1.Korintherbrief „Charakter über Charisma“ Jesu Liebe als Antwort für alles! 1. Berufen aus Gnade! Mario Wahnschaffe
ICB Predigtreihe: 1.Korintherbrief „Charakter über Charisma“
- Jesu Liebe als Antwort für alles!
- Einleitung: Berufen aus Gnade! 1.Kor.1,1-9 / 28.Juni – Mario
Zusammenfassung 1. Korintherbrief
- 1. Korinther 1–4: Spaltungen in der Gemeinde
- 1. Korinther 5–7: Die Einladung des Evangeliums zu sexueller Reinheit
- 1. Korinther 8–10: Götzenopferfleisch
- 1. Korinther 11–14: Chaos in den Gottesdiensten
- 1. Korinther 15: Die Auferstehung Jesu und die christliche Zukunftshoffnung
1.0 Kultureller Kontext:
Korinth: Handels- und Weltmetropole
Kultur: Zentrum der Prostitution, Tempelkulte und philosophischer Weisheit und politisch-manipulativer Redekunst.
Hier gründete Paulus eine Gemeinde.
Die Gemeinde in Korinth war auf die Werte des Evangeliums, des gekreuzigten Jesus Christus aufgebaut und stellte eine Kontrastkultur in unversöhnlicher Spannung zur Kultur Korinths dar.
1.1 Berufen aus Gnade
Dies wird fühlbar im Briefeingang
Einleitung: Dank an Gott für die Gnadengaben in Korinth
„Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus:
5 In ihm seid ihr in allem reich gemacht worden, in allem Wort [Rede] und aller Erkenntnis,
6 wie denn das Zeugnis des Christus unter[4] euch gefestigt worden ist.
7 Daher habt ihr an keiner Gnadengabe [Charisma] Mangel, während ihr das Offenbarwerden unseres Herrn Jesus Christus erwartet,
8 der euch auch festigen [gestärkt] wird bis ans Ende, ⟨sodass ihr⟩ untadelig ⟨seid⟩ an dem Tag unseres Herrn Jesus Christus.
9 Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.“
1.Korintherbrief 1,4-9
Die Gemeinde befand sich in einem tragischen Konflikt und Spaltung von ihrem Gemeindegründer Paulus, der sie schmerzhaft immer wieder auf die Grundlage des:
- Evangelium
- den gekreuzigten Jesus Christus
- seiner hingebungsvollen Agape-Liebe, die sich für den anderen hingibt
- der Hoffnung der Auferstehung
stellen wollte.
Damit hielt er sie ärgerlicherweise davon ab, von den Werten Korinths geprägt zu werden:
- Sexuelle Ausschweifung – „Freiheit“
- Psychodelisch-ekstatische geistliche Erfahrungen und Pseudo-Charismen
- Griechisch-philosophische Erkenntnis und Weisheit
- Politisch-manipulative Rhetorik
Paulus stellt diesen teuflischen Irrwegen, die erlösende Botschaft von Jesus und seinen Reichtum gegenüber:
- reich gemacht worden, in allem Wort [Rede]
- und aller Erkenntnis,
- Daher habt ihr an keiner Gnadengabe [Charisma] Mangel
- der euch auch festigen [gestärkt] wird bis ans Ende.
In der Gnade und dem Reichtum des Gekreuzigten, Jesus Christus zu leben ist nicht auf unserem Verdienst begründet. Sondern aufgrund dem Verdienst Jesus, der uns unverdient und aus Gnade berufen hat:
Eingangs-Gruß an die Korinther und an alle Christen
„Paulus, berufener Apostel[1] Christi Jesu durch Gottes Willen, und Sosthenes, der Bruder,
2 an die Gemeinde[2] Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen, samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, ihres und unseres ⟨Herrn⟩.
3 Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“
1.Korinther 1,1-3
Dies war eine Provokation und Brüskierung für die stolzen Korinther. Aus diesem Grund lehnten sie Paulus ab, der in ihren Augen rhetorisch schwach erschien (2.Kor.10,10) im Gegensatz zu Apollos, der gewaltig war im Wort (Apg 18,24-28).
Paulus schrieb diesen Brief, nicht um die Gemeinde zu ermahnen, sondern sie von dem geistliche Scheitern und Tod zu retten.
Relevanz: Wird die heutige Gemeinde von Zeitgeist überwunden, oder werden wir zu „Salz und Licht“ in der Gesellschaft, indem wir unsere Werte und Identität aus der Berufung des Gekreuzigten Jesus Christus und dem Evangelium ziehen.
1.2 Gnade & Identität
Wird unsere Identität in unseren geistlichen Begabungen (Charismen) liegen oder in dem Charakter Jesu?
Paulus ist das Beispiel dafür, dass
Berufung aus Gnade und Charismatische Begabung im Konflikt sind!
Paulus war ein begabter Pharisäer:
- Hoch gebildeter Pharisäer unter der Schule von Gamaliel. 22,3
- Moralisch höher stehend als alle anderen. 3,6
Aber genau diese religiöse Begabung steht im Konflikt zu seiner Berufung aus Gnade!
„Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer[5];
6 dem Eifer nach ein Verfolger der Gemeinde[6]; der Gerechtigkeit nach, die im Gesetz ist, untadelig geworden.
7 Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten;
8 ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne.“
Philipper 3,5-8
Es ist vielmehr Gottes Gnade, die ihm trotz seiner großen Schuld, seine Identität geschenkt hat!
