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Die Tugenden des Geistes, Teil 9 “Disziplin”

Disziplin – Warum diese Tugend Dein Leben retten kann

Disziplin; Fotoquelle: sxc.hu
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Bei den Tugenden des Geistes geht es um die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften des Heiligen Geistes, die er immer mehr in Dein Wesen hineinlegt, je mehr Du Dich mit ihm beschäftigst und Dich in seiner Gegenwart aufhälst.

Die Frucht des Geistes finden wir in Gal.5:22

Diese Frucht ist eins und besteht aus 9 Teilen.

Die erste ist die Liebe. Aus ihr kommt alles. Freude, Freundlichkeit, Güte – All das kommt aus der Liebe.

Heute betrachten wir die Selbstbeherrschung. Sie ist die letzte und hält mit der Liebe die Frucht des Geistes wie einen Diamanten zusammen.

Liebe und Selbstbeherrschung sind einander nicht (!) entgegengesetzt, sondern sind die Grundlage nicht nur jedes Charakters, sondern auch jeder Beziehung.

2.Pet.1:6 sagt uns sogar, dass die Enthaltsamkeit und das Ausharren die Grundlage für Bruderliebe und wahre Liebe sind.

1. Das Leben, das Du Dir wünscht

Heb.12:11   „Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit.“

Selbstbeherrschung kommt von Training von Erziehung von Züchtigung, Disziplinierung.
Dies sind definitiv nicht Worte, die uns Freude bereiten oder nach denen man sich freiwillig ausstreckt, aber sie sind der Pfad zu einem wunderbaren Leben:

– voller Friede
– voller Frucht
– voller Gerechtigkeit

Ein berühmter amerikanischer Football-Trainer, Vinc Lombardi, sagte:
„Wenn ich meinen Spielern beibringe, sich selbst zu disziplinieren, werden sie all die Dinge erreichen, nach denen sie sich sehnen, die sie aber niemals ohne Disziplin erreichen werden.“

Disziplin und Selbstbeherrschung sowohl des Körpers, als auch der Sinne sind die Stufen zum sportlichen Erfolg und Ruhm, den sich jeder Sportler wünscht.
Für die Medaille quält er sich und seinen Körper und hält einen strikten Ernährungsplan ein.

“So weit deine Selbstbeherrschung geht, so weit geht deine Freiheit.”
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), österreichische Erzählerin.

Wer Selbstbeherrschung schätzen lernt und in sein sein Leben die Frucht des Geistes einlädt, der wird das Leben führen können,
der wird die Freiheit genießen können, nach der er sich schon lange gesehnt hat.

Das griechische Wort Selbstbeherrschung hat im Deutschen viele Übersetzungsmöglichkeiten:

– Disziplin
– Enthaltsamkeit (Sex, Essen, Trinken)
– Zucht
– Ausdauer
– Abhärtung
– Standhaftigkeit

Selbstbeherrschung hat ähnlich wie im Deutschen das Wort „Macht / Herrschaft“ als Wortwurzel.

Jemand, der die Frucht der Selbstbeherrschung hat, der hat Macht und Herrschaft über sein Denken, seine Sinne, über sich selbst.

Er ist im wahren Sinne frei, da er gelernt hat, seine Begierden in der Zucht und Gefangenschaft zu halten.

„Jetzt aber, von der Sünde frei gemacht und Gottes Sklaven geworden, habt ihr eure Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges Leben.“   Röm.6:22

Wenn wir unsere Sinne unseren Körper zum Diener Gottes machen, sind wir wahrhaftig frei.

2. Erziehung im Alten Bund

Erziehung und Zucht ist das zentrale Thema im Alten Testament.

Jeder Gläubige muss durch harte Erziehung, möglichst von Kindesbeinen an, angeleitet werden, um die Berufung zu erreichen, die Gott für ihn hat.

Und Erziehung im Alten Testament klingt sehr hart und sehr unattraktiv für unsere, in der westlichen Welt verwöhnten, Ohren:

„Und wenn ihr mir daraufhin nicht gehorcht, dann werde ich fortfahren, euch zu züchtigen, und zwar siebenmal <so hart> wegen euren Sünden.“   3.Mos.26:18

„Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch euch entgegenstellen und euch schlagen und zwar siebenfach, wegen Euren Sünden.“   3.Mos.26:23,24

Hier stehen die Worte „daraufhin“ und „dadurch“.

Dies sind sehr drastische Strafandrohungen. Aber sie kommen erst wenn vorher schon etwas geschehen ist. Sie kommen „daraufhin“.

