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Krisenfest – in Zweifeln

  1. Zweifel hat Hochkonjunkturkrisenfest

Diese Predigt können Sie als MP3 hier anhören. Das Video auf YouTube können Sie hier sehen.

Wir leben in einer Gesellschaft, wo der Zweifel hoch geachtet ist, und auf den Lehrstuhl unseres Denkens gesetzt ist.

Wir erleben eine Renaissance des Atheismus:

Richard Dawkins mit seinem Buch:

Der Gotteswahn (engl. The GodDelusion) ist der Titel einer 2006 erstmals bei Houghton Mifflin im englischen Original erschienenen Monografie Richard Dawkins’, in der er sich gegen theistische  Religionen und insbesondere gegen die drei abrahamitischen Weltreligionen wendet. Dawkins zentrale Thesen sind, dass jeder Glaube an Gott in all seinen Formen irrational sei und dass Religion in der Regel schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Gesellschaft habe.Das Buch war weltweit ein großer Verkaufserfolg und gilt seither als einer der Haupttexte des „Neuen Atheismus“.

Besonders in Deutschland ist der Zweifel höher angesehen als der Glaube.

Das lässt sich schon in der Sprache erkennen. Man spricht immer vom: Blinden Glauben oder gesunden Zweifel

Niemand spricht von einem: Blinden Zweifel oder gesunden Glauben.

Und dennoch leben wir in einem Leben voller Widersprüche: Während wir in den Schulen und Unis auf Zweifel in Hochtouren trainiert worden sind, werden von uns im Alltag höchste Glaubenshandlungen abverlangt:

  • Oder wen würde Jogi Löw auswählen für das entscheidende Elfmeterschießen?

Spieler, die an sich selbst zweifeln oder Schützen, die voller Glauben sind, dass sie das entscheidende Tor erzielen?

Glaubensvolle Überzeugungen werden uns überall auf dem Arbeitsplatz abverlangt:

  • Oder wen wird ein Unternehmer einstellen? Einen, der an sich selbst und seiner Ausbildung zweifelt oder jemanden, der völlig glaubensvoll von sich überzeugt ist und Selbstvertrauen ausstrahlt?

Wir leben in einer zweigeteilten Zeit, die einerseits alles in Frage stellt, Gott und alle Werte, des christlichen Glaubens und andererseits erwarten wir von Politikern, Beamten und Polizisten ein Höchstmaß an Tugend, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, die allem Zweifel erhaben ist.

Oder was würden wir mit Richtern oder Polizisten tun, die anfangen würden das Grundgesetz offen in Zweifel zu ziehen?

  1. Zweifel ist Teil unseres Lebens 

Zweifel ist eine Messanzeige in Deinem Herzen, wie nah Du mit einer Sache vertraut bist oder davon entfernt bist.

Zweifeln ist oft gerade in unseren, besonders christlich, charismatischen Kreisen verpönt.
Dennoch haben bedeutende Männer Gottes und Leiter an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben gezweifelt.

Johannes der Täufer kam an einen Tiefpunkt in seinem Leben, als er im Gefängnis saß und zweifelte daran, ob Jesus der wahre Christus war und ließ ihn durch seine Botschafter fragen, ob sie auf einen anderen warten sollten.   Matthäusevangelium 11:2-6

Petrus geht auf dem Wasser! Er wagt das menschlich Unmögliche! Als er auf den Wind schaut, fürchtet er sich und fängt an zu sinken.  Während Jesus seine Hand ergreift fragt er ihn: “Kleingläubiger, warum zweifelst Du?”  Matthäusevangelium 14:27-31

Thomas, der zuvor noch mit Jesus sterben wollte, Joh.11:16, war so enttäuscht von Jesu Tod und dem scheinbaren Scheitern ihrer Mission, dass er sich bewußt entschied nicht an die Auferstehungsberichte der anderen Jünger zu glauben.  Joh.20:25

Zweifler befinden sich also in bester Gesellschaft mit den berühmtesten Männern Gottes.
Zweifel passierte auch ihnen und hat ihrem Glauben und ihrem Wandel als Nachfolger Jesu in keinster Weise geschadet:

– Johannes der Täufer fand den Mut und die Kraft für seine Überzeugung zu sterben.
– Petrus war später einer der wichtigsten Architekten der ersten Gemeinde und tat seinen Dienst mit großen Zeichen und Heilungen.
– Thomas ging mit dem Evangelium bis nach Indien, wo die heutigen “Thomasianer” heute noch Zeugnis für seinen Glauben! ablegen.

