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Die Tugenden des Geistes Teil 4: Geduld

geduld
Auch ein Angler braucht Geduld, bis der Fisch angebissen hat

Wilhelm Busch schreibt: „Der Ungeduldige fährt sein Heu nass ein.“

“Die Eile ist das Gegenteil der Geduld: Ungeduldig sucht sie zu beschleunigen, was eigentlich seine Zeit braucht.” – Jürgen Dahl

Viele haben aus Ungeduld irgendeinen Beruf ergriffen, ohne den schwierigen und langen Weg der Ausbildung zu nehmen und hängen in einem Beruf, in dem sie unglücklich sind und ihr Potential nicht ausleben können. Es war die Ungeduld, schnell Geld zu verdienen und nicht die Geduld zu haben die knappen Jahre der Ausbildung abzuwarten.

Wie viele haben ihr Herz, ihre Unschuld an irgendjemand Erstbesten verschenkt und sind nun unglücklich in einer Beziehung, die gar nicht von Gott geplant war und nicht in Gottes Sinne war, weil man nicht auf das Mahnen des Heiligen Geistes hörte und nicht auf die Prinzipien der Schrift achten wollte:

– Einen Gläubigen zu finden
– zu warten mit der Sexualität bis zur Eheschliessung

Wir denken an Saul, der nicht warten konnte auf den Segen Gottes vor einer wichtigen Schlacht, weil der Prophet sich verspätete.  1.Sam.13:11

Er opferte das Opfer selbst, das ihm nicht zustand, weil er sich fürchtete, da seine Soldaten auseinander liefen und ihn verliessen.
Er konnte nicht warten, weil ihm die Hilfe seiner Soldaten wichtiger war  als die Hilfe Gottes.

Gnädigerweise ließ Gott ihn dennoch die Schlacht gewinnen: er bekam, wonach er so ungeduldig verlangte: seinen militärischen Sieg.
Dennoch verpasste er seine wichtigste Lektion, während er auf Gott wartete: dass es sich lohnt, auf Gottes Hilfe zu warten und ihn an höchste Stelle zu setzen.

Viele Menschen denken: Gott kommt zu spät oder erst in der letzten Sekunde. Sie verpassen das Wichtigste im Leben eines Gläubigen:
Das Wichtigste sind nicht die Gebetserhörungen, die großen heeren Ziele, die Gott Dir schenkt.

Das Wichtigste sind die Dinge, die Gott in Dir wirkt, während Du auf Gott wartest in Zeiten der Schwierigkeiten und Zeiten des Mangels:
Man nennt es Charakter.

Viele Gläubige werden alt, aber sie sind nicht weise geworden.
Manche Gläubige werden alt und weise, weil sie in ihrem Leben und besonders in den Zeiten, wo sie auf Gott gewartet haben Gott besser kennen gelernt haben und in ihrem Charakter gewachsen sind.

Luther übersetzt:

„Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Jes.40:30,31

Aus Afrika kommt der weise Spruch: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Viele wollen immer nur die Gebetserhörung, die Errettung aus den Schwierigkeiten, aber viele erkennen nicht den tiefen Reichtum des „Wartens auf den Herrn“, „Des Harrens auf den Herrn“. Welch innerer Reichtum der Seele des Charakters wird hier in Dir geformt.

Heinrich Spoerl (1887-1955 erzählt folgende Geschichte:

„Es war einmal ein junger Bauer, der wollte seine Liebste treffen. Er war ein ungeduldiger Geselle und viel zu früh gekommen. Und verstand sich schlecht aufs’ Warten.

Er sah nicht den Sonnenschein, nicht den Frühling und die Pracht der Blumen.
Ungeduldig warf er sich unter einen Baum und haderte mit sich und der Welt.
Da stand plötzlich ein graues Männlein vor ihm und sagte: Ich weiß, wo dich der Schuh drückt. Nimm diesen Knopf und nähe ihn an dein Wams. Und wenn du auf etwas wartest und dir die Zeit zu langsam geht, dann brauchst du nur den Knopf nach rechts zu drehen, und du springst über die Zeit hinweg bis dahin, wo du willst.

Er nahm den Zauberknopf und drehte: und schon stand die Liebste vor ihm und lachte ihn an. Er drehte abermals: Und saß mit ihr beim Hochzeitsschmaus. Da sah er seiner jungen Frau in die Augen: Wenn wir doch schon allein wären…Wenn unser neues Haus fertig wäre…Und er drehte immer wieder.

Jetzt fehlen uns noch die Kinder und drehte schnell an dem Knopf. Dann kam ihm neues in den Sinn und konnte es nicht erwarten. Und drehte, drehte, daß das Leben an ihm vorbeisprang, und ehe er sich’s versah, war er ein alter Mann und lag auf dem Sterbebett.