John Sandford sagt: „Gott sendet dem sündigen Christen immer zwei Botschafter:
Zuerst den freundlichen Lehrer, der uns mit Überzeugung und Überführung den Weg aus unseren Fehlern weist.
Danach den harten und strengen Zuchtmeister, der uns mit Schlägen den rechten Weg weist.“

Nun müssen wir bei unserer Thematik genau definieren, worüber wir sprechen.

Wenn wir von gläubigen Christen sprechen, die einen undisziplinierten Lebenswandel führen, dann sprechen wir nicht über die Frage: Gehen wir in den Himmel oder in die Hölle?

Denn wer an Christus glaubt, wird nicht mehr gerichtet. Joh.3:18

Kommt ein undisziplinierter Christ in den Himmel?
Ich spreche hier nicht über krasse Sünden, sondern Undiszipliniertheit:
Jähzorn, sich mit Schulden überhäufen, unkontrolliertes Trinken, Essen, Rauchen, schlechtes Reden übereinander, etc.

Ich denke: Ja! Definitiv!

Es geht bei unserem Thema auch nicht darum primär, ob Du in den Himmel oder Hölle kommst, sondern: Wie willst Du Dein Leben auf Erden verbringen?

Und die Antwort ist: Das Leben in Disziplinlosigkeit ist ein trauriges, hartes und miserables Leben:
Wer mehr ausgibt als er verdient, der wird hart von seinen Schulden geplagt.
Wer mehr isst als er verbrennen kann,
wer sich zuviel Alkohol genehmigt oder dem Tabakgenuss föhnt, muss sich den Konsequenzen stellen.

Das Problem hierbei ist: Der harte Zuchtmeister kommt hier nicht sofort, sondern schleichend und meistens fast zu spät.
Das ist in der Natur der Konsequenzen.

3. Der freundliche und perfekte Lehrer

Vor dem harten und unbarmherzigen Zuchtmeister der Konsequenzen, kommt der freundliche und perfekte Lehrer, der Dich führen und überführen will.

Spr.4:6,8 spricht von der guten Lehre, der Weisung des Vaters, der Weisheit:

„Verlass sie nicht, so wird sie dich behüten: liebe sie, so wird sie dich bewahren!“

„Ranke dich an ihr hoch, so wird sie dich erheben! Sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umarmst.“

Spr.6:23   „Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Weisung ein Licht, und ein Weg zum Leben sind Ermahnungen der Zucht.“

In diesem Geiste sollen wir als gläubige Väter auch unsere Kinder erziehen:
„Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden.“   Kol.3:21

Und im gleichen Geiste den Bruder, der sich verirrt hat:

„Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht.“   Gal.6:1

Selbstbeherrschung beginnt mit der richtigen Erkenntnis, die uns das Wort schenkt:

Hör auf zu sagen: Ich habe halt keine Disziplin, ich hab keine Zeit dafür, ich habe zuviele Probleme.
Die Kraft der Selbstbeherrschung ist schon in dir durch die Frucht des Heiligen Geistes. Gal.5:22

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht / Selbstbeherrschung.“   2.Tim.1:7

Du hast den Geist der Selbstbeherrschung schon in Dir.
Statt Deine Familienmitglieder oder Geschwister zu kontrollieren und zu verbessern, solltest Du Dich vor diesem Geist der Zucht, dem Heiligen Geist verneigen und sagen: Fang an mich zu verändern.

Verabschiede Dich von der Lüge, dass Du sowieso ein Looser bist.
Sei stolz darauf ein Kind Gottes zu sein und strecke Dich aus nach Exzellenz.
Warum? Um Gott zu ehren!

Max Lucado: „Gewinnen ist eine Frage der Gewohnheit.
Konzentriere Dich auf auf richtige Gedanken, sie verwandeln sich in Glauben.
Konzentriere Dich auf richtigen Glauben, sie werden zu Worten.
Konzentriere Dich auf richtige Worte, sie werden zu Taten.
Konzentriere Dich auf richtige Taten, sie werden zu Gewohnheiten.
Konzentriere Dich auf richtige Gewohnheiten, sie werden zu Charakter.“

Exzellenz kommt nicht indem man andere für sich arbeiten lässt, sondern kommt durch eigene Vorbereitung und eigene Arbeit.

Disziplin ist nicht nur ein Werk unseres Willens, es ist ein lebendige Begegnung mit dem lebendigen Wort, welches ist Jesus.
Nimm Dir Zeit für das Wort und für eine Zwiesprache mit Gott.

