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Die Tugenden des Geistes Teil 6 „Güte“

1. Eine Welt der Unbarmherzigkeitguete

Wir leben in einer Gesellschaft, der es an Liebe mangelt.
Dieser Liebesmangel zeigt oft sein hässliches Gesicht in Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von besonderer Grausamkeit und Kälte sind:

26.04.2002   Amoklauf zu Erfurt. Robert Steinhäuser wächst in typischen sozialen Strukturen auf: jeder ist für sich und allein, selbst in der Familie. Er taucht in die Internetwelt der Militär- und Gewaltspiele ab.

Auch in der Schule weht ihm der kalte Wind der Leistungsgesellschaft ins Gesicht. Er erlebt die Lehrer nicht als Förderer, sondern als Forderer von Leistung und als Zuchtmeister, die seine jugendlichen Verfehlungen mit unerbittlicher Härte bestrafen. Als er von der Schule verwiesen wird, geschieht die Katastrophe: In der Annahme, dass ohne Abitur sein Leben gescheitert ist, tötet er zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten und anschliessend sich selbst.

Schüler haben hinterher nicht nur die Brutalität dieser Tat hinterfragt, sondern auch das unbarmherzige Leistungssystem unserer Schulen.

In den Medien wird immer mehr die Todesstrafe in China diskutiert, die in einem direkten Zusammenhang mit dem Organhandel steht. Man kann darüber philosophieren, wie in den Zeiten Maos die Mentalität der Bevölkerung verroht ist, besonders in der Zeit des großen Sprungs, die zu großen Hungersnöten, teilweise Kannibalismus und zu einer Traumatisierung einer ganzen Bevölkerung führte.
Die andere Seite der Medaille ist aber die westliche Welt, die einen unsittlichen Organtourismus nach China unternimmt.

Gleichwohl ist es eine Sache, den grausamen Sexhandel in Deutschland anzuprangern und auf der anderen Seite auszublenden, dass es eine riesige unstillbare Nachfrage gibt, selbst nach Kindersex, Menschenquälen und entsorgen.

Die Bibel ist glasklar darüber und hat nicht die humanistische Romantik, in der Annahme: der Mensch sei von Natur aus gut und man bräuchte nur das System verändern.

Röm.3:10-12  „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht. Da ist keiner der Gutes tut, da ist auch nicht einer.“

Die Bibel erklärt dies damit, dass der Mensch ein Beziehungsproblem mit Gott hat.

Es ist das Grundproblem der Menschheit, dass unser Beziehungsproblem uns von Gottes Liebe abgetrennt hat.

Röm.7:18   „Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt, denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht.“

Viel schlimmer ist aber die Gleichgültigkeit und Hartherzigkeit der Christen über das Leid dieser Welt.

2.Tim.3:3 sagt dies glasklar voraus:

In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen.
Die Menschen werden selbstsüchtig, geldliebend, prahlerisch, hochmütig lieblos, unversöhnlich, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter Das Vergnügen mehr liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, aber ihre Kraft verleugnen.

2. Güte ist die Antwort Gottes

Weißt Du nicht, dass die Güte Gottes Dich zu Umkehr leitet?   Rom.2:4

Albert Schweitzer: Stetige Gütigkeit vermag viel. Wie die Sonne das Eis zum Schmelzen bringt, bringt sie Missverständnisse, Misstrauen und Feindseligkeit zum Schwinden. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.

Die Güte Gottes ist eine gewaltige Kraft!

Die Güte Gottes ist einer der zentralen Charaktereigenschaften Gottes.

Ps.106:1   „Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währt ewig.“

Religion sagt Dir: Wenn Du gut bist in der Religion, wenn Du ein guter Diener Gottes bist, dann ist Gott auch gut zu Dir. Religion reduziert Gott auf einen normal fühlenden Menschen. Der gut ist zu den Guten und böse zu den Bösen.

Jesus aber lehrt uns die wahre Güte Gottes in der Bergpredigt:

Mat.5:43-48   „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die , die Euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist!

