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7. Warum ist Gott so ungerecht?

Aus der Serie “Acht schwierige Fragen an die Kirche”

Predigt von Mario Wahnschaffe am 02.12.2012

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  1. Wütend auf Gott?

    Warum ist Gott so ungerecht? Foto: Matteo Canessa
    Warum ist Gott so ungerecht? Foto: Matteo Canessa

Es ist heute der erste Advent.

Viele Menschen haben vergessen, was die Adventszeit oder auch Weihnachtszeit im Ursprung bedeutet.

 Jer.23:5 Siehe Tage kommen, da werde ich dem David einen gerechten Nachkommen erwecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben.

Adventszeit ist eine Zeit, wo wir das Herannahen des gerechten Königs erwarten in einer Zeit der Finsternis.

Viele Menschen heute können die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen.

Da ist soviel Ungerechtigkeit in der Welt!

Im Gegenteil viele Menschen machen Gott verantwortlich für die Ungerechtigkeit auf Erden und sind wütend auf Gott:

Am 02.01.2011 berichtet Focus online von einem 12jährigen Mädchen in Perreux, Frankreich, die aus Wut auf Gott in einer Kirche mehrmals gezündelt hatte.

Ihre kleine Schwester war 2009 in einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Am 03.10.2006 berichtet der Spiegel von einem furchtbaren Massaker in Pennsylvania der Mann hatte 5 kleine Schülerinnen in einer Amish Schule erschossen. Er sei wütend auf sein Leben und wütend auf Gott gewesen schrieb er in einer Notiz, der sich in der Vergangenheit sexuell an minderjährigen Mädchen vergangen hatte.

Richard Dawkins schreibt in seinem Buch der „Gotteswahn“, Gott sei ein Monster im Alten Testament.

Dawkins träumt von einer Welt ohne Religion, ohne Selbstmordanschläge, ohne 11.Sept., ohne Religionskriege.

Marcion, 100n.Chr. Geboren, Ketzer und Irrlehrer der ersten Christenzeit, lehrte, dass der Gott des AT ein Demiurg, ein brutaler menschenhassender Gott sei und der Christus des NT, ein ihm entgegengesetzter Lichtgott sei, der gekommen sei, um uns von dessen Herrschaft zu befreien.

Und tatsächlich gibt es im AT sehr schwer zu erklärende Bibelverse, die uns am Charakter Gottes zweifeln, wenn nicht verzweifeln lassen:

Jes.63:6 „Und ich trat die Völker nieder in meinem Zorn.“

Befehl Gottes an Saul:

1.Sam.15:3 „Nun zieh hin und schlage Amalek! Und vollstreckt den Bann an ihnen, an allem, was es hat, und verschone ihn nicht, sondern töte Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel!“

  1. Erklärungsversuche der Religion
  • Gott hat nicht nur das Gute geschaffen, er hat auch das Böse geschaffen, denn er ist allmächtig.

Alles in unserem Leben ist vorherbestimmt, auch das Böse.

Das Böse und Ungerechte, das Gott uns sendet ist uns zur Prüfung gesendet.

Surah Al-Baqarah 2:154,155 „Wir werden euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung von Vermögen, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft, die, wenn sie ein Unglück trifft sagen: wir gehören Allah und zu ihm kehren wir zurück.“

  • Ähnliches lehrt eine gewisse christliche Richtung, die versucht zu erklären, dass ob die Menschen Gutes oder Schlechtes tun, alles von Gott vorherbestimmt ist, denn Gott hat von Anfang an vorherbestimmt, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt.

So auch der Qur’an in Surah Al-Araf 7:178 „Und wir haben wahrlich viele Ginn und Menschen erschaffen, deren Ende die Hölle sein wird.“

  1. Gottes Gerechtigkeit

Gott erschafft den Menschen nach seinem Ebenbild und er gibt ihm Macht über die Erde und kostbare Wahl der freien Entscheidung aber auch Verantwortung für seine Taten.

Was bedeutet das in unserem Alltag und Leben?

29.10.2012 Hurricane Sandy, der nie dagewesene Monstersturm, der die New Yorker Börse lahmlegte, lässt nun auch Amerikaner, die sich bisher so konsequent geweigert haben etwas gegen den Klimawandel zu tun, fragen zum ersten Mal nicht mehr:

Warum hat Gott das zugelassen?“,

sondern sehen sich mit einem System konfrontiert, dass sie bisher ignoriert haben:

Ursache und Wirkung

Aktion und Reaktion so nennt es Matrix

oder die Bibel nennt es „Sünde und Gericht“

Gott stellt den Menschen in ein System, in dem er frei wählen kann.

Diese Freiheit hat aber auch eine Konsequenz: Sünde ist brutal in ihrer Konsequenz und fordert den vollen Preis von uns.

Zeugnis: Gotha, Junger Mann, der an Gott verzweifelte, weil sein Freund sich volltrunken in den Tod gefahren hatte.

