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Die Tugenden des Geistes, Teil 7, “Treue und Glauben”

bibleDie Predigt als MP3 finden Sie hier.

Das Manuskript senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.

1. Treue = Voll des Glaubens

Gal.5:22 lesen wir von der Frucht des Geistes.

Der 7. Teil dieser Frucht ist die Treue.

Interessanterweise wird hier das selbe Wort verwendet wie bei der dritten Geistesgabe in 1.Kor.12:9: Die Gabe des Glaubens.

Das Griechische kennt also nur ein Wort für die beiden deutschen Begriffe: „Treue und Glauben.“

Das Englische sagt zum Beispiel „faith“ und „faithfulness“ und beschreibt so den Treuen „the faithful“ als „voll des Glaubens“.

Geistesgabe und Geistesfrucht sind beide ein Werk des Geistes Gottes.
Die Geistesgabe wird punktuell für einen begrenzten Zeitraum für ein bestimmtes Werk gegeben.
Die Geistesfrucht ist dauerhaft und wird Teil unseres Wesens, unseres Charakters.

Wenn wir im Glauben Jesus angenommen haben, werden wir von neuem geboren.

1.Kor.5:17   „Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Wir sind Kinder Gottes, Joh.1:12, und werden ihm immer ähnlicher und
wir wollen das auch und werden zu seinen Nachahmern.  Eph.5:1

Das heißt, wir wollen werden wie Gott ist.
Und Gott ist treu!

So erkennen wir ihn, wenn wir am Anfang zu ihm kommen:’

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“   1.Joh.1:9

Vielen Menschen fällt es schwer in der Kirche über ihre Begrenzungen, Ängste, Schwächen, ja sogar Sünden zu erzählen, da sie viel Lieblosigkeit und Ausgrenzung erlebt haben.

Doch unser Gott ist anders: Gott ist treu und gerecht.

Er vergibt uns und verdammt uns nicht.
Warum? Weil er uns in Christus völlige Vergebung erkauft und versprochen hat.
Seine Vergebung ist also nicht an seine Laune gebunden, sondern an sein Wort.

2.Tim.2:13 sagt:  „Wenn wir untreu sind – er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“

Seine Treue zu uns ist unveränderlich und bedingungslos.
Seine Treue ist nicht abhängig von unserem Fehlverhalten, selbst nicht von unserer Untreue, denn sie ist verwurzelt in seinem Charakter: Denn er kann sich nicht verleugnen.

2. Das Gegenteil von Religion

„Treu ist der, der uns berufen hat.“   1.Thes.5:24

Gott beruft uns nicht, wegen unserer Treue, sondern wegen seiner Treue.

Wir wollen seine Berufung erfüllen und doch versagen wir so oft.

„Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“   1.Joh.5:3

Eigentlich ist das die Kernfrage eines heiligen Lebens in Treue zu Gott:
Und gerade bei Dienern Gottes ist das auch ein Thema, da brauchen wir gar nicht die Augen zu verschliessen:

Wenn ich in der Versuchung stehe, Pornographie im Internet anzusehen: Wen liebe ich mehr?
Wenn ich unter die Verlockung komme, ins Bordell zu gehen? Wen liebe ich mehr? Die Sünde oder Gott?

Hiob sagt in Hi.31:1   „Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen
Schlechtes Reden gegen den Bruder oder die Schwester?

Wie werden wir zu Treuen?

Eph.1:1,2   „Den Gläubigen (pistois = Treuen) in Christus, Gnade und Frieden Euch

Wir sagen den Menschen nicht: Werdet treu oder Gott wird Euch bestrafen.
Wir bringen den Menschen nicht Religion, wir bringen ihnen Jesus!

Jesus: Er ist der Perfekte für die Unperfekten.
Er ist der Treue für die Untreuen.

Der Grund, warum wir treu sind, ist, weil er treu zu uns ist.

Und wir wollen so sein wie Gott ist: treu.

Euer Wandel sei ehrbar, heilig ohne Geldliebe, denn Er hat gesagt: „Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.“   Heb.13:4,5

Denn jeder weiß wie schmerzlich Untreue ist, wenn wir sie selbst erlitten haben.
Und jeder, der Treue geniessen darf, weiß wie kostbar das ist und selten zugleich.

