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4. Will die Kirche nicht nur mein Geld?

Aus der Serie “Acht schwierige Fragen an die Kirche”

Predigt von Mario Wahnschaffe am  14.10.2012

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  1. Die Kirche und das liebe Geld

    Foto: Mompes, Sxc.hu
    Foto: Mompes, Sxc.hu

Eins der ersten Prinzipien über Geld, das ich in Deutschland als kleiner Junge gelernt habe war: „Über Geld reden wir nicht.“

Über Geld redet man nicht!

Für mich war lange Zeit danach Geld, so eine Art Mischung aus:

  • Das ist eine schmutzige Angelegenheit
  • Das ist eine Sache, die Angst einflößt, über die man nichts genaues weiß
  • Geld hat man oder man hat es nicht.

Dieses Prinzip „Über Geld redet man nicht!“ fand ich auch in den deutschen Kirchen und Freikirchen wieder.

Viele gesegnete Disziplinen über biblische Finanzverwaltung habe ich nicht in deutschen Gottesdiensten gelehrt gehört sondern nur in der Bibel selbst gelesen oder in anglophonen Gemeinden gehört.

Irgendwie haben besonders wir Deutschen ein verkrampftes Verhältnis zu Geld und Kirche.

Besonders meine internationalen Freunde, z.B. aus russisch-sprachigen Ländern konnten nie nachvollziehen, dass wir im CLW solch defensive und freiwillige Opferansprachen hielten.

Doch das hat mit unserer deutschen Kirchengeschichte zu tun:

Ganz besonders seitdem die katholische Kirche, besonders durch Tetzel predigen ließ: „Wenn das Geld im Opferkasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“

Durch die Irrlehre dieser Zeit und die Angst der Deutschen um ihr Seelenheil, wurde eine ganze Generation getäuscht und der Petersdom zu Rom gebaut.

Aber auch in jüngerer Zeit haben auch Freikirchen von sich reden gemacht, dass Spendengelder veruntreut worden sind.

Nie zuvor haben zwei Berufe in Deutschland weniger Vertrauen gehabt: Politiker oder Pastor.

2. Jesus und das Geld

Tatsächlich hat die Bibel mehr über Geld zu sagen, als wir denken.

Und auch Jesus hat sehr viel über Geld gesprochen, fast mehr als über jedes andere Thema.

“Niemand kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.” (Mt 6,24).

Mt 25,14-30 Die tüchtigen Knechte wirtschaften mit dem anvertrauten Kapital und erzielen teilweise eine hohe Rendite! – In jenem Gleichnis sind sogar Zinsen erwünscht:

In Mt 19,16-30 wird das Thema “Reichtum und Nachfolge” ausführlich besprochen, als ein wohlhabender Jüngling zu Jesus kommt und um Aufnahme in die Jüngerschar bittet:

“Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben” (Vers 20). – “Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen.” (V. 23). “Jeder, der um meines Namens willen Häuser (…) oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen” (V. 29).

Warum redet Jesus so viel über Geld?

Weil ihm Geld wichtig war? Nein, weil er weiß, wie wichtig Geld für Menschen ist und dass sich bei Geld erst wirklich zeigt, wer wir wirklich sind in unserem Herzen: “Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.” (Mt.6,21).

3. Wer ist der Herr im Haus?

Die Bibel hat sehr viel über Geld zu sagen.

Und das tut auch dringend Not, denn unser gesamtes Finanzsystem droht zu kollabieren, weil nicht nur Banken, Regierungen, sondern auch die Mehrheit der Menschen über ihre Verhältnisse leben, getrieben von der Sucht Geld auszugeben und gepeinigt von der Last der Schulden und Zinsen.

Die Bibel warnt uns nicht nur vor der zerstörerischen Macht des Mammon,

1.Tim.6:10 „Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.“

sondern zeigt uns auch einen Weg durch simple Prinzipien, wie wir über die Macht des Geldes regieren können und finanziell frei werden von der Bedrückung der Schulden.

Fünf einfache Prinzipien der finanziellen Freiheit:

a) Rechenschaft

Lk.16:11 „Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen?“

Jesus fordert uns zu verantwortungsvoller Haushalterschaft in Gelddingen heraus, als Grundlage für das „Geistliche“.

Salomo, der reichste Mann der Erde. Gibt uns wertvollste Ratschläge in 31 Kapiteln über den weisen Umgang mit Geld:

Spr.27:23,24 „Achte auf den Zustand deiner Herden, kümmere dich um deine Schafe und Ziegen. Geldbesitz ist nicht von Dauer.“ GN

Geld hat die Eigenschaft uns immer zu verlassen und zwar lautlos ohne Meldung.

Spr.23:23 „Wahrheit und Weisheit, Einsicht und Herzensbildung, sind es wert, dass du sie dich etwas kosten lässt!“

Auf deutsch: Wisse wo dein Geld ist und hingeht, um jeden Preis! Wenn du nicht weißt, wo Dein Geld hingegangen ist, bist Du in Schwierigkeiten.

Unwissenheit über Deine finanzielle Situation + Plastik Kreditkarte = Finanzieller Untergang

Du gibst Geld aus, das Du nicht hast und weißt nichts über den Zustand Deiner Schulden.

4 Informationen, die Du unbedingt über Dein Geld wissen musst:

I. Wisse, wie viel Du besitzt.

II. Wisse, wie viel Du schuldest.

III. Wisse, wie viel Du verdienst

IV. Wisse, wo Dein Geld hingeht.

Lege Rechenschaft ab, Ein- und Ausgaben.

