1. Korintherbrief – Charakter über Charisma Teil 5: Jesu Liebe und Rücksicht – Christine Gräbnitz

Mario Wahnschaffe

3. August 2026
25 Minuten

1. Korintherbrief Charakter über Charisma Teil 5: Streitpunkt Götzenopferfleisch – Das Evangelium: Jesu Liebe und Rücksicht – Christine Gräbnitz

02.08.2026 Teil 5: Streitpunkt Götzenopferfleisch – Christine Gräbnitz

Predigt zu 1. Korinther 8,1–13

Teil 5: Streitpunkt Götzenopferfleisch – Das Evangelium: Jesu Liebe und

Rücksicht

Leitgedanke:

Das Kennzeichen eines Christen ist nicht, dass er seine Freiheit ausschöpft,

sondern dass er liebt wie Christus.

1.Kor 8, 1-13

Grenzen christlicher Freiheit

1Nun zu der Frage, ob wir das Opferfleisch essen dürfen, das den Göttern

geweiht wurde. Ihr behauptet: »Wir haben doch alle die Fähigkeit zu erkennen,

was richtig ist!« Das stimmt. Aber die richtige Erkenntnis allein führt nur zu

Hochmut; Liebe dagegen baut die Gemeinde auf. 2Wenn sich einer also etwas

auf sein Wissen einbildet, so weiß er gerade nicht, worauf es ankommt. 3Wer

aber Gott liebt, dem wendet sich Gott in Liebe zu.

4Dürfen wir also Opferfleisch essen oder nicht? Ihr habt recht, wenn ihr

sagt: »Es gibt außer dem einen Gott gar keine anderen Götter.« 5Und wenn es

auch sogenannte Götter im Himmel und auf der Erde gibt – und es gibt ja

tatsächlich viele Mächte und Gewalten –

, 6so haben wir doch nur einen Gott,

den Vater, der alles erschaffen hat und für den wir leben. Und wir haben auch

nur einen Herrn, Jesus Christus, durch den alles geschaffen wurde. Durch ihn

haben wir das Leben empfangen. 7Einige Christen haben das aber noch nicht

erkannt. Bisher waren sie davon überzeugt, dass es wirklich Götter gibt. Wenn

sie nun vom Opferfleisch essen, fürchten sie, damit die Götter anzuerkennen,

und bekommen ein schlechtes Gewissen.

8Was wir essen, entscheidet nicht darüber, wie wir vor Gott dastehen. Vor ihm

sind wir weder besser noch schlechter, ob wir nun das Fleisch essen oder

nicht. 9Trotzdem solltet ihr darauf achten, dass ihr mit der Freiheit, die ihr zu

haben glaubt, dem nicht schadet, dessen Glaube noch schwach

ist. 10Angenommen, du isst in einem heidnischen Tempel Opferfleisch, weil du

erkannt hast, dass der Genuss einer Speise dich nicht von Gott trennen kann.

Wenn nun dein Bruder, dessen Glaube noch nicht gefestigt ist, dich dabei sieht

– wird er dann nicht ermutigt, es dir nachzumachen, obwohl er dabei gegen

sein Gewissen handelt? 11Und so würde an deiner durchaus richtigen

Erkenntnis dein im Glauben schwacher Bruder zugrunde gehen, für den doch

Christus gestorben ist. 12Wenn ihr euch euren Brüdern und Schwestern

gegenüber so rücksichtslos verhaltet und ihr Gewissen verletzt, so versündigt

ihr euch an Christus. 13Darum: Wenn ich befürchten muss, dass mein Bruder

zur Sünde verführt wird, weil ich bedenkenlos Opferfleisch esse, dann will ich

lieber mein Leben lang überhaupt kein Fleisch mehr essen, als ihm das anzutun!

Einleitung: Das eigentliche Problem

“Was hat Götzenopferfleisch heute noch mit uns zu

tun?”

heidnischen Opfermarkt?

Wie gehe ich mit meiner Freiheit um?

Darf ich Alkohol trinken?

Darf ich jede Musik hören?

Was darf ich für Filme, Youtubs und

TikToks sehen und wie lange?

Darf ich tanzen?

Darf ich feiern gehen?

Darf ich dieses Kleid tragen?

Darf ich einen Freund bzw. Freundin haben?

Darf ich Geld besitzen?

Ist mein Leben vom Kreuz bestimmt – oder von meinen Rechten?

