Die Psalmen – Beten mit Jesus! – Teil 1: Beten mit dem Leidenden – Psalm 22 / Mario Wahnschaffe
ICB Predigtreihe
Der Theologe David Wenham kommt zu dem Schluss, dass ihre wiederholte Verwendung ein „performativer Akt“ ist, der „die Beziehung [zu Gott] auf eine Weise verändert, wie es das bloße Zuhören nicht tut.“ Wir sollen sie gewissermaßen in unsere eigenen Gebete einbeziehen oder vielleicht unsere Gebete in sie einbeziehen und uns auf diese Weise Gott nähern. Dadurch verwickeln die Psalmen den Sprecher direkt in neue Einstellungen, Verpflichtungen, Versprechen und sogar Emotionen. Wenn wir zum Beispiel Psalm 139,23–24 – „Erforsche mich … prüfe mich … sieh, ob ich auf abwegigem Weg bin“ – nicht nur lesen, sondern ihn beten, bitten wir Gott, unsere Motive zu prüfen, und stimmen aktiv der Lebensweise zu, die die Bibel fordert. Die Psalmen führen uns dazu, das zu tun, was die Psalmisten tun – uns Gott durch Versprechen und Versprechen zu verpflichten, uns durch Bitten und Ausdruck der Annahme auf Gott zu verlassen, durch Klagen und Klagen Trost bei Gott zu suchen, durch Beichte und Reue Barmherzigkeit von Gott zu finden, durch Meditation neue Weisheit und Perspektive von Gott zu gewinnen, Erinnerung und Reflexion.
ICB Predigtreihe November:
Die Psalmen – Beten mit Jesus!
- Beten mit dem Leidenden – Psalm 22 , 02.11.25
- Beten mit dem Auferstandenen – Psalm 16 , 16.11.
- Beten mit dem geliebten Sohn – Psalm 2 , 23.11.
- Beten mit dem König – Psalm 110 , 30.11.
- Beten mit dem Leidenden – Psalm 22 , 02.11.25
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, ⟨bist⟩ fern von meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?
3 Mein Gott, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht; und bei Nacht, und mir wird keine Ruhe.“
Psalm 22,2.3
Einleitung
Während die Sprüche unseren Verstand ansprechen und uns zu einem Leben in Weisheit motivieren sollen.
Sprechen die Psalmen unsere Gefühle an.
Die Psalmen sind hoch emotional. Sie wurden nicht nur gelesen und rezitiert, sie wurden gesungen!
- Psalmen sind gesungene Gebete
Die Psalmen – Beten mit Jesus!
Tim & Kathy Keller schreiben in Ihrer Einleitung zu ihrem Andachtsbuch „The songs of Jesus / Die Lieder Jesu“:
Die Psalmen sind tatsächlich die Lieder Jesu. Die Psalmen, im Licht der gesamten Bibel gelesen, führen uns zu Jesus. Die Psalmen waren Jesu Liederbuch. Das Buch der Psalmen ist als das Liederbuch der Bibel bekannt – Jesus kannte alle 150 Psalmen genau und verließ sich in jeder Situation, auch in seinem Tod, auf sie. Der Hymnus, den Jesus beim Passahmahl sang (Matthäus 26,30; Markus 14,26), dürfte das Große Hallel, Psalm 113–118, gewesen sein. Tatsächlich gibt es allen Grund anzunehmen, dass Jesus alle Psalmen sein Leben lang ständig gesungen hat, sodass er sie auswendig kannte. Es ist das Buch der Bibel, das er am häufigsten zitiert. Doch die Psalmen wurden nicht nur von Jesus gesungen; sie handeln auch von ihm, wie wir in diesem Band sehen werden.
Psalmen sind also nicht nur ein unvergleichliches Lehrbuch, sondern auch eine Hausapotheke für das Herz und der bestmögliche Leitfaden für das praktische Leben. Indem ich Psalmen als „Medizin“ bezeichne, versuche ich, dem gerecht zu werden, was sie von anderen Teilen der Bibel unterscheidet. Sie sind geschrieben, um gebetet, rezitiert und gesungen zu werden – um getan zu werden, nicht nur um gelesen zu werden.
Psalm 46,1 „Dem Chorleiter. Von den Söhnen Korachs. Nach Alamoth. Ein Lied.“
- Sie waren ein emotionales Chorerlebnis!