Warum? Wegen Gottes Güte über den Sündern:

„Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

„Wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr?
Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?
Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes?
Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe?“

Dieses Verhalten ist eine Reflektion von Gottes Charakter!

„Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“

Gottes Güte springt hervor aus seiner excellenten Perfektion und Vollkommenheit.

1.Chr.16:34   „Gott ist gut und seine Güte währt ewig.“

3. Gottes Güte in Dir

Eph.4:32   „Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.“

Obwohl wir von Natur aus nicht fähig sind die Güte Gottes zu leben und auch als Christen im dauernden Kampf mit dem Fleisch stehen.

Gal.5:17   „Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf.“

So lädt uns der Heilige Geist freundlich ein, sich immer wieder in seiner Natur zu baden.

1.Pet.2:2,3  Wir sollen beständig von seiner Milch trinken damit wir wirklich schmecken dass der Herr gütig.

Wenn wir von seiner Güte beständig nehmen, bringt die Güte Gottes in uns Frucht.

In einer Gemeinde in der der Heilige Geist wirkt, kommt es zu guten Werken.

Kol.1:10   „Um des Herrn würdig zu wandeln zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk.“

Unsere Gemeinde ist fruchtbar in guten Werken:

Menschen erleben lebensverändernde Wunder, weil jemand sie als Freund mitgenommen hat in den Gottesdienst.
Eine Schwester unserer Gemeinde, die drogenabhängig war, lud ihre ehemalige Freundin aus dem Bonner Loch ein. Sie kommt das erste Mal ins CLW und entscheidet sich für Jesus und kommt nach vorne.

Sie ging für ein Jahr in Therapie und ist jetzt total frei, eine wunderschöne Frau und eine stolze Mutter.
Was für eine radikale Veränderung!

Was für eine wunderschöne Rettung. Alles wegen einer Freundin, die sich aufmachte ihre Bekannte mitzubringen.

Manchmal braucht es etwas länger und mehrere Einladungen.

„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.“   1.Kor.13:14

Unsere Ordner, Parkdienst, C-Team, Kinderdienst, Musikdienst, Moderatoren, Übersetzer geben ihr Allerbestes um eine freundliche Bekehrungsatmosphäre zu schaffen. Aber das Entscheidende ist, dass Du Deine Bekannten und Freunde mitbringst!

Izmael bringt seinen Freund vom Asylantenheim mit und der bekehrt sich auch im Gottesdienst. Izmael wird von arabischen Muslimen im Asylantenheim bedroht und manchmal gewürgt und muss zwei Stunden mit der Bahn fahren.

Gott gebraucht diese Art von Menschen, die schwach zu sein scheinen.
Woher kommt ihre Güte und Menschenliebe und Hingabe? Sie haben geschmeckt von der Güte Gottes.

Die Güte Gottes schmecken viele unserer Gäste in unserer Lebensmittelausgabe in der Tiefgarage und am Busbahnhof.

Spr.22:9   „Wer gütigen Auges ist, der wird gesegnet werden.“

Letzten Sonntag hatten wir drei Muslime das erste Mal in unserem Gottesdienst. Eine Frau  kam aus Syrien. Zuerst saß sie mit ihrem Mann allein im Gottesdienst. Doch dann setzten sich von rechts und links neben sie und gaben ihnen das Gefühl von Herzen willkommen zu sein.

Mohammad macht Besuche im Asylantenheim in seiner Nähe und bringt immer wieder Gäste mit aus allen Nationen, besonders aus muslimischen Nationen.

Deine Güte kann den Unterschied machen in dem Leben deiner Nachbarn.

Mario Wahnschaffe, Oktober 2013

Predigt anhören unter: CLW Bonn, Predigten 2013

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Widersprüche bei den Auferstehungsberichten der Evangelien?

Widersprüche bei den Auferstehungsberichten der Evangelien?

