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3. Ist die Vorstellung der Kirche von Sex überholt?

Von Matthias Reinartz (09.09.2012)

Aus der Serie “Acht schwierige Fragen an die Kirche”

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Vertraue Gott, dass er den besten Weg zu erfüllter Sexualität für Dich hat!Junge Frau zieht Mann aus

Nichts auf der Welt ist mit so vielen großen Gefühlen, Hoffnungen und Enttäuschungen verbunden wie die Liebe!
Unzählige Filme wie Titanic, Twilight, Hitch – der Datedoktor und so weiter sind gedreht worden.

Bücher wurden geschrieben, Kriege geführt. Beziehungen wurden gestartet, Hochzeiten gefeiert, Scheidungen prozessiert.
Kaum etwas wird mit so vielen Erwartungen begonnen und schlägt so regelmäßig fehl wie Liebe.

Schwer verständlich, warum gerade dieser Bereich unseres Lebens so wenig Selbstreflektion erfährt und uns so oft neu enttäuschen kann.
Heute will ich über Liebe sprechen. Genauer gesagt über einen wesentlichen Teil der Liebe: Über Sex.

Jemand, der von Gott und Kirche nichts wissen will sagte:
„Die Vorstellung der Kirche von Sex ist überholt!“

Vielleicht denkst Du genauso, vielleicht bist Du nur etwas neugierig in einer Kirche etwas zu dem Thema zu hören, vielleicht wachst Du gerade erst auf und denkst, „Hilfe, der redet öffentlich über Sex!“.

Herzlich willkommen! Lass uns diesem Vorwurf auf den Grund gehen. Ob Du dieser Aussage dann hinterher zustimmst oder nicht, entscheidest Du selbst.

Tatsächlich sind ich und die Leiterschaft dieser Kirche davon überzeugt, dass Sex nach der Bibel nur in eine Ehe gehört und außerhalb einer Ehe nichts zu suchen hat. Das ist tatsächlich nicht mehr zeitgemäß. Wenn man den Durchschnitt unserer Gesellschaft als Maßstab ansetzt.

Aber wenn Du noch nicht 100%ig weißt, warum ich dieser Meinung bin, dann gib mir eine halbe Stunde und ich will es Dir erklären.
So Manche Gedanken habe ich zu dem Thema Sex vor der Ehe gelesen, gehört, oder selbst erfahren.

Meine Frau Jessica und ich waren vier Jahre befreundet, bevor wir geheiratet haben. Während der ganzen vier Jahre haben wir kein einziges Mal miteinander geschlafen. Es war noch nicht einmal kurz davor. Natürlich war das ein Thema bei meinen Mitschülern oder später Kollegen.

Ich bin gefragt worden, wie ich das denn aushalte. Ob ich mich nicht irgendwie sexuell abreagieren müsste.
Im Allgemeinen war es zwar eine Bewunderung darüber, dass wir das so durchziehen, aber auch ein völliges Unverständnis, warum wir uns so von Glaubensdingen bestimmen lassen.

Andere Dinge, die ich gehört habe sind Aussagen wie

„Das geht Gott doch nix an, wann ich mit wem im Bett bin!“.
„Das muss jeder für sich entscheiden!“
„Das ist doch eine Zumutung was die Kirche da von mir verlangt!“
„Das ist reine Kontrollsucht der Kirche.“

Aber auch Christen schreiben zu dem Thema Kontrovers.

Beispiel:

„vieles wird toleriert auch in christlichen Gemeinden, aber wenn Du nicht verheiratet bist und trotzdem Sex hast, dann steht der Pastor direkt vor der Tür.“
„Die Vorstellung der Kirche von Sex ist überholt!“

Wer das behauptet muss sich zumindest die Mühe machen herauszufinden, was denn die Vorstellung „der Kirche“ ist.
Nicht alle Kirchen vertreten die gleiche Auffassung.
Darum lass uns mal in die Bibel schauen.
Zum Einstieg möchte ich Euch ein paar Verse aus dem Hohelied vorlesen.
Jeder, der sich für das Thema interessiert, sollte diesen Teil der Bibel einmal lesen.
Einige Vergleiche hier sind tatsächlich nicht mehr ganz zeitgemäß, aber mit etwas Phantasie könnt ihr nachspüren, was hier gemeint ist:

7 Wie schön und wie bezaubernd du bist, deine Liebe ist so beglückend! 8 Dein
Wuchs gleicht einer hohen Palme und deine Brüste sind wie Trauben. 9 Ich sagte
mir: `Ich will auf die Palme steigen und nach den Rispen greifen. Deine Brüste
werden für mich wie Weintrauben sein. Der Duft deines Atems wird wie der Duft
von Äpfeln, 10 dein Mund wie der köstlichste Wein sein, der mir süß die Kehle
hinabfließt und Lippen und Zähne sanft benetzt.
Hohelied 7,7-10

Fehlende Erotik jedenfalls kann man der Bibel nicht nachsagen.
Wie kommt es also, dass einige behaupten, die Kirche sei Sex-feindlich und ihre Sexualethik sei überholt?
Da drängt sich doch die Frage auf: War sie denn jemals aktuell?

Hat jemand vergessen, der Kirche das Update „Sex 2.0“ einzuspielen?
Ob Christ oder Nicht-Christ: Ich lade Dich ein, mir für einige Minuten bei dem Thema Sex zu folgen.

Damit wir uns nicht in Auseinandersetzungen über verschiedene Kirchenethiken und Dogmen verlieren, werden wir in die Bibel schauen.
Ich betrachte sie als Gottes Wort und als Maßstab für mein Leben und bin damit bisher sehr gut gefahren.

Wenn die Bibel für Dich kein Maßstab ist, dann gib ihr doch heute mal eine unverbindliche Chance.
Vielleicht entdeckst Du etwas Neues, vielleicht wirst Du überrascht.

#1 Suche

Lasst uns mit einer eher unüblichen Textstelle starten: 2. Samuel 13.

Hier wird uns von zwei Kindern des berühmten Königs David berichtet. Amnon und Tamar.
Tamar war Davids Tochter und sie war sehr schön. So schön, dass ihr Bruder Amnon sich in sie verliebte.

Ja, er war so besessen von ihr, dass er sich förmlich verzehrte, weil er keine Möglichkeit sah, an sie heranzukommen.
Er wurde krank vor Liebe. Schließlich heckt er mit einem Kumpel einen Plan aus: Amnon bleibt krank zu Hause und bittet darum, dass seine Schwester Tamar ihn besucht, etwas backt und ihm zu Essen gibt.
Aber als sie ihm das Essen servieren will befielt er allen Dienern den Raum zu verlassen und verlangt, dass sie das Essen ins Schlafzimmer bringt.
Doch kaum ist sie im Schlafzimmer, packt er sie, zwingt sie ins Bett und vergewaltigt sie.

Als ob diese grausame Geschichte nicht schon hart genug wäre erfahren wir dann im nächsten Vers noch folgendes:
„Danach schlug seine Liebe in Hass um, und er hasste sie mehr, als er sie je geliebt hatte.“
Er ließ Tamar hinauswerfen und wollte sie nicht wieder sehen.

Anstatt dass von Tamars Leid, ihren Verletzungen und der Diskussion der Familie über die Tragödie gesprochen wird, erfahren wir etwas über Amnons Gefühle!
Keiner von uns würde sich in dem Moment für Amnons Gefühle interessieren und doch bekommen wir sie hier brühwarm serviert.
Auf einmal hasst er Tamar.
Aus Liebe wurde Hass.
Findest Du auch, dass das völlig falsch und verkehrt klingt?
Hier stimmt etwas nicht!

Es ging hier nicht um Liebe – es war Begierde.

Begierde in diesem Fall heißt, Sex wollen, ohne sich auf den anderen einzulassen.
Ja, diese Story ist ein extremes, überspitztes Beispiel, aber sie zeigt deutlich, dass ein leiten lassen
von Begierde nicht weiter bringt.

Aus seiner größten Hoffnung auf Erfüllung wurde seine größte Enttäuschung.
Die Frau, auf die er alles gesetzt hatte, nach der er sich verzehrt hat – sie konnte ihm nicht das
geben, was er suchte.

Diese Enttäuschung erleben täglich unzählige Menschen. Vielleicht haben sie alles auf den einen Partner gesetzt, auf die eine Nacht, auf die Party.
Und wahrscheinlich war wirklich etwas schönes, beglückendes dabei.
Aber im Rückblick war es doch nicht das, wonach sie gesucht haben.
Sie wurden – wieder einmal – enttäuscht.

