„Güte“

Mario Wahnschaffe

27. Oktober 2013
46 Minuten
Aus der Predigtreihe Die Tugenden des Geistes
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1. Eine Welt der Unbarmherzigkeit

Wir leben in einer Gesellschaft, der es an Liebe mangelt.
Dieser Liebesmangel zeigt oft sein hässliches Gesicht in Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von besonderer Grausamkeit und Kälte sind:

26.04.2002   Amoklauf zu Erfurt. Robert Steinhäuser wächst in typischen sozialen Strukturen auf: jeder ist für sich und allein, selbst in der Familie. Er taucht in die Internetwelt der Militär- und Gewaltspiele ab.

Auch in der Schule weht ihm der kalte Wind der Leistungsgesellschaft ins Gesicht. Er erlebt die Lehrer nicht als Förderer, sondern als Forderer von Leistung und als Zuchtmeister, die seine jugendlichen Verfehlungen mit unerbittlicher Härte bestrafen. Als er von der Schule verwiesen wird, geschieht die Katastrophe: In der Annahme, dass ohne Abitur sein Leben gescheitert ist, tötet er zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten und anschliessend sich selbst.

Schüler haben hinterher nicht nur die Brutalität dieser Tat hinterfragt, sondern auch das unbarmherzige Leistungssystem unserer Schulen.

In den Medien wird immer mehr die Todesstrafe in China diskutiert, die in einem direkten Zusammenhang mit dem Organhandel steht. Man kann darüber philosophieren, wie in den Zeiten Maos die Mentalität der Bevölkerung verroht ist, besonders in der Zeit des großen Sprungs, die zu großen Hungersnöten, teilweise Kannibalismus und zu einer Traumatisierung einer ganzen Bevölkerung führte.
Die andere Seite der Medaille ist aber die westliche Welt, die einen unsittlichen Organtourismus nach China unternimmt.

Gleichwohl ist es eine Sache, den grausamen Sexhandel in Deutschland anzuprangern und auf der anderen Seite auszublenden, dass es eine riesige unstillbare Nachfrage gibt, selbst nach Kindersex, Menschenquälen und entsorgen.

Die Bibel ist glasklar darüber und hat nicht die humanistische Romantik, in der Annahme: der Mensch sei von Natur aus gut und man bräuchte nur das System verändern.

Röm.3:10-12  „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht. Da ist keiner der Gutes tut, da ist auch nicht einer.“

Die Bibel erklärt dies damit, dass der Mensch ein Beziehungsproblem mit Gott hat.

Es ist das Grundproblem der Menschheit, dass unser Beziehungsproblem uns von Gottes Liebe abgetrennt hat.

Röm.7:18   „Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt, denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht.“

Viel schlimmer ist aber die Gleichgültigkeit und Hartherzigkeit der Christen über das Leid dieser Welt.

2.Tim.3:3 sagt dies glasklar voraus:

In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen.
Die Menschen werden selbstsüchtig, geldliebend, prahlerisch, hochmütig lieblos, unversöhnlich, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter Das Vergnügen mehr liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, aber ihre Kraft verleugnen.

2. Güte ist die Antwort Gottes

Weißt Du nicht, dass die Güte Gottes Dich zu Umkehr leitet?   Rom.2:4

Albert Schweitzer: Stetige Gütigkeit vermag viel. Wie die Sonne das Eis zum Schmelzen bringt, bringt sie Missverständnisse, Misstrauen und Feindseligkeit zum Schwinden. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.

Die Güte Gottes ist eine gewaltige Kraft!

Die Güte Gottes ist einer der zentralen Charaktereigenschaften Gottes.

Ps.106:1   „Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währt ewig.“

Religion sagt Dir: Wenn Du gut bist in der Religion, wenn Du ein guter Diener Gottes bist, dann ist Gott auch gut zu Dir. Religion reduziert Gott auf einen normal fühlenden Menschen. Der gut ist zu den Guten und böse zu den Bösen.

Jesus aber lehrt uns die wahre Güte Gottes in der Bergpredigt:

Mat.5:43-48   „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die , die Euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist!

Warum? Wegen Gottes Güte über den Sündern:

„Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

„Wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr?
Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?
Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes?
Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe?“

Dieses Verhalten ist eine Reflektion von Gottes Charakter!

„Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“

Gottes Güte springt hervor aus seiner excellenten Perfektion und Vollkommenheit.

1.Chr.16:34   „Gott ist gut und seine Güte währt ewig.“

3. Gottes Güte in Dir

Eph.4:32   „Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.“

Obwohl wir von Natur aus nicht fähig sind die Güte Gottes zu leben und auch als Christen im dauernden Kampf mit dem Fleisch stehen.

Gal.5:17   „Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf.“

So lädt uns der Heilige Geist freundlich ein, sich immer wieder in seiner Natur zu baden.

1.Pet.2:2,3  Wir sollen beständig von seiner Milch trinken damit wir wirklich schmecken dass der Herr gütig.

Wenn wir von seiner Güte beständig nehmen, bringt die Güte Gottes in uns Frucht.

In einer Gemeinde in der der Heilige Geist wirkt, kommt es zu guten Werken.

Kol.1:10   „Um des Herrn würdig zu wandeln zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk.“

Unsere Gemeinde ist fruchtbar in guten Werken:

Menschen erleben lebensverändernde Wunder, weil jemand sie als Freund mitgenommen hat in den Gottesdienst.
Eine Schwester unserer Gemeinde, die drogenabhängig war, lud ihre ehemalige Freundin aus dem Bonner Loch ein. Sie kommt das erste Mal ins CLW und entscheidet sich für Jesus und kommt nach vorne.

Sie ging für ein Jahr in Therapie und ist jetzt total frei, eine wunderschöne Frau und eine stolze Mutter.
Was für eine radikale Veränderung!

Was für eine wunderschöne Rettung. Alles wegen einer Freundin, die sich aufmachte ihre Bekannte mitzubringen.

Manchmal braucht es etwas länger und mehrere Einladungen.

„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.“   1.Kor.13:14

Unsere Ordner, Parkdienst, C-Team, Kinderdienst, Musikdienst, Moderatoren, Übersetzer geben ihr Allerbestes um eine freundliche Bekehrungsatmosphäre zu schaffen. Aber das Entscheidende ist, dass Du Deine Bekannten und Freunde mitbringst!

Izmael bringt seinen Freund vom Asylantenheim mit und der bekehrt sich auch im Gottesdienst. Izmael wird von arabischen Muslimen im Asylantenheim bedroht und manchmal gewürgt und muss zwei Stunden mit der Bahn fahren.

Gott gebraucht diese Art von Menschen, die schwach zu sein scheinen.
Woher kommt ihre Güte und Menschenliebe und Hingabe? Sie haben geschmeckt von der Güte Gottes.

Die Güte Gottes schmecken viele unserer Gäste in unserer Lebensmittelausgabe in der Tiefgarage und am Busbahnhof.

Spr.22:9   „Wer gütigen Auges ist, der wird gesegnet werden.“

Letzten Sonntag hatten wir drei Muslime das erste Mal in unserem Gottesdienst. Eine Frau  kam aus Syrien. Zuerst saß sie mit ihrem Mann allein im Gottesdienst. Doch dann setzten sich von rechts und links neben sie und gaben ihnen das Gefühl von Herzen willkommen zu sein.

Mohammad macht Besuche im Asylantenheim in seiner Nähe und bringt immer wieder Gäste mit aus allen Nationen, besonders aus muslimischen Nationen.

Deine Güte kann den Unterschied machen in dem Leben deiner Nachbarn.

Mario Wahnschaffe, Oktober 2013



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