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Die Tugenden des Geistes, Teil 9 “Disziplin”

Disziplin – Warum diese Tugend Dein Leben retten kann

Disziplin; Fotoquelle: sxc.hu
Disziplin; Fotoquelle: sxc.hu

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Bei den Tugenden des Geistes geht es um die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften des Heiligen Geistes, die er immer mehr in Dein Wesen hineinlegt, je mehr Du Dich mit ihm beschäftigst und Dich in seiner Gegenwart aufhälst.

Die Frucht des Geistes finden wir in Gal.5:22

Diese Frucht ist eins und besteht aus 9 Teilen.

Die erste ist die Liebe. Aus ihr kommt alles. Freude, Freundlichkeit, Güte – All das kommt aus der Liebe.

Heute betrachten wir die Selbstbeherrschung. Sie ist die letzte und hält mit der Liebe die Frucht des Geistes wie einen Diamanten zusammen.

Liebe und Selbstbeherrschung sind einander nicht (!) entgegengesetzt, sondern sind die Grundlage nicht nur jedes Charakters, sondern auch jeder Beziehung.

2.Pet.1:6 sagt uns sogar, dass die Enthaltsamkeit und das Ausharren die Grundlage für Bruderliebe und wahre Liebe sind.

1. Das Leben, das Du Dir wünscht

Heb.12:11   „Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit.“

Selbstbeherrschung kommt von Training von Erziehung von Züchtigung, Disziplinierung.
Dies sind definitiv nicht Worte, die uns Freude bereiten oder nach denen man sich freiwillig ausstreckt, aber sie sind der Pfad zu einem wunderbaren Leben:

– voller Friede
– voller Frucht
– voller Gerechtigkeit

Ein berühmter amerikanischer Football-Trainer, Vinc Lombardi, sagte:
„Wenn ich meinen Spielern beibringe, sich selbst zu disziplinieren, werden sie all die Dinge erreichen, nach denen sie sich sehnen, die sie aber niemals ohne Disziplin erreichen werden.“

Disziplin und Selbstbeherrschung sowohl des Körpers, als auch der Sinne sind die Stufen zum sportlichen Erfolg und Ruhm, den sich jeder Sportler wünscht.
Für die Medaille quält er sich und seinen Körper und hält einen strikten Ernährungsplan ein.

“So weit deine Selbstbeherrschung geht, so weit geht deine Freiheit.”
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), österreichische Erzählerin.

Wer Selbstbeherrschung schätzen lernt und in sein sein Leben die Frucht des Geistes einlädt, der wird das Leben führen können,
der wird die Freiheit genießen können, nach der er sich schon lange gesehnt hat.

Das griechische Wort Selbstbeherrschung hat im Deutschen viele Übersetzungsmöglichkeiten:

– Disziplin
– Enthaltsamkeit (Sex, Essen, Trinken)
– Zucht
– Ausdauer
– Abhärtung
– Standhaftigkeit

Selbstbeherrschung hat ähnlich wie im Deutschen das Wort „Macht / Herrschaft“ als Wortwurzel.

Jemand, der die Frucht der Selbstbeherrschung hat, der hat Macht und Herrschaft über sein Denken, seine Sinne, über sich selbst.

Er ist im wahren Sinne frei, da er gelernt hat, seine Begierden in der Zucht und Gefangenschaft zu halten.

„Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges Leben.“   Röm.6:22

Wenn wir unsere Sinne unseren Körper zum Diener Gottes machen, sind wir wahrhaftig frei.

2. Erziehung im Alten Bund

Erziehung und Zucht ist das zentrale Thema im Alten Testament.

Jeder Gläubige muss durch harte Erziehung, möglichst von Kindesbeinen an, angeleitet werden, um die Berufung zu erreichen, die Gott für ihn hat.

Und Erziehung im Alten Testament klingt sehr hart und sehr unattraktiv für unsere, in der westlichen Welt verwöhnten, Ohren:

„Und wenn ihr mir daraufhin nicht gehorcht, dann werde ich fortfahren, euch zu züchtigen, und zwar siebenmal <so hart> wegen euren Sünden.“   3.Mos.26:18

„Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch euch entgegenstellen und euch schlagen und zwar siebenfach, wegen Euren Sünden.“   3.Mos.26:23,24

Hier stehen die Worte „daraufhin“ und „dadurch“.

Dies sind sehr drastische Strafandrohungen. Aber sie kommen erst wenn vorher schon etwas geschehen ist. Sie kommen „daraufhin“.