1. Das Evangelium beginnt nicht mit einem Gebot, sondern mit Liebe

Christentum beginnt nicht mit Regeln.

Kreuz.

Jesus sagte nicht: “Ich werde jetzt einmal zeigen, was mir alles zusteht.”

Er hätte es gekonnt.

Schöpfer des Universums. Alle Engel hätten ihn anbeten müssen.

Alle Menschen hätten vor ihm niederfallen müssen.

Doch stattdessen…

Futterkrippe.

König wird arm.

Schöpfer wird Mensch.

Herr wird Diener.

Richter lässt sich richten.

Heilige trägt unsere Schuld.

Nicht: “Ich nehme.” “Ich fordere.”

Sondern: “Ich gebe.” “Ich liebe.”

Vers 9

“Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist,

wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.”

2. Erkenntnis ohne Liebe macht aus Christen Pharisäer

Vers 1

Was aber die Götzenopfer angeht, so

wissen wir: Wir alle haben Erkenntnis.

Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber

erbaut.

Aufblasen wie einen Luftballon.

Bibelwissen besitzen.

Viele Seminare

Griechisch können.

Hebräisch können.

Jede Lehrfrage beantworten.

Und trotzdem Christus immer ähnlicher werden?

Joh 13,35

“Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr die

meisten Bibelstellen auswendig kennt.” ????

“..wenn ihr Liebe untereinander habt.”

Liebe ist der Prüfstein echter Erkenntnis.

Denn jede Erkenntnis, die mich hochmütig macht, hat ihr Ziel verfehlt.

3. Warum kann Wissen stolz machen?

Wert: mehr zu wissen als andere.

Schon im Garten Eden begann genau das.

Die Schlange versprach: “Ihr werdet sein wie Gott.”

Der Mensch wollte unabhängig werden.

Der Sündenfall begann mit Stolz.

Stolz bis heute die Wurzel so vieler Sünden.

Augustinus nannte ihn die Mutter aller Sünden.

Und C. S. Lewis schrieb sinngemäß:

Stolz ist das Einzige, was den Menschen unfähig macht, Gott zu erkennen, weil

er sich selbst genügt.

4. Liebe baut auf

erbauen. Im Griechischen bedeutet es: ein Haus bauen.

Jedes Wort,

jede Entscheidung,

jede Freiheit,

jeder Verzicht

legt entweder einen Stein in das geistliche Haus eines anderen Menschen —

oder reißt einen Stein heraus.

Vielleicht gewinne ich eine Diskussion. -Aber verliere einen Bruder.

Vielleicht habe ich Recht.-Aber zerstöre Vertrauen.

Vielleicht setze ich meine Freiheit durch. -Aber verletze ein junges

Gewissen.

Liebe fragt immer: “Baue ich gerade auf?”

Band: Was würde Jesus tun?

Zeugnis: Tochter

5. Das Gewissen ist empfindlich

Bedeutet nicht: Der Schwache soll immer bestimmen.

Man kann von zwei Seiten vom Pferd fallen

Nicht: Wahrheit verändert wird.

Das Problem liegt nicht im Fleisch.

Das Problem liegt im Herzen.

Diese Christen waren erst kurze Zeit zuvor aus

dem Götzendienst herausgekommen. Für sie

war jeder Tempel voller Erinnerungen.

Vielleicht hatten sie dort geopfert. Vielleicht hatten sie dort Schuld erlebt.

Vielleicht verbanden sie mit diesem Ort ihre alte Gefangenschaft. Darum

konnte dieselbe Handlung für zwei Christen etwas völlig Unterschiedliches

bedeuten.

Seelsorgerliche Weisheit.

Menschen nicht gleich. Unterschiedliche Geschichten.

Glas Wein umgehen.

Alkoholabhängigkeit befreit.

Für ihn wäre dieselbe Handlung

gefährlich.

Die Liebe erkennt diese

Unterschiede.

Adventskranz Johann Hinrich Wiechern

Das Rauhe Haus

6. Christus starb für den Schwachen

Vers 11

11Und so würde an deiner durchaus richtigen Erkenntnis dein im Glauben

schwacher Bruder zugrunde gehen, für den doch Christus gestorben ist.

Nicht Regeln.

Schau auf das Kreuz.

Dieser Mensch, über den du dich gerade ärgerst, für den Jesus sein Blut

vergossen hat, ist für Christus unendlich wertvoll.

Wie kannst du ihn geringachten?