Zweifel ist eine natürliche Reaktion unseres menschlichen Verstandes wenn wir in Grenzsituationen geraten, wo wir durch eigene Kraft nicht weitergelangen.

Wenn wir Zweifel nicht religös verdrängen oder verbrämen, sondern damit offen und beziehungsnah zu Gott kommen, erleben wir dieses einmalige Erlebnis, das mein Schwiegervater so nannte:
“Wir werden geglaubt!” 🙂

Der göttliche Glaube kommt nicht aus uns selbst.  Er wird von Gott empfangen, indem wir seine Liebe, seinen Schutz, seine Gedanken über uns in Extrem- und Grenzsituationen in unserem Leben empfangen.

Der Feind will uns einreden, dass wir für Gott nicht gut genug sind, wenn wir zweifeln. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Der Zweifel zeigt uns, dass wir in einer geistlich wichtigen Entwicklungsphase in unserem Leben angelangt sind und wir den Sprung in die neue Ebene unseres Glaubensleben nur durch die Zuwendung und Vaterliebe Gottes schaffen, welcher möchte, dass wir wissen, dass er an uns glaubt und hinter uns steht.

Denn der Glaube ist allein durch die Liebe wirksam.   Galaterbrief 5:6

  1. Wenn Zweifel verdrängt wird

 Die größten Zweifel über Gott kommen bei persönlichen Leiden und unerwarteten Schicksalsschlägen, die man nicht einordnen kann.

  • Wo war Gott in Auschwitz?
  • Warum hat Gott den zweiten Weltkrieg zugelassen?
  • Warum hat er mich nicht beschützt, als ich als Kind vergewaltigt wurde?
  • Warum wurde der Enkel unseres Pastors Schlitter mit 10 Jahren entführt? Warum hat Gott ihn nicht bewahrt?

Das sind die beißendsten und quälendsten Fragen des Lebens. Ein Buch, das sich exclusiv mit dieser schmerzlichen Frage befasst ist das Buch Hiob. Hier ist Hiob ein äußerst gläubiger und frommer Mann:

Er war rechtschaffen und redlich und gottesfürchtig und mied das Böse.  Hiob 1:1

Er war darauf bedacht, dass er und seine Familie immer im Reinen waren mit Gott. Hiob 1:5

Dann kam der Tag des Unglücks:

Er verlor all seinen Reichtum, seinen Besitz, sogar alle seine Kinder. Nicht allein das, er wurde vom Satan auch mit einer furchtbaren Krankheit und schlimmen Geschwüren geschlagen. Seine Frau verhöhnte darauf hin seinen Glauben und sprach: “Fluche Gott und stirb!” Hiob scheint auf den ersten Blick alles tadellos zu beherrschen und sein unsägliches Leid tapfer und klaglos zu tragen. Er tut dies durch eine erstaunlichen Glauben, den er in sich trägt.

Dieser Glaube wird offenbar in

Hiob 1:21   „Der Herr hat gegeben, und der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen!“

Und noch deutlicher in:

Hiob 2:10   „Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch nehmen?“

Diese Leidenstheologie wird von vielen Menschen und sogar von Kirchen vertreten, dass Gott eine Doppelnatur in sich trägt:

Gott gibt zwar um zu segnen und Gutes zu geben, aber er nimmt es auch wieder weg und gibt uns dafür das Böse und wir müssen es still tragen. Erstaunlicherweise wird dies von vielen Menschen geglaubt, dass Gott zwei Gesichter hätte, obwohl das Wort Gottes dies nirgendwo bestätigt, im Gegenteil:

Jakobus 1:13-16  “Gott versucht niemanden zum Bösen.”

Und:  “Jede gute Gabe kommt von Gott, bei dem es keine Veränderung gibt.”