Das ist so, weil Dein Leben wie ein Puzzle ist. Du alleine fühlst Dich unvollständig.
Jeder von uns braucht die Verbindung mit einem Menschen und mit Gott.

Aktuell waren wieder zwei Studien in den Nachrichten, die zeigten, dass Menschen auf lange Zeit am glücklichsten sind, wenn sie eine feste, tiefe Beziehung zu jemandem haben. Nach dieser Beziehung suchen die Menschen.

Das ist der Grund, warum Gott Sex geschaffen hat.

ABER: Sex ist mehr, als zwei nackte Menschen unter einer Decke!

Und Begierde hat nichts mit „göttlichem“ Sex zu tun!
Wir alle sind auf der Suche nach der Person, die uns Erfüllung verspricht. Nach der Beziehung, die uns komplett macht.

Und obwohl sie immer wieder enttäuscht werden, lassen sich so viele Menschen von ein paar Minuten schönen Gefühlen im Bett blenden und glauben den Medien mehr als ihren Erfahrungen. Niemand wird abstreiten, dass ein One-Night-Stand oder ein ausprobieren der Sexualpartner nicht
auch mit schönen Gefühlen verbunden sind.
Aber die Erfüllung, das wonach die Menschen wirklich suchen, werden sie dadurch nie finden.

Der schlechte Nachgeschmack ist vielleicht noch nicht ganz weg, da setzen sie schon wieder alle Hoffnung auf den Neuen oder die Neue.
Unsere Gefühle täuschen uns vor, dass wir leer ausgehen werden, wenn wir nicht das bekommen, was uns gerade vor Augen steht. Begierde wird geweckt.
Es ist wie mit Amnon.

Oder wie mit Eva und der verbotenen Frucht.
Die Frucht selber war nämlich nie das Problem. Sie war geschaffen von Gott und alles, was er
geschaffen hatte, war gut. Die Frucht war also ebenfalls gut. Das sah ja auch Eva.
Das Problem war, die Lüge für die diese Frucht stand. Die Schlange sagte ihr: „Du wirst nicht
sterben!“. Und Eva erhoffte sich, durch diese Frucht mehr.
Mehr als, das was sie schon kannte.
Mehr als diese Realität.
Mehr als das, wohin Gott sie gestellt hatte.
Sie vertraute nicht mehr darauf, dass Gott alles für sie hätte und glaubte der Lüge.
Eva begehrte die Frucht.

Amnon begehrte Tamar.

Das Problem ist: Begierde verspricht etwas, was sie nicht einhalten kann.
Eva sagte sich „wenn ich nur diese Frucht noch probieren würde, dann …!“.
Wie oft denken wir, „Wenn ich das noch hätte.“, „Wenn ich das noch tun würde!“,

„Wenn ich mit ihr schlafen würde!“. Und dann lassen wir uns von unserer Begierde leiten und werden zu Sklaven
der Begierde.

Denn alles was Du nicht sein lassen kannst, kontrolliert Dich, versklavt Dich!

Lass Dich nicht von Deiner Begierde leiten! Lass Dich nicht von Deiner Begierde versklaven!
Diese Sehnsucht nach Erfüllung, nach Komplettheit, nach einem Menschen, einem Gegenüber, mit
dem wir durchs Leben gehen, wurde von Gott in uns hinein gelegt.

Darum ist der einzige Weg, Deine Erfüllung zu finden, dass Du im Plan Deines Erfinders, Deines Schöpfers bleibst!
Ich erspare Dir jetzt eine lange theologische Ausarbeitung. Die darfst Du gerne nach dem Gottesdienst bei mir abholen, wenn Du möchtest.

Aber das Ergebnis der ganzen Bibel kann nach meinem Verständnis nichts anderes bedeuteten, als dass Gott einen Mann und eine Frau ein Leben lang Seite an Seite stellt. Damit sie – ja, auch Sex haben – aber viel mehr noch: Damit sie sich ergänzen, vervollständigen, verstehen.

