1. Korintherbrief „Charakter über Charisma“ JESU LIEBE ALS ANTWORT FÜR ALLES! Teil 3: „Das Wort vom Kreuz“ Johanna und Michel Sanya

Mario Wahnschaffe

20. Juli 2026
51 Minuten

1. Korintherbrief „Charakter über Charisma“

JESU LIEBE ALS ANTWORT FÜR ALLES!

Teil 3: „Das Wort vom Kreuz“ – Johanna und Michel Sanya

1. Korinther 1,18–31

„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns

aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.

(1. Korinther 1,18)

I. EINLEITUNG

Ich möchte meine Predigt mit einer kleinen Geschichte beginnen. Eines Tages starb ein Mann

und kam an die Tore des Himmels. Dort wartete Petrus auf ihn, um ihn einzulassen.

Petrus fragte ihn:

„Warum glaubst du, dass du würdig bist, in den Himmel einzutreten?“

Mit einem breiten Lächeln und voller Selbstvertrauen antwortete der Mann:

„Weißt du, Petrus, ich habe alles getan, was Gottes Wort von mir verlangt hat!“

Petrus erwiderte:

„Du weißt doch, dass man 100 % braucht, um Zugang zum Reich Gottes zu erhalten.

Glaubst du, dass du diese 100 % erreicht hast?“

Der Mann nickte voller Stolz. Darauf sagte Petrus:

„Gut, dann erzähle mir alles, was du getan hast.

Der Mann begann stolz, die Zehn Gebote aufzuzählen, und schloss mit den Worten:

„Ich habe sie alle gehalten!“

Petrus zählte bis zehn und sagte:

„Du bist erst bei zehn Prozent angekommen. Dir fehlen noch neunzig Prozent. Komm,

erzähle weiter. Was hast du noch getan?“

Plötzlich verschwand das selbstsichere Lächeln des Mannes. Er begann zu schwitzen, denn er

wusste, dass er niemals die hundert Prozent erreichen würde.

Nach einem langen Moment des Nachdenkens rief er verzweifelt: „JESUS!“

In diesem Augenblick öffneten sich die Himmelstore.

Petrus lächelte und sagte: „Das ist der einzige Zugangscode zum Himmel:

J.E.S.U.S.

II. WARUM DAS KREUZ?

Warum hat Gott einen so grausamen und schmerzhaften Weg gewählt, um die Menschheit zu

retten? Hätte Er keinen anderen Weg finden können?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zuerst verstehen, welche Bedeutung das Kreuz

in der damaligen Zeit hatte. Das Kreuz war:

1. ein Symbol des größten Fluches;

2. das grausamste Instrument der Verurteilung;

3. ein Zeichen völliger Schande;

4. ein Mittel der öffentlichen Bloßstellung;

5. ein Symbol der vollständigen Erniedrigung der menschlichen Würde;

6. ein Werkzeug der Angst und des Schreckens;

7. die härteste Strafe für radikalen Ungehorsam;

8. ein Ort tiefster Gewissensqualen.Warum ließ Gott all das zu? Die Antwort ist einfach.

Jesus nahm jede Form des Fluches, jede Verurteilung, jede Schande, jede Ablehnung, jede

öffentliche Bloßstellung, jede Angst, jeden Ungehorsam und sogar jede Schuld des

menschlichen Gewissens auf sich.

All das war durch den Sündenfall Adams in die Welt gekommen.

Die Sünde begann an einem Baum – am Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen.

Deshalb musste auch Jesus an ein Holz gehängt werden, um jeden Fluch zu zerbrechen, der

durch jenen Baum über die Menschheit gekommen war.

Die Bibel sagt:

„Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen

eigenen Weg; aber der HERR ließ die Schuld von uns allen auf ihn treffen.

Er wurde misshandelt und bedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.

Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das

verstummt vor seinem Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.

(Jesaja 53,6–8)

Um wirklich zu verstehen, was das Kreuz für diese Welt bedeutet, müssen wir die sieben

Worte Jesu am Kreuz betrachten.

Diese sieben Worte sind feierliche Erklärungen des Neuen Bundes, besiegelt durch das

kostbare Blut Jesu Christi – ein Blut ohne Makel und ohne Fehler.

