1.Korintherbrief „Charakter über Charisma“ – Jesu Liebe als Antwort für alles! Teil 9. Streitpunkt Gemeindeversammlung: Charakter und Ziel der Geistesgaben – 1.Kor.12,1-10 Mario Wahnschaffe
ICB Predigtreihe: 1.Korintherbrief „Charakter über Charisma“
- Jesu Liebe als Antwort für alles!
Teil 9. Streitpunkt Gemeindeversammlung: Charakter und Ziel der Geistesgaben – 1.Kor.12,1-10 / 30.08. Mario
- Streitpunkt Gemeindeversammlung: Zungenrede: Verhältnis zu prophetischer Rede – 1.Kor.14,1-4 /06.09. Mario
„Was aber die geistlichen ⟨Gaben⟩[1] betrifft, Brüder, so will ich nicht, dass ihr ohne Kenntnis seid. 2 Ihr wisst, dass ihr, als ihr zu den Heiden[2] gehörtet, zu den stummen Götzenbildern hingezogen, ja, fortgerissen wurdet. 3 Deshalb tue ich euch kund, dass niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: Fluch[3] über Jesus!, und niemand sagen kann: Herr Jesus![4], außer im[5] Heiligen Geist. 4 Es gibt aber Verschiedenheiten von Gnadengaben[6], aber ⟨es ist⟩ derselbe Geist; 5 und es gibt Verschiedenheiten von Diensten, und ⟨es ist⟩ derselbe Herr; 6 und es gibt Verschiedenheiten von Wirkungen, aber ⟨es ist⟩ derselbe Gott, der alles in allen wirkt. 7 Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben. 8 Denn dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben; einem anderen aber das Wort der Erkenntnis nach demselben Geist; 9 einem anderen aber Glauben in demselben Geist; einem anderen aber Gnadengaben[7] der Heilungen in dem einen Geist; 10 einem anderen aber Wunderwirkungen[8]; einem anderen aber Weissagung[9], einem anderen aber Unterscheidungen der Geister; einem anderen ⟨verschiedene⟩ Arten von Sprachen[10]; einem anderen aber Auslegung der Sprachen[11]. 11 Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will. 12 Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl viele, ein Leib sind: so auch der Christus.“
1.Korintherbrief 12,1-12
Charakter und Ziel der Geistesgaben
- Gott zu verherrlichen & sichtbar zu machen
- Die Gemeinde aufzuerbauen & ihr zu dienen
- Die Offenbarungsgaben
- Die Kraftgaben
- Die Sprachengaben am 06.09.26
1.Gott zu verherrlichen und sichtbar zu machen
„Was aber die geistlichen ⟨Gaben⟩ betrifft, Brüder, so will ich nicht, dass ihr ohne Kenntnis seid. Ihr wisst, dass ihr, als ihr zu den Heiden gehörtet, zu den stummen Götzenbildern hingezogen, ja, fortgerissen wurdet. Deshalb tue ich euch kund, dass niemand, der im Geist Gottes redet, sagt: Fluch über Jesus!, und niemand sagen kann: Herr Jesus!, außer im Heiligen Geist.“
1.Korinther 12,1-3
Nur der Heilige Geist kann uns zeigen wer Gott ist.
Wer ist Gott in der Gemeinde?
Geld?
Macht?
Weisheit?
Nur durch den Heiligen Geist können wir sagen: „Jesus ist der Herr!“ Vers 3
Die Stadt Korinth war aufgebaut auf der Kraft ihrer „Götzen“:
- Geld,
- rhetorische Sprachgewalt,
- menschliche Weisheit,
- Macht über Sklaven,
- sexuelle Ekstase vermischt mit Mysterienkult.
Die Geistesgaben unterschieden sich von den Kräften der Götzen, denn sie waren weder erlernbar noch verfügbar, wie natürliche Begabungen.
Das Heidentum kannte ekstatische Prophetien und Wahrsagerinnen, aber nicht den Heiligen Geist!
Der Geist gibt die Gaben, wie er will! Vers 11
Eine Gemeinde, die in der Fülle der Geistesgaben operiert hat erkannt:
Wir können Gemeinde nicht ohne die Hilfe Gottes bauen. Wir brauchen Jesus! Und:
Jesus baut seine Gemeinde durch den Heiligen Geist und seine Gaben!
Jesus spricht zu Petrus: „Ich will meine Gemeinde bauen!“
Matthäus 16,18
Wenn die Gaben des Heiligen Geistes in Aktion treten ist das etwas Großartiges, das alle in Erstaunen und Lob versetzt!
Aber nicht um den Apostel, Pastor oder Gabenträger zu verherrlichen! Nein!
Denn er ist nur das Werkzeug!
Die Gaben des Geistes haben das Ziel den Dreieinigen Gott zu verherrlichen und sichtbar zu machen!
„4 Es gibt aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber ⟨es ist⟩ derselbe Geist; 5 und es gibt Verschiedenheiten von Diensten, und ⟨es ist⟩ derselbe Herr;
6 und es gibt Verschiedenheiten von Wirkungen, aber ⟨es ist⟩ derselbe Gott, der alles in allen wirkt.
