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Was glaubst du, wer du bist? Teil 1: Ich bin…?

paketWas glaubst du, wer du bist?

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1. Die wichtigste Frage im Leben

Joh.1:21-23 Die Gesandten der Pharisäer fragen Johannes den Täufer: “Was sagst Du von Dir selbst?

Bist Du Elia etc. ?”    “Nein!”, antwortet er,

“Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste; macht gerade den Weg des Herrn!”

Eph.5:8 „Denn einst wart ihr Finsternis, aber jetzt seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.“

Warum eine Predigtreihe über Identität?

Identität ist das Grundlegende und Entscheidende in unseren Glaubens- und Werteentscheidungen.

Identität ist das, was ich über mich glaube:
Ich bin geliebt.
Ich bin abgelehnt.
Ich bin wertvoll.
Ich bin ein Versager.
Ich bin fähig und begabt.
Mein Leben wurde ruiniert.

Was glaubst Du über Dich selbst?

Was sagst Du über Dich selbst?

Identität wird programmiert.

Psychologen sagen, dass die Identitätsbildung schon im Mutterleib beginnt. (Ablehnung /Annahme / Stress durch die Mutter.  Und in den ersten drei Jahren ist die Identitätsbildung abgeschlossen.
Identität wird durch die erziehenden Vertrauenspersonen, Eltern, Pflegeeltern, Heimerzieher programmiert.

Identität ist wie ein Autopilot in einem Schiff:
Menschen werden Christen und versuchen aus ihrem Intellekt aus ihrem Willen eine Zeit lang ein „christliches“ Leben zu führen.

Aber kommt eine Lebenskrise in ihr Leben, übernimmt der innere Autopilot und das Schiff steuert in die zuerst programmierte Richtung und man tut Dinge, die man glaubt längst hinter sich gelassen zu haben.
So kann es passieren dass Christen, die vielleicht sogar Leiter, Vorbilder etc waren auf einmal in Richtungen steuern, die man nie vermutet hätte.

Alkoholmissbrauch, Bordellbesuche, Drogenmissbrauch, Schulden.

Es hat mit unserem Autopiloten, mit unserer Identität zu tun. Deshalb brauchen wir mehr, als nur Appelle an unser Gewissen oder unseren Willen.

Sonst berührt es nur die Oberfläche: Man reißt das Steuer eine Zeit lang herum, aber irgendwann, übernimmt wieder der Autopilot, wenn unser Wille nachgelassen hat.

2. Identitätsbildung

Christ zu sein ist genau das Gegenteil von Religion und
Christen sind auch nicht Teil des Systems dieser Welt.
In Religion und in unserer leistungsbezogenen Gesellschaft wird Identität erreicht durch Leistung und Arbeit.
Wir erarbeiten uns eine Identität:
Wir studieren hart um Abiturienten, Gesellen, Meister, Bachelors, Masters zu sein.
Wir arbeiten hart, um eine unbefristete Stellung zu haben.
Ehe, Familie.
Haus, Besitz, Erfolg, Geld.
All das sind u.a. Dinge, durch die Menschen sich in unserer westlichen Welt identifizieren.

Im Christus ist es ähnlich wie mit einem kleinen Kind:
Kleine Kinder brauchen ganz früh noch nicht Menschen zu beeindrucken.
Sie brauchen nicht zu leisten oder zu arbeiten:
Sie bekommen Liebe und Anerkennung einfach geschenkt, sie werden einfach geliebt.

Wenn wir zu Jesus kommen, werden wir von neuen geboren. Joh.3:3

In unserem Geist werden wir Kinder Gottes und empfangen eine neue Identität.

Getauft auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes: Wir werden Teil der Familie Gottes.

Wir empfangen als Kinder Gottes eine neue Identität nicht aus Leistung, sondern geschenkt.
Wir werden geliebt von Gott und wir können andere lieben.
Wir brauchen Menschen nicht mehr manipulieren, uns zu lieben oder zu mögen.
Leute die wir lieben, brauchen nicht mehr perfekt sein: Sie können uns enttäuschen, versagen und wir können ihnen einfach vergeben, weil sie nicht unser „Gott“ sind, von denen unser Glück abhängt.

Denn Gott versorgt uns mit allem, was wir brauchen.

Wenn wir sündigen und versagen, ist das nicht das Ende, und wir sind nicht für immer verdammt, denn Gott vergibt uns.

Wenn wir in unserer alten Identitätsbildung leben:
Identität für die wir arbeiten, die wir verdienen: Werden wir stolz, selbstgerecht und tendieren dazu, andere zu richten und von oben herab zu beurteilen.

Wenn wir dann versagen bricht unsere selbstverdiente Identität zusammen: Wir sind frustriert.
Krebs, Krankheit:
Kinder verlassen und enttäuschen uns:
Unsere Karriere endet: Wir sind enttäuscht: Wir wollten ein anderes Leben leben.

In Christus sind wir beschenkt mit Identität.
Dass er unser Gott ist, heißt, dass er unser alles unser Fundament ist.

3. Identitätskrisen verstehen

Wenn wir nicht verstehen, wie Identität in unserem Leben entsteht, dann verstehen wir auch nicht die Identitätskrisen, die in unserem Leben entstehen.