Immer wenn wir auf andere Christen herabschauen, vergessen wir den Preis,

den Jesus für sie bezahlt hat.

Randgruppenarbeit

7. Das Kreuz verändert unsere Rechte

Seit Adam sagt der Mensch: “Ich habe Rechte.”

Seit Golgatha sagt Christus: “Ich gebe mein Leben.”

Das Kreuz ist die freiwillige Aufgabe aller berechtigten Ansprüche.

Nicht weil Jesus schwach war.

Sondern weil Liebe stärker ist als Macht.

Deshalb ist Liebe niemals Schwäche.

Liebe ist die größte Kraft des Universums.

Denn Hass konnte Jesus nicht vom Kreuz holen.

Nägel konnten ihn nicht festhalten.

Es war Liebe.

8. Vers 13

Paulus lebt, was er predigt

13Darum: Wenn ich befürchten muss, dass mein Bruder zur Sünde verführt

wird, weil ich bedenkenlos Opferfleisch esse, dann will ich lieber mein Leben

lang überhaupt kein Fleisch mehr essen, als ihm das anzutun!

Nur bis der andere reifer ist?

Niemals.

Warum?

Weil ihm Menschen wichtiger sind als Essen!

Phil 1, 13-14

3Allen meinen Bewachern und auch den übrigen Menschen, mit denen ich es

hier zu tun habe, ist inzwischen klar geworden, dass ich nur deswegen

eingesperrt bin, weil ich an Christus glaube. 14Außerdem haben durch meine

Gefangenschaft die meisten Christen neuen Mut gewonnen und die Zuversicht,

dass der Herr ihnen hilft. Furchtlos und ohne Scheu sagen sie jetzt Gottes

Botschaft weiter.

Paulus sitzt im Gefängnis.

Seine Freiheit ist ihm genommen.

Doch seine Liebe nicht.

Er beklagt sich nicht.

“Warum ich?”

Sondern: “Wie kann Christus dadurch verherrlicht werden?”

Wunderbares.

Soldaten hören das Evangelium.

Die Brüder werden mutiger.

Eine Gefangenschaft wird zum Missionsfeld.

Das Reich Gottes wächst dort, wo Menschen bereit sind, auf ihre eigenen

Rechte zu verzichten.

9. Was bedeutet das für uns?

“Was darfst du?”

Sondern:

“Worauf bist du bereit zu verzichten?”

Vielleicht auf das letzte Wort.

auf eine verletzende Bemerkung.

auf deinen Stolz.

auf dein Recht.

Bequemlichkeit.

Zeit. Geld. Anerkennung?

Denn Liebe kostet immer etwas.

Sie hat Jesus alles gekostet.

Schluss: Die Gemeinde als Spiegel Jesu

Die Welt staunt nicht darüber, dass Christen Recht haben.

Sie staunt, wenn Christen lieben.

Eine Gemeinde wird nicht dadurch attraktiv, dass alle dieselbe Meinung haben.

Sondern dadurch, dass sie trotz unterschiedlicher Prägungen liebevoll

miteinander umgehen.

Wenn starke Christen Rücksicht nehmen.

Wenn Schwache Annahme erfahren.

Wenn Wahrheit und Gnade sich begegnen.

Johannes 1,14

“Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes

vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.”

Nicht Wahrheit ohne Gnade.

Nicht Gnade ohne Wahrheit.

Sondern beides zugleich.

Darin liegt die Schönheit des Evangeliums.

Schlussgedanke

Es geht also nicht um Opferfleisch!

Er geht um Jesus.

Verzicht aus Liebe ist ein kleines Echo des Kreuzes.

Jedes Mal, wenn wir auf unser Recht verzichten, damit ein anderer im

Glauben gestärkt wird, wird etwas vom Wesen Christi sichtbar.

Vielleicht werden sich Menschen später nicht an jede Predigt erinnern.

Vielleicht vergessen sie sogar manche theologischen Argumente. Aber sie

werden sich daran erinnern, ob sie in einer Gemeinde Menschen erlebt

haben, die so liebten wie Jesus.

Darum lasst uns nicht nur eine Gemeinde sein, die die Bibel kennt. Lasst uns

eine Gemeinde sein, in der das Herz Jesu sichtbar wird – in unseren Worten, in

unseren Entscheidungen und in unserem Umgang miteinander.

Denn Erkenntnis beeindruckt Menschen. Liebe verändert Menschen.



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