Alles hat ein Ziel: Gottes Wesen zu repräsentieren und zu offenbaren.
Natürlich gibt es noch viel mehr Geistesgaben als in 1. Korinther 12 – siehe Römer 12!
Aber Paulus nennt 9 Geistesgaben mit symbolischer Bedeutung!
3×3= Repräsentation der Dreieinheit Gottes und seines Wesens:
3 Offenbarungsgaben (Weisheit, Erkenntnis, Unterscheidung der Geister) – Die Allwissenheit Gottes
3 Kraftgaben (Glauben, Heilungen, Wunderwirkungen) – Die Allmacht Gottes
3 Wortgaben (Sprachen, Auslegung, Prophetie) – Die Allgegenwart Gottes
Damit alle sagen: „Gott ist wahrhaftig unter euch!“ 1. Korinther 14:25
- Die Gemeinde aufzuerbauen & ihr zu dienen
Die Gaben des Geistes sind dazu da, dass die Gemeinde auferbaut wird und dass den Menschen in der Gemeinde gedient wird.
„Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben.“
1.Korintherbrief 12:7
„So auch ihr, da ihr nach geistlichen Gaben[15] eifert, so strebt danach, dass ihr überreich seid zur Erbauung[16] der Gemeinde.“
1.Korintherbrief 14:12
Das Ziel der Gaben des Geistes: Friede
„So hatte denn die Gemeinde durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurde erbaut und wandelte in der Furcht des Herrn und mehrte sich durch den Trost des Heiligen Geistes.“
Apostelgeschichte 9:31
Die Gemeinde existiert heute noch allein wegen dem Heiligen Geist!
Durch den Trost („parakalaesae“: Ermahnung und Beistand) des Heiligen Geistes mehrte sich die Gemeinde.
Der Heilige Geist stärkt und mehrt die Gemeinde Jesu durch seinen Trost, Ermahnung und Beistand.
Er tut dies praktisch durch die Geistesgaben, die „Charismata“!
Die Geistesgaben haben das Ziel der Erbauung und des Trostes der Gemeinde!
Ohne den Trost und die Erbauung des Heiligen Geistes, wäre die Gemeinde eine menschliche Organisation, die sich schon in den ersten Jahren selbst zerlegt hätte.
Durch Ausgrenzung von Internationalen und Senioren: Die Vernachlässigung der griechischen Witwen bei der Essensausteilung – Apostelgeschichte 6:1
Durch überlegendes Klassendenken und Beschämung der Armen: 2 Klassen Abendmahl in der Gemeinde zu Korinth – 1.Korintherbrief 11:22
Durch religiöse Ausgrenzung der internationalen Nichtjuden: Die Debatte um die Beschneidung – Apostelgeschichte 15:1
Der Heilige Geist ist Brückenbauer und sendet Brückenbauer.
Das Ziel der Gaben des Heiligen Geistes: Erbauung
Das Ziel des Heiligen Geistes und seiner Gaben ist die Erbauung der Gemeinde und sie zu verwandeln in Jesu Ebenbild.
„Es gibt aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber ⟨es ist⟩ derselbe Geist; und es gibt Verschiedenheiten von Diensten, und ⟨es ist⟩ derselbe Herr;
und es gibt Verschiedenheiten von Wirkungen, aber ⟨es ist⟩ derselbe Gott, der alles in allen wirkt.“ 1.Korintherbrief 12:4-6
Jedesmal, wenn jemanden eine Geistesgabe geschenkt wird und er / sie darin operiert, wird Jesus in seinem genialen Charakter und Wesen dargestellt.
Durch natürliche Charismata (Ein Geschenk aus Liebe von Gott):
Kochen, Arbeiten mit Daten und Finanzen, Handwerk!
Bezalel: War ein vom Heiligen Geist gesalbter Handwerker! 2.Mose 35:30,31
Es gibt in der Gemeinde keine ungeistlichen Arbeiten (Putzen!).
Musik: Die Söhne Asafs spielten geisterfüllt! 1. Chronik 25:1
3.Die Offenbarungsgaben
Die 9 Gaben des Geistes lassen sich in jeweils drei Dreiergruppen zusammenfassen, die eine Charaktereigenschaft Gottes repräsentieren.
- Drei Gaben der Offenbarung zeigen Gottes Allwissenheit
+ Das Wort der Weisheit 1.Kor.12,8
+ Das Wort der Erkenntnis 1.Kor.12,8
+ Die Unterscheidung der Geister 1.Kor.12,10
Gottes Allwissenheit
„Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang“
Sprüche 9:10
Erkenntnis beginnt mit Gott selbst!