Manche verstehen noch nicht einmal, dass sie eine Identität haben – sie verstehen aber, dass sie eine Krise haben.

3.1. Du lebst in der Angst, dass dein „Götzendienst um Deine Identität“ versagt

Was bedeutet „Götzendienst um Deine Identität“?

Es bedeutetet, ich habe Gott aus meinem Leben entfernt und etwas anderes an die Stelle gesetzt, die nur Gott ausfüllen kann.

Was erwartet man von „einem Gott“?
– Sicherheit
– Schutz
– Stärke
– Hilfe
– Versorgung
– Bestätigung, Anerkennung
– Glück

Ich werde mit meinem Leben zufrieden sein und ich werde glücklich sein, ich werde es geschafft haben:

– Wenn ich den „richtigen Partner“ fürs Leben gefunden habe / Krise: Wenn mein Partner mich enttäuscht, verlässt, nicht mehr meinen Vorstellungen von „richtig“ entspricht.
– Wenn ich den „richtigen Job“ gefunden habe
– Wenn ich ein Haus gefunden habe und Schulden abbezahlt habe / Krise: Wenn ich Job und Haus verliere
– Wenn ich erst Kinder habe / Krise: Wenn meine Kinder mich enttäuschen oder das Haus verlassen.

Aber wenn meine Identität, die ich mir erschaffen habe zerbricht oder von mir genommen wird erzeugt dies Stress und Angst in mir und mein Götzendienst darum zerbricht.

3.2. Dein Identitäts-Götzendienst zerbricht unter der Last „Gott sein zu müssen“

In einer Ehekrise ist mein einziges Ziel: Meine Frau darf mich auf keinen Fall verlassen oder im Stich lassen!

Meine kleinen Kinder sind meine Trophäen: Sie müssen aussehen wie ich, sie müssen die Ziele erreichen, die ich ihnen gesteckt habe, sie müssen die Partner heiraten, die ich für gut empfinde!
Mein Job muss mich versorgen, mit allem, was ich brauche, wehe ich verliere ihn.

Aber an sich gute Dinge, die wir gegen Gott eintauschen und an seine Stelle anstelle ihm setzen, sind verurteilt dazu, zu zerbrechen.

Mein Reichtum, kannst Du nicht einfach Gott sein!?! Nein!
Und die Welt bietet uns viele Identitäts-Götzen an.

3.3. Wenn dein Identität-Götzendienst zerbricht, verlierst Du alle Hoffnung

Ich bin nicht mehr so schön, wie in meiner Jugend.
Unsere Kinder verlassen das Haus, was wird aus mir?
Meine Firma geht bergab, werde ich meinen Job verlieren?
Ich hatte doch alles unter Kontrolle, aber jetzt zerrinnt mir alles zwischen den Fingern.
Mein Leben ist sinnlos und hoffnungslos geworden.

3.4. Wenn unser Identitätsgötzendienst zerbricht suchen wir jemanden, der die Schuld trägt

Wir geben uns selbst die Schuld: Ich bin ein Versager / Ich hab es alles vermasselt

Ich hätte stark genug sein müssen, diesen Job zu behalten, meine Kinder zufrieden zu stellen, richtig zu erziehen.

Meine Freunde wollen nichts mehr mit mir zu tun haben, deswegen ziehe ich mich von ihnen zurück.
Wir haben keine Kinder bekommen, ich bin nicht geheilt worden. Gott will mich bestrafen, weil ich ein Sünder bin, deswegen ziehe ich mich von ihm zurück.

Wir geben anderen die Schuld: Du hast mich im Stich gelassen
Du hast mich verlassen
Du hast mich verletzt
Du hast mein Leben ruiniert
Schau was Du getan hast!

Wir geben Gott die Schuld:
Gott Du hast versprochen mir zu helfen, mich zu versorgen, mich zu heilen!
Ich habe die Bibel gelesen!
Du tust nicht, was Du versprochen hast.
Ich will meinen Identitäts-Götzen zurück, sei ein guter Gott und tu, was ich Dir sage.

3.5. Wir wenden uns an Jesus, um eine neue, ewige Identität zu empfangen,
oder wir wählen einen neuen Identitäts-Götzen

Ich erkenne: Mein Leben ist aufgebaut auf Götzendienst.
Ich erkenne: Mein Leben stimmt nicht mit Deiner Wahrheit überein.

Dann habe ich zwei Möglichkeiten:

Die traurige: Ich tausche den alten Identitäts-Götzen durch einen neuen aus.

Ich war unglücklich verheiratet mit dem falschen Partner, aber jetzt habe ich den „richtigen“ Partner gefunden.
Ich hatte Kinder aber jetzt habe ich ein Hobby oder ein Projekt gefunden, auf das ich all meine Sehnsucht nach Verwirklichung projeziere.

Die Glückliche: Ich bitte Jesus um Vergebung für meinen Identitäts-Götzendienst und ich empfange eine neue, eine ewig-göttliche Identität von Jesus:

– Du hast mich gemacht
– Du hast mir vergeben
– Du liebst mich, wie ich bin
– Du hast mich neu gemacht, begabt und berufen.

Pastor Mario Wahnschaffe, Bonn 2014

 

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