecht verteilt: Jeder bekam seinen

Erbteil, sein Stück Zukunft. Es wurde gelost.

Leviten, die Priester, bekamen kein Land – ihr Erbteil war der Dienst am

Heiligtum.

Bild nimmt David hier auf: „Der Herr ist mein Erbteil.“

Er sagt damit: Ich bin wie ein Levit – meine Heimat, mein Besitz, mein

Erbe ist Gott selbst.

Das Herz, das sich an Gott verschenkt, wird selbst zu einem Ort seiner

Gegenwart.

Gott ist nicht mehr ein äußerer Schutzwall, eine innere Quelle.

Darum sagt David:

„Du hältst mein Los in der Hand.“

Das ist kein Fatalismus, sondern Hingabe.

Mein Leben ist nicht zufällig

Gott hat dein Leben schon vor Anbeginn der Zeit gesehen

Du bist berufen

Du bist gewollt!

Dein Leben hat im Herrn einen Sinn und einen Zweck

Zeugnis Freundin

5. Nacht und Licht – „Auch bei Nacht unterweist mich mein Herz“

Bibel ist die Nacht oft der Ort der

Prüfung – aber auch der Offenbarung.

Abraham schaut in der Nacht die Sterne,

Jakob ringt in der Nacht mit Gott, und

David hört in der Nacht die Stimme seines

Herzens. Garten Gethsemane

Das Herz, das in Gott ruht, bleibt

nicht leer in der Nacht.

Es wird „unterwiesen“ – das hebräische Wort yassar bedeutet

zugleich erziehen, korrigieren, formen

Das Dunkel wird zur Schule des Vertrauens.

Vielleicht ist das einer der wichtigsten Sätze des Psalms:

Das Herz, das auf Gott vertraut, wird selbst zum Ort, an dem Gott spricht.

Nicht äußerlich, sondern still, innerlich, in der Tiefe.

Spiritualität beginnt dort, wo das Herz in der Nacht still wird und hört.

6. Der Sieg des Lebens – Die Auferstehung

Vers 9 und 10

9Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein

Leib wird sicher liegen. 10Denn du wirst mein Leben nicht dem

Totenreich überlassen und nicht zulassen, dass dein Heiliger die Grube

sehe.

Dimension, die über David hinausweist.

Das hebräische Wort für „Tod“ ist Scheol – das Reich der Toten, das

Dunkel, die Grenze des Lebens.

David sagt: Du lässt mich nicht in dem Scheol bleiben.

Er spricht eine Hoffnung aus, die im Alten Testament erst im Entstehen

war: die Hoffnung auf eine Gemeinschaft mit Gott, die stärker ist als der

Tod.

Wie eine beschlagene Brille (Zitat Mario)

1. Kor 13, 11-13

11 Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie

ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann

wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört. 12Denn wir sehen jetzt

mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht;

jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich

erkannt bin. 13Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die

größte aber von diesen ist die Liebe.

Diese Hoffnung erfüllt sich im Neuen Testament.

Person Petrus in der Pfingstpredigt

Apostelgeschichte 2,25–28

Doch genau das hatte Gott geplant. Er wusste, was geschehen würde.

24Diesen Jesus hat Gott auferweckt und damit die Macht des Todes

gebrochen. Wie hätte auch der Tod über ihn Gewalt behalten

können! 25Schon David sprach von ihm, und was er sagt, sind eigentlich

die Worte von Jesus:

›Ich sehe immer auf den Herrn. Er steht mir zur Seite, damit ich nicht

falle. 26Darüber freue ich mich von ganzem Herzen, mein Mund bricht in

Jubel aus. Selbst dann, wenn mein Körper im Grab liegt, hoffe ich auf

dich, Herr! 27Denn du wirst mich nicht dem Totenreich überlassen und

mich nicht der Verwesung preisgeben, ich gehöre ja zu dir. 28Du zeigst

mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn

du bist bei mir.‹

In Jesus Christus ist dieses Wort (Psalm) wahr geworden.

Gott hat ihn nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt.

Dasselbe passiert mit uns!

Das, was David geglaubt hat, ist in Christus sichtbar geworden:

Der Weg zum Leben führt durch den Tod hindurch, nicht an ihm vorbei.

Nicht nur AT, sondern auch für uns

Zeugnis: Angst vor dem Autofahren

Wir wissen es immer noch nicht

Aber Vertrauen auf Gott

Vertrauenspsalm

Vertrauen: Himmel

Vorangegangene

wiedersehen

Zeugnis: Kind will seinen

Opa treffen

Meine Eltern, Albtraum

7. Freude in Fülle – das Ziel des Weges

„Du zeigst mir den Weg zum Leben; vor deinem Angesicht ist Freude in

Fülle.“

Das ist das Ziel aller Wege mit Gott: die Freude.

Aber nicht die oberflächliche Freude des Augenblicks, sondern die

Freude, die aus der Nähe Gottes kommt.

Das hebräische Wort für „Fülle“ – sova – bedeutet auch „Sättigung“.

Es ist die Freude, die satt macht, weil sie nichts mehr braucht.

Diese Freude ist nicht das Ende des Weges, sie ist der Weg selbst:

Denn wer in Gottes Gegenwart lebt, erfährt schon jetzt die Anfänge des

ewigen Lebens.

Gott ist nicht nur das Ziel, sondern die Gegenwart selbst, die trägt.

Ps 91, 16

Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will

ihn herausreißen und zu Ehren bringen. 16Ich will ihn sättigen mit langem

Leben und will ihm meine Hilfe zeigen.“

Sättigen mit langen Leben

Beschreibung

Hi 42,15

Und es wurden im ganzen Land keine so

schönen Frauen gefunden wie Hiobs Töchter; und

ihr Vater gab ihnen ein Erbteil unter ihren

Brüdern. 16Hiob aber lebte danach noch 140

Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder bis

in das vierte Geschlecht. 17Und Hiob starb alt und

lebenssatt.

Jesus am Kreuz – Auferstehung mit ihm

8. Der Weg zum Leben

Psalm 16 ist kein Psalm für Helden, sondern für Menschen, die gelernt haben,

loszulassen.

Er lädt uns ein, unser Vertrauen fest zu gründen – nicht auf äußere

Sicherheiten, sondern auf die lebendige Beziehung zu Gott.

Wenn du Angst hast um deine Zukunft – dann bete: „Du hältst mein Los

in der Hand.“

Wenn du nicht weißt, wohin dein Leben geht – dann bete: „Du zeigst mir

den Weg zum Leben.“

Wenn du im Dunkel bist – dann bete: „Auch bei Nacht unterweist mich

mein Herz.“

Dieser Psalm verändert nicht die Umstände, aber er verwandelt das Herz.

Und manchmal ist das das größere Wunder.

Psalm 16 ist das Gebet eines Menschen, der sich ganz in Gott hineinfallen

lässt – und darin das Leben findet.

Er hat verstanden:

Sicherheit liegt nicht in Besitz, Freude nicht im Erfolg, Zukunft nicht im

Plan.

Alles liegt in der Gegenwart Gottes.

Beziehung zum lebendigen Gott!

Jesus ist der Weg zum Leben!

9. Gebet eines Kindes

„Lieber Vater im Himmel, ich komme jetzt zu Dir!

Vergib mir meine Schuld! Lieber Herr Jesus,

Du bist für mich gestorben und auferstanden!

Ich wähle Dich heute als meinen Retter und Herrn!

Dir will ich gehören! Dir will ich folgen.“



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