Schuld, die unser eigenes Leben zerstört, können wir noch verstehen, aber Schuld, die das Leben anderer zerstört ist schwer zu verstehen.

Denken, wir an das 12jährige Mädchen in Frankreich, die ihre Schwester verloren hat, durch einen Autounfall. Warum hatte Gott, der doch allmächtig ist, das nicht verhindern können?

Warum hat Gott Adolf Hitler nicht umstimmen können?

Warum hat Gott die Kreuzzüge erlaubt, in dem tausende von Menschen grausam gestorben sind?

Warum hat Gott erlaubt, dass der scheinbare „normale“ Familienvater den kleinen Mirco sexuell missbraucht und getötet hat?

Gott hat uns in eine Welt gesetzt, in der der Mensch herrscht, selbstverantwortlich Entscheidungen trifft und andere darunter leiden müssen.

Gott respektiert die Entscheidungen der Menschen und sogar die bösen.

  1. Gottes Gerechtigkeit

Nun wir irren, wenn wir denken, dass Gott sich teilnahmslos irgendwo im Universum zurückgezogen hätte und uns einfach dem bösen Treiben der Menschen und bösen Herrscher überlassen hätte.

Wir irren, wenn wir denken, dass Gott das Böse geschaffen hat und den Menschen zum Bösen vorherbestimmt hat oder ihm das Böse schickt.

Jak,1:13 „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemanden.“

Aber Gott ist erzürnt über die Gottlosigkeit und Gewalttat der Menschen. Sein Zorn glüht über alle, die das Böse tun.

Auch dieser Zorn hat etwas mit Liebe zu tun. Wer einmal die Eifersucht eines leidenschaftlich Liebenden erlebt hat, kann das nachvollziehen.

Gott straft das Böse.

Und er muss strafen.

Denn die Allmacht Gottes der Bibel unterscheidet sich, von der Allmacht Allahs im Qur’an.

Allah kann bestrafen und verzeihen wem er will.

Gott so nicht. Er kann sein Wort nicht brechen und er kann seine eigene Gerechtigkeit nicht brechen. Er muss bestrafen, wenn der Mensch sündigt.

Sein Herz ist mit den Missbrauchten, mit den Verlassenen und Verfolgten.

Mat.5:4 „Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.“

Jes.61:1 „Er hat mich gesandt, den Elenden frohe Botschaft zu bringen, zu verbinden die gebrochenen Herzens sind, Freilassung auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen.“

Und nun kommt Gottes unendliche Liebe zu den Sündern und Ungerechten.

Hier ist die Rede von dem Retter.

Gott sucht jemanden, der sich zwischen seine flammende Gerechtigkeit und Zorn und zwischen den Sünder stellt. Hes.22:30,31

Und da er niemanden fand, wird er selbst zu diesem Retter.

Er der allmächtige und unbegrenzte wird zu einem schwachen Menschen, voller Reinheit und er läßt sich zerbrechen um unserer Schuld.

Das NT ist nicht völlig anders als das AT. Marcion irrte: An einem Punkt ist es blutig und brutal: Am Kreuz wo Jesu unsere Ungerechtigkeit trug, zu unserer Vergebung.

Er ist unsere Gerechtigkeit! 1.Kor.1:30

Und durch diesen Tausch wurden wir die Gerechtigkeit Gottes, wenn wir es im Glauben nehmen. 2.Kor.5:21

Das ist schwer für die allermeisten von uns.

Viele von uns sind innerlich gebrochen.

Niemand kann es sehen, aber Christus sieht die Gebrochenheit jedes Menschen.

Manche sind gebrochen, weil ihnen Ungerechtigkeit widerfahren ist.

Manche sind gebrochen, weil sie selbst andere Menschen zerstört haben durch Schuld.

Oft sind wir beides: Doppelt gebrochen!

Beispiel: Josef. Schuld und Verletzung prägte die Beziehung zu seinen Brüdern.

Doch durch Gottes Liebe und Heilung konnte er sagen, nach all der Schuld und all dem Leid:

Ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Gott aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden. „ 1.Mos.50:20

Gott sucht gebrochene Menschen, um sie zu heilen, aber auch, um seine Gerechtigkeit in eine ungerechte Welt zu bringen.

Jes.32:1-4

Du sollst sein:

  • Ein Bergungsort vor dem Wind
  • Ein Schutz vor dem Wolkenbruch
  • Wasserbäche in dürrer Gegend
  • Ein gewaltiger Fels im lechzenden Land.

Mario Wahnschaffe

 

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Ein Gedanke zu „7. Warum ist Gott so ungerecht?

  1. > Denn die Allmacht Gottes der Bibel unterscheidet sich, von der Allmacht Allahs im Qur’an.

    > Allah kann bestrafen und verzeihen wem er will.

    Glauben Sie an Allah?

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