Jedes dieser Worte offenbart einen Aspekt dessen, was Jesus am Kreuz für uns vollbracht hat.

III. DIE SIEBEN WORTE JESU AM KREUZ

1. DIE VERGEBUNG (Das Wort der Vergebung)

„Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.

“ (Lukas 23,34)

Das erste Wort, das Jesus am Kreuz ausspricht, ist ein Wort der Liebe und der Vergebung.

Obwohl Er verspottet, geschlagen, abgelehnt und gekreuzigt wurde, bittet Er den Vater nicht

um Gericht, sondern um Vergebung. Hier offenbart Jesus die unermessliche Kraft der

Vergebung – selbst gegenüber den eigenen Feinden.

Das Kreuz lehrt uns, dass Vergebung stärker ist als Hass und dass die Liebe Gottes größer ist

als die Bosheit des Menschen.

2. DAS EWIGE LEBEN (Das Wort des ewigen Lebens)

„Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

“ (Lukas 23,43)

Mit diesen Worten öffnet Jesus die Tür zum ewigen Leben. Der reuige Verbrecher konnte

keine guten Werke mehr vollbringen. Er konnte sich nicht mehr taufen lassen.

Er konnte keine Gemeinde mehr besuchen. Er konnte nichts mehr leisten.

Alles, was er tat, war, sein Vertrauen auf Jesus zu setzen. Und genau das genügte.

Das Kreuz ist die Eingangstür zum ewigen Leben. In dem Augenblick, in dem wir unser Leben

Jesus Christus anvertrauen, beginnt bereits das ewige Leben.

3. DIE BRÜDERLICHKEIT (Das Wort der neuen Familie)

„Frau, siehe, dein Sohn!“

„Siehe, deine Mutter!“

(Johannes 19,26–27)

Am Kreuz entsteht eine neue geistliche Familie. Jesus verbindet Maria und Johannes

miteinander. Damit zeigt Er, dass das Kreuz Menschen nicht nur mit Gott versöhnt, sondern

auch untereinander. Durch das Kreuz werden wir Brüder und Schwestern.

Unsere wahre Identität liegt nicht mehr in unserer Herkunft, sondern in Christus.

Die Gemeinde Jesu ist die Familie Gottes.4. DAS URTEIL ( Das Wort des Gerichts)

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46; Markus 15,34)

Dieses Wort gehört zu den tiefsten und bewegendsten Aussagen Jesu. In diesem Augenblick

trägt Jesus die gesamte Schuld der Menschheit. Die Sünde wird gerichtet.

Die Gerechtigkeit Gottes wird erfüllt. Jesus erlebt die Gottverlassenheit, damit wir niemals

von Gott verlassen werden müssen.

Die Bibel sagt:

„Denn den, der von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht,

damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes würden.

“ (2. Korinther 5,21)

Am Kreuz wurde nicht Jesus verurteilt, sondern unsere Sünde.

5. DIE BEFRIEDIGUNG (Das Wort des Durstes)

„Mich dürstet.

“ (Johannes 19,28)

Jesus litt nicht nur körperlich. Er trug die ganze Not des Menschen.

Sein Durst erinnert uns an den tiefen Mangel der Menschheit.

Der Mensch leidet unter drei Arten von Durst:

dem geistlichen Durst nach Gott,

dem seelischen Durst nach Liebe, Frieden und Annahme,

dem körperlichen Durst und allen menschlichen Bedürfnissen.

Jesus wurde durstig, damit wir niemals ohne die Quelle des lebendigen Wassers bleiben

müssen.

Er nahm unseren Mangel auf sich, damit wir in Ihm die Fülle finden.

6. DIE VOLLENDUNG (Das Wort der Vollendung)

„Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30)

Dies ist kein Schrei der Niederlage. Es ist der Siegesruf des Erlösers.

Mit diesen Worten erklärt Jesus, dass der Erlösungsplan Gottes vollständig erfüllt ist.

Der Preis der Sünde wurde bezahlt. Die Macht Satans wurde gebrochen.

Der Weg zum Vater wurde geöffnet. Durch das Kreuz schenkt Gott uns:

Vergebung, Befreiung, Heilung, und alle geistlichen Segnungen in Christus.