Du sagst: Ich habe keine Zeit dafür solche Listen zu führen.

Aber hast Du Zeit genug, Dir Sorgen zu machen, warum Du Mangel hast?

Eheprobleme entstehen, wegen mangelnder Rechenschaft in Finanzen.

b) Plane!

Plane Deine Ausgaben!

Spr.21:5 „Fleiß mit Überlegung bringt sicheren Gewinn, jede Übereilung bringt nichts als Verlust.“ GN

Spr.21:20 „Im Haus des Klugen sind wertvolle Schätze und duftendes Öl, aber ein Dummkopf vergeudet alles.“

Ein Dummkopf gibt alles aus, so schnell wie er kann.

Hier sind die Grundlagen von biblischer Finanzhaushaltung: Stecke Deine finanzielle Ziele und Ausgaben und dann weiche nicht davon ab!

Finanzielle Freiheit kommt nicht durch das, was Du verdienst, sondern durch das, was Du ausgibst!

Wo sind die unregelmäßigen Ausgaben?

Shopping!

Impulsiv Shopping!

Ich sehe es – Ich will es – Ich kaufe es!

Wieviele haben etwas gekauft, was sie nicht geplant haben?

Wieviele haben es nachher bedauert und lange dafür abgezahlt?

Die ganze Werbung ist ausgerichtet auf Impulsives Einkaufen.

Ich brauche es nicht – aber es war im Sonderangebot!“

Jede Übereilung bringt Verlust – Shoppeholic!

Wie kann man diese schlechte Gewohnheit brechen? Durch Planung – Ausgabenplanung – Einkaufszettel!

Du wirst das Geld kontrollieren!

Das Geld wird Dich nicht kontrollieren!

Du wirst Deinem Geld gebieten wo es hingeht, statt dass Du Dich fragst, wo ist wohl mein Geld still und leise hingegangen?

Ausgabenplanung ist eine Sache des:

  • Gebetes
  • Der innerehelichen / familiären Diskussion und Entscheidung

c) Spare für die Zukunft!

Spr.21:20 „Im Haus des Klugen sind wertvolle Schätze und duftendes Öl.“ GN

Spr.13:11 „Schnell erschwindelter Reichtum verliert sich; langsam erarbeiteter Reichtum vermehrt sich.“ GN Little by little

Das Wort warnt uns vor schnellem Reichtum.

Setze Ziele für Ausgaben

Setze Ziele für Sparen

Setze Ziele für Gaben an das Reich Gottes

Spr.6:7 Die Ameise sammeln im Sommer Ihre Nahrung für den Winter

Warum sparen wir nicht?: Neid

Das neue Auto des Nachbarn

Die neue Kleidung des Nachbarn.

Vergleiche Dich nicht mit anderen!

Ich mache mir nichts daraus, was andere haben (die verschuldet sind!!!)

Ich lerne mit weniger zu leben!

Priorität:

  • Ich zahle an Gott zuerst
  • Zweitens: An mich selbst
  • Drittens: An jeden anderen

d) Gib Gott, was Gott gehört!

Mal.3:10 „Bringt den zehnten Teil eurer Ernte unverkürzt zu meinem Tempel, damit die Priester zu essen haben. Habt keine Sorge, dass ihr dann Mangel leidet! Nehmt mich beim Wort! Ihr werdet erleben, wie ich euch mit Segen überschütte. Ich werde es regnen lassen!“

Der Zehnte ist keine Rückzahlung meiner Schuld

Der Zehnte ist eine Anerkennung, dass ich Gott mein Alles schulde:

Meine Vergangenheit,

Gegenwart und

Zukunft!

Der Zehnte ist ein Bekenntnis: Herr, Du wirst Dich meiner annehmen, mich beschützen, mich versorgen!

Die ersten Christen, haben am ersten! Tag der Woche (Sonntag) etwas zurückgelegt für das Reich Gottes. 1.Kor.16:2

Spr.3:9 „Ehre den Herrn mit Deinen Opfergaben; bringe ihm das Beste vom Ertrag deiner Arbeit.“

Ehre den Herrn indem Du ihm das Erste gibst und nicht das was über bleibt.

e) Genieße, was Du hast!

Pred.6:9 „Gib dich zufrieden mit dem,was du hast, und verlange nicht nach allem möglichen anderen.“ GN

Heutiges Finanzsyndrom:

    1. Unsere Gier übersteigt unser Einkommen
    2. Auch wenn Du es Dir nicht leisten kannst kaufst Du trotzdem
    3. Die Schuldenabzahlungen mach uns nervlich kaputt
    4. Familien gehen kaputt

Kinder brauchen nicht Geld zuerst, sondern unsere Zeit zuerst.

Beachte alle 5 Prinzipien gleichzeitig, nicht nur den Zehnten!

Lebe Dein Leben in der richtigen Ordnung:

Falsch!:

      1. Verdienen
      2. Genießen
      3. Schulden zurück zahlen
      4. Sparen
      5. Gott geben

 

Richtig!:

        1. Verdienen
        2. Gott geben
        3. Sparen
        4. Schulden zurück zahlen
        5. Genießen

 

Rockefeller Prinzip: 10 / 10 / 80

10% an Gott

10% Sparen

80% davon lebe ich

Wenn ich mehr als 80% brauche, lebe ich zu extravagant.

Unregiertes Geld = Ein unregiertes Leben

Gott verwandle meinen Schuldendruck in Frieden

Vergib mir, wo ich mehr ausgegeben habe, als ich verdiene!