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Die Tugenden des Geistes Teil 5: Freundlichkeit

Freundlichkeit – die Sprache, durch die Dir Gott alle Türen öffnet

1. Eine Sprache der Liebe: Freundlichkeit

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Freundlichkeit ist eine Sprache, die alle Türen öffnen kann. Foto: sxc.hu

Ps.90:17   „Die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und festige über uns das Werk unserer Hände! Ja das Werk unserer Hände, festige du es!“

Ein interessanter Zusammenhang: Die Freundlichkeit des Herrn über uns festigt das Werk unserer Hände.
Freundlichkeit steht im engen Zusammenhang mit dem Erfolg und der Festigkeit in dem was wir tun: Am Arbeitsplatz, in der Gemeinde.

Und auch in den Beziehungen unseres Lebens.

Es ist erwiesen, dass Firmenchefs und Unternehmer heute mehr auf den EQ, den „emotionalen Quotienten“, achten als auf den IQ, den „Intelligenz Quotienten“.

Viel mehr Menschen verlieren heute ihren Arbeitsplatz aufgrund von zwischenmenschlichen Spannungen oder werden krank, leiden unter Streßproblematiken , weil sie nicht wissen, wie man Meinungsverschiedenheiten auf dem Arbeitsplatz konstruktiv überwindet.
Viele wissen nicht über die Kraft der Freundlichkeit und Höflichkeit am Arbeitsplatz, sie haben es von Haus aus nicht gelernt. Oder sehen es als Schwäche an und wissen nicht, dass Freundlichkeit solch eine Kraft hat, weil sie direkt aus der Macht der Liebe fließt.

Spr.25:15   „Eine sanfte Zunge zerbricht Knochen.“

Zeugnis: Freundlichkeit verändert knallharte Menschen in hilfsbereite Freunde, die Dich unterstützen.

Freundlichkeit ist eine starke Kraft in der Evangelisation.
Freundlichkeit und Höflichkeit heißt: Alle wie Freunde behandeln.
Jeder, der uns begegnet, ist der Freundschaft wert.
Freundlichkeit gegenüber einem Menschen ist ein Ausdruck davon, dass jemand mir wertvoll ist und liebenswert ist.

Unter jeder Äußerlichkeit, sei ein Mensch auch noch so unsympathisch, steckt ein Mensch, der es wert ist kennengelernt zu werden.

Unhöflichkeit ist ein Ausdruck von Egozentrik, davon, dass man glaubt, man sei der wichtigste Mensch auf der Welt und der andere ist mir wertlos.

Wenn wir eine Party zu Hause veranstalten und Gäste einladen, werden wir sie wohl kaum allein stehen lassen, ohne mit ihnen zu sprechen.
Dies sollte auf keinen Fall einem unserer Gäste oder gar Erstbesucher im CLW passieren.
Wir wollen Erstbesucher und Gäste freundlich und unaufdringlich willkommen heißen und ihnen ehrliches Interesse entgegen bringen, so wie wir dies mit unseren Gästen zu Hause auch tun würden.

Bei einem Gottesdienst ist tatsächlich nicht das Programm entscheidend, sondern die Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die entscheidet, ob ein Erstbesucher wiederkehren wird oder nicht.

Freundlichkeit und Höflichkeit ist eines der effektivsten evangelistischen Mittel, die wir noch gar nicht ausgeschöpft haben auf unserem Arbeitsplatz, in den Schulen oder Unis.

Sach.11:7   Der Herr spricht: „Und ich nahm mir zwei Stäbe; den einen nannte ich „Freundlichkeit“ und den anderen nannte ich „Verbindung“, und ich weidete meine Schafe.

Freundlichkeit ist eine starke Verbindung zwischen Eheleuten, Eltern und Kindern, Gemeinden, und zu Ungläubigen, die durch Deine Liebe zum Glauben kommen.

2. Freundlichkeit in der Praxis

Viele Gläubige wissen einfach nicht, wie man Freundlichkeit erlernt und unterschätzen, die Kraft der Höflichkeit.

Aber es ist dem Herrn ein Freude, wenn wir Freundlichkeit erlernen.

Spr.15:26   „Ein Greuel für den Herrn sind die Anschläge des Bösen, aber rein vor ihm sind freundliche Worte.“

Gottes Geist lehrt uns die Wege der Freundlichkeit:

Spr.3:17   „Die Wege der Weisheit sind freundliche Wege, und alle ihre Pfade sind Frieden.“

Die Wege der Weisheit sind freundliche Wege.
Hier spricht es von einem Prozess, von einem Zunehmen und lernen von Weisheit und Freundlichkeit.
Viele haben Freundlichkeit und Höflichkeit von zu Hause gelernt, doch manche stehen sich selbst im Weg im Beruf oder in der Liebe, weil sie die Wege der Freundlichkeit nicht kennen.

Praxis:

* Vor Älteren in Bus und Bahn aufstehen und ihnen den Sitz anbieten.
* Dankesbriefe schreiben und Danke sagen.
* Freundlichkeit beim Autofahren, Leuten rein- oder rauslassen.
* In der Gemeinde: Leute begrüssen, ohne aufdringlich zu sein
* Leute anlächeln
* Nach dem Gottesdienst zum Kaffee einladen oder zum Hauskreis oder zu sich nach Hause.
* Nachbarn unterstützen, Blumen gießen, etc.
* Geschenke dankbar annehmen, statt zu sagen: Es war doch nicht nötig oder viel zu teuer!
* Menschen mit Namen begrüßen
* Zum Geburtstag anrufen, kleines Geschenk

Not to do!