Nach einem Aufsatz von Robin Schumacher, 27. März 2013

Bildquelle: Wikimedia
Bildquelle: Wikimedia


Übersetzung und Bearbeitung von Esther Wiegel im Sept. 2013

– Widersprechen sich die einzelnen Evangeliumsberichte der Auferstehung?

Wie viele Frauen waren am ersten Ostermorgen am Grab Christi: 1, 2, 3, oder mehr?

– Waren da zwei Engel oder nur einer, der seine Auferstehung verkündete?

– Erschien Jesus seinen Jüngern in Galiläa oder in Jerusalem?

Kritiker der Auferstehung Jesu behaupten oft, die vier Evangeliumsberichte über die Auferstehung Jesu von den Toten im Neuen Testament widersprächen sich gegenseitig.

Einige Theologen stellen sogar die Übereinstimmung der Abschnitte über die Auferstehung in den Evangelien in Frage;

Emil Brunner, zum Beispiel, sagt: „Die Quellen widersprechen sich einander gegenseitig und nur ein „harmonisierender“ Prozess, dem nicht viel an der Wahrheit liegt, könnte eine ziemlich zusammenhängende Darstellung der Ereignisse zusammenflicken. Wobei es offensichtlich ist, dass die späteren und weniger glaubwürdigen Zeugen wichtiger erscheinen, als die früheren und damit vertrauenswürdigeren.

Solch eine unehrliche Art mit diesem Thema umzugehen, hat wirklich nichts mit „Glaube an das Wort Gottes“ zu tun. Es dient nur dazu, das katastrophale Vorurteil zu unterstützen, dass der christliche Glaube nur in Verbindung mit historischer Unehrlichkeit existiert.

Ist dies der Fall?

Müssen Christen unehrlich sein, wenn es darum geht, die Darstellung der Auferstehung in den Evangelien als historisch exakt zu bezeichnen?
Ich glaube nicht. Werfen wir einen Blick auf einige der Fragestellungen.

Erstens auf Kommentare, die von Brunner mehr auf Annahmen, als auf tatsächlichen Fakten basieren.
Die Evangelien stimmen ganz sicher bei den wichtigsten Fakten überein:

* Die Auferstehung Jesu.
* Gott erweckte ihn von den Toten. 

Was übrig bleibt, sind kleinere Details, die sich scheinbar unterscheiden.
Wir haben sie hier in einer Tabelle zusammengefasst: 

  Matthäus Markus Lukas Johannes
Frauen am Grab

2

3

3 + mehr

1

Besuchszeit beim Grab Morgen-dämmerung Sonne war aufgegangen Morgen-dämmerung Noch dunkel
Boten/Engel am Grab 1 Engel 1 Mann, weiß gekleidet 2 Männer, mit strahlenden Gewändern 2 Engel
Ort des Gesandten Außen, dann drinnen Drinnen Drinnen Drinnen
Frauen treffen auf Jesus Umfassten seine Füsse Nichts Nichts Christus zu Maria: berühre mich nicht!
Frauen erzählten Jüngern Niemanden Jüngern und anderen Maria erzählt den Jüngern
Erscheinen bei den 11 1 x in Galiläa 1 x Jerusalem 1 x Jerusalem 2 x Jerusalem1 x in Galiläa

 Hier eine tabellarische Auflistung der Begegnung Jesu mit seinen Jüngern: 

Jesus erschien:

  Wem? Wo? Wann? Literaturnachweis
1. Maria Magdalena Jerusalem Sonntag Mk.16:9-11; Joh.20:11-18
2. Andere Frauen Jerusalem Sonntag Mat.28:9-10
3. Petrus Jerusalem Sonntag Lk.24:34; 1.Kor.15:5
4. Emmaus Jünger Emmaus Sonntag Lk.24:13-35; Mk.16:12
5. 10 Jünger Jerusalem Sonntag Mk.16:14; Lk.24:26-42; Joh.20:19-25
6. 11 Jünger Jerusalem 1 Woche später Joh.20:26-31; 1.Kor.15:5
7. 7 Jünger Galiläa ? Joh.21:1-25
8. 500 Brüder Galiläa ? 1.Kor.15:6
9. Jakobus ? ? 1.Kor.15:7
10. 11 Jünger Galiläa ? Mat.28:16-20; Mk.16:15-18
11. 11 Jünger Jerusalem 40 Tage später Apg.1:3-12