Nichts muss dem Werk Jesu hinzugefügt werden. Sein Opfer ist vollkommen.

7. DAS WORT DER VÖLLIGEN HINGABE

„Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.

“ (Lukas 23,46)

Mit seinen letzten Worten legt Jesus sein Leben vollkommen in die Hände des Vaters.

Selbst im Sterben vertraut Er Gott vollkommen.

Das Kreuz lehrt uns, unser eigenes Leben ebenfalls vollständig in Gottes Hände zu legen.

Wahrer Glaube bedeutet völlige Hingabe. Jesus zeigt uns, wie Vertrauen aussieht. Er übergibt

sich dem Vater ohne Angst, ohne Zweifel und ohne Vorbehalt. Diese letzte Aussage ist

zugleich eine Einladung an jeden von uns: Lege dein Leben in Gottes Hände. Denn dort ist es

am sichersten.

IV . UNSER GROSSER HOHERPRIESTER

Der Hebräerbrief sagt:

„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben

könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht

worden ist wie wir, doch ohne Sünde.

(Hebräer 4,15)Diese Worte erfüllen unser Herz mit Hoffnung. Jesus kennt unser Leben nicht nur von außen

– Er kennt es aus eigener Erfahrung. Er weiß, was es bedeutet, abgelehnt zu werden.

Er kennt Einsamkeit. Er kennt Schmerz. Er kennt Verrat. Er kennt Versuchung.

Er kennt Trauer. Er kennt körperliches Leiden. Er kennt den geistlichen Kampf.

Es gibt nichts, was du heute durchmachst, das Jesus nicht bereits getragen oder selbst erlebt

hätte. Deshalb dürfen wir mit Freimut zu Ihm kommen. Er versteht uns.

Er verurteilt uns nicht. Er lädt uns ein.

Heute möchte ich mit einer einfachen, aber tiefen Wahrheit schließen:

Es gibt nichts, was Jesus am Kreuz nicht überwunden hat.

Ich weiß nicht, welche Last du heute mit dir trägst. Vielleicht kämpfst du mit Angst.

Vielleicht mit Schuld. Vielleicht mit Krankheit. Vielleicht mit Enttäuschung.

Vielleicht mit Einsamkeit. Vielleicht mit einer Situation, aus der du keinen Ausweg mehr

siehst. Doch eines weiß ich:

Das Kreuz ist nicht nur ein geschichtliches Ereignis.

Das Kreuz ist bis heute eine lebendige geistliche Wirklichkeit.

Wir dürfen uns ihm jederzeit nähern.

Dort begegnen wir unserem großen Hohenpriester, der unsere Schmerzen kennt und unsere

Lasten getragen hat.

Er lädt uns ein, alles bei Ihm niederzulegen.

Die Bibel sagt:

„… denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; und

dieser Fels war Christus.

“ (1. Korinther 10,4)

So wie der Fels das Volk Israel durch die Wüste begleitete, begleitet uns Christus auch heute.

Wo immer wir sind, ist Seine Gegenwart bei uns.

Das Kreuz ist kein Ort, an den wir reisen müssen.

Es ist eine geistliche Realität, die uns überall begleitet.

Dort finden wir Vergebung. Dort finden wir Heilung. Dort finden wir Frieden.

Dort finden wir Hoffnung. Dort finden wir neues Leben.

Und deshalb richtet Jesus auch heute dieselbe Einladung an jeden Menschen:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch

Ruhe geben.

“ (Matthäus 11,28)

Ganz gleich, wie schwer deine Vergangenheit ist. Ganz gleich, wie groß deine Schuld erscheint.

Ganz gleich, wie tief deine Wunden sind. Am Kreuz gibt es Vergebung. Am Kreuz gibt es

Gnade. Am Kreuz gibt es Hoffnung. Am Kreuz gibt es Rettung. Denn das Wort vom Kreuz ist

für viele Menschen Torheit. Für uns aber, die wir gerettet werden, ist es die Kraft Gottes.

Lasst uns deshalb niemals aufhören, auf das Kreuz zu schauen. Denn dort wurde unsere

Schuld bezahlt. Dort wurde der Feind besiegt. Dort wurde der Himmel geöffnet. Und dort

begann unsere Erlösung.

Amen.

 



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