3. Das Fundament von treuen Beziehungen

Worauf sind Deine Beziehungen aufgebaut ? Auf Vertrauen oder auf Argwohn und Verdächtigungen?

Grundsätzlich funktionieren Beziehungen in allen Gesellschaften der Welt nur durch Treue und Glauben.

Eine ideale Beziehung:  
Ich schenke Vertrauen / Glauben
Ich bekomme Treue geschenkt
Beides gehört zusammen: „pistis“ um eine ideale Beziehung zu ermöglichen.

Eine zerstörte Beziehung:   
Ich bekomme und erleide Untreue
Ich gebe Argwohn, Kontrolle und Unglauben

Eine geheilte Beziehung:     
Ich bekomme Transparenz und Umkehr
Ich schenke neues Vertrauen.
Ich muss nicht perfekt sein, aber vertrauenswürdig: durch Transparenz

Wie ist Deine Beziehungskultur?
Auf die Kluft zwischen Versprechen und Realität
Reagierst Du mit: Vertrauen/Glauben oder Argwohn/Unglauben

Saul vertraute David nicht, er glaubte nur das Schlechte von ihm, obwohl David reinen Herzens war und total loyal.

Er wurde gequält zum Schluss durch einen Geist der Furcht.

Bei seiner Krönung zum König wurde er gedemütigt durch ruchlose Männer, die ihm ihre Treue verweigerten.

Ein Treuebruch, den wir erleiden, kann eine ewige Wunde in unserem Herzen werden, die uns unfähig macht, Menschen Vertrauen zu schenken und ihnen stattdessen Argwohn und Verdacht und Unglauben entgegen zu halten.

Das vergiftet unsere Beziehungen in Ehe, Familie und Gemeinde.

4. Die höchste Form der Treue

Unsere Treue und unser Glaube ist oft umkämpft und wird oft einer Prüfung unterzogen.

Das ist immer dann so, wenn wir in einer Not sind und auf die Hilfe Gottes vertrauen:

Sei es eine Krankheit
Sei es eine finanzielle Not
Sei es ein familiärer Konflikt
Sei es ein Glaubensprojekt

Unser großes Vorbild und Ansporn ist der Glaube unseres Glaubensvaters Abraham.

„Der Glaube Abrahams, der unser aller Vater ist.“   Röm.4:16

Was war das Besondere an seinem Glauben?

Gott hatte ihm einen Sohn mit Sara versprochen.
Doch die Realität der Verheißung dauerte für ihn 24 Jahre!!!

Das ist eine unheimlich lange Zeitkluft!
Wie würdest Du diese lange Kluft zwischen Versprechen Gottes und der Erfüllung in der Realität füllen?

Manche würden aufgeben.

Manche würden sich enttäuscht von Gott abwenden und den Glauben verlassen
Manche würden versuchen „Gott zu helfen“ durch eigene Wege: Ungehorsam

Beispiel: Abrahams und Sarahs Umweg über Ismael.

Aber Abraham glaubte Gott, obwohl auch er Fehler machte. Gott ist der Gott der zweiten Chance!
Woher kam sein Glauben und seine große Glaubenstreue?

Er kannte Gott!:     Er, der die Toten auferweckt!

Er, der das Nichtseiende ruft, als wenn es war wäre.   Röm.4:17

Abraham nannte sich mit dem neuen Namen, den Gott ihm gegeben hatte: “Vater vieler Völker”, als er immer noch keinen eigenen Sohn hatte.  1.Mos.17:5

Er vertraute dem Versprechen Gottes mehr, als den Umständen und seinen eigenen Sinnen.

Röm.4:19-21

Sein Wort ist die Quelle unseres Glaubens und unserer Glaubenstreue. Röm.10:17

Und er ist der Anfänger und Vollender unseres  Glaubens.   Heb.12:2

Er wird dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen!  Heb.13:5

Gott ist treu!

Pastor Mario Wahnschaffe, Dezember 2013

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