Neuer Wein in neuen Schläuchen 7 Tödliche Haltungen erneuern Teil 7: Das Adam Syndrom: Anderen die Schuld geben Johanna und Michel Sanya

Mario Wahnschaffe

22. Juni 2026
41 Minuten

Neuer Wein in neuen Schläuchen

7 Tödliche Haltungen erneuern Teil 7: Das Adam Syndrom: Anderen die Schuld geben

Johanna und Michel Sanya

DAS ADAM-SYNDROM
„Andere die Schuld geben“
EINLEITUNG
Liebe Brüder und Schwestern,
heute kommen wir zum Abschluss unserer Predigtserie:
„Neuer Wein in neuen Schläuchen.

In den vergangenen Wochen haben wir verschiedene Haltungen betrachtet, die uns daran
hindern, das neue Leben zu leben, das Gott für uns vorbereitet hat.
Wir haben über Negativität gesprochen.
Wir haben über bittere Reue gesprochen.
Wir haben über Vergleiche gesprochen.
Wir haben über Vorurteile gesprochen.
Wir haben über Engstirnigkeit gesprochen.
Wir haben über Gleichgültigkeit gesprochen.
Und heute kommen wir zur letzten Haltung, die viele Menschen gefangen hält:
Die Gewohnheit, die Schuld immer auf andere zu schieben.
Ich nenne das: Das Adam-Syndrom.
Vielleicht erkennen wir uns heute darin wieder.
Wenn etwas schiefgeht, suchen wir oft sofort nach einem Schuldigen.
„Es ist wegen meiner Familie.

„Es ist wegen meines Ehepartners.

„Es ist wegen meiner Kindheit.

„Es ist wegen meiner Kollegen.

„Es ist wegen der Gesellschaft.

„Es ist wegen des Teufels.

Und manchmal sagen wir sogar:
„Es ist wegen Gott.

Genau das finden wir in der Geschichte von Adam.
Lasst uns gemeinsam lesen:
1. Mose 3,1–13
II. REALITÄT ODER WAHRHEIT?
Geschwister,
es gibt einen Unterschied zwischen Realität und Wahrheit. Die Realität kann schmerzhaft sein.
Die Wahrheit Gottes bringt Freiheit. In der Geschichte sehen wir mehrere Realitäten:
Die Schlange war da, der Baum war da, Eva war da, Adam war da. Alles das war real.
Doch hinter diesen sichtbaren Tatsachen steht eine tiefere Wahrheit.
Ja, die Schlange verführte Eva. Ja, Eva gab Adam die Frucht. Ja, Adam aß davon.
Aber niemand wurde gezwungen. Jeder traf seine eigene Entscheidung. Gott hatte jedem von
ihnen einen freien Willen gegeben. Und genau dort beginnt Verantwortung.
Predigtnotizen: ICB- Internationaler Gottesdienst
Predigt am Sonntag 21.06.2026
Dass andere uns beeinflussen, ist Realität. Aber dass wir für unsere Entscheidungen
verantwortlich bleiben, ist Wahrheit.
DIESELBE SACHE GILT FÜR UNS
Vielleicht wurdest du verletzt.
Vielleicht wurdest du abgelehnt.
Vielleicht wurdest du missbraucht.
Vielleicht wurdest du verraten.
Vielleicht wurdest du gedemütigt.
Vielleicht wurdest du ignoriert.
Vielleicht hat man dich belogen.
Vielleicht hat man dir Dinge genommen, die dir wichtig waren.
Das sind Realitäten. Und Gott ignoriert diese Schmerzen nicht.
Aber Gott möchte nicht, dass diese Erfahrungen die Definition deiner Identität werden.
Denn es gibt eine größere Wahrheit:
Du bist nicht das, was dir passiert ist. Du bist das, was Gott über dich sagt. Amen!
Psalm 139 sagt: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.

Deine Vergangenheit erklärt dich nicht. Christus definiert dich. Deine Wunden bestimmen
nicht deine Zukunft. Jesus bestimmt deine Zukunft.
III. WIE DER MENSCH FÄLLT – SIEBEN SCHRITTE IN DIE GEFANGENSCHAFT
Der Sündenfall geschah nicht plötzlich.
Er entwickelte sich Schritt für Schritt.
Und dieselben Schritte finden wir noch heute in unserem Leben.
1. DIE IDENTITÄTSKRISE
Der Teufel sagte: „Ihr werdet sein wie Gott.