Einige allgemeine Regeln zur Interpretation der Bibel  

Bevor wir uns den Einzelheiten der Auferstehungsgeschichte widmen, ist es gut, wenn wir uns einige Grundkenntnisse zur Bibelinterpretation ansehen, die uns helfen werden zu erkennen, warum sich Dinge in den Evangelien zu unterscheiden scheinen.
Zu Beginn ist es wichtig im Kopf zu behalten, dass ein unvollendeter Bericht kein falscher Bericht ist.
Nur weil jeder Autor eines Evangeliums nicht über jedes Detail der Geschehnisse berichtet, heißt dies noch nicht, dass er fehlerhaft ist.
Alle Historiker editieren ihre Berichte für verschiedene Zwecke und da sind die Schreiber der Evangelien nicht anders. 

Zweitens ist ein abweichender Bericht kein falscher Bericht. Matthäus zum Beispiel spricht von einem Engel am Grab, wobei Johannes zwei Engel erwähnt. Ein Widerspruch? Überhaupt nicht. Einfache Mathematik besagt, dass, wenn man zwei hat, hat man auch einen.

Matthäus sagte ja nicht: „nur ein Engel“. Wenn er das getan hätte, läge ein wirklicher Widerspruch vor uns. Stattdessen berichtete er nur die Worte des einen Engels.
Von einander abweichende berichte scheinen Zweifel an der Richtigkeit aufzuwerfen, aber wir müssen versuchen, mit unserem Urteil abzuwarten, bis alle Fakten vorhanden sind.“

Das Beispiel ist zitiert von:
„Contradictions among the synoptics?“, Dr. Kenneth Kanzer aus: „The historical reliability of the gospels“, Craig Blomberg 

Geschehnisse der Auferstehung zusammengefasst

Im Folgenden wird der Versuch unternommen, eine prägnante Aufzählung und Zeitleiste zu präsentieren in Bezug auf die Evangelienberichte über Jesu Auferstehung und darauffolgend sein Erscheinen über 40 Tage hinweg bei verschiedenen Personen.
Eine detaillierte Aufarbeitung der Details und Erklärungen finden sich bei:
„The easter enigma“, John Wenham 

1. Ein Engel rollt den Stein beiseite vor Sonnenaufgang (Mat.28:2-4)  Die Wachen sind von Furcht ergriffen und fliehen. 

2. Frauen besuchen das Grab und entdecken, dass Christus nicht da ist (Mat.28:1; Mk.16:1-4; Lk.24:1-3; Joh.20:1) 

3. Maria Magdalena geht, um es Petrus und Johannes zu erzählen (Joh.20:1,2)

4. Die anderen Frauen bleiben beim Grab; sie sehen zwei Engel, die ihnen von der Auferstehung Jesu berichten (Mat.18:5-7; Mk.16:5-7; Lk.24:4-8)

5. Petrus und Johannes rennen zum Grab und kehren zurück (Lk.24:12; Joh.20:3-10) 

6. Maria Magdalena kommt zurück zum Grab; Christus erscheint ihr  (Mk.16:9-11; Joh.20:11-18) Christi ERSTES Erscheinen. 

7. Jesus erscheint den anderen Frauen (Maria, Mutter des Jakobus, Salome, und Johanna) (Mat.28:8-10) Christi ZWEITES Erscheinen

