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Die Tugenden des Geistes, Teil 8 “Demut”

Demut. Fotorechte: sxc.hu

Demut – Die höchste Form des Mutes!

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Demut. Fotorechte: sxc.hu
Demut. Fotorechte: sxc.hu

1. Eine Charaktereigenschaft

In Gal.5:22 lesen wir von der Frucht des Geistes.
Diese eine! Frucht besteht aus neun Teilen.
Allen neun steht zum Anfang als Erstes die Liebe vor,
denn aus der Liebe kommen alle Tugenden des Geistes, denn Gott ist Liebe!

Alle neun Teile der Frucht des Geistes werden wie ein Diamant eingefasst, am Anfang von der Liebe und am Ende zum der Selbstbeherrschung/Disziplin.
Liebe und Selbstbeherrschung widersprechen sich nicht sondern geben Deinem Charakter die Festigkeit, die er braucht.

Heute sprechen wir über den achten Teil der Frucht des Geistes:
Die Sanftmut

Die “Sanftmut” hat im Griechischen die Wortwurzel “Demut” und so sind sie sinngemäß sehr verwandt und untereinander austauschbar.

Sanftmut ist ein eher altmodisches Wort, aber vor allen Dingen ist es mit vielen missverständlichen Assoziationen verbunden.

Mit Sanftmut verbindet man meistens Worte wie Schwächling, Duckmäuser, Feigling, Kriechertum oder falsche Unterwürfigkeit.

Sanftmut hat aber genau die entgegengesetzte Bedeutung: Sie ist die höchste Form des Mutes.

Sogar einige Könige des Mittelalters gaben sich den Beinamen, „Der Sanftmütige“, weil sie in ihrem großen Idealbild Jesus Christus als Vorbild für ihre Regentschaft sahen.

Zum Beispiel Friedrich II. Von Sachsen (1412-1464)
Oder Franz von Sales (1567-1622), der seine Neigung zu Zornausbrüchen zügeln lernte.

Sie sahen in Jesus das Idealbild eines gerechten Richters, der die Macht hat, die ganze Welt zu strafen und doch nahm er die Strafe auf sich.

Das Idealbild eines allmächtigen Königs, der in Weisheit und Milde regiert und so die Herzen des Volkes gewinnt.

Dieser Jesus, ganzer Mensch und Gottes Sohn, der zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme mehrere Legionen Engel hätte rufen können, um alle seine Feinde und Hasser niederzuwerfen, doch er hat den Mut, seinen Zorn zu zügeln und den Weg ans Kreuz zu gehen.
Durch das Leid hindurch, um den Willen seines Vaters zu unserem Heil auszuführen

Jesus ist ein echter Mann, ein echter Gentleman!

„Besser ein Langmütiger, als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht als wer eine Stadt erobert.“   Spr.16:32

Sanftmut und Demut ist also das Gegenteil von Jähzorn und undisziplinierten cholerischen Wesen.

2. Die Segnungen der Sanftmütigen und Demütigen

Wer den Mut hat seine Wut seinen Jähzorn in den Griff zu bekommen und sich zum Ziel setzt, die Tugend der Sanftmut und Demut zu gewinnen, wird reichlich belohnt:

„Er (Gott) leitet die Sanftmütigen im Recht und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg.“   Ps.25:9

Sanftmut und Demut ist das Gegenteil von Stolz.

Der Stolze hat seine Hände geschlossen. – Der Demütige hat seine Hände zum Empfangen geöffnet.

Der Stolze ist mit sich selbst zufrieden und hat nur sich selbst im Blick, der Demütige hat Mut seine eigene Grenzen in Augenschein zu nehmen und weiß, dass er Hilfe und Verbesserung von Gott braucht.

Deshalb ist Sanftmut und Demut des Herzens die Autobahn Gottes: Solch einen Menschen kann Gott leiten, den Stolzen aber nicht.

Mat.5:5   „Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“

Sanftmut und Demut ist die mutige Entscheidung, sich nicht Gewalt zu holen, was einem zusteht, sondern Gott zu vertrauen, dass er mir das Recht verschaffen wird.

So lernen wir von Mose, einem der gewaltigsten Leiter des Volkes Gottes.
Mirjam und Aaron, seine große Schwester und sein Bruder klagen Mose an, wegen seiner kuschitischen, also farbigen Frau, die er geheiratet hatte.

Statt sich zu verteidigen und seine unbegrenzte Macht zu gebrauchen, um sein Recht zu verteidigen steht hier:

„Der Mann Mose aber war sehr demütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren.“   4.Mos.12:3

Mose entschied sich, Gott für sich kämpfen zu lassen. Und deshalb ist Demut die stärkste Waffe, die wir haben.