Du wirst erleben, wie er Dich zu einem besseren Menschen macht.
Wie? Durch seinen Glauben an Dich:

„Wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat,
um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort,
damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte,
die nicht Flecken oder Runzeln oder etwas dergleichen habe,
sondern dass sie heilig und tadellos sei.“   Eph.5:25-27

Mario Wahnschaffe, Dezember 2013

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Die Tugenden des Geistes, Teil 8 “Demut”

Demut. Fotorechte: sxc.hu

Demut – Die höchste Form des Mutes!

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Demut. Fotorechte: sxc.hu
Demut. Fotorechte: sxc.hu

1. Eine Charaktereigenschaft

In Gal.5:22 lesen wir von der Frucht des Geistes.
Diese eine! Frucht besteht aus neun Teilen.
Allen neun steht zum Anfang als Erstes die Liebe vor,
denn aus der Liebe kommen alle Tugenden des Geistes, denn Gott ist Liebe!

Alle neun Teile der Frucht des Geistes werden wie ein Diamant eingefasst, am Anfang von der Liebe und am Ende zum der Selbstbeherrschung/Disziplin.
Liebe und Selbstbeherrschung widersprechen sich nicht sondern geben Deinem Charakter die Festigkeit, die er braucht.

Heute sprechen wir über den achten Teil der Frucht des Geistes:
Die Sanftmut

Die “Sanftmut” hat im Griechischen die Wortwurzel “Demut” und so sind sie sinngemäß sehr verwandt und untereinander austauschbar.

Sanftmut ist ein eher altmodisches Wort, aber vor allen Dingen ist es mit vielen missverständlichen Assoziationen verbunden.

Mit Sanftmut verbindet man meistens Worte wie Schwächling, Duckmäuser, Feigling, Kriechertum oder falsche Unterwürfigkeit.

Sanftmut hat aber genau die entgegengesetzte Bedeutung: Sie ist die höchste Form des Mutes.

Sogar einige Könige des Mittelalters gaben sich den Beinamen, „Der Sanftmütige“, weil sie in ihrem großen Idealbild Jesus Christus als Vorbild für ihre Regentschaft sahen.

Zum Beispiel Friedrich II. Von Sachsen (1412-1464)
Oder Franz von Sales (1567-1622), der seine Neigung zu Zornausbrüchen zügeln lernte.

Sie sahen in Jesus das Idealbild eines gerechten Richters, der die Macht hat, die ganze Welt zu strafen und doch nahm er die Strafe auf sich.

Das Idealbild eines allmächtigen Königs, der in Weisheit und Milde regiert und so die Herzen des Volkes gewinnt.

Dieser Jesus, ganzer Mensch und Gottes Sohn, der zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme mehrere Legionen Engel hätte rufen können, um alle seine Feinde und Hasser niederzuwerfen, doch er hat den Mut, seinen Zorn zu zügeln und den Weg ans Kreuz zu gehen.
Durch das Leid hindurch, um den Willen seines Vaters zu unserem Heil auszuführen

Jesus ist ein echter Mann, ein echter Gentleman!

„Besser ein Langmütiger, als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht als wer eine Stadt erobert.“   Spr.16:32

Sanftmut und Demut ist also das Gegenteil von Jähzorn und undisziplinierten cholerischen Wesen.

2. Die Segnungen der Sanftmütigen und Demütigen

Wer den Mut hat seine Wut seinen Jähzorn in den Griff zu bekommen und sich zum Ziel setzt, die Tugend der Sanftmut und Demut zu gewinnen, wird reichlich belohnt:

„Er (Gott) leitet die Sanftmütigen im Recht und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg.“   Ps.25:9

Sanftmut und Demut ist das Gegenteil von Stolz.

Der Stolze hat seine Hände geschlossen. – Der Demütige hat seine Hände zum Empfangen geöffnet.

Der Stolze ist mit sich selbst zufrieden und hat nur sich selbst im Blick, der Demütige hat Mut seine eigene Grenzen in Augenschein zu nehmen und weiß, dass er Hilfe und Verbesserung von Gott braucht.

Deshalb ist Sanftmut und Demut des Herzens die Autobahn Gottes: Solch einen Menschen kann Gott leiten, den Stolzen aber nicht.

Mat.5:5   „Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“

Sanftmut und Demut ist die mutige Entscheidung, sich nicht Gewalt zu holen, was einem zusteht, sondern Gott zu vertrauen, dass er mir das Recht verschaffen wird.