Damit sie ihre tiefsten Ängste und Sehnsüchte teilen.
Gute, erfüllende Sexualität kann nur da hinein eingebettet entstehen.
Das ist der Grund, weshalb für einen Missbrauch wie der, den Amnon begangen hat, in der Bibel das hebräische Wort „shakab“ gebraucht wird, was einfach nur bedeutet „liegen bei“.

Wenn allerdings von einer gültigen Mann-Frau-Beziehung die Rede ist, also Sex innerhalb einer öffentlich geschlossenen Ehe, dann wird das Wort „yada“ gebraucht.
Yada ist viel tiefer. Yada bedeutet erkennen. Nicht erkennen im Sinne von „ja, ich erkenne sie, das ist meine Frau!“. Sondern erkennen im Sinne von erfahren,
vertraut sein mit, wissen, offenbart bekommen.

In zweiter Mose 2,24 steht, dass ein Mann seiner Frau „anhangen“ wird. Das kann auch „kleben“ bedeuten.

Wir lesen also in der Bibel von einer festen, starken Beziehung. Etwas, was so stark ist, dass die Partner förmlich aneinander kleben.
Ist doch auch eine schöne Vorstellung bei diesem Thema…

DAS ist Gottes Idee von Sex. Denn Sex ist mehr als zwei nackte Menschen unter einer Decke!

Das ist seine Antwort auf Deine Suche. Nicht die Kirche ist verklemmt, wenn sie keinen freien Sex erlaubt. Sondern bei dem klemmt etwas, der sich weigert, diesen guten, besten Weg, den, Gott für ihn hat anzunehmen.

#2 Wertvoll genug, dafür zu sterben!

„Aber wir wollen doch irgendwann heiraten. Dann müssen wir doch wissen, ob es funktioniert im Bett.“
Klassischer Kommentar von jungen Menschen, die vor Verliebtheit tagträumen und nicht mal mehr weiß und schwarz unterscheiden können.
So ein Quatsch! Natürlich wird es funktionieren. Dafür hat Gott uns ja als Mann und Frau geschaffen, damit es im Bett funktioniert.

Aber erinnere Dich:
Sex ist mehr als zwei nackte Menschen unter einer Decke!

„Aber was soll ein Blatt Papier schon an der Situation ändern, wenn wir es doch ernst meinen?!“

Der Unterschied ist entscheidend! Es ist der Unterschied zwischen Vorsatz und Tat. Als wir die Finanzierung für unser Haus zusammengestellt haben, mussten wir Verträge unterschreiben. Wir mussten uns verpflichten, der Bank ihr Geld plus Zinsen zurück zu zahlen.

Welche Bank hätte uns Geld geliehen, wenn ich nur gesagt hätte, dass ich beabsichtige, die Summe bei passender Gelegenheit zurück zu zahlen?
Natürlich ist es entscheidend, ob ich nur etwas beabsichtige zu tun, oder ob ich es auch wirklich tue!

Es gibt Kulturen, in denen gibt es kein Standesamt und auch keinen Trauschein. Ok. Das ist dann in dieser Kultur anders geregelt. Nehmen wir die Roma.
Jeder Roma weiß, wenn er mit einer Frau schläft, dann ist es seine. Dann gibt es kein zurück mehr. Die beiden gehören für immer zusammen.
Das gilt aber nur innerhalb dieser jeweiligen Kultur.

Für die meisten von uns gilt die deutsche Kultur. Und jeder klar denkende Mensch wird einsehen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine unverbindliche Beziehung auseinandergeht viel zu groß ist, als das ich mich wirklich darauf verlassen kann.

Sexualität braucht als Basis eine endgültige Verbindlichkeit. Und die will erst einmal bezeugt sein. Ein Freund hat mir einen Artikel aus der Berliner Zeitung von letzter Woche gegeben. Darin schreiben die Autoren:

„Oma hatte also recht. Sich mit dem Sex Zeit zu lassen ist eine gute Idee. Auch heute noch.“ Warum? Weil die Kennenlern-Phase – yada – unterbrochen wird, wenn man miteinander schläft. Und das sollte nicht zu früh sein.

