Karfreitag – „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5) – Christine Gräbnitz
Karfreitag „Siehe, ich mache alles neu!“ Off 21,15 Christine Gräbnitz
Predigt zum Karfreitag – „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5)
Die Tiefe des Kreuzes, die Kraft des Blutes – und das Geheimnis des „Wurms“
Psalm 22:
2+3
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Warum bleibst du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage?
7-9
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom
Volk. 8 Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen den Mund auf und
schütteln den Kopf: 9 »Er soll doch auf den Herrn vertrauen; der soll ihn
befreien; Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, und alle meine Gebeine sind
ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs, zerschmolzen in meinem
Innern.
16-20
16 Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an
meinem Gaumen, und du legst mich in den Staub des Todes. 17Denn
Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich;
sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben. 18 Ich kann alle meine
Gebeine zählen; sie schauen her und sehen mich [schadenfroh] an.
19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand.
20Du aber, o Herr, sei nicht ferne! O meine Stärke, eile mir zu Hilfe!
• Messianischer Psalm
• David um 1000 v. Chr.
• Gab noch keine Kreuzigung
• Medizinisch genau: Hände und Füße durchbohrt, hohes Fiber, Erstickung,
Gelenke kugeln aus. Das Herz zerreißt buchstäblich, dauert manchmal
tagelang
• Schande, nackt, Spott
• Unglaublich, wie eine Spezies der eigenen Art so etwas antun kann
• So tief ist der Mensch gesunken
1. „Ich bin ein Wurm“ – die tiefste Erniedrigung
mittendrin steht dieser Satz:
„Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch…“
• Mehr als Demut.
Das ist totale Entäußerung.
• Ein Wurm – das ist das Niedrigste, was man sich vorstellen kann.
Wehrlos. Zerbrechlich. Tretbar.
• Hier wird sichtbar, wie tief Christus hinabgeht.
„Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am
Kreuz.“ (Philipper 2,8)
• Christus geht nicht nur ein Stück weit herunter.
Er geht ganz nach unten.
• Bis dorthin, wo kein Mensch mehr sein will.
2. Der Tola’at-Wurm – mehr als ein Bild
• In der hebräischen Sprache: „Wurm“: tola’at.
• Scharlachwurm.
• Etwas Erstaunliches.
• Dieser Wurm wurde in der Antike genutzt, um roten Farbstoff zu
gewinnen. Ein intensives, tiefes Rot – Scharlach.
• AT: Stiftshütte, Könige, Hohepriester
• Hure Rahab
• Symbolik!
• Heilung!
Aber das ist noch nicht alles.
• Wenn das
Weibchen des
Tola at –
Wurms seine
Eier legt,
geschieht
etwas Besonderes: Es befestigt sich an einem Holzstück oder Baum,
stirbt dort –und während es stirbt, färbt es sowohl das Holz als auch
seine Nachkommen rot. Aus seinem Tod kommt Farbe.
Aus seinem Leben kommt neues Leben.
Und das Zeichen ist: Rot. Blutrot.
3. Das Kreuz und der Tola’at-Wurm
• Christus hängt am Holz des Kreuzes.
Er gibt sein Leben.
Sein Blut fließt.
3. Mose 17,11
„Denn das Leben ist im Blut.“
1. Johannes 1,7
„Das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein
von aller Sünde.“
• Wie der Tola‘at sich an das Holz bindet und stirbt,
so hängt Christus am Kreuz.
• Sein Tod neues Leben ermöglicht,
so bringt Christus durch sein Sterben neues Leben hervor.
• Bild von Golgatha
• „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5)
Zeugnis: Jesus, ein Märtyrer?
4. Die Kraft des Blutes – tiefer verstanden
• Das Blut Christi nicht nur
medizinisch, Leid
Es hat Macht!
„In ihm haben wir die Erlösung
durch sein Blut.“ (Epheser 1,7)
„Er hat Frieden gemacht durch das Blut seines Kreuzes.“ (Kolosser 1,20)
„Da wir nun gerecht geworden sind durch sein Blut…“ (Römer 5,9)
Dieses Blut:
• reinigt
• versöhnt
• rechtfertigt
• schafft neues Leben
• heilt
Hebr 12,24
4Ja, ihr seid zu Jesus selbst gekommen, der als Vermittler zwischen Gott und
uns Menschen den neuen Bund in Kraft gesetzt hat. Um euch von euren Sünden
zu reinigen, hat Christus am Kreuz sein Blut vergossen. Das Blut Abels, der von
seinem Bruder umgebracht wurde, schrie nach Rache, aber das Blut von
Christus spricht von der Vergebung.