Denn 1.Pet.5:6  sagt: „Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er Euch erhöhe zur rechten Zeit.“

Und auch gegen den Feind, den Teufel ist Demut die stärkste Waffe:

Jak.4:6,7   „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.“

3. Gott widersteht den Hochmütigen

Augustinus sagt: „Hochmut ist eine Mutter von vielen Sünden.“

Hochmut ist die Sünde Nummer Eins in der Bibel.
Gott widersteht den Hochmütigen.

So gibt es zwei Anti-Charaktere im Wort Gottes:

Lucifer, der Engel des Lichts, der um seines Hochmuts Willen, sein wollte wie Gott.  Jes.14:12-14
Sein Weg, der Weg des Stolzes ist ein Weg der Zerstörung:

„Ein Greuel für den Herrn ist der Hochmütige. Die Hand darauf. Er bleibt nicht ungestraft.“   Spr.16:5

„Vor dem Verderben kommt Stolz und Hochmut vor dem Fall.“   Spr.16:18

Und Jesus: Er hielt es nicht für einen Raub fest, Gott gleich zu sein.
Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod.

Darum hat Gott ihn auch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist.  Phil.2:5-11

Der Hochmutstest

1. Bist Du abhängig von Anerkennung und Lob?
2. Bist Du ungehalten, wenn Du nicht beachtet wirst?
3. Bist Du neidisch auf andere, deren Erfolge gelobt werden?
4. Musst Du immer gewinnen und schummelst sogar?
5. Gehst Du nie ein Risiko ein: Du könntest ja versagen?
6. Verbirgst Du geschickt Deine Schwächen und Fehler?
7. Hast Du Schwierigkeiten Dich für Deine Fehler zu entschuldigen und rechtfertigst Dich lieber?
8. Hast Du viele Konflikte und Streitereien?
9. Tendierst Du mehr dazu Anerkennung zu erhalten, als Dankbarkeit zu schenken?
10.  Denkst Du in Deinem Inneren, dass Du besser bist, als alle anderen?

Auswertung:
1-10 Punkte: Du bist sehr stolz!  🙂

0 Punkte: Du bist demütig

 

Wir alle sind Söhne Adams und haben Hochmut mehr in uns als Demut. Durch Christus haben wir seine Demut angezogen.

1.Pet.5:5   „Alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“

Die Gesinnung Christi erfüllt uns mit der Demut, dass einer den anderen höher achtet, als sich selbst.   Phil.2:3

Stolz und Ruhmsucht bringt Zertrennung in jede Beziehung.

Demut gibt uns die Möglichkeit:
Den anderen zu ermuntern in Christus.
Einen Trost der Liebe zu geben.
Gemeinschaft des Geistes zu haben.
Mitleid und Erbarmen zu haben
Dieselbe Liebe, dieselbe Gesinnung zu haben.  Phil.2:1,2

4. Hochmut kann man nicht durch Demut besiegen

Wie kann man sich von Hochmut befreien und Stolz niederlegen?

Indem man jetzt noch demütiger wird?
Oder so tut als ob man demütig ist?
Jeder weiß, der lang genug in einer Gemeinde war, man hat es gelernt eine demütige Maske zur Schau zu tragen, aber in seinem Herzen ist man total stolz.

Aber Gott schaut auf das Herz.

Wenn du in Demut wachsen möchtest, fokussiere Dich nicht darauf noch demütiger zu werden, dann bist Du nämlich wieder fokussiert auf Dich selbst und das ist die Natur von Stolz.
Wenn Du in Demut wachsen möchtest, dann denke an jemand anderen als Dich selbst, denke an Jesus!

Wie führte Jesus ein heiliges und demütiges Leben, als er begrenzt war in seinem Leib? Durch den Heiligen Geist.
Also ist die Antwort auf Stolz nicht mehr Demut, sondern Hinschauen auf Jesus.

Jesus spricht: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig und ihr werdet Ruhe finden für Eure Seelen.“   Mat.11:28,29

Demütig zu werden heißt aufzuhören um sich selbst zu kreisen, sich selbst zu verherrlichen, sondern Jesus zu verherrlichen und ihn anzubeten.

„Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war…“   Phil.2:5

Demut ist nicht Minderwertigkeit, heißt nicht von sich selbst zu denken, man wäre ein Nichts oder das Geringste.

Demut heißt: Ich sage das über mich, was Christus über mich sagt
Demut heißt: Ich habe den Sinn, die Tugenden Christi in mir.   1.Kor.2:16

Mario Wahnschaffe, Dezember 2013

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