- Die Söhne Korach gehörten zum Stamm Levi, sie waren Tempelmusiker und Torhüter. (Lobpreismusik war ihr Lebensinhalt)
- David gebot ihnen geistliche Lieder zu singen
David wusste um die geistliche Vollmacht von gesungenen Psalmen und geistlichen Liedern. Sie haben Vollmacht über dämonische Mächte.
„Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.“
1.Samuel 16,23
Deswegen war David nicht nur ein Musiker und Lobpreiser, er tat alles, damit im Zelt der Wohnung Gottes geisterfüllter Lobpreis 24/7 gebracht wurde.
„Und David und die Obersten des Heeres sonderten die Söhne Asafs und Hemans und Jedutuns zum Dienst aus, die mit Zithern und mit Harfen und mit Zimbeln weissagten [geisterfüllt spielten]…. die Söhne Asafs, unter der Leitung Asafs, der nach der Anweisung des Königs weissagte [geisterfüllt spielte].
1.Chroniker 25,1.2
David wusste, dass Lobpreis und Dank der Schlüssel war zu seinen Erfolg und zu dem militärischen Erfolg des Landes Israel.
Zeugnis: Klagemauer und der 7. Okt. 2023
Es war das tiefe Wissen über die Kraft und Macht des Lobpreises und Singen der Psalmen über unsere Feinde.
So entschied König Joschafat völlig unmilitärisch, die Lobpreisleiter vor die Schlachtreihen zu stellen, bei der aussichtslosen Schlacht gegen die militärisch stärkeren Feinde.
„Und er beriet sich mit dem Volk und bestellte Sänger für den HERRN, dass sie in heiligem Schmuck Loblieder sängen und vor den Kriegsleuten herzögen und sprächen: Danket dem HERRN; denn seine Barmherzigkeit währet ewiglich.
22 Und als sie anfingen mit Danken und Loben, ließ der HERR einen Hinterhalt kommen über die Ammoniter und Moabiter und die vom Gebirge Seïr, die gegen Juda ausgezogen waren, und sie wurden geschlagen.“
2.Chroniker 20,21.22
Was König Joschafat wusste, wusste Paulus und die neutestamentliche Gemeinde!:
„Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist! 18 Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, 19 indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen[14] singt und spielt! 20 Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!“
Epheser 5,17-20
- Psalmen Beten in allen Gefühlslagen!
Die Psalmen sprechen, bzw. singen die gesamte „Klaviatur“ der menschlichen Gefühle:
- Freude
- Jauchzen
- Wut
- Hass
- Zorn
- Rache
- Bitterkeit
- Trauer
- Depression
Tim Keller:
Jesus antwortete auf jeden Angriff Satans mit Passagen aus dem Deuteronomium.
Als er das Kreuz trug, zitierte er den Propheten Hosea, und als er qualvoll starb, zitierte er sowohl Psalm 22,1 als auch Psalm 31,5. Jesus war so tief in Gottes Wort versunken, dass es ihm spontan in den Sinn kam und es ihm ermöglichte, jede Herausforderung zu interpretieren und zu meistern. Es gibt moderne Nachahmungen dessen, was Jesus besaß – Entspannungstechniken, Stressbewältigung, positives Denken, mystische Formen der Kontemplation. Doch nichts kann es ersetzen. Gottes Wort war es, das Gottes fleischgewordenes Wort während seines Lebens und seines Todes stützte. Akzeptiere keinen Ersatz.
Jesus zeigt uns im „Vater unser“ Was wir beten sollen.
Aber das „Buch der Psalmen“ zeigt uns Wie wir beten sollen, in jeder Gefühlslage, die wir durchmachen.
Manche übergeistliche Christen sagen: Das Alte Testament ist mir zu brutal oder ungeistlich.
Die Wahrheit ist: In den Psalmen wird kein einziger Abgrund der menschlichen Gefühle ausgespart und es wird beschrieben, wie wir in den Stürmen unserer Gefühle beten können.
- Die Psalmen: Mit Jesus zusammen beten
Jesus wurde jüdisch erzogen und wuchs auf, wie ein jüdisches Kind.
Dies alles hatte seinen Höhepunkt in der Bar-Mizwa, die wir von Lukas in Lk.2,39-52 berichtet bekommen.
Jeder gläubige Jude betete damals und heute die Psalmen.
Also hat Jesus sie auch gebetet.
Damit kennt Jesus jeden Schmerz und jedes Gefühl, das Du durch machst.
„Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod retten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden, 8 und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam;“
Hebräerbrief 5,7.8
Dietrich Bonhoeffer sagt: Wer die Psalmen betet, der betet mit dem leidenden Christus zusammen und erfährt seine Nähe und Trost.