So lernen wir von Mose, einem der gewaltigsten Leiter des Volkes Gottes.
Mirjam und Aaron, seine große Schwester und sein Bruder klagen Mose an, wegen seiner kuschitischen, also farbigen Frau, die er geheiratet hatte.

Statt sich zu verteidigen und seine unbegrenzte Macht zu gebrauchen, um sein Recht zu verteidigen steht hier:

„Der Mann Mose aber war sehr demütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren.“   4.Mos.12:3

Mose entschied sich, Gott für sich kämpfen zu lassen. Und deshalb ist Demut die stärkste Waffe, die wir haben.

Denn 1.Pet.5:6  sagt: „Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er Euch erhöhe zur rechten Zeit.“

Und auch gegen den Feind, den Teufel ist Demut die stärkste Waffe:

Jak.4:6,7   „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.“

3. Gott widersteht den Hochmütigen

Augustinus sagt: „Hochmut ist eine Mutter von vielen Sünden.“

Hochmut ist die Sünde Nummer Eins in der Bibel.
Gott widersteht den Hochmütigen.

So gibt es zwei Anti-Charaktere im Wort Gottes:

Lucifer, der Engel des Lichts, der um seines Hochmuts Willen, sein wollte wie Gott.  Jes.14:12-14
Sein Weg, der Weg des Stolzes ist ein Weg der Zerstörung:

„Ein Greuel für den Herrn ist der Hochmütige. Die Hand darauf. Er bleibt nicht ungestraft.“   Spr.16:5

„Vor dem Verderben kommt Stolz und Hochmut vor dem Fall.“   Spr.16:18

Und Jesus: Er hielt es nicht für einen Raub fest, Gott gleich zu sein.
Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod.

Darum hat Gott ihn auch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist.  Phil.2:5-11

Der Hochmutstest

1. Bist Du abhängig von Anerkennung und Lob?
2. Bist Du ungehalten, wenn Du nicht beachtet wirst?
3. Bist Du neidisch auf andere, deren Erfolge gelobt werden?
4. Musst Du immer gewinnen und schummelst sogar?
5. Gehst Du nie ein Risiko ein: Du könntest ja versagen?
6. Verbirgst Du geschickt Deine Schwächen und Fehler?
7. Hast Du Schwierigkeiten Dich für Deine Fehler zu entschuldigen und rechtfertigst Dich lieber?
8. Hast Du viele Konflikte und Streitereien?
9. Tendierst Du mehr dazu Anerkennung zu erhalten, als Dankbarkeit zu schenken?
10.  Denkst Du in Deinem Inneren, dass Du besser bist, als alle anderen?

Auswertung:
1-10 Punkte: Du bist sehr stolz!  🙂

0 Punkte: Du bist demütig

 

Wir alle sind Söhne Adams und haben Hochmut mehr in uns als Demut. Durch Christus haben wir seine Demut angezogen.

1.Pet.5:5   „Alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“

Die Gesinnung Christi erfüllt uns mit der Demut, dass einer den anderen höher achtet, als sich selbst.   Phil.2:3

Stolz und Ruhmsucht bringt Zertrennung in jede Beziehung.

Demut gibt uns die Möglichkeit:
Den anderen zu ermuntern in Christus.
Einen Trost der Liebe zu geben.
Gemeinschaft des Geistes zu haben.
Mitleid und Erbarmen zu haben
Dieselbe Liebe, dieselbe Gesinnung zu haben.  Phil.2:1,2

4. Hochmut kann man nicht durch Demut besiegen

Wie kann man sich von Hochmut befreien und Stolz niederlegen?

Indem man jetzt noch demütiger wird?
Oder so tut als ob man demütig ist?
Jeder weiß, der lang genug in einer Gemeinde war, man hat es gelernt eine demütige Maske zur Schau zu tragen, aber in seinem Herzen ist man total stolz.

Aber Gott schaut auf das Herz.

Wenn du in Demut wachsen möchtest, fokussiere Dich nicht darauf noch demütiger zu werden, dann bist Du nämlich wieder fokussiert auf Dich selbst und das ist die Natur von Stolz.
Wenn Du in Demut wachsen möchtest, dann denke an jemand anderen als Dich selbst, denke an Jesus!

Wie führte Jesus ein heiliges und demütiges Leben, als er begrenzt war in seinem Leib? Durch den Heiligen Geist.
Also ist die Antwort auf Stolz nicht mehr Demut, sondern Hinschauen auf Jesus.

