Karfreitag – „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5) – Christine Gräbnitz

Mario Wahnschaffe

6. April 2026
24 Minuten

Karfreitag  „Siehe, ich mache alles neu!“ Off 21,15 Christine Gräbnitz

Predigt zum Karfreitag – „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5)

Die Tiefe des Kreuzes, die Kraft des Blutes – und das Geheimnis des „Wurms“

Psalm 22:

2+3

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Warum bleibst du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage?

7-9

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom

Volk. 8 Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen den Mund auf und

schütteln den Kopf: 9 »Er soll doch auf den Herrn vertrauen; der soll ihn

befreien; Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, und alle meine Gebeine sind

ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs, zerschmolzen in meinem

Innern.

16-20

16 Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an

meinem Gaumen, und du legst mich in den Staub des Todes. 17Denn

Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich;

sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben. 18 Ich kann alle meine

Gebeine zählen; sie schauen her und sehen mich [schadenfroh] an.

19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand.

20Du aber, o Herr, sei nicht ferne! O meine Stärke, eile mir zu Hilfe!

Messianischer Psalm

David um 1000 v. Chr.

Gab noch keine Kreuzigung

Medizinisch genau: Hände und Füße durchbohrt, hohes Fiber, Erstickung,

Gelenke kugeln aus. Das Herz zerreißt buchstäblich, dauert manchmal

tagelang

Schande, nackt, Spott

Unglaublich, wie eine Spezies der eigenen Art so etwas antun kann

So tief ist der Mensch gesunken

1. „Ich bin ein Wurm“ – die tiefste Erniedrigung

mittendrin steht dieser Satz:

„Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch…“

Mehr als Demut.

Das ist totale Entäußerung.

Ein Wurm – das ist das Niedrigste, was man sich vorstellen kann.

Wehrlos. Zerbrechlich. Tretbar.

Hier wird sichtbar, wie tief Christus hinabgeht.

„Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am

Kreuz.“ (Philipper 2,8)

Christus geht nicht nur ein Stück weit herunter.

Er geht ganz nach unten.

Bis dorthin, wo kein Mensch mehr sein will.

2. Der Tola’at-Wurm – mehr als ein Bild

In der hebräischen Sprache: „Wurm“: tola’at.

Scharlachwurm.

Etwas Erstaunliches.

Dieser Wurm wurde in der Antike genutzt, um roten Farbstoff zu

gewinnen. Ein intensives, tiefes Rot – Scharlach.

AT: Stiftshütte, Könige, Hohepriester

Hure Rahab

Symbolik!

Heilung!

Aber das ist noch nicht alles.

Wenn das

Weibchen des

Tola at –

Wurms seine

Eier legt,

geschieht

etwas Besonderes: Es befestigt sich an einem Holzstück oder Baum,

stirbt dort –und während es stirbt, färbt es sowohl das Holz als auch

seine Nachkommen rot. Aus seinem Tod kommt Farbe.

Aus seinem Leben kommt neues Leben.

Und das Zeichen ist: Rot. Blutrot.

3. Das Kreuz und der Tola’at-Wurm

Christus hängt am Holz des Kreuzes.

Er gibt sein Leben.

Sein Blut fließt.

3. Mose 17,11

„Denn das Leben ist im Blut.“

1. Johannes 1,7

„Das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein

von aller Sünde.“

Wie der Tola‘at sich an das Holz bindet und stirbt,

so hängt Christus am Kreuz.

Sein Tod neues Leben ermöglicht,

so bringt Christus durch sein Sterben neues Leben hervor.

Bild von Golgatha

„Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5)

Zeugnis: Jesus, ein Märtyrer?

4. Die Kraft des Blutes – tiefer verstanden

Das Blut Christi nicht nur

medizinisch, Leid

Es hat Macht!

„In ihm haben wir die Erlösung

durch sein Blut.“ (Epheser 1,7)

„Er hat Frieden gemacht durch das Blut seines Kreuzes.“ (Kolosser 1,20)

„Da wir nun gerecht geworden sind durch sein Blut…“ (Römer 5,9)

Dieses Blut:

reinigt

versöhnt

rechtfertigt

schafft neues Leben

heilt

Hebr 12,24

4Ja, ihr seid zu Jesus selbst gekommen, der als Vermittler zwischen Gott und

uns Menschen den neuen Bund in Kraft gesetzt hat. Um euch von euren Sünden

zu reinigen, hat Christus am Kreuz sein Blut vergossen. Das Blut Abels, der von

seinem Bruder umgebracht wurde, schrie nach Rache, aber das Blut von

Christus spricht von der Vergebung.