John Sandford sagt: „Gott sendet dem sündigen Christen immer zwei Botschafter:
Zuerst den freundlichen Lehrer, der uns mit Überzeugung und Überführung den Weg aus unseren Fehlern weist.
Danach den harten und strengen Zuchtmeister, der uns mit Schlägen den rechten Weg weist.“

Nun müssen wir bei unserer Thematik genau definieren, worüber wir sprechen.

Wenn wir von gläubigen Christen sprechen, die einen undisziplinierten Lebenswandel führen, dann sprechen wir nicht über die Frage: Gehen wir in den Himmel oder in die Hölle?

Denn wer an Christus glaubt, wird nicht mehr gerichtet. Joh.3:18

Kommt ein undisziplinierter Christ in den Himmel?
Ich spreche hier nicht über krasse Sünden, sondern Undiszipliniertheit:
Jähzorn, sich mit Schulden überhäufen, unkontrolliertes Trinken, Essen, Rauchen, schlechtes Reden übereinander, etc.

Ich denke: Ja! Definitiv!

Es geht bei unserem Thema auch nicht darum primär, ob Du in den Himmel oder Hölle kommst, sondern: Wie willst Du Dein Leben auf Erden verbringen?

Und die Antwort ist: Das Leben in Disziplinlosigkeit ist ein trauriges, hartes und miserables Leben:
Wer mehr ausgibt als er verdient, der wird hart von seinen Schulden geplagt.
Wer mehr isst als er verbrennen kann,
wer sich zuviel Alkohol genehmigt oder dem Tabakgenuss föhnt, muss sich den Konsequenzen stellen.

Das Problem hierbei ist: Der harte Zuchtmeister kommt hier nicht sofort, sondern schleichend und meistens fast zu spät.
Das ist in der Natur der Konsequenzen.

3. Der freundliche und perfekte Lehrer

Vor dem harten und unbarmherzigen Zuchtmeister der Konsequenzen, kommt der freundliche und perfekte Lehrer, der Dich führen und überführen will.

Spr.4:6,8 spricht von der guten Lehre, der Weisung des Vaters, der Weisheit:

„Verlass sie nicht, so wird sie dich behüten: liebe sie, so wird sie dich bewahren!“

„Ranke dich an ihr hoch, so wird sie dich erheben! Sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umarmst.“

Spr.6:23   „Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Weisung ein Licht, und ein Weg zum Leben sind Ermahnungen der Zucht.“

In diesem Geiste sollen wir als gläubige Väter auch unsere Kinder erziehen:
„Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden.“   Kol.3:21

Und im gleichen Geiste den Bruder, der sich verirrt hat:

„Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht.“   Gal.6:1

Selbstbeherrschung beginnt mit der richtigen Erkenntnis, die uns das Wort schenkt:

Hör auf zu sagen: Ich habe halt keine Disziplin, ich hab keine Zeit dafür, ich habe zuviele Probleme.
Die Kraft der Selbstbeherrschung ist schon in dir durch die Frucht des Heiligen Geistes. Gal.5:22

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht / Selbstbeherrschung.“   2.Tim.1:7

Du hast den Geist der Selbstbeherrschung schon in Dir.
Statt Deine Familienmitglieder oder Geschwister zu kontrollieren und zu verbessern, solltest Du Dich vor diesem Geist der Zucht, dem Heiligen Geist verneigen und sagen: Fang an mich zu verändern.

Verabschiede Dich von der Lüge, dass Du sowieso ein Looser bist.
Sei stolz darauf ein Kind Gottes zu sein und strecke Dich aus nach Exzellenz.
Warum? Um Gott zu ehren!

Max Lucado: „Gewinnen ist eine Frage der Gewohnheit.
Konzentriere Dich auf auf richtige Gedanken, sie verwandeln sich in Glauben.
Konzentriere Dich auf richtigen Glauben, sie werden zu Worten.
Konzentriere Dich auf richtige Worte, sie werden zu Taten.
Konzentriere Dich auf richtige Taten, sie werden zu Gewohnheiten.
Konzentriere Dich auf richtige Gewohnheiten, sie werden zu Charakter.“

Exzellenz kommt nicht indem man andere für sich arbeiten lässt, sondern kommt durch eigene Vorbereitung und eigene Arbeit.

Disziplin ist nicht nur ein Werk unseres Willens, es ist ein lebendige Begegnung mit dem lebendigen Wort, welches ist Jesus.
Nimm Dir Zeit für das Wort und für eine Zwiesprache mit Gott.

Du wirst erleben, wie er Dich zu einem besseren Menschen macht.
Wie? Durch seinen Glauben an Dich:

„Wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat,
um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort,
damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte,
die nicht Flecken oder Runzeln oder etwas dergleichen habe,
sondern dass sie heilig und tadellos sei.“   Eph.5:25-27

Mario Wahnschaffe, Dezember 2013

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