Matthäusevangelium 7:11   “Wenn nun ihr, die Ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben, denen, die ihn bitten!“

Außerdem steht in Hiob, dass nicht Gott, sondern der Teufel ihn schlug. Doch was äußerlich so edel und voll festem Glaubens erscheint, ist innerlich erfüllt mit:

Großer Angst vor einem grausamen Gott, Hiob 3:25

Ein ungerechter und willkürlicher Gott, der ohne Grund ihn angegriffen hat, Hiob 10:6,7; 27:2

Ein Gott, der in die Irre führt, Hiob 19:6

Ein Gott, der in einem gerechten Gericht schuldig gesprochen würde.  Hiob 23:7

Doch dann hat er eine persönliche Gottes Begegnung.

Und er spricht: in Hiob 42:5   „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge Dich gesehen.“

Zweifel ist das Anzeichen von fehlender Beziehung. Liebe und Glaube, kann nur durch eine Begegnung der Liebe mit dem lebendigen Gott entstehen. Gott erwählt sich oft die größten Zweifler, um durch eine Begegnung aus ihnen Frauen und Männer des Glaubens und der Wunder zu machen.

Mario Wahnschaffe, Bonn im November 2014

 

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„Verhältnis zwischen Staat und Kirche“

  1. Rechtliche Grundlage in der Bundesrepublik Deutschland

 Eines der Ergebnisse des Kirchenkampfes Otto von Bismarks war die Abschaffung der Staatskirche und die Gleichstellung der Religionsgesellschaften untereinander und die klare Abgrenzung vom Staat.

Die Bestimmung der „Weimarer Reichsverfassung“ Art.137 sagt wie folgt:

„Es besteht keine Staatskirche.

Die Freiheit der Vereinigung der Religionsgesellschaften wird gewährleistet. Der Zusammenschluss von Religionsgesellschaften innerhalb des Reichsgebietes unterliegt keinen Beschränkungen.

Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbstständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde.

Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechtes.“

Der Art. 137 der “Weimarer Reichsverfassung” regelt rechtlich das Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaft:

  • Vor dem Staat gibt es eine rechtliche Gleichberechtigung aller Religionsgemeinschaften in Deutschland, die klassische Staatskirche mit ihrer ursprünglichen Macht und ihren damaligen Privilegien existiert rechtlich nicht mehr.
  • Der Staat nimmt keinen Einfluss auf die inneren Angelegenheiten, ihrer Organisation, Lehre oder Verleihung von Ämtern einer Kirche oder auch Freikirche.
  • Für jede Kirche und Freikirche gelten die Privilegien der „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ nur wenn sie die Schranken des geltenden Rechtes bejahen und sich auch innerhalb dieses Rechtes bewegen.
  • Auch eine Freikirche, die „KdöR“ ist, ist ein integraler Teil unserer Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten und repräsentiert mit anderen Organisationen unsere Gesellschaft.

Biblische Anweisungen an die Gemeinde Jesu im Verhältnis zum Staat.

  • Die Gemeinde ordnet sich prinzipiell dem Recht des Staates unter.

Die Gemeinde ist prinzipiell kein rechtsfreier Raum.

Sie ist verpflichtet sich der Gesetzgebung und auch der Rechtsausübung des Staates zu unterordnen.

Klassische Bibelstelle dazu ist der Römerbrief 13:1-7 worin Gottes Wort klare Anforderungen an die Gläubigen der Gemeinde stellt:

  1. a) Klare Unterordnung den staatlichen Gewalten. Vers 1
  2. b) Die bestehende staatliche Macht ist von Gott gesetzt. Vers 1
  3. c) Wer sich der der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes. Vers 2
  4. d) Die staatliche Macht ist Gottes Dienerin. Vers 4
  5. e) Sie ist eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut. Vers 4
  6. f) Wir sind verpflichtet zu Steuern, Zoll, Ehrfurcht und Ehrerbietung. Verse 6,7

Dem entgegengesetzt und nur scheinbar widersprechend stehen die Bibelstellen, wo Gläubige ihrem Glauben und ihrem Gewissen verpflichtet, den Anordnungen und Gesetzen der jeweiligen Machthaber ungehorsam waren und sich auch unter Androhungen der Todesstrafe entschlossen, dem Willen Gottes mehr Gehorsam zu zollen als den Verboten der jeweiligen Staatsmacht.