Unhöflichkeiten, die Beziehungen beschädigen:

* Während eines tiefgehenden Gespräches Telefonate annehmen
* Dinge beschädigen und nur Entschuldigung sagen, statt den Schaden wieder gut zu machen.
* In der Gemeinde: Leute ignorieren, nicht ansprechen.

3. Freundlichkeit oder Heuchelei?

Manche verwechseln Freundlichkeit mit der gesichtslosen und unehrlichen Heuchelei am Arbeitsplatz. Wo man auf der einen Seite ein freundliches Gesicht heuchelt und hintenrum schlecht redet.

Aristoteles, ein griechischer Philosoph differenzierte die Freundlichkeit zwischen zwei negativen Extremen:
– Zwischen dem Gefallsüchtigen und  dem Streitsüchtigen

Der Freundliche begegnet seinem Gegenüber mit:

* Liebenswürdigkeit
* Interesse
* Rücksicht
* Benehmen

Erich Fromm, Psychologe und Kritiker der Narzissmus-These Freuds, die besagt, dass Selbstbezogenheit ein primärer Zug des natürlichen Menschens sei.
Vielmehr sagte er: Die Liebesfähigkeit zu anderen und die Selbstliebe haben eine gemeinsame Quelle.

Wo diese Liebesfähigkeit gestört ist, besteht gegenüber anderen, noch gegenüber sich selbst eine echte Freundlichkeit.

Das ist genau das was Jesus lehrt in Mat.22:39

   „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst.“

Dieses ist das zweite der wichtigsten Gebote, die Jesus aufzeigt: „Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit Deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“  Mat.22:37

Freundlichkeit zu anderen kommt
durch Freundlichkeit zu uns selbst
kommt durch die Erkenntnis von Gottes Freundlichkeit.

4. Freundlichkeit kommt von Gott

Gott ist ein freundlicher Gott.

Luther übersetzt:

„Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!“  Ps.34:9

So heißt es in der Liturgie des Abendmahls bzw. der Eucharistie: Kommt, denn es ist alles bereitet; seht und schmeckt, wie freundlich der Herr ist. Als göttliches Attribut ist Freundlichkeit in diesem Sinne auch bereits alttestamentlich bezeugt. So kennt der Psalter den in vielfacher liturgischer Form übernommenen Lobpreis Preiset den Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Ps.136:1

Freundlichkeit ist eine Frucht des Geistes.   Gal.5:22

Zeugnis: Manchmal bin ich nach Hause gekommen, und meine Frau fragte mich, warum ich so freundlich bin. Ich war zuvor mit einem Mann Gottes zusammen gewesen, der einfach nur so übersprudelte von der Liebe Gottes.

In Apg.4:13   „sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.“

Bei Jesus zu sein und seine Freundlichkeit und seine Liebe zu erleben veränderte Prostituierte, Zöllner und Sünder.

Die Frucht des Geistes in unserem Leben entsteht durch engste Beziehung mit dem Freundlichen in uns. Mit Jesus in uns.

Was war die Kraftquelle der Furchtlosigkeit, der Stärke eines Davids?

Ps.27:4   „Eins habe ich vom Herrn erbeten, danach trachte ich: Zu wohnen im Haus des Herrn alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Freundlichkeit des Herrn um nachzudenken (Freude zu haben an) in seinem Tempel.

Mario Wahnschaffe, Oktober 2013

Die MP3 Datei zur Predigt von Mario Wahnschaffe finden Sie hier.

2 Gedanken zu „Die Tugenden des Geistes Teil 5: Freundlichkeit

  1. Sehr symphatisch, sehr freundlich. Ich vermisse Freundlichkeit in den evangelikalen Gruppen. Als Katholik habe ich ein paar Monate verschiedene freikirchliche Gemeinden und Gottesdienste besucht und hatte den Eindruck, die sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, eigentlich wollen die sich gar nicht öffnen. So wie eine elitäre Clique. Manchmal wurde mir der Rücken zugedreht, wenn ich als Außenstehende auf Gemeindemitglieder zuging. Naja. Ob es ein Problem der Evangelikalen ist, weiß ich nicht, dort ist es mir aber aufgefallen. Vielleicht ist es auch einfach ein Bild der GEsellschaft. Auf der Arbeit würde ich mir das nicht gefallen lassen müssen, in Gemeinden ist das mir öfter passiert. Ich, als NIcht-Mitglied, muss die bestehende Gruppe umwerben und mich bemühen.
    Naja, ich höre ihre Predigten sehr, sehr gern, zu ihnen in die Gemeinde kommen kann ich nur selten, weil ich ein wenig zu weit weg wohne. Eine Zeitlang hatte ich starke Schlafstörungen und nachts ihre Prdigten gehört. Nicht, um einschlafen zu können, sondern um die Zeit gut zu nutzen. Von daher kenne ich ihre Predigten wahrscheinlich besser, als ihre eigenen Schäflein sie kennen. Quasi ins Unterbewusstsein. Das hat mir sehr geholfen, nachts nicht in Grübeln zu kommen, sondern mich auf den Herrn Jesus zu konzentrieren.
    Ich freue mich auch sehr, dass sie so viele Gastredner haben. Manchmal hatte ich den Eindruck beim Reden, Sie sind müde. Es ist bestimmt eine Entlastung, nicht jede Woche eine Predigt vorbereiten zu müssen.
    Sie klingen ehrlich und direkt, vielen Dand dafür.

    1. Ganz herzlichen Dank, liebe Holly-Jane,
      für Ihre Ermutigung und Ihr sehr schönes Zeugnis!
      Ich habe mich total darüber gefreut.
      Ich wünsche Ihnen ein glückliches und gesegnetes neues Jahr,
      Mario Wahnschaffe

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