Jesus spricht: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig und ihr werdet Ruhe finden für Eure Seelen.“   Mat.11:28,29

Demütig zu werden heißt aufzuhören um sich selbst zu kreisen, sich selbst zu verherrlichen, sondern Jesus zu verherrlichen und ihn anzubeten.

„Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war…“   Phil.2:5

Demut ist nicht Minderwertigkeit, heißt nicht von sich selbst zu denken, man wäre ein Nichts oder das Geringste.

Demut heißt: Ich sage das über mich, was Christus über mich sagt
Demut heißt: Ich habe den Sinn, die Tugenden Christi in mir.   1.Kor.2:16

Mario Wahnschaffe, Dezember 2013

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Die Tugenden des Geistes, Teil 7, “Treue und Glauben”

bibleDie Predigt als MP3 finden Sie hier.

Das Manuskript senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu.

1. Treue = Voll des Glaubens

Gal.5:22 lesen wir von der Frucht des Geistes.

Der 7. Teil dieser Frucht ist die Treue.

Interessanterweise wird hier das selbe Wort verwendet wie bei der dritten Geistesgabe in 1.Kor.12:9: Die Gabe des Glaubens.

Das Griechische kennt also nur ein Wort für die beiden deutschen Begriffe: „Treue und Glauben.“

Das Englische sagt zum Beispiel „faith“ und „faithfulness“ und beschreibt so den Treuen „the faithful“ als „voll des Glaubens“.

Geistesgabe und Geistesfrucht sind beide ein Werk des Geistes Gottes.
Die Geistesgabe wird punktuell für einen begrenzten Zeitraum für ein bestimmtes Werk gegeben.
Die Geistesfrucht ist dauerhaft und wird Teil unseres Wesens, unseres Charakters.

Wenn wir im Glauben Jesus angenommen haben, werden wir von neuem geboren.

1.Kor.5:17   „Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Wir sind Kinder Gottes, Joh.1:12, und werden ihm immer ähnlicher und
wir wollen das auch und werden zu seinen Nachahmern.  Eph.5:1

Das heißt, wir wollen werden wie Gott ist.
Und Gott ist treu!

So erkennen wir ihn, wenn wir am Anfang zu ihm kommen:’

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“   1.Joh.1:9

Vielen Menschen fällt es schwer in der Kirche über ihre Begrenzungen, Ängste, Schwächen, ja sogar Sünden zu erzählen, da sie viel Lieblosigkeit und Ausgrenzung erlebt haben.

Doch unser Gott ist anders: Gott ist treu und gerecht.

Er vergibt uns und verdammt uns nicht.
Warum? Weil er uns in Christus völlige Vergebung erkauft und versprochen hat.
Seine Vergebung ist also nicht an seine Laune gebunden, sondern an sein Wort.

2.Tim.2:13 sagt:  „Wenn wir untreu sind – er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“

Seine Treue zu uns ist unveränderlich und bedingungslos.
Seine Treue ist nicht abhängig von unserem Fehlverhalten, selbst nicht von unserer Untreue, denn sie ist verwurzelt in seinem Charakter: Denn er kann sich nicht verleugnen.

2. Das Gegenteil von Religion

„Treu ist der, der uns berufen hat.“   1.Thes.5:24

Gott beruft uns nicht, wegen unserer Treue, sondern wegen seiner Treue.

Wir wollen seine Berufung erfüllen und doch versagen wir so oft.

„Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“   1.Joh.5:3

Eigentlich ist das die Kernfrage eines heiligen Lebens in Treue zu Gott:
Und gerade bei Dienern Gottes ist das auch ein Thema, da brauchen wir gar nicht die Augen zu verschliessen:

Wenn ich in der Versuchung stehe, Pornographie im Internet anzusehen: Wen liebe ich mehr?
Wenn ich unter die Verlockung komme, ins Bordell zu gehen? Wen liebe ich mehr? Die Sünde oder Gott?

Hiob sagt in Hi.31:1   „Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen
Schlechtes Reden gegen den Bruder oder die Schwester?

Wie werden wir zu Treuen?

Eph.1:1,2   „Den Gläubigen (pistois = Treuen) in Christus, Gnade und Frieden Euch

Wir sagen den Menschen nicht: Werdet treu oder Gott wird Euch bestrafen.
Wir bringen den Menschen nicht Religion, wir bringen ihnen Jesus!