Die Studie hat gezeigt, dass diejenigen glücklicher waren, die sich mehr Zeit gelassen haben bis zum ersten Beischlaf.
Ihr Fazit: „Wer wartet, verwechselt Sex nicht mit Liebe.“ Wow. Was für eine Erkenntnis. Wahrscheinlich hat es viel Geld gekostet, diese Studie mit 600
Teilnehmern durchzuführen. Dabei hätte ein Blick in die Bibel genügt.

Warum ist es so wertvoll nicht gleich mit Sex oder diversen Vorstufen in eine Beziehung zu starten?

Lasst uns dazu im Brief des Paulus an die Epheser Kapitel 5 lesen.

21 Ordnet euch aus Achtung vor dem Herrn bereitwillig einander unter. 22 Ihr
Ehefrauen sollt euch euren Männern unterordnen, so wie ihr euch dem Herrn
unterordnet. 23 Denn der Mann ist das Haupt seiner Frau, wie Christus das Haupt
seines Leibes – der Gemeinde – ist, für die er sein Leben gab, um sie zu retten. 24 So
wie die Gemeinde sich Christus unterordnet, sollt ihr Ehefrauen euch auch euren
Männern in allem unterordnen. 25 Und ihr Ehemänner, liebt eure Frauen mit
derselben Liebe, mit der auch Christus die Gemeinde geliebt hat. Er gab sein Leben
für sie:

Manche haben versucht aus diesem Vers eine Begründung für die Unterdrückung der Frau abzuleiten.
Was völlig fehlgeleitet ist. Im Gegenteil. Diese Verse erstaunen und verpflichten – am meisten die Männer!

Männer, seid ihr euch bewusst, dass ihr eure Frauen lieben sollt mit derselben Liebe, mit der auch Christus die Gemeinde geliebt hat? Ist Euch bewusst, dass ihr Euer Leben für sie lassen sollt?

Für die wenigsten wird das bedeuten, dass sie sich als Superheld vor ihre Frau in den Kugelhagel werfen. Obwohl das auch sein könnte. Aber die Wirklichkeit ist vielleicht noch schwieriger.

Männer, ihr sollt das Leben Eurer Frau mehr lieben, als das eigene!

Ist Dir klar, was das bedeutet? Deine Wünsche auch mal zurück stellen. Ihre Wünsche respektieren. Allein das wird sich für den ein oder anderen anfühlen, als würde er sein Leben verlieren. Aber es kommt noch dicker: Das steht da nicht als Option. Es ist ein Auftrag!

Dieser Auftrag ist nicht abhängig davon, wie oft sie mit Dir schläft, wie gut sie aussieht, wie gut sie den Haushalt macht, wie viel Geld sie nach Hause bringt, wie gut sie sich unterordnet.

Stell Dir vor, Christus hätte seinen Auftrag von unserer Verfassung abhängig gemacht. Oh oh! Nein, Jesus war bereit, sich selbst zu erniedrigen und die Schmerzen einer Kreuzigung zu ertragen, weil er überzeugt war, dass Du es wert bist. Das steht in Philipper 2.

Und das bereits, als Du noch Sünder warst! Jesus war von Deinem Wert überzeugt – auch wenn er noch nicht sichtbar war!
Männer, wir sollen unsere Frauen nicht lieben, weil sie es wert sind geliebt zu werden! Sondern
unsere Frauen sollen durch die Kraft unserer Liebe noch wertvoller werden!

Es ist doch interessant, dass Paulus die ersten drei Kapitel des Epheser-Briefes alleine dafür verwendet, seinen Lesern zu erklären, wer sie in Christus sind:
Gesegnet, auserwählt, vorherbestimmt, erlöst, vergeben, mit einem Erbteil ausgestattet, versiegelt mit Heiligem Geist, lebendig gemacht, errettet, Gottes Hausgenossen und seine Mitbürger.

Wow! Erst ab Kapitel vier fängt er an, die Christen in Ephesus zu ermahnen. Sie zu bitten.

Es ist dasselbe Prinzip, das Jesus anwandte. Er liebte uns in etwas hinein. Er kam, als wir noch Sünder waren. Nicht erst, als wir perfekt waren.
Paulus hebt zuerst das Gute hervor, zeigt uns wer wir in Christus sind, nimmt uns mit hinein in unsere Bestimmung.

Genau so soll die Beziehung in einer Ehe aussehen. Hineinlieben.
Nicht vorhalten, beschweren, beklagen.