8. Währenddessen berichten die Wachen den Gelehrten die Geschehnisse und werden bestochen, um zu lügen (Mat.28:11-15)

9. Jesus begegnet Petrus persönlich (1.Kor.15:5) Christ DRITTES Erscheinen 

10. Jesus begegnet Kleopas und seinem Begleiter (Mk.16:12,13; Lk.24:13-32) Christi VIERTES Erscheinen 

11. Jesus erscheint den 10 Aposteln im Obersaal, Thomas ist nicht dabei  (Lk.24:36-43) Christi FÜNFTES Erscheinen

12. Acht Tage nachdem er den 10 Aposteln erschien, erscheint Jesus allen 11 Jüngern, Thomas mit ihnen (Joh.20:26-28) Christi SECHSTES Erscheinen

13. Jesus erscheint 7 Jüngern am See Genezareth und tut das Wunder der Fische (Joh.21:1-14) Christi SIEBTES Erscheinen

14. Jesus erscheint den 500 auf einem Berg in Galiläa (Mat.28:16-20; Mk.16:15-18; 1.Kor.15:6) Christi ACHTES Erscheinen

15. Jesus erscheint seinem Halbbruder Jakobus (1.Kor.15:7) Christi NEUNTES Erscheinen

16. In Jerusalem erscheint Jesus abermals seinen Jüngern (Apg.1:3-8) Jesu ZEHNTES Erscheinen 

17. Jesus steigt auf zum Himmel, während die Jünger es sehen (Mk.16:19,20; Lk.24:50-53; Apg.1:9-12) Christi ELFTES Erscheinen 

Fazit und Folgerung

Bezüglich der verschiedenen Perspektiven der einzelnen Evangelien über die Auferstehung Jesu sagt N.T.Wright: „Die Geschichten strahlen genau die Spannung aus, die wir gerade nicht mit künstlerisch erzählten Fabeln assoziieren, von Leuten geschrieben, die eifrig darauf bedacht sind, die Fiktion aufrecht zu erhalten und daher auch besorgt sind, dass alles richtig aussehen muss,

sondern mit flüchtigen und verdutzten Berichten derer, die etwas mit ihren eigenen Augen gesehen haben, was sie komplett überraschte und verblüffte und sie sie noch immer nicht völlig einordnen konnten.“ 

„The resurrection of the son of God“, N.T.Wright

(Minneapolis Fortress Press, 2003), Pg. 612

Wright hat Recht. Dieselben Kritiker, die nach Widersprüchen suchen, um sie hervorzuheben, würden genau so „Kollusion“ (unerlaubtes Zusammenwirken) rufen, wenn es exakte Parallelen und einen einmaligen Bericht über die Auferstehung gäbe.

Am Ende ist deutlich zu sehen: Ganz im Gegenteil zu dem, was Brunner schrieb, dass die Aufzeichnungen über die Auferstehung, die wir in den vier Evangelien finden können unter genauerer Beobachtung ziemlich gut miteinander harmonieren und, vielleicht am wichtigsten!, stimmen sie in der Haupt- und Schlüsselaussage überein, die einen lebensverändernden Unterschied macht:

Jesus ist von den Toten auferstanden!

Robin Schumacher, 27. März 2013

Übersetzung Esther Wiegel, September 2013

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Die Tugenden des Geistes Teil 5: Freundlichkeit

Freundlichkeit – die Sprache, durch die Dir Gott alle Türen öffnet

1. Eine Sprache der Liebe: Freundlichkeit

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Freundlichkeit ist eine Sprache, die alle Türen öffnen kann. Foto: sxc.hu

Ps.90:17   „Die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und festige über uns das Werk unserer Hände! Ja das Werk unserer Hände, festige du es!“

Ein interessanter Zusammenhang: Die Freundlichkeit des Herrn über uns festigt das Werk unserer Hände.
Freundlichkeit steht im engen Zusammenhang mit dem Erfolg und der Festigkeit in dem was wir tun: Am Arbeitsplatz, in der Gemeinde.

Und auch in den Beziehungen unseres Lebens.

Es ist erwiesen, dass Firmenchefs und Unternehmer heute mehr auf den EQ, den „emotionalen Quotienten“, achten als auf den IQ, den „Intelligenz Quotienten“.