• Nicht Anklage.
Gnade!
Zeugnis: Zu wertlos für einen Gottesdienst
5. Das Kreuz als Ort der Neuschöpfung
Offenbarung 21,5
„Siehe, ich mache alles neu.“
• Dieses „Alles neu“ beginnt nicht erst am Ende der Zeiten.
Es beginnt hier – am Kreuz.
• Auferstehungskraft!
• Bild: Frühling
2. Korinther 5,17
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen,
siehe, Neues ist geworden.“
• Wie wird das möglich?
• Sein Blut.
• Am Kreuz wird nicht nur vergeben –
am Kreuz wird neu geschaffen.
• Die alte Wirklichkeit – geprägt von Schuld, Trennung und Tod – wird
durchbrochen.
Kol 1,20
„Er hat Frieden gemacht durch das Blut seines Kreuzes.“
• Frieden mit Gott.
Frieden im Inneren.
Frieden, der tiefer geht als alles, was wir selbst herstellen können.
Zeugnis: Taufe
6. Eine unbequeme Wahrheit
• Karfreitag ist nicht nur tröstlich.
Er ist auch herausfordernd.
• Denn das Kreuz zeigt uns:
Sünde ist nicht harmlos.
Sie ist zerstörerisch.
• Sie führt zum Tod.
• Und gleichzeitig zeigt das Kreuz:
Du bist Gott so viel wert,
dass er diesen Weg geht.
• Beides gehört zusammen.
7. Was bedeutet das für uns?
Vielleicht trägst du noch Lasten mit dir herum
• Schuld.
Versagen.
Wunden.
Krankheit
Traumata
Sucht
Oder Lebensbereiche, die festgefahren sind
• Das Kreuz sagt:
Das ist nicht das letzte Wort!
• Das Blut Christi spricht ein anderes Wort:
• Du musst nicht bleiben, wie du warst.
Deine Geschichte ist nicht abgeschlossen.
• Gott sagt:
„Siehe, ich mache alles neu.“
Im Blut von Jesus ist Kraft!
Ein neuer Anfang für:
• Vergebung statt Schuld
• Freiheit statt Gebundenheit
• Leben statt Tod
Das Blut Jesu – vergossen aus Liebe.
Deine Schuld ist getragen.
Deine Vergangenheit ist nicht das
Ende.
Ich mache dich neu.
Nicht irgendwann. Hier. Heute. Für dich.
Jes 53,5
Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer
Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und
durch seine Wunden sind wir geheilt worden.
Beispiel: Krankheit ans Kreuz abgeben
Gebet eines Kindes
„Lieber Vater im Himmel, ich komme jetzt zu Dir! Vergib mir meine Schuld!
Lieber Herr Jesus, Du bist für mich gestorben und auferstanden! Ich wähle Dich
heute als meinen Retter und Herrn! Dir will ich gehören! Dir will ich folgen.“
Abendmahl:
Christine leitet das Abendmahl ein und lädt die Besucher ein, freiwillig
daran teilzunehmen. Die Ordner Schwester Marlies & Schwester Manouri
haben zwei Tische, rechts und links vom Altar mit Brot und Gläschen
zubereitet.
Erste Einsetzungsworte:
„Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert
habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot
nahm
24 und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der
für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis!“ 1.Kor.11,23.24
„Jesus spricht: Dies ist mein Leib, für euch gegeben! Nehmt und esst!“
Zweite Einsetzungsworte: Christine
„Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der
neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem
Gedächtnis!
26 Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr
den Tod des Herrn, bis er kommt.“
„Jesus spricht: Dies ist mein Blut, für Euch vergossen! Nehmt und trinkt!“
Christine: Zuerst werden die Leiter, Kleingruppenleiter und Seelsorger
gerufen, das Abendmahl zu nehmen und vorne vor dem Altar zu stehen,
um für die Kranken zu beten und sie zu salben.
Danach kommen alle Besucher, die möchten und können für sich beten
lassen.