Nicht lieben, weil jemand schön ist. Sondern so lieben, dass diese Liebe den anderen schön werden lässt.
Diese Liebe braucht keinen Grund. Keine Erklärung.

Aber …
Aber diese Liebe entsteht nur in einer absoluten Verbindlichkeit. Sie entsteht nur da, wo der eine sich vollkommen auf den anderen verlassen kann. Wo beide sich völlig hingeben.

Während meiner Zeit bei der Feuerwehr habe ich ein Ehepaar kennen gelernt, das eine offene Ehe praktiziert hat. Das hieß sie beide waren verheiratet, hatten ein Haus und wünschten sich Kinder.

Aber sie haben sie gegenseitig erlaubt, dass jeder so viele Sexualkontakte außerhalb der Ehe haben konnte, wie er wollte.
Kann eine Liebe, wie Paulus sie beschreibt in so einem Milieu entstehen und wachsen?
Ich behaupte – das ist unmöglich!

Natürlich ist das ein krasses Beispiel und ich denke, die wenigsten von uns würden so eine Version von Ehe gutheißen.
Aber wer Sex vor der Ehe lebt, der lebt so etwas ähnliches wie eine offene Ehe – nur halt ohne Ehe…

Darum habe ich eine Bitte an Dich: Gib Dich nicht zu schnell hin. Verkauf Dich nicht unter Wert!

Wer Dein Partner sein möchte, muss erstmal beweisen, dass er oder sie bereit ist, nicht nur eine Nacht, sondern ein Leben lang an Deiner Seite zu stehen.
In guten wie in schlechten Zeiten.

Diesen Beweis gibt es nicht unverbindlich oder vorläufig.
Als die Römer nach mehreren gescheiterten Versuchen es endlich schafften, im Schutz des Nebels an der englischen Küste zu landen, verbrannten sie sofort nach der Landung ihre Schiffe.
Warum?

Die Schlacht musste endgültig sein. Keiner der Soldaten sollte unverbindlich hier sein und wieder umkehren, wenn ihm danach beliebte.
Hier stand eine wichtige Schlacht bevor und jeder, jeder musste sein Äußerstes geben.

Christus gab sein Leben für die Gemeinde – für Dich. Er gab sein Äußerstes.
Ihr Männer liebt Eure Frauen so, wie Christus die Gemeinde.

Ehe ist nicht immer nur einfach und schön. Ehe kann auch anstrengen und frustrierend sein.
Es kann auch sehr herausfordernd sein. Eheleben kann von Dir Dein Äußerstes verlangen.

Aber wenn Du einfach jederzeit Adieu sagen und den nächsten Partner ins Bett ziehen kannst, dann wirst Du nicht Dein Äußerstes geben.
Gib alles in Deiner Ehe.

Und wenn Du noch nicht verheiratet bist, dann entscheide Dich, dass Du nicht bereit sein wirst, unverbindliche Spiele zu spielen.
Natürlich gibt es eine unverbindliche Phase des kennen Lernens.

Und die darf auch jederzeit abgebrochen werden, wenn man einfach nicht zueinander passt.
Aber Sex gehört nicht in diese Phase.
Willst Du länger glücklich sein? Dann warte mit dem ersten Sex!
Jemand, der dazu nicht bereit ist, hat es nicht verdient, Dein Partner zu sein!

#3 Liebe ist eine Kunst

Sex ist also mehr, als zwei nackige Menschen unter einer Decke…
Menschen sind so heiß auf Sex, um ihre Erfüllung zu erfahren, obwohl genau das dabei zum Problem wird.
In dem Moment wollen wir selber geliebt werden, anstatt zu lieben.
Dabei geht es bei der Liebe darum, etwas zu geben.

Stell Dir ein Kunstwerk vor. Ein großes Bild, was darauf wartet, weiter gemalt zu werden.
Ein Künstler wird dieses Bild nicht berechnen. Nach einer Formel wie „soundsoviele Pinselstriche pro Quadratdezimeter und dann bin ich zufrieden“. Nein!
Ein Künstler wird eine Leidenschaft für dieses Bild entwickeln.

Er wird schauen was da schon vorhanden ist und danach suchen, was noch daraus werden kann.
Er wird genau überlegen, welcher Pinselstrich wohin passt. Ob breit ob schmal ob sanft oder kräftig.