Viel mehr Menschen verlieren heute ihren Arbeitsplatz aufgrund von zwischenmenschlichen Spannungen oder werden krank, leiden unter Streßproblematiken , weil sie nicht wissen, wie man Meinungsverschiedenheiten auf dem Arbeitsplatz konstruktiv überwindet.
Viele wissen nicht über die Kraft der Freundlichkeit und Höflichkeit am Arbeitsplatz, sie haben es von Haus aus nicht gelernt. Oder sehen es als Schwäche an und wissen nicht, dass Freundlichkeit solch eine Kraft hat, weil sie direkt aus der Macht der Liebe fließt.

Spr.25:15   „Eine sanfte Zunge zerbricht Knochen.“

Zeugnis: Freundlichkeit verändert knallharte Menschen in hilfsbereite Freunde, die Dich unterstützen.

Freundlichkeit ist eine starke Kraft in der Evangelisation.
Freundlichkeit und Höflichkeit heißt: Alle wie Freunde behandeln.
Jeder, der uns begegnet, ist der Freundschaft wert.
Freundlichkeit gegenüber einem Menschen ist ein Ausdruck davon, dass jemand mir wertvoll ist und liebenswert ist.

Unter jeder Äußerlichkeit, sei ein Mensch auch noch so unsympathisch, steckt ein Mensch, der es wert ist kennengelernt zu werden.

Unhöflichkeit ist ein Ausdruck von Egozentrik, davon, dass man glaubt, man sei der wichtigste Mensch auf der Welt und der andere ist mir wertlos.

Wenn wir eine Party zu Hause veranstalten und Gäste einladen, werden wir sie wohl kaum allein stehen lassen, ohne mit ihnen zu sprechen.
Dies sollte auf keinen Fall einem unserer Gäste oder gar Erstbesucher im CLW passieren.
Wir wollen Erstbesucher und Gäste freundlich und unaufdringlich willkommen heißen und ihnen ehrliches Interesse entgegen bringen, so wie wir dies mit unseren Gästen zu Hause auch tun würden.

Bei einem Gottesdienst ist tatsächlich nicht das Programm entscheidend, sondern die Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die entscheidet, ob ein Erstbesucher wiederkehren wird oder nicht.

Freundlichkeit und Höflichkeit ist eines der effektivsten evangelistischen Mittel, die wir noch gar nicht ausgeschöpft haben auf unserem Arbeitsplatz, in den Schulen oder Unis.

Sach.11:7   Der Herr spricht: „Und ich nahm mir zwei Stäbe; den einen nannte ich „Freundlichkeit“ und den anderen nannte ich „Verbindung“, und ich weidete meine Schafe.

Freundlichkeit ist eine starke Verbindung zwischen Eheleuten, Eltern und Kindern, Gemeinden, und zu Ungläubigen, die durch Deine Liebe zum Glauben kommen.

2. Freundlichkeit in der Praxis

Viele Gläubige wissen einfach nicht, wie man Freundlichkeit erlernt und unterschätzen, die Kraft der Höflichkeit.

Aber es ist dem Herrn ein Freude, wenn wir Freundlichkeit erlernen.

Spr.15:26   „Ein Greuel für den Herrn sind die Anschläge des Bösen, aber rein vor ihm sind freundliche Worte.“

Gottes Geist lehrt uns die Wege der Freundlichkeit:

Spr.3:17   „Die Wege der Weisheit sind freundliche Wege, und alle ihre Pfade sind Frieden.“

Die Wege der Weisheit sind freundliche Wege.
Hier spricht es von einem Prozess, von einem Zunehmen und lernen von Weisheit und Freundlichkeit.
Viele haben Freundlichkeit und Höflichkeit von zu Hause gelernt, doch manche stehen sich selbst im Weg im Beruf oder in der Liebe, weil sie die Wege der Freundlichkeit nicht kennen.