Und merkte, daß er schlecht gewirtschaftet hatte. Nun, da sein Leben verrauscht war, erkannte er, daß auch das Warten des Lebens wert ist. Und er wünschte sich die Zeit zurück.“

2. Die Kunst des Wartens

Jesus lehrt seinen Jüngern eine wichtige Lektion über das Warten und über die Geduld in einem Gleichnis:

Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen, Mat.25:1-12

Ein dramatisches Gleichnis auf das Warten auf die Wiederkunft Jesu
Alle zehn Jungfrauen warten auf den Bräutigam
Alle zehn schlafen ein. Fünf waren klug und nahmen Öl mit sich.
Fünf waren töricht und nahmen kein Öl mit sich und verpassten den wichtigsten Punkt in ihrem Leben, weil sie nachbessern mussten, was sie vorbereitet hätten sollen.

Jesus ermutigt seine Nachfolger sich vorzubereiten auf Wartezeiten in ihrer Nachfolge.
Wer geduldig ist und warten kann der ist nicht nur gesegnet, sondern gewinnt wunderbare Eigenschaften in seinem Charakter:

„Die Einsicht eines Menschen macht ihn langmütig, und sein Ruhm ist es, an der Übertretung vorüber zu gehen.“

Spr.19:11

Geduldige lassen sich nicht vom Bösen provozieren

 

 „Besser das Ende einer Sache als ihr Anfang, besser langmütig als hochmütig. Sei nicht vorschnell in deinem Geist zum Zorn, denn der Zorn ruht im Busen der Toren.“

Pred.7:8,9

Geduldige sind nicht vom Zorn beherrscht.

 

„Ein hitziger Mann erregt Zank, aber ein Langmütiger beschwichtigt den Rechtsstreit.“

Spr.15:18

Geduldige sind Frauen und Männer des Friedens.

 

 „Der Langmütige ist reich an Verständnis, aber der Jähzornige trägt Narrheit davon.“

Spr.14:29

Geduldige sind weiser als alle anderen.

 

 „Besser ein Langmütiger, als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.“

Spr.16:32

Geduldige beherrschen sich selbst zuerst und dann ihre Umstände.

Wer warten lernt, der bereichert seinen Charakter. Jesus sagt, die Jungfrauen, die sich auf das Warten vorbereiteten waren klug.
Die anderen waren töricht.

Für alles Große, was Du im Leben tun willst, brauchst Du Geduld.
Edison bevor er ein Meister wurde, bevor er die Glühbirne erfand, hatte er mehr als 10.000 misserfolgte Versuche. Du brauchst eine Frustrationsfähigkeit um ein Meister Deines Faches zu werden.

Es braucht Geduld in Deiner Ehe. Es braucht Geduld für ein Ehepaar, bis sie wirklich für einander die Nummer eins sind, und Vater und Mutter gedanklich verlassen haben.
Du bist zwei Jahre verheiratet? Du hast noch nichts von Deinem Partner erkannt. Werde ein Student Deines Partners.

3. Die Quelle der Geduld

Jesus offenbart das Geheimnis, was die 5 Klugen Jungfrauen von den 5 törichten unterschied.
Alle waren schwach und schliefen ein.

Aber die Klugen hatten Öl dabei.

Öl ist ein Symbol für den Heiligen Geist. Er ist die Quelle unseres Lichtes für unsere Lampen.

Er ist die Kraft unserer Tugend.

Er ist die Quelle der Frucht des Geistes.

Vorbilder der Geduld sind an erster Stelle Abraham.

Heb.11:9-11

  „Durch Glauben siedelte er sich im Land der Verheissung an wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben der selben Verheissung, denn er erwartete die Stadt, die Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.Durch Glauben empfing er auch mit Sara, obwohl sie unfruchtbar war, Kraft Nachkommenschaft zu zeugen und zwar über die geeignete Zeit des Alters hinaus weil er den für treu erachtete, der die Verheissung gegeben hatte.“

Wie lernte Abraham Geduld? Durch Glauben. Wie empfing er Glauben? Indem er Gott als den Treuen kennenlernte.

Wie kannst Du in einem Land leben, ohne es jemals zu besitzen, wissend, dass erst Deine Urenkelkinder es besitzen werden?
Wie kannst Du 25 Jahre auf ein Kind warten, während Du schon ein Greis bist?

Indem Du Gott kennen lernst!

Röm.4:21

„Denn er war der vollen Gewissheit, dass er, was er verheissen habe, auch zu tun vermöge.“

Unser Glaube unsere Geduld, kommt aus einer tiefen Erkenntnis des Charakters Gottes.

Gottes Charakter:

2.Mos.34:6

„Gott ist barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue, der Gnade bewahrt an tausenden von Generationen, der Schuld und Vergehen vergibt. “

Paulus, der sich selbst als „ersten aller Sünder“ bezeichnet, rühmt die Barmherzigkeit Jesu, die ihm zu Teil geworden ist und an dem die Langmut Christi bewiesen wurde.   1.Tim.1:15,16

Röm.15:5   „Der Gott des Ausharrens und der Ermutigung aber gebe euch, gleichgesinnt zu sein untereinander.“

 

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