Jesus: Er ist der Perfekte für die Unperfekten.
Er ist der Treue für die Untreuen.

Der Grund, warum wir treu sind, ist, weil er treu zu uns ist.

Und wir wollen so sein wie Gott ist: treu.

Euer Wandel sei ehrbar, heilig ohne Geldliebe, denn Er hat gesagt: „Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.“   Heb.13:4,5

Denn jeder weiß wie schmerzlich Untreue ist, wenn wir sie selbst erlitten haben.
Und jeder, der Treue geniessen darf, weiß wie kostbar das ist und selten zugleich.

3. Das Fundament von treuen Beziehungen

Worauf sind Deine Beziehungen aufgebaut ? Auf Vertrauen oder auf Argwohn und Verdächtigungen?

Grundsätzlich funktionieren Beziehungen in allen Gesellschaften der Welt nur durch Treue und Glauben.

Eine ideale Beziehung:  
Ich schenke Vertrauen / Glauben
Ich bekomme Treue geschenkt
Beides gehört zusammen: „pistis“ um eine ideale Beziehung zu ermöglichen.

Eine zerstörte Beziehung:   
Ich bekomme und erleide Untreue
Ich gebe Argwohn, Kontrolle und Unglauben

Eine geheilte Beziehung:     
Ich bekomme Transparenz und Umkehr
Ich schenke neues Vertrauen.
Ich muss nicht perfekt sein, aber vertrauenswürdig: durch Transparenz

Wie ist Deine Beziehungskultur?
Auf die Kluft zwischen Versprechen und Realität
Reagierst Du mit: Vertrauen/Glauben oder Argwohn/Unglauben

Saul vertraute David nicht, er glaubte nur das Schlechte von ihm, obwohl David reinen Herzens war und total loyal.

Er wurde gequält zum Schluss durch einen Geist der Furcht.

Bei seiner Krönung zum König wurde er gedemütigt durch ruchlose Männer, die ihm ihre Treue verweigerten.

Ein Treuebruch, den wir erleiden, kann eine ewige Wunde in unserem Herzen werden, die uns unfähig macht, Menschen Vertrauen zu schenken und ihnen stattdessen Argwohn und Verdacht und Unglauben entgegen zu halten.

Das vergiftet unsere Beziehungen in Ehe, Familie und Gemeinde.

4. Die höchste Form der Treue

Unsere Treue und unser Glaube ist oft umkämpft und wird oft einer Prüfung unterzogen.

Das ist immer dann so, wenn wir in einer Not sind und auf die Hilfe Gottes vertrauen:

Sei es eine Krankheit
Sei es eine finanzielle Not
Sei es ein familiärer Konflikt
Sei es ein Glaubensprojekt

Unser großes Vorbild und Ansporn ist der Glaube unseres Glaubensvaters Abraham.

„Der Glaube Abrahams, der unser aller Vater ist.“   Röm.4:16

Was war das Besondere an seinem Glauben?

Gott hatte ihm einen Sohn mit Sara versprochen.
Doch die Realität der Verheißung dauerte für ihn 24 Jahre!!!

Das ist eine unheimlich lange Zeitkluft!
Wie würdest Du diese lange Kluft zwischen Versprechen Gottes und der Erfüllung in der Realität füllen?

Manche würden aufgeben.

Manche würden sich enttäuscht von Gott abwenden und den Glauben verlassen
Manche würden versuchen „Gott zu helfen“ durch eigene Wege: Ungehorsam

Beispiel: Abrahams und Sarahs Umweg über Ismael.

Aber Abraham glaubte Gott, obwohl auch er Fehler machte. Gott ist der Gott der zweiten Chance!
Woher kam sein Glauben und seine große Glaubenstreue?

Er kannte Gott!:     Er, der die Toten auferweckt!

Er, der das Nichtseiende ruft, als wenn es war wäre.   Röm.4:17

Abraham nannte sich mit dem neuen Namen, den Gott ihm gegeben hatte: “Vater vieler Völker”, als er immer noch keinen eigenen Sohn hatte.  1.Mos.17:5

Er vertraute dem Versprechen Gottes mehr, als den Umständen und seinen eigenen Sinnen.

Röm.4:19-21

Sein Wort ist die Quelle unseres Glaubens und unserer Glaubenstreue. Röm.10:17

Und er ist der Anfänger und Vollender unseres  Glaubens.   Heb.12:2

Er wird dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen!  Heb.13:5

Gott ist treu!

Pastor Mario Wahnschaffe, Dezember 2013