Dieser Konflikt, den Gläubige immer wieder lösen mussten, begegnete ihnen gerade dann, wenn sie in einem Staat lebten, der geprägt war, durch eine antigöttliche oder antichristliche Kultur und Gesetzgebung.

Die typischen biblischen Beispiele finden wir in:

Esther:

Einforderung gottähnlicher Ehrerbietung durch staatliche Machtträger

Esther 3:2   „Und alle Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und warfen sich nieder vor Haman, denn so hatte der König es in bezug auf ihn befohlen. Aber Mordechai beugte seine Knie nicht warf sich nicht nieder.“

Daniel:

Einforderung von Ehrerbietung anderer Götter und Götzen durch staatliche Mächte:

Daniel 3:10-13   Schadrach, Meschach und Abed-Nego, drei jüdische Gläubige weigern sich das goldene Götzenbild des Königs Nebukadnezar anzubeten und werden deswegen vom König mit der Todesstrafe bedroht.

Apostelgeschichte:

Grundsätzliches Verbot der Evangelisation durch religiöse Machtsysteme.

Apostelgeschichte 4:19,20   „Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Ob es vor Gott recht ist, auf euch mehr zu hören als auf Gott, urteilt ihr! Denn es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden.“

Dies ist eigentlich die beste und klassischste Stelle, für den Konflikt, den Gläubige erleiden, wenn sie in einem antigöttlichen oder antichristlichen Staats-System leben.

Wo endet der Gehorsam gegen den Staat?

Wo fängt der Ungehorsam gegen den Staat an, um Gott mehr Gehorsam zu sein?

Dies sind schwierige Gewissensfragen.

Und der Verirrungen und Mißinterpretationen dieser Bibelstelle gibt es in der Kirchengeschichte die Fülle.

So ist die Erschießung von Abtreibungsdoktoren durch gläubige Abtreibungsgegner ein schlimmer Missbrauch dieser Stelle.

Aber war das Attentat von Stauffenberg, das Hitler töten sollte, ein Akt, der von einem christlichen Gewissen eingegeben wurde? Das sind schwierige ethische und theologische Fragen.

Diese Fragen beschäftigten die Kirchen besonders im Nationalsozialismus und in der DDR, wo sie sich mit einem radikal säkularisiertem und antigöttlichem Staat auseinander setzen mussten.

Diese Spannung versucht die „Zwei Reiche / Regimenter Lehre“ zu erklären und aufzulösen, was aber nie ganz gelingen kann. Luther, der diesen Begriff nie verwendet hat, hat sich in seiner Schrift „Von weltlicher Obrigkeit“ intensiv damit auseinander gesetzt.

Zitat aus dem Wikipedia Artikel zur „Zwei Reiche Lehre“:

In „Von weltlicher Obrigkeit…“ unterscheidet Luther zu Beginn das Reich Gottes vom Reich der Welt. Er ordnet beiden Reichen bestimmte Menschengruppen zu: Im Reich Gottes leben die „rechtgläubigen“ Christen, im Reich der Welt alle übrigen Menschen. Demnach kann jeder Mensch nur Bürger eines der beiden Reiche sein, entweder als Christ im Reich Gottes oder als Nichtgläubiger im Reich der Welt.

Zu diesen beiden Reichen treten nun die beiden Regimente Gottes, mit denen Gott allerdings nur das Reich der Welt regiert. Das Reich Gottes existiert unabhängig von den Regimenten: Er unterscheidet einerseits das geistliche, welches „fromm macht“, d.h. den Glauben durch das Predigtamt der Kirche in Wort und Sakrament „durch den heiligen Geist und unter Christus“ weckt, und das weltliche, welches durch das Schwertamt der Obrigkeit dem Bösen, den Unchristen, d.h. zum Schutz der Frommen, und dem Krieg wehrt, d.h. Frieden schafft.

Diese Unterscheidung von zwei Reichen und zwei Regimenten darf nicht vermischt werden. Der Mensch findet sich nun entweder im Reich Gottes durch die Rechtfertigung allein aus Glauben vor, in dem es keine Regimente braucht, weil aus dem Glauben automatisch die guten Werke fließen, oder aber im Reich der Welt, des Unglaubens, indem er durch das Predigt- und Schwertamt konfrontiert und regiert wird. Christen unterwerfen sich aber aus Nächstenliebe der Obrigkeit, bzw. dem weltlichen Regiment, obwohl sie es eigentlich nicht nötig hätten.