„Ich danke[7] Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen, dass er mich als treu erachtet und in den Dienst gestellt hat,
13 der ich früher ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war; aber mir ist Barmherzigkeit zuteilgeworden, weil ich es unwissend im Unglauben getan hatte;
14 überströmend aber war die Gnade unseres Herrn mit Glauben und Liebe, die in Christus Jesus ⟨sind⟩.
15 Das Wort ist gewiss[8] und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu retten, von welchen ich der erste bin.“
1.Timotheus 1,12-15
Eine Identität aus Charisma und Leistung heraus führt zum Burnout und zum Scheitern.
Beispiel Saul:
Er scheiterte an seiner Berufung, da er seine Berufung von seiner Begabung und seiner Beliebtheit bei Menschen abhängig machte.
Seine Ablehnung von Menschen bei seiner Berufung zum König:
„Aber einige ruchlose Leute[17] sagten: Wie soll der uns retten? Und sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Aber er tat, als hörte er es nicht.“
1.Samuel 10,27
Saul war dem Befehl Gottes ungehorsam, weil ihm menschliche Hilfe bei seiner Berufung wichtiger war als Gottes Hilfe.
„Und Samuel sprach: Was hast du getan! Saul antwortete: Weil ich sah, dass das Volk von mir auseinanderlief, und du kamst nicht zur bestimmten Zeit, während die Philister sich ⟨schon⟩ bei Michmas versammelt hatten.“
1.Samuel 13,11
Saul verlor seine Berufung und die Salbung des Heiligen Geistes weil er die Beliebtheit Davids mit seiner verglich.
„ Und Saul sah neidisch auf David von jenem Tag an und hinfort.
10 Und es geschah am folgenden Tag, dass ein böser Geist von Gott über Saul kam, und er geriet im Innern des Hauses in Raserei.“
1.Samuel 18,9.10
Die Identität des Paulus lag nicht in seinem Charisma, sondern in seiner Berufung aus Gnade!
„Denn ich bin der geringste der Apostel, der ich nicht würdig[7] bin, ein Apostel genannt zu werden, weil ich die Gemeinde[8] Gottes verfolgt habe.
10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin; und seine Gnade mir gegenüber ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes⟨, die⟩ mit mir ⟨ist⟩.“
1.Korintherbrief 15,9.10
Wenn unsere Identität in unserer Begabung liegt, die wir erwerben, dann sind wir nur erfolgreich in unseren Augen, wenn wir uns mit anderen vergleichen: Neid!
Wenn unsere Identität in dem liegt, was Gott uns geschenkt hat, dann bleiben wir dankbar, demütig und freuen uns über den Erfolg von anderen!
1.3 Wie finde ich meine Berufung?
Durch Begabung oder Beziehung?
„Aus diesem Grund leide ich dies auch; aber ich schäme mich nicht, denn ich weiß, wem ich geglaubt habe, und bin überzeugt, dass er mächtig ist, mein anvertrautes Gut bis auf jenen Tag zu bewahren.
13 Halte fest das Vorbild der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus ⟨sind⟩!“
2.Timotheusbrief 1,12
Die Berufung des Timotheus
Apostelgeschichte 16:1-3 schildert uns kurz und knapp die Berufung des Timotheus durch Paulus.
Dort stehen nur dürftige Informationen:
– Er war ein Jünger des Herrn und hatte ein gutes Zeugnis bei den Gemeinden
– Er war der Sohn einer jüdischen, gläubigen Frau und eines heidnischen Vaters, der ihn nicht hatte beschneiden lassen.
– Paulus wählt ihn als Begleiter aus
– Da alle Juden, ihn für den Sohn eines Heiden hielten, ist der Preis, dass er ihn um der Juden willen beschneiden lässt, was dann auch geschieht
Diese Geschichte gibt uns aber nicht genug Informationen, was Paulus dazu geführt hat, Timotheus als seinen Begleiter auszuwählen.
1.3.1. Paulus erkennt die geistliche Geschichte und das geistliche Erbe des Timotheus
Paulus hatte erkannt, dass der Glaube und das geistliche Erbe seiner Mutter und Großmutter in ihm waren.
„ ⟨Denn⟩ ich erinnere mich des ungeheuchelten Glaubens in dir, der zuerst in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunike wohnte, ich bin aber überzeugt, auch in dir.“
2.Timotheus 1:5
1.3.2. Paulus erkannte und förderte und ermutigte die geistlichen Gaben in seinem Schützling
„Um dieser Ursache willen erinnere ich Dich, die Gnadengabe (Charisma) Gottes anzufachen, die in dir durch das Auflegen meiner Hände ist.“
2.Timotheus 1:6
1.3.3. Paulus nahm ihn in einen wichtigen Prozess der geistlichen Vaterschaft
Dieser Prozess war begleitet von
– Ermutigung und väterlicher Liebe:
„Du nun mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist.“
2.Timotheus 2:1
– Ermahnung:
„Nimm teil an den Leiden als ein guter Streiter Christi Jesu!“
2.Timotheus 2:3
– Rat:
„…und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!“
2.Timotheus 2:2
Berufung aus Gnade durch Beziehung!
- Beziehung zuerst zu Jesus!
- Beziehung zu Vorbildern
„Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt!“
Philipper 3,17