Praxis:

* Vor Älteren in Bus und Bahn aufstehen und ihnen den Sitz anbieten.
* Dankesbriefe schreiben und Danke sagen.
* Freundlichkeit beim Autofahren, Leuten rein- oder rauslassen.
* In der Gemeinde: Leute begrüssen, ohne aufdringlich zu sein
* Leute anlächeln
* Nach dem Gottesdienst zum Kaffee einladen oder zum Hauskreis oder zu sich nach Hause.
* Nachbarn unterstützen, Blumen gießen, etc.
* Geschenke dankbar annehmen, statt zu sagen: Es war doch nicht nötig oder viel zu teuer!
* Menschen mit Namen begrüßen
* Zum Geburtstag anrufen, kleines Geschenk

Not to do!

Unhöflichkeiten, die Beziehungen beschädigen:

* Während eines tiefgehenden Gespräches Telefonate annehmen
* Dinge beschädigen und nur Entschuldigung sagen, statt den Schaden wieder gut zu machen.
* In der Gemeinde: Leute ignorieren, nicht ansprechen.

3. Freundlichkeit oder Heuchelei?

Manche verwechseln Freundlichkeit mit der gesichtslosen und unehrlichen Heuchelei am Arbeitsplatz. Wo man auf der einen Seite ein freundliches Gesicht heuchelt und hintenrum schlecht redet.

Aristoteles, ein griechischer Philosoph differenzierte die Freundlichkeit zwischen zwei negativen Extremen:
– Zwischen dem Gefallsüchtigen und  dem Streitsüchtigen

Der Freundliche begegnet seinem Gegenüber mit:

* Liebenswürdigkeit
* Interesse
* Rücksicht
* Benehmen

Erich Fromm, Psychologe und Kritiker der Narzissmus-These Freuds, die besagt, dass Selbstbezogenheit ein primärer Zug des natürlichen Menschens sei.
Vielmehr sagte er: Die Liebesfähigkeit zu anderen und die Selbstliebe haben eine gemeinsame Quelle.

Wo diese Liebesfähigkeit gestört ist, besteht gegenüber anderen, noch gegenüber sich selbst eine echte Freundlichkeit.

Das ist genau das was Jesus lehrt in Mat.22:39

   „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst.“

Dieses ist das zweite der wichtigsten Gebote, die Jesus aufzeigt: „Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit Deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“  Mat.22:37

Freundlichkeit zu anderen kommt
durch Freundlichkeit zu uns selbst
kommt durch die Erkenntnis von Gottes Freundlichkeit.

4. Freundlichkeit kommt von Gott

Gott ist ein freundlicher Gott.

Luther übersetzt:

„Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!“  Ps.34:9

So heißt es in der Liturgie des Abendmahls bzw. der Eucharistie: Kommt, denn es ist alles bereitet; seht und schmeckt, wie freundlich der Herr ist. Als göttliches Attribut ist Freundlichkeit in diesem Sinne auch bereits alttestamentlich bezeugt. So kennt der Psalter den in vielfacher liturgischer Form übernommenen Lobpreis Preiset den Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Ps.136:1

Freundlichkeit ist eine Frucht des Geistes.   Gal.5:22

Zeugnis: Manchmal bin ich nach Hause gekommen, und meine Frau fragte mich, warum ich so freundlich bin. Ich war zuvor mit einem Mann Gottes zusammen gewesen, der einfach nur so übersprudelte von der Liebe Gottes.

In Apg.4:13   „sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.“

Bei Jesus zu sein und seine Freundlichkeit und seine Liebe zu erleben veränderte Prostituierte, Zöllner und Sünder.

Die Frucht des Geistes in unserem Leben entsteht durch engste Beziehung mit dem Freundlichen in uns. Mit Jesus in uns.

Was war die Kraftquelle der Furchtlosigkeit, der Stärke eines Davids?

Ps.27:4   „Eins habe ich vom Herrn erbeten, danach trachte ich: Zu wohnen im Haus des Herrn alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Freundlichkeit des Herrn um nachzudenken (Freude zu haben an) in seinem Tempel.

Mario Wahnschaffe, Oktober 2013

Die MP3 Datei zur Predigt von Mario Wahnschaffe finden Sie hier.