- Beten mit Jesus: Dem Leidenden – Psalm 22
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, ⟨bist⟩ fern von meiner Rettung, den Worten meines Schreiens?
3 Mein Gott, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht; und bei Nacht, und mir wird keine Ruhe.“
Psalm 22,2.3
- Jesus kennt jeden Schmerz!
Die Leiden und die Schmerzen, die Christus am Kreuz durchgemacht hat, werden in Psalm 22 mysteriöser Weise bis ins Detail beschrieben:
Der Schmerz des Spottes:
Die Soldaten setzten ihm die Dornenkrone auf und verspotteten ihn als König der Juden!
Matthäus 27,29
2 Bilder: Grabeskirche: Der Bock im Dornenbaum (Christ-Thorne Jujube), das bessere Opfer als das von Isaak.
Jesus mit der Dornenkrone: Er ist das bessere Opfer Gottes
„Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:
9 »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.«“
Psalm 22,8.9
Der Spott deckt sich fast bis aufs Wort, mit dem Spott der Hohepriester, als Jesus am Kreuz hing.
„Ebenso aber spotteten auch die Hohen Priester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:
42 Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist Israels König, so steige er jetzt vom Kreuz herab, und wir werden an ihn glauben.
Die Übrigen aber sagten: Halt, lasst uns sehen, ob Elia kommt, ihn zu retten!“
Matthäus 27,41-42.49
Körperlicher Schmerz:
„…alle meine Gebeine haben sich zertrennt;“ Psalm 22,15
1000 Jahre vorher, gab es die Kreuzigungstechnik der Römer nicht:
Die jüdische Todesstrafe war die Steinigung.
Bei der Kreuzigungstechnik der Römer:
- Erst erschöpfen die Muskeln
- Danach kugeln sich die Gelenke aus: Unbeschreiblicher Schmerz!
„Meine Kraft[3] ist vertrocknet wie ⟨gebrannter⟩ Ton, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich.“ Psalm 22,16
Kreuzigungstechnik der Römer: Dehydrierung des Körpers: Übermäßiger Durst!
Jesus spricht am Kreuz: „Mich dürstet!“ Johannes 19,28
„Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.“ Psalm 22,17
„sie werden auf mich blicken[11], den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.“ Sacharja 12,10
Kreuzigungstechnik der Römer. Durchbohren der Gliedmaßen.
Der schlimmste Schmerz:
- War nicht der körperliche Schmerz
- Der Schmerz der Verlassenheit von Freunden.
Selbst den schlimmsten Schmerz kannte Jesus: Die Gottverlassenheit
- Jesus kennt die Hoffnungslosigkeit der Frage nach dem Warum?
- Jesus betet Psalm 22. Warum? Warum hast Du mich verlassen?
- Gott ist heilig – Er ist in Kontrolle!
- Gott kennt jede Situation im Voraus
- Gott benutzt das Leid für seinen Plan: Jesu Kreuzigung war kein Unfall! Joh.10,18
- Gottes Plan steht fest sogar in der ewigen Zukunft. Bild Seil.
Jesus betet den 1000 Jahre alten Psalm in jedem seiner Gefühle und Schmerzen und erlebt den Trost und die Hilfe Gottes:
„Meine Tränen sind mein Brot geworden Tag und Nacht, da man den ganzen Tag zu mir sagt: Wo ist dein Gott?
5 Daran will ich denken und vor mir ausschütten meine Seele, wie ich einherzog,[4] in der Schar sie führte[5] zum Hause Gottes, mit Klang des Jubels und Dankes – ein feierlicher Aufzug.
6 Was bist du so aufgelöst[6], meine Seele, und stöhnst[7] in mir? Harre auf Gott! – denn ich werde ihn noch preisen ⟨für⟩[8] die Heilstaten seines Angesichts[9].“
Psalm 42
Wenn wir mit Jesus die Psalmen beten in unserem Leiden. Sind wir nicht allein. Jesus der Leidende betet mit dir.
Weil Jesus, der Heilige, zur Sünde gemacht wurde:
„Ich bin ein Wurm!“ Psalm 22,7
Trug er die Konsequenz der Sünde für uns!
- Trennung von Gott
- Unwirksamkeit unserer Gebete
„Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht taub geworden, sodass er nicht hören könnte, 2 sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet.“
Jesaja 59,1.2
„Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“
2.Korinther 5,21