So ergibt sich für die Christen das Problem, inwieweit sie berechtigt sind, sich politisch in Staat/Welt zu aktivieren: Luther sagt dazu, dass im Reich Gottes die Bergpredigt und das Liebesgebot gelten und die Menschen sich einander nicht richten sollen (These). Andererseits sind die Christen aber gerade im Reich der Welt, dem sie freilich nicht als Bürger angehören, aufgefordert, das Schwert zu führen. Denn das Böse und das Unrecht müssen gestraft werden (Antithese):

Konkret, „mit dem einen [d.i. im Reich Gottes] siehst du auf dich und das Deine, mit dem andern [d.i. das Reich der Welt] auf den Nächsten und auf das Seine. An dir und an dem Deinen hältst du dich nach dem Evangelium und leidest Unrecht für deinen Nächsten. An dem andern und an dem Seinen hältst du dich nach der Liebe und leidest kein Unrecht für deinen Nächsten – was das Evangelium nicht verbietet, ja vielmehr an anderer Stelle gebietet.

Nun besteht die Synthese also darin, dass Christen für sich freiwillig Unrecht unter der Obrigkeit erleiden, aber für die/den andere/n Unrecht verhindern. Das trifft besonders für das gewaltlose passive Widerstandsrecht gegen einen ungerechten Fürsten zu: An dieser Stelle gilt als verbindliche Verhaltensregel: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

  1. Schlußfolgerung

 Als Freikirche sind wir dankbar, in einem Staat zu leben, der immer noch erkennbare Grundzüge von gottesfürchtiger Gesetzgebung behalten hat, so wie 1949 im Grundgesetz niedergelegt. Es war eine Zeit, in der man die Schrecken und Konsequenzen eines gottlosen Systems vor Augen hatte.

Als Freikirche sind wir dankbar, dass wir die Rechte und Privilegien einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen bekommen haben und fühlen uns den Gesetzen des Rechtstaates verpflichtet und sehen uns vom Wort Gottes gedrungen einen sozialen und karitativen und konstruktiven Beitrag in unsere Gesellschaft einzubringen, statt uns hinter „Kirchenmauern“ unserer Gesellschaft zu entziehen.

Dennoch leben wir in der Spannung und Trauer damit, dass der demokratische Prozess der Werteänderung Themen in unser Recht integriert hat, die mit dem Wort Gottes in Spannung stehen: z.B. Abtreibung, Homoehe, geschäftsoffener Sonntag, etc.

Dies abzuwägen im Sinne der „Zwei Reiche Lehre“, wie oben erwähnt, bleibt ein ständiger Prozess in der Reflektion des lebendigen Wortes Gottes, unseres göttlichen Gewissens und der aktiven Auseinandersetzung mit unserer Gesellschaft, die sich ständig im Wertwandel befindet.

Mario Wahnschaffe, Freie Christengemeinde Bonn, 03.09.2009

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“Er hat alles wohl gemacht!”
 
Heilungsgottesdienst

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Diese Predigt als MP3 hier anhören.

“Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.” Markus 7,37

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Jesus hat besonders durch seine Heilungen den mächtigen und liebevollen Charakter Gottes reflektiert. Er kam nicht, um die Menschen zu richten, sondern sie heil zu machen.

Als CLW-Familie wollen wir uns regelmäßig dem Thema Heilung widmen, denn Jesus liebt es, nahe bei Kranken zu sein. Nahe bei ihrer Not, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Denn er liebt Menschen und er liebt besonders schwache Menschen.
Wir haben schon viele Heilungen erlebt, denn Jesus ist allein der Heiler. Dennoch lehnen wir es ab, durch eine bestimmte Betonung der Lehre, eine Atmosphäre zu erzeugen, so dass Kranke denken, sie wären Schuld an ihrer Krankheit oder sie wären noch krank, weil sie nicht genug geglaubt hätten. Wir träumen von einer inklusiven, menschenliebenden Gemeinde, die ein Ort ist, wo chronisch Kranke und psychisch und physisch schwerstbehinderte Menschen sich geliebt und angenommen fühlen.