Das war die erste Lüge. Adam und Eva wollten werden, was sie bereits waren.
Sie waren bereits nach Gottes Bild geschaffen.
Der Feind greift immer zuerst unsere Identität an.
Denn wer nicht weiß, wer er ist, wird versuchen, etwas zu werden, was er bereits besitzt.
2. DER UNGEHORSAM
„Sie nahm von seiner Frucht und aß …

Jede Sünde beginnt lange vor der Handlung. Sie beginnt im Denken. Sie beginnt im Herzen.
Sie beginnt in den Augen. Was Eva zuerst betrachtete, wurde später zu ihrer Entscheidung.
Deshalb müssen wir nicht nur unsere Taten bewachen, sondern auch unsere Gedanken.
3. DAS SÜNDENBEWUSSTSEIN
„Da wurden ihnen die Augen geöffnet …

Nachdem sie gegessen hatten, wurden ihre Augen geöffnet.
Von diesem Moment an sahen sie sich selbst nicht mehr durch Gottes Liebe, sondern durch
ihre Fehler. Viele Christen leben heute genauso. Sie sehen ständig ihre Schwächen. Ihre Fehler.
Ihre Misserfolge. Aber sie sehen kaum noch Gottes Gnade.
4. DIE SCHAM
„Sie erkannten, dass sie nackt waren …

Scham sagt: „Ich habe nicht nur etwas Falsches getan – ich bin falsch.

Predigtnotizen: ICB- Internationaler Gottesdienst
Predigt am Sonntag 21.06.2026
Darum versteckten sie sich. Darum bedeckten sie sich. Darum tragen viele Menschen noch
heute Masken. Sie haben Angst, so gesehen zu werden, wie sie wirklich sind.
5. SCHULDGEFÜHLE
„Sie versteckten sich vor dem Angesicht des Herrn.

Nachdem Adam und Eva gesündigt hatten, versteckten sie sich vor Gott.
Warum? Weil Schuld immer Distanz schafft.
Schuldgefühle sagen:
„Du bist nicht mehr würdig, vor Gott zu erscheinen.

„Gott will dich nicht mehr sehen.

„Du hast zu viele Fehler gemacht.

Doch das Evangelium sagt etwas anderes. Gott kam in den Garten und rief:
„Adam, wo bist du?“
Gott suchte Adam nicht, um ihn zu zerstören. Gott suchte Adam, um ihn wiederherzustellen.
Und genauso sucht Gott heute noch Menschen. Vielleicht bist du gefallen. Vielleicht hast du
Fehler gemacht. Vielleicht trägst du eine Last, die niemand kennt.
Aber Gott fragt dich heute: „Wo bist du?“
Nicht um dich zu verurteilen. Sondern um dich zurückzubringen. Amen!
5. ANGST UND VERDAMMNIS
Adam sagte: „Ich hatte Angst.

Beachte:
Vor dem Sündenfall hatte Adam Gemeinschaft mit Gott. Nach dem Sündenfall hatte er Angst
vor Gott. Die Sünde verändert unser Bild von Gott. Plötzlich sehen wir Gott nicht mehr als
Vater, sondern als Richter. Wir laufen weg. Wir verstecken uns. Wir ziehen uns zurück.
Wir schweigen. Wir isolieren uns.
Doch die Bibel sagt: „Die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.
“ (1. Johannes 4,18)
Wo die Liebe Gottes unser Herz erfüllt, verliert die Angst ihre Macht. Deshalb möchte Gott uns
nicht nur vergeben. Er möchte uns seine Liebe offenbaren.
Denn nur Liebe heilt, was Angst zerstört hat.
6. AUSREDEN UND BESCHULDIGUNGEN
Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern unseres Themas.
Als Gott Adam fragte: „Hast du von dem Baum gegessen?“
Hätte Adam sagen können: „Ja, Herr. Ich habe gesündigt.
“ Doch das tat er nicht.
Er sagte: „Die Frau, die du mir gegeben hast, hat mir die Frucht gegeben.

Mit anderen Worten: „Es ist nicht meine Schuld.
“ Und indirekt sagte Adam sogar:
„Gott, wenn du mir diese Frau nicht gegeben hättest, wäre das nicht passiert.

Adam beschuldigte Eva. Adam beschuldigte Gott. Und als Gott Eva fragte, sagte sie:
„Die Schlange hat mich verführt.
“ Auch sie übernahm keine Verantwortung.
Was sehen wir hier? Das erste Eheproblem der Geschichte.
Die erste Beschuldigung der Geschichte. Die erste Ausrede der Geschichte.
Und leider passiert genau das noch heute.
Wir sagen: „Meine Eltern sind schuld.

„Mein Ehepartner ist schuld.

„Mein Chef ist schuld.

„Meine Vergangenheit ist schuld.

„Der Teufel ist schuld.

Und manchmal sogar: „Gott ist schuld.