Die Furcht des Herrn transformiert unser Wesen:
- Wachstum in Heiligung
„Denn ich bin mir keiner Schuld bewusst, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr.“
1.Korinther 4,4
- Bewahrung vor Verurteilung
„So verurteilt nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbaren wird!“
1.Korinther 4,5
- Trost in ausweglosen Situationen
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach ⟨seinem⟩ Vorsatz berufen sind.“
Römer 8,28
Das Wort der Erkenntnis, 1.Kor.12,8
Es handelt sich bei dieser Gabe nicht allein um intellektuelle Erkenntnis.
Stephen Covey unterscheidet in seinem Buch „Der achte Weg“ unter vier Arten der Intelligenz:
- Physische, intellektuelle, emotionale und spirituelle Intelligenz.
Jesus und Paulus wählten ihre Mitarbeiter sehr stark durch die Gabe der Erkenntnis aus:
Jesus beruft Nathanael
„Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist! 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.“
Johannes 1,47.48
Jesus erkennt Simon + Simon erkennt Jesus = Die Grundlage seines Dienstes
„Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. 17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Bar Jona[4]; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist. 18 Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus[5], und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde[6] bauen, und des Hades[7] Pforten werden sie nicht überwältigen.“
Matthäus 16,16-18
„Wort“ der Erkenntnis bedeutet: Eine Geistesgabe ist nur ein Werkzeug für eine begrenzte Zeit und bildet nur einen Splitter von Gottes Allwissenheit ab.
Dort steht nicht „Gabe der Erkenntnis“: 5 Minuten später scheitert Petrus!
Und Jesus tadelt ihn: Satan weiche hinter mich!
Das Wort der Weisheit, 1.Kor.12,8
Weisheit ist die Kraft, die von Gott kommt, göttliche Erkenntnis in die Praxis umzusetzen.
Beispiel: Apostelgeschichte 11,27-30
- Das Wort der Erkenntnis über die kommende Hungersnot durch Agabus
- Das Wort der Weisheit zu der Geldsammlung für Jerusalem durch die Leiter der Gemeinde zu Antiochia.
4.Die Kraftgaben
Die Geistesgaben der Heilungen, der Wunderwirkungen und die Gabe des Glaubens, sind wohl die drei spektakulärsten in dem Text, da sie die Allmacht Gottes widerspiegeln.
Der Heilige Geist führt eine Gemeinde in die Furcht des Herrn.
Die Furcht des Herrn bedeutet nicht, Angst vor Gott zu haben.
Dennoch gilt der Satz: Die Allmacht Gottes endet bei dem Willen eines Mannes.
Bestes Beispiel für eine Beziehung zum Heiligen Geist, nicht als Person ist Simson.
Er war einer der gesalbten Leiter in der Zeit der Richter.
Durch den Geist Gottes war er der stärkste Mann der Welt.
Immer wieder steht in seiner Geschichte: „Und der Geist Gottes kam auf ihn!“
Und doch ist der bezeichnende Satz in seinem Leben in Richter 16:20 zu finden:
„Er wusste aber nicht, dass der Herr von ihm gewichen war.“
Ein Gebrauchsgegenstand fehlt mir, wenn ich ihn brauche.
Eine Person fehlt mir wenn ich sie länger nicht in meiner Gegenwart habe.
Wie ist meine Beziehung zu dem Heiligen Geist und seinen Gaben:
Ein Gebrauchsgegenstand, um meinen Wünschen zu dienen.
Oder eine Person der Gottheit, der ich diene.
Der Heilige Geist wird angezogen von Ehrfurcht und Gehorsam vor Gott. Apg.5:32
Simson war bei Prostituierten und trug die Tore der Stadt auf den Berg.
Simson spielte mit seiner Berufung und brach alle seine Gelübde:
Sein Gebet war: „Heiliger Geist! Mein Wille geschehe!“
Der Heilige Geist – Der Gott, der anders ist als Du!
Der Antityp zu Simson ist Jesus!
Jesus zeigt uns das wichtigste Merkmal in seiner Beziehung zum Heiligen Geist.
Er tat erst Wunder und Zeichen, heilte Kranke und weckte Tote aus, als er seine Gehorsamstaufe im Jordan empfing.
Jesus wurde getrieben vom Heiligen Geist in die Wüste, um 40 Tage getestet zu werden. Lukas 4:1
Das Gebet Jesu lautete: „Nicht wie ich will! Sondern wie Du willst!“
Bonhoeffer nennt diese Beziehung zum Heiligen Geist:
„Die Theologie des fremden Gottes!“
„Das Abenteuer, den Gott kennen zu lernen, der anders ist als Du!“
Bonhoeffer ermutigte seine Gemeinde, die Schrift „gegen“ sich zu lesen.
Jesus sagt zu Petrus: Wenn Du älter geworden bist, wirst du deine Hand ausstrecken und jemand wird dich führen wohin du nicht gehen willst.
Paulus in Apg. 16 Er wollte in seinem Milieu die frohe Nachricht verkünden, doch Gottes Geist führte ihn in das gottlose und heidnische Europa.
Paulus war so schwach, dass Der Geist ihn leiten konnte, zu Menschen, die er nicht mochte. Apg.16
Träume und Zeichen und Dämonenaustreibungen begleiteten ihn: Mitten ins Gefängnis.