Eine Berührung von IHM!  Mk.5:25-34

Einleitung

Jesus ist nahe bei der Not der Kranken.

Jesus: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden. ich bin das Licht der Welt!   Joh.1:3-5

In manchen Religionen und auch in manchen Auslegungen der christlichen Lehre

Tochter, dein Glaube hat dich geheilt!

Jesus erkannte, dass Kraft von ihm ausgegangen war.   Mk.5:30

Was ist dies für eine Art Glaube, der die Kraft Gottes  ansaugt?

  1. Was war der Vorzug dieser gläubigen Frau? 
  • Sie war 12 Jahre krank – Desillusioniert
  • Sie hatte vieles erlitten von vielen Ärzten – Enttäuscht
  • Sie hatte eine Krankheit, die sie sozial ausgrenzte – Abgelehnt

Sie hatte keinen Vorzug zu irgendeinem von uns.

Hoffnungslos und Desillusioniert zu sein ist ein gewaltiger Unterschied dazu „Unglauben“ zu haben.

„Und sie ärgerten sich an ihm. … Und er konnte dort kein Wunderwerk tun, außer dass er wenigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte. Und er wunderte sich über ihren Unglauben.“   Mk.6:3-6

Unglauben zu haben ist eine klare Entscheidung, sich über Jesus „zu ärgern“,

aber das ist nicht zu verwechseln mit den Gefühlen des Zweifelns oder der Verzweiflung.

Zeugnis: Größte Wunder sind bei mir im Dienst geschehen, wenn ich das Gefühl hatte, Gott ist Millionen von Lichtjahren entfernt.

  1. Wie entstand diese Art von Glauben in ihr? 
  • Sie hörte von Jesus!

Röm.10:17  „Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.“

Glaube entsteht nicht durch unsere religiöse Anstrengung und damit ist Glaube auch keine menschliche Leistung.

Glaube ist ein Geschenk von Jesus.

„Indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“  Heb.12:2

Jesus ist das fleischgewordene Wort. Joh.1:1+14

Durch das Wort Gottes wurde alles geschaffen, was ist!

Gott ist ein Gott des Glaubens!

Er sprach (wörtlich übersetzt): „Es ist Licht!“ und es wurde Licht.

Er ist die Erfüllung des Wortes Gottes!

„Und er heilte alle Leidenden, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: ‚Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten.“   Mat.8:16,17

  • Sie sagte zu sich selbst!: Wenn ich nur den Saum seines Gewandes anrühre, werde ich geheilt werden.

Spr.18:21   „Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.“

Mk.11:23    Wenn wir erfüllt sind mit dem „Glauben aus Gott“ verändern sich unsere Gebete, verändert sich unsere Sprache:

Nicht: Herr, wenn Du willst, oder bitte tu doch etwas, sondern:

„Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt; dem wird es werden.“

Ich glaube, ich sage es und es geschieht!

Maria: Nachdem der Engel zu ihr sprach: „Denn kein Wort, das von Gott kommt, wird kraftlos sein.“

Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; Es geschehe mir nach deinem Wort!“   Lk.1:37,38

  • Sie tat etwas, was unmöglich für sie war.

Sie ging durch die Volksmenge hindurch, obwohl sie eine Unreine war.

Warum war sie dazu fähig?

Mk.11:22 Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Habt den Glauben Gottes!“

Sie tat etwas, wozu sie menschlich nicht fähig war: Sie wurde geglaubt!

Petrus ging nicht auf dem Wasser – Er ging auf dem Wort und auf dem Glauben von Jesus!

„Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen! Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.“   Mat.14:28,29

Petrus tat etwas, was für ihn unmöglich war: Er wurde durch Jesu Wort und durch Jesu Glauben getragen.

Mk.11:24   „Alles um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt und es wird euch werden.“

Natürlicher Glaube tut Dinge, die er nicht sehen kann: Schlangen vor i-Phone Läden, Dosen Erbsen kaufen, mit Busfahrer mit fahren.

Lk.17:14 Die Aussätzigen wurden auf dem Weg zum Priester geheilt, aufgrund des Wortes Jesu.

Kraft des Versprechens: Addis – Versprechen von Bruder Waldemar

Pastor Mario Wahnschaffe, Bonn im September 2014