Welche Farbnuance passt an welche Stelle? Wie bringe ich Kontrast, Farben, Struktur, Muster, Motiv, Aussage in eine Balance?

Ein Künstler wird nicht leichtfertig drauf los malen. Vielleicht wird er ein Bild auch mal längere Zeit ruhen lassen, weil er keine Ideen mehr hat. Aber er wird es nicht vergessen, sondern darüber brüten, bis er weiß, wie es weiter geht.

So dürfen wir die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau verstehen. Nicht Liebe als ein Objekt, was es zu erlangen gilt, sondern Liebe als eine Fähigkeit, die kontinuierlich wächst und wächst und wächst und …

Diese Liebe ist eine Kunst, die nur durch völlige, bedingungslose Hingabe wachsen kann!
Darum gehört Sex in eine lebenslange Beziehung einer Frau und eines Mannes.

Und Sex ist nicht der erste Pinselstrich auf diesem Kunstwerk, in dieser Beziehung.
Er wird ein wesentlicher, wichtiger, guter und schöner Bestandteil sein. Aber nicht die tragende Struktur, nicht die dominierende Farbe.

Sex ist ein Element in diesem Kunstwerk, was zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle auftauchen soll.
Entscheide selbst, ob dieser Weg Gottes überholt ist, oder ob nicht gerade dieser Weg die Antwort auf die vielen ungestillten Sehnsüchte in Deinem Leben ist.

Ziel
Vielleicht bist Du schon lange verheiratet aber Sex kennst Du nur noch aus den Medien.
Dir will ich sagen, dass Sex gut ist und dass Gott weiß, wie Du erfüllt leben kannst.
Er kann neues Leben in Deiner Ehe schenken!

Du kannst ihm vertrauen!

Vielleicht bist Du in einer Beziehung. Ihr seid noch nicht verheiratet – vielleicht noch nicht einmal sicher, ob ihr es je sein werdet.

Dir will ich sagen, dass es sich lohnt zu warten! Gott weißt auch, wie schwer es ist zu warten, schließlich hat er die Hormone geschaffen – und fand sie gut.
Und Gott weiß auch, wie Du erfüllt leben kannst. Schon jetzt in der Beziehung – und erst recht, wenn Du verheiratet bist.

Du kannst ihm vertrauen!

Vielleicht bist Du Single. Wartest sehnsüchtig darauf, SIE oder IHN zu treffen.
Dir will ich sagen, dass es sich lohnt zu warten! Ein schneller Flirt, ein Ausprobieren hier und Rantasten da wird die Sache nicht besser machen, sondern schlechter. Gott weiß, wie Du erfüllt leben kannst. Schon jetzt – ohne Beziehung.

Nutze die Zeit als Single, um an Deiner Beziehung zu Deinem Gott zu bauen. Du kannst kein besseres Fundament für Deine spätere Beziehung legen.
Du kannst Gott vertrauen!

Du bist ein Geschöpf Gottes.
Und er als Dein Schöpfer kennt jedes Deiner Gefühle. Er kennt Deine unerfüllte Sehnsucht, Deine Enttäuschung, Deine Verletzung. Er kennt das alles.
Aber das ist kein Grund, Angst vor ihm zu haben, sondern es ist ein Grund ihm zu vertrauen.
Er will, dass Du eine erfüllte Sexualität hast.

Für manche bedeutet das, dass sie noch warten müssen, damit es später umso besser ist.
Für andere bedeutet es, dass sie eine Beziehung noch einmal auf Null setzen und neu starten.
Für andere bedeutet es, dass Sex in ihrer Ehe seit langem überhaupt erst wieder ein Thema wird.
Für wieder andere bedeutet es, dass sie den Griff zur Zeitschrift, den Gang zum PC, den Gang zum Fernseher oder den Gang zum Bordell erst wieder verlernen müssen.

Wo immer Du stehst. Wer immer Du bist:
Gott kennt Dich und er liebt Dich, so wie Du bist.
Er selbst sehnt sich danach, dass Du erfüllt leben kannst. Und wenn Du ihn lässt, wird er Dir dazu
helfen!

Vertraue ihm, dass er den besten Weg zu erfüllter Sexualität für Dich hat!

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