ICB Int. Ministry Train. 4 Himmelsrichtungen der Leitung Teil 1 Mein Team leiten – Mario Wahnschaffe

Mario Wahnschaffe

25. Mai 2026
43 Minuten

1.         Die „Vier Himmelsrichtungen“ der Leitung

1.1                   „Mein Team leiten“

1.1.1                    Leiten heißt lieben

Leitung ist eine Gabe des Heiligen Geistes:

„Ihr seid Christi Leib und, einzeln genommen, Glieder. Und die einen hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, […] sodann Gnadengaben der […], Leitungen […]“

1.Korintherbrief 12,27-28

Gnadengaben (griech. charisma) kann man auch mit Liebesgaben übersetzen. Wenn Gott geistliche Gaben schenkt, beabsichtigt er damit zwei Dinge:

  1. Er will seine Gemeinde aus Liebe beschenken.
  2. Er will seine Liebe durch die Träger seiner Gaben verwirklicht sehen.

Menschen zu dienen ist Teil des Leitens. Ein Leiter soll das Herz und den Charakter Jesu widerspiegeln. Jesus ist der perfekte Leiter und unser Vorbild im Leiten. Im Johannesevangelium (10,1-30) beschreibt Jesus die Qualität seiner Leiterschaft, indem er das Bild eines Schafhirten benutzt. Ein Hirte hat folgende Qualitäten:

  • Der Hirte kennt seine Schafe mit Namen.
  • Die Schafe kennen ihn und seine Stimme.
  • Der Hirte geht vor den Schafen her und führt sie auf gute Weide.
  • Der gute Hirte lässt sein Leben für seine Schafe.

Eindrücklich beschreibt Jesus die Qualität eines Leiters, die sich im Charakter des Leiters widerspiegelt:

  • Er hat eine Beziehungsebene aufgebaut.
  • Er leitet, indem er selbst vorangeht und Vorbild ist.
  • Er ist seinem Team absolut hingegeben.

Dies alles ist ein Ausdruck des Leitens durch Liebe.

Merke: Leute werden erst interessiert sein an dem, was du sagst, wenn sie spüren, dass du an ihnen interessiert bist.

Jesus zieht einen drastischen Kontrast zu einer anderen Form des Leitens:

Der Mietling bzw. Lohnarbeiter (Johannesevangelium 10,12-13)[1]

  • Er nennt die Schafe nicht sein.
  • Es liegt ihm nichts an den Schafen, sondern an seinem Lohn.
  • Er flieht, wenn Gefahr droht.

Ein Mietling repräsentiert:

  • Leiterschaft aus der Position heraus, ohne Diensterfahrung.
  • Die Teammitglieder folgen dem Leiter, weil sie es müssen.
  • Leiterschaft nicht aus passionierter Berufung, sondern um Ansehen und Anerkennung zu erlangen, als Statussymbol, aus egoistischen Gründen.

 

Die vier Autoritätsstufen des Leitens:

1.)         Leute folgen dir, weil du in eine Position gesetzt worden bist.
Schlüsselwort: „müssen“

2.)        Sie folgen dir, weil sie Respekt vor deiner Leistung haben.
Schlüsselwort: „überzeugt“

3.)        Sie folgen dir, weil sie in Beziehung zu dir stehen.
Schlüsselwort: „vertrauen“

4.)        Sie folgen dir, weil deine „Kinder“ geworden sind durch Multi­plikation/Reproduktion.
Schlüsselwort: geistliche „Elternschaft“

 

 

1.1.2                   Leiten heißt fördern

Ein Leiter hat andere Ziele als ein Verwalter oder Manager.

Ein Manager hat folgende Ziele:

  • Einen Aufgabenbereich verwalten.
  • Ziele erreichen.
  • Produktivität sichern.

Ein Manager oder Verwalter ist in erster Linie daran interessiert, dass „der Laden läuft“. Ein Verwalter sichert nur die Abläufe einer Arbeit und ist hauptsächlich an Ergebnissen interessiert.

Ein Leiter hat höhere Ziele, die weit über die Ziele eines Verwalters oder Managers hinausgehen:

  • Er investiert sich in die einzelnen Mitglieder seines Teams und versucht, ihre geistlichen Gaben zu entdecken und zu fördern.
  • Er versucht, Menschen zu finden, die auch die Gabe der Leitung besitzen, zieht sie an seine Seite und teilt den Dienst mit ihnen.
  • Sein ultimatives Ziel ist: Ein Team aufzubauen, dass einen Unterschied macht für die Menschen, denen er dienen will.
  • Sein nicht weniger wichtiges Ziel ist es: Teammitarbeiter zu trainieren, die den Dienst einmal besser tun können als er selbst.

Dies tut er praktisch durch:

  • Regelmäßige Rückmeldung
  • Versorgung mit Literatur
  • Entsendung zu Seminaren

 

Menschen in deinem Team fühlen sich wertgeschätzt, wenn sie spüren, es geht nicht um die Arbeit allein, sondern vor allen Dingen um ihre Förderung.

 

1.1.3                   Leiten und dienen

Ein Leiter dient dann am besten, wenn er mit Freude dient. Auch in diesem Punkt ist Jesus unser Vorbild:

„Wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein; und wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“

Markusevangelium 10,43-45

Die dienende Herzenshaltung eines Leiters wird zum Ausdruck ge­bracht durch:

  • die Größe der Dienstbereitschaft
  • eine Mentalität der Hingabe

 

Der Preis und die Folge von Leiterschaft werden im folgenden Schau­bild deutlich:

[1] „Wer Lohnarbeiter und nicht Hirte ist, wer die Schafe nicht zu eigen hat, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf raubt und zer­streut sie –, weil er ein Lohnarbeiter ist und sich um die Schafe nicht kümmert.“ (Johannesevangelium 10,12-13)



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