Predigtnotizen: ICB- Internationaler Gottesdienst
Predigt am Sonntag 21.06.2026
Aber geistliche Reife beginnt dort, wo Ausreden enden.
Der Tag, an dem du Verantwortung übernimmst, ist der Tag, an dem Veränderung beginnt.
Denn du kannst nicht verändern, was du nicht anerkennst.
IV. DIE VIER SCHUTZMAUERN DES LEBENS
Geschwister, Gott hat vier wichtige Schutzbereiche geschaffen:
1. Die Familie
2. Die Ehe
3. Beziehungen und Freundschaften
4. Die Arbeit
Diese Bereiche sollten Orte von Liebe, Schutz, Respekt und Wertschätzung sein.
Doch manchmal werden genau diese Orte zu Quellen tiefen Schmerzes.
Und genau dort entstehen oft Bitterkeit und innere Wunden.
Es ist schmerzhaft, wenn die Familie, die uns schützen sollte, uns verletzt.
Es ist schmerzhaft,
wenn die Ehe, die ein Ort der Liebe sein sollte, zu einem Ort der Unterdrückung wird.
Es ist schmerzhaft, wenn Freundschaften in Verrat enden. Es ist schmerzhaft,
wenn der Arbeitsplatz, an dem wir unseren Lebensunterhalt verdienen, zu einem Ort von
Mobbing und Demütigung wird. Das sind reale Erfahrungen.
Und Gott sieht diesen Schmerz. Aber Gott möchte nicht, dass dein Schmerz dein Gefängnis
wird.
DIE GEFAHR DER BITTERKEIT
Wenn wir verletzt werden, stehen wir vor einer Entscheidung. Entweder werden wir bitter.
Oder wir werden geheilt. Bitterkeit sagt:
„Ich werde nie vergeben.

„Ich werde nie wieder vertrauen.

„Ich werde nie wieder lieben.

Doch Heilung sagt: „Herr, ich lege meinen Schmerz in deine Hände.

Viele Menschen werden nicht durch ihre Vergangenheit zerstört. Sie werden durch die
Bitterkeit zerstört, die sie festhalten. Deshalb möchte Gott heute Freiheit schenken.
V. DAS HEILMITTEL GOTTES
Vielleicht fragst du: „Wie komme ich aus diesem Kreislauf heraus?“
Wie kann ich Scham überwinden?
Wie kann ich Schuld loslassen?
Wie kann ich Angst besiegen?
Wie kann ich aufhören, anderen die Schuld zu geben?
Die Antwort ist: Jesus Christus.
Denn Jesus kam, um genau das rückgängig zu machen, was in Eden verloren ging.
Der erste Adam brachte den Fall.
Der zweite Adam – Jesus Christus – bringt die Wiederherstellung. Halleluja!
WIE KEHREN WIR GEISTLICH NACH EDEN ZURÜCK?
Wir müssen die Reihenfolge des Falls umkehren.
Wir müssen:
Predigtnotizen: ICB- Internationaler Gottesdienst
Predigt am Sonntag 21.06.2026
 Die Ausreden aufgeben.
 Die Angst loslassen.
 Die Verdammnis ablehnen.
 Die Schuldgefühle ablegen.
 Die Scham überwinden.
 Den Ungehorsam verlassen.
 Unsere Identität in Christus neu entdecken.
VIER GÖTTLICHE HILFSMITTEL
Gott hat uns vier mächtige Werkzeuge gegeben:
1. Das Wort Gottes: Denn die Wahrheit macht frei.
2. Den Glauben : Denn durch Glauben empfangen wir, was Gott versprochen hat.
3. Das Gebet: Denn Gebet verbindet unser Herz mit dem Herzen des Vaters.
4. Den Heiligen Geist: Denn der Heilige Geist erinnert uns daran, wer wir in Christus sind.
VIER PRAKTISCHE SCHRITTE
A. ERKENNE
Erkenne deine Identität durch das Wort Gottes. Lies es. Glaube es. Sprich es aus.
B. ÜBERNIMM VERANTWORTUNG
Höre auf, andere zu beschuldigen. Übernimm Verantwortung für dein Leben.
Verantwortung ist keine Strafe. Verantwortung ist der erste Schritt zur Freiheit.
C. ÜBERGIB ALLES GOTT
Lege deine Verletzungen nieder. Lege deine Enttäuschungen nieder.
Lege deine Vergangenheit nieder. Lege deine Zukunft nieder. Vertraue dem Herrn.
D. BLEIBE IN SEINER GEGENWART
Bleibe täglich mit dem Heiligen Geist verbunden. Denn Freiheit ist nicht ein Ereignis.
Freiheit ist ein Lebensstil.
SCHLUSSFOLGERUNG
Liebe Gemeinde,
Adam versteckte sich. Doch Jesus kam, um uns hervorzuholen.
Adam beschuldigte andere. Doch Jesus lädt uns ein, Verantwortung zu übernehmen.
Adam verlor seine Identität. Doch Jesus stellt unsere Identität wieder her.
Darum lasst uns heute entscheiden: Keine Ausreden mehr. Keine Beschuldigungen mehr.
Keine Flucht mehr. Keine Scham mehr.
Sondern:
Verantwortung.
Heilung.
Freiheit.
Und eine neue Identität in Christus.
Denn wen der Sohn frei macht,
der ist wirklich frei!
Amen!
Gott segne euch reichlich!
Predigtnotizen: ICB- Internationaler Gottesdienst

 



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