Nicht Anklage.

Gnade!

Zeugnis: Zu wertlos für einen Gottesdienst

5. Das Kreuz als Ort der Neuschöpfung

Offenbarung 21,5

„Siehe, ich mache alles neu.“

Dieses „Alles neu“ beginnt nicht erst am Ende der Zeiten.

Es beginnt hier – am Kreuz.

Auferstehungskraft!

Bild: Frühling

2. Korinther 5,17

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen,

siehe, Neues ist geworden.“

Wie wird das möglich?

Sein Blut.

Am Kreuz wird nicht nur vergeben –

am Kreuz wird neu geschaffen.

Die alte Wirklichkeit – geprägt von Schuld, Trennung und Tod – wird

durchbrochen.

Kol 1,20

„Er hat Frieden gemacht durch das Blut seines Kreuzes.“

Frieden mit Gott.

Frieden im Inneren.

Frieden, der tiefer geht als alles, was wir selbst herstellen können.

Zeugnis: Taufe

6. Eine unbequeme Wahrheit

Karfreitag ist nicht nur tröstlich.

Er ist auch herausfordernd.

Denn das Kreuz zeigt uns:

Sünde ist nicht harmlos.

Sie ist zerstörerisch.

Sie führt zum Tod.

Und gleichzeitig zeigt das Kreuz:

Du bist Gott so viel wert,

dass er diesen Weg geht.

Beides gehört zusammen.

7. Was bedeutet das für uns?

Vielleicht trägst du noch Lasten mit dir herum

Schuld.

Versagen.

Wunden.

Krankheit

Traumata

Sucht

Oder Lebensbereiche, die festgefahren sind

Das Kreuz sagt:

Das ist nicht das letzte Wort!

Das Blut Christi spricht ein anderes Wort:

Du musst nicht bleiben, wie du warst.

Deine Geschichte ist nicht abgeschlossen.

Gott sagt:

„Siehe, ich mache alles neu.“

Im Blut von Jesus ist Kraft!

Ein neuer Anfang für:

Vergebung statt Schuld

Freiheit statt Gebundenheit

Leben statt Tod

Das Blut Jesu – vergossen aus Liebe.

Deine Schuld ist getragen.

Deine Vergangenheit ist nicht das

Ende.

Ich mache dich neu.

Nicht irgendwann. Hier. Heute. Für dich.

Jes 53,5

Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer

Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und

durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

Beispiel: Krankheit ans Kreuz abgeben

Gebet eines Kindes

„Lieber Vater im Himmel, ich komme jetzt zu Dir! Vergib mir meine Schuld!

Lieber Herr Jesus, Du bist für mich gestorben und auferstanden! Ich wähle Dich

heute als meinen Retter und Herrn! Dir will ich gehören! Dir will ich folgen.“

Abendmahl:

Christine leitet das Abendmahl ein und lädt die Besucher ein, freiwillig

daran teilzunehmen. Die Ordner Schwester Marlies & Schwester Manouri

haben zwei Tische, rechts und links vom Altar mit Brot und Gläschen

zubereitet.

Erste Einsetzungsworte:

„Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert

habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot

nahm

24 und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der

für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis!“ 1.Kor.11,23.24

„Jesus spricht: Dies ist mein Leib, für euch gegeben! Nehmt und esst!“

Zweite Einsetzungsworte: Christine

„Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der

neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem

Gedächtnis!

26 Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr

den Tod des Herrn, bis er kommt.“

„Jesus spricht: Dies ist mein Blut, für Euch vergossen! Nehmt und trinkt!“

Christine: Zuerst werden die Leiter, Kleingruppenleiter und Seelsorger

gerufen, das Abendmahl zu nehmen und vorne vor dem Altar zu stehen,

um für die Kranken zu beten und sie zu salben.

Danach kommen alle Besucher, die